Montag, 3. Juni 2013

Crazy, Stupid, Love

 Verrückt? Ja! - Dumm? Nein! - Liebe? Auf jeden Fall!

Etwas vorsichtig bin ich an den Kauf dieser DVD herangegangen, schafft es doch Hollywood meist nur substanzlose und langweilige, romantische Komödien auf den Markt zu bringen, was die Suche nach den wirklich guten Filmen dieses Genres etwas schwierig gestaltet. Doch bei den vielen guten Bewertungen, die ich dazu gelesen hatte und einem unschlagbaren Preis (unter 5 Euro auf amazon.de) kann man nicht viel falsch machen, dachte ich.

Tatsächlich ist "Crazy, Stupid, Love." ein aufwendig gestalteter Film mit viel Blick fürs Detail und tollen Bildsequenzen. Besondere Highlights waren da für mich beispielsweise die Einführung des Charakters "Jacob" (Ryan Gosling) als Aufreißer im Club oder später in seiner durchgestylten Wohnung. Aber auch die Frequenz, als Cal seiner Frau beim Telefonieren vom Garten aus betrachtet.
Er vereint mehrere zwischenmenschliche Beziehungen, die nach und nach zusammenfinden und ein überraschend zusammenhängendes Gebilde ergeben. Doch im Fokus steht, was passiert, wenn nach 25 Jahren Ehe plötzlich die Scheidung an der Haustür klingelt, wenn Mittzwanziger die Liebe ihres Lebens finden und die erste Liebe nicht erwidert wird.

Mit seinen fast 2 Stunden ist der Film für sein Genre tatsächlich etwas lang geraten, doch wenn man sich auf die Geschichte ganz und gar einlässt, kommt keine Langeweile auf. Es wird zwar kein minütliches Gag- und Sprüchefeuerwerk gezündet, wie einige vielleicht mit Steve Carell in der Hauptrolle erwartet haben. Der Humor wird meist viel subtiler gestreut und ergibt sich in den teilweise tragischen, bitteren und doch lebensbejahenden Szenen. Doch es darf auch ordentlich gelacht werden, so wenn Lehrerin Marisa Tomei mit ihrem One Night Stand Cal vor dessen Frau beim Elternabend abrechnet ("ich musste ihn dir 45 Minuten lang lutschen, weil du zu nervös warst...")oder während der überwältigenden Schlüsselszene im Garten. Hier stimmte das Timing der Schauspieler absolut.
Diese machen einen grandiosen Job, ob Ryan Gosling, der zeigt, dass er nicht nur einen durchtrainierten Körper hat, sondern auch Talent. Steve Carell der gehörnte Ehemann, der sich glaubwürdig vom Trottel zum Womanizer wandelt, oder Emma Stone, die für mich zwar niemals die Sexbombe sein wird, aber das brauch sie auch nicht, wenn sie doch so sehr mit ihrem charismatischen Spiel zu überzeugen weiß.
Eine kleine Überraschung war für mich Babysitterin Jessica (Analeigh Tipton) und ihr hoffnungslos verknallter Schützling (Jonah Bobo), die zusammen eine zuckersüße Geschichte erzählen.

Damit beweist "Crazy, Stupid, Love." dass es eine generationenübergreifende Komödie ist, die einer ganzen Familie einen wundervollen Fernsehabend bereiten kann.

PS: Die nicht verwendeten Szenen lohnen sich auch anzuschauen, schon allein wegen des urkomischen alternativen Endes.

Wertung 5/5

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