Dienstag, 11. Juni 2013

"Der Spiegel von Feuer und Eis" von Alex Morrin

Märchenhaft kühler Stoff für die heißen Sommertage.

Eine andere Zeit, ein anderes Land, eine andere Welt: das Mädchen Cassim wird groß in einer Landschaft aus Schnee und Eis. Ihre Eltern starben früh und so erbte sie von ihrer Mutter die Gabe Edelsteine und Schmuckstücke wieder zusammenzusetzen. Diese Fähigkeit bringt sie jedoch in Schwierigkeiten. Von der Eiskönigin in Gefangenschaft genommen, schafft sie es zu fliehen und trifft auf ihrem Weg einen schwer durchschaubaren Faun sowie den noch schwerer zu durchschaubaren Morgwen. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach dem zerschlagenen Spiegel von Feuer und Eis, der Mit Cassims Kräften wieder zusammengesetzt werden soll. Auf ihrer Reise durch Frost und Eis begegnet ihnen so manch mystisches Wesen und Cassim wird immer wieder mit der Frage konfrontiert, wem sie eigentlich Trauen kann: ihren Gefühlen für Morgwen oder den vernünftigen Worten des Faun.

"Der Spiegel von Feuer und Eis" ist nicht der erste Fantasyroman der, unter dem Pseudonym Alex Morrin schreibenden, Autorin Lynn Raven. Inspiriert vom Märchen "die Schneekönigin" schuf sie ihre eigene frostige Welt, die atmosphärisch so dicht ist, das man sich beim Lesen am liebsten Handschuhe überziehen würde. Doch die Geschichte um Cassim und Morgwen lässt keinesfalls kalt. Der aufmerksame Leser kommt schnell hinter das Geheimnis des seltsamen Retters, wird am Ende der Geschichte jedoch überrümpelt werden. In diesem Punkt liegt auch der einzige Schnitzer in dem Jugendbuch: zu Gunsten des Happyends geht die Logik leider an einigen Teilen über Bord. Doch der wundervolle Schreibstil der Autorin sowie die märchenhafte Geschichte reißen dies locker wieder heraus.

Wertung 4/5

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