Donnerstag, 6. Juni 2013

Lana del Rey "Born to die - the Paradise Edition"

Neues von einer wahren Künstlerin...

 Enthusiastisch habe ich dem erscheinen des neuen Lana del Rey-Albums entgegengefiebert, denn seit Februar diesen Jahres läuft ihre großartige Platte „Born to die“ auf meinem IPod rauf und runter und ich werde einfach nicht satt.
Selten ist es bei mir der Fall, dass ich mich NICHT an einem Künstler und dessen Songs überhöre. Schnell werden mir die immer gleichen Stimmen, Melodien und Texte überdrüssig. Doch nicht bei Lana del Rey ich kann einfach nicht genug bekommen von ihrem Klang und so würde ich jedem einzelnen Song auf „Born to die“ die volle Bewertung geben. Etwas, was mir bisher noch nicht passierte. Vielleicht kann man da meine Euphorie und Enttäuschung ein bisschen verstehen, als ich zum ersten Mal „Ride“ hörte und mich auf die Suche nach dem neuen Album machte und feststellen musste, dass es nur eine Erweiterung von „Born to die“ geben würde. Immerhin sind acht neue Songs hinzugekommen und die haben es wahrlich in sich.

Da ist zum einen RIDE die erste Single, welche mit so einer unglaublich Melancholie und Schwere daherkommt, dass ich beim Hören nicht anders kann, als innezuhalten und einfach nur zuzuhören. Ein wunderschöner Kontrast bietet da der Chorus mit den leicht dahin gehauchten „Just ride“, dass man dann nur lächeln kann. Einfach wundervoll und ein einzigartiges Stück Musik!

AMERICAN lebt von Lanas Stimme und dem tollen Text. Kein Wunder, dass die AmerikanerInnen sich beim Hören dieses Songs unglaublich patriotisch fühlen. Er ist einfach nur ziemlich … nun ja… cool und der Refrain lädt einfach zum Mitsingen oder Mitpfeifen ein.

Ich weiß nicht ob Lana „my pussy tastes like Pepsi Cola“ jemals als Anmachspruch gebraucht hat, aber bei dieser Frau würde wahrscheinlich so einiges sehr gut funktionieren. Mutig ist COLA allemal und unglaublich verführerisch. Der ein oder andere würde sicher gern eine Kostprobe nehmen.

In BODY ELECTRIC macht Lana noch einmal klar in welcher Zeit sie sich zuhause fühlt. Mit „Elvis is my daddy, Marilyn my mother and Jesus is my best friend“ wird gleich der ganze amerikanische Nationalstolz aufgeführt. Dementsprechend sakral klingt auch der Chorus. Sicher ist dies eine Geschmackssache, doch ich finde es unvergleichlich.

BLUE VELVET dürfte einigen sicher schon in der H&M-Werbung aufgefallen sein. Im Fokus steht hier Lanas verrucht und dunkel klingende Stimme, die den fragilen Test „I still can see blue velvet through my tears" vorträgt. Ein Highlight sind vor allem die Streichinstrumente zu Beginn und am Ende.

Ein Highlight ist für mich GODS AND MONSTERS gerade wenn man auf den Text hört. Sehr fantasievoll und verdorben und sicher in Lanas prüder Heimat auf dem Index. Ein heißer Soundtrack für längst vergangene Halloweennächte.

YAYO fällt ein wenig heraus, der Song passt nicht so ganz in die Neuveröffentlichungen hinein und auch in „Born to die“ will er sich nicht ganz eingliedern. Das liegt vielleicht daran, dass er sehr ruhig und reduziert ist, allein von Lanas Stimme lebt, die mit dem Text eine Geschichte erzählt. Oder es liegt auch daran, dass YAYO noch aus der Zeit stammte, in der Lana unter ihrem bürgerlichen Namen Elisabeth Grant unterwegs war. Erstaunlich zu sehen, dass sie sie auch damals schon so begnadet war.

Mein Favorit ist jedoch BEL AIR, das mit „Gargoyles standing in front of your gate“ schon einleitet wie mystisch dieser Song klingen wird. Die leichten Pianotöne und Lanas Stimme, die wie aus dem Meer hervorschallt ist eine unglaubliche Mischung, die in ganz andere Welten entführt.

Diese acht neuen Songs enttäuschen also ganz gewiss nicht und wer überlegt sich ein Album von Lana del Rey zu besorgen, der kann unbesorgt zur „Paradise Edition“ greifen, schließlich sind dort auch alle Songs aus „Born to die“ enthalten. Wer wie ich dieses Album bereits im CD-Regal hatte, der kann hier ja auf die praktische Funktion zurückgreifen und jeden Song einzeln herunterladen, schließlich will man ja nichts kaufen, was man bereits besitzt. Deswegen ziehe ich auch einen Stern ab.
Mal ehrlich, wäre es denn so schwer gewesen noch mindestens vier andere Songs zu finden, um ein komplett neues Album aufzulegen?


Wertung 4/5

Mein Lieblingssong des Albums

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