Sonntag, 9. Juni 2013

"Luzifers Wüstling" von Colleen Gleason

Ein Muss für Illa Gardella - Anhängerinnen.

 Was war ich aus dem Häuschen, als ich entdeckte, dass Colleen Gleason, welche mit ihrer Illa Gardella-Serie einer meiner Lieblingsbuchreihen erschuf, eine neue Trilogie in diesem Genre ansiedelte. Etwas skeptisch fragte ich mich doch, ob die Vampire, ebenso Triebgesteuert und abgrundtief böse sein würden, wie in den Büchern der Vampire, oder ob sie ein ganz neues Universum darlegen würde. Ich wurde nicht enttäuscht, soviel sei verraten.

Angelica Woodmore besitzt das zweite Gesicht, das heißt, sie kann den Tod eines Menschen vorhersehen, in dem sie nur einen persönlichen Gegenstand von ihm berührt. So tritt sie auch in das Leben des Visount Dewhurst, der von seinen Freunden nur kurz Voss genannt wird. Dieser sammelt beständig Informationen, um sich stets einen Vorteil zu verschaffen und so will er auch Angelicas Gabe benutzen, um den Todeszeitpunkt Napoleons möglichst teuer an dessen Feinde weiterzuverraten.

Dass Voss ein Lebemann ist, ist kein Geheimnis mehr in der feinen englischen Gesellschaft, sondern eher die Tatsache, dass er zu den Drakulia gehört. Diese Spezies würden wir wohl eher als Vampire bezeichnen, haben jedoch dank Colleen Gleason ein paar neue, innovative Eigenschaften verpasst bekommen. So stammt jeder aus der Linie von Vlad Tepesh, alias Drakula, ab und wurden eigens von Luzifer erwählt ein Unsterblicher zu werden. Das Teufelsmal auf ihrer Schulter erinnert sie stets an diesen Pakt. Doch besonders originell fand ich die Idee, dass jeder Drakule eine Asthenie besitzt, also eine Art Schwäche für einen x-beliebigen Stoff oder Gegenstand, der für ihn lebensgefährlich sein kann.
Voss ist von der Mentalität und vom Humor eher mit Sebastian Vioget aus der Gardella-Reihe zu vergleichen. Also durchaus ein sehr heiterer und liebenswerter Zeitgenosse. Das genaue Gegenteil ist Dimitri, mit dem er nicht gerade eine freundschaftliche Beziehung hegt. Seine Geschichte wird im nächsten Teil erzählt, auf die ich bereits sehr gespannt bin, denn er muss sich der etwas nervigen Maia Woodmore annehmen, die die Hochzeit mit einem anderen Mann plant.

Angelica ist, von ihrer Gabe abgesehen, eher eine Heldin ohne viele Ecken und Kanten, dabei erscheint sie jedoch niemals blass, sondern immer stets der jeweiligen Situation angepasst. Sie wandelt sich von einem naiven 18-jährigen Mädchen zu einer mutigen Frau, die weiß was sie will.

Meine einzigen Kritikpunkte beziehen sich auf die Ausgabe und nicht auf die Geschichte, wofür ich auch keinen Punkt abziehen möchte. Mein Lesefluss wurde ziemlich von den Rechtschreibfehlern und den Wortdoppelungen, für die man scheinbar kein Synonym bei der Hand hatte, beeinträchtigt, sodass ich manche Sätze sogar mehrfach lesen musste, um zu erfassen, wie er wohl eigentlich lauten sollte. Dies ist wohl dem Grund geschuldet, dass sich kein großer Verlag der Geschichte widmen wollte, sondern die Bücher über Amazon publiziert wurden, wofür ich sehr dankbar bin. Naja, besser fehlerhaft als gar nicht!
Was man sich bei den grauenhaften Covern gedacht hat, auf dem ein orangehäutiges, noch nicht mal authentisch gekleidetes Paar zu sehen ist, weiß ich auch nicht. Dabei sind die Originalcover um so vieles schöner. Schade!

Gewohnt bildhaft, humorvoll und hochspannend führt uns Colleen Gleason durch die Geschichte, welche definitiv Lust auf die beiden Folgebände mit Dimitri und Narcise macht. Wer die Bücher der Vampire verschlungen hat, der kommt auch nicht an den Drakulia vorbei und wird sie schlicht lieben! 

Wertung 5/5

1.Luzifers Wüstling (Angelica & Voss)
2. Luzifers Heiliger (Maia & Dimitri)
3. Luzifers Kriegerin (Narcise & Chas oder Giordan)

PS: Wer Vampirromane aus dem Regency-Zeitalter sucht, der kann auch auf die Schattenritter-Serie von Kathryn Smith und die ersten drei Bände der "Unsterblich wie..."-Reihe von Mina Hepsen zurückgreifen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen