Dienstag, 11. Juni 2013

"Mein glamouröses Doppelleben" von Holly McQueen

Das Doppelleben einer Nervensäge.

 Isabel Bookbinders Aufgabe bei einer Tageszeitung ist es die Artikellänge mit einem Holzlineal auszumessen. Als ihre Kollegin krank wird, wittert sie ihre Chance auf einen beruflichen Aufstieg und löst aufgrund eines Missgeschickes einen politischen Skandal aus. Doch der drohende Ruin kratzt nicht am völlig übertriebenen Selbstbewusstsein einer Isabel Bookbinder. Ganz im Gegenteil, sie ergattert einen Assistentinnenjob bei einer erfolgreichen Buchautorin und sieht sich selbst schon bald als talentierte Nachwuchsschriftstellerin an, dabei ist noch nicht einmal die erste Seite ihres "Buches" vollendet. In ihrem neuen Alltag lernt sie das Leben in der Autoren- und Verlagswelt kennen und schlittert von einem Fettnäpfchen in die nächste Katastrophe.

"Mein glamouröses Doppelleben" ist Holly McQueens Debütroman und der Beginn einer nach Chaos-Schreienden Buchreihe. Die Romanheldin Isabel ist beschränkt, ignorant und scheint den Intelligenzquotienten eines Goldfisches zu haben. Bereits nach den ersten drei Kapiteln fiel es schwer an Isabels Naivität vorbei zukommen und auch nur auf die nächste Seite umzublättern. Der Leser muss sich schließlich fragen, wie viel Dummheit ist zumutbar und die vom Buchhandel geforderten 8,95 Euro wert. Holly McQueens Intension eine charmante und liebenswürdige Protagonistin zu schaffen, ging nach Hinten los, anstelle einer Frau "Typus, beste Freundin" kreierte McQueen eine unsympathische Person der Marke "unverbesserliche Nervensäge". Vergleiche mit der smarten und humorvollen Bridget Jones oder Sophie Kinsellas phantasievoller und charismatischer Schnäppchenjägerin, können für die Autoren der betreffenden Figuren als Beleidigung angesehen werden. "Mein glamouröses Doppelleben" strapaziert die Nerven der Leser, jedoch keinesfalls deren Lachmuskeln. 

Wertung 1/5

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