Sonntag, 9. Juni 2013

"Vertraute der Sehnsucht" von Lara Adrian

Deutlich besser als Band 10, aber dennoch nicht rundum gelungen.

Nachdem ich wirklich enttäuscht vom angeblich letzten Teil der Midnight Breed Reihe war, überwiegte jedoch die Neugierde auf Miras Geschichte, welche eine neue Generation der Ordenskrieger einleiten würde...

Die mittlerweile 28-jährige Stammesgefährtin Mira verlor vor einiger Zeit ihren Geliebten Kellan auf tragische Art bei einem Einsatz gegen die menschlichen Rebellen, welche seit dem Bekanntwerden der Vampire gegen diese vorgehen. Nun auf Rache gesinnt, eskaliert ein Einsatz mit ihrem Team und Mira wird zu einer anderen Mission abgeordert, doch als diese deutlich schief geht, macht Mira eine Entdeckung, die ihre Welt aus den Angeln reißt.

Erst einmal wird mit "Vertraute der Sehnsucht" nicht wirklich eine neue Serie eingeläutet. Es spricht vielmehr für eine Fortsetzung der bisherigen 10 Bänden, da sich zu wenig geändert hat. Die alten Protagonisten sind immer noch genauso präsent, wie in den Büchern davor. Es ist immer noch der altbekannte Handlungsaufbau: Stammesgefährtin trifft auf Ordensvampir, sie verlieben sich, vereinigen sich und müssen gegen das Böse ankämpfen. Das einzig Neue ist die Bedrohung für die Vampire und Menschheit, welche sich im vorherigen Band bereits ankündigte und nun in Form der Bruderschaft "Opus Nostrum" erst spät in diesem Teil auftrat. Was es mit ihnen auf sich hat, wird noch für einige Bände die Rahmenhandlung liefern können.

Ich habe bewusst nicht verraten, wer Miras Herzblatt sein wird, damit konnte mich Lara Adrian tatsächlich überraschen. Zwar passiert es wieder sehr schnell, dass beide ihre Konflikte ablegen und gemeinsam im Bett landen, aber das ist bei der Autorin ja leider nichts neues...
Die Beiden konnten mich endlich mal wieder emotional erreichen und ich durfte mitfiebern wie seit Renata und Niko schon nicht mehr.

Ein paar Dinge sind mir aufgefallen, von deren Logik ich nicht gerade überzeugt war, so öffnet der männliche Held mit Gedankenkraft eine Zellentür, doch bei einer sich schließenden Fahrstuhltür scheint er all sein mentales Können vergessen zu haben und lässt den Bösewicht entwischen. Konnten außerdem schon immer mächtige, starke und unverwüstliche Ordensvampire mit wenigen Gewehrschüssen getötet werden? Und nein, ich habe jetzt nicht zu viel verraten, denn es kommt immer anders als man denkt, der nächste Logikschnitzer übrigens.
Mich nervte ein wenig wie toll, stark und gutaussehende sämtliche Sprösslinge der Ordensvampire doch sind. Kann sich Lara Adrian nicht mal ein paar mehr Ecken und Kanten ausdenken? Bis ich deren Vornamen korrekt zuordnen kann, wird wohl noch einige Zeit vergehen.
Und muss ein Stammesvampir, während eines Dialoges wirklich jedesmal einen Fluch knurren/ausstoßen/vor sich hin nuscheln? Wenn Lara Adrian sich nicht traut, die Schimpfworte oder "Flüche" aufzuschreiben, kann sie sie auch gleich weglassen!

Ich bin absolut verwirrt über das Cover, zuerst dachte ich ja es würde eine Frau zeigen, als ich das Buch dann endlich in den Händen hielt, sind mir dann die eigenartige Frisur und das Ungeschminktsein aufgefallen, doch für einen Mann wären die Gesichtszüge sehr feminin. Ziemlich queer das Ganze!

Alles in allem bin ich positiv überrascht darüber, wie sehr sich „Vertraute der Sehnsucht“ zum Vorgänger steigern konnte. Endlich erreichte mich eine Paarung wieder emotional. Auch wenn der Plot einige Schwächen hat, bin ich auf die Fortsetzung gespannt, deren Protagonisten sich bereits erahnen lassen.
Wertung 4/5

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