Donnerstag, 22. August 2013

"Unearthly. Heiliges Feuer" von Cynthia Hand

Die Geschichte geht in Flammen auf und dies nicht im positiven Sinne...

Mal vom Cover abgesehen mochte ich den ersten Teil der Unearthly - Trilogie wirklich gerne. Dem entsprechend freudig, ging ich nun an "Heiliges Feuer" heran. Doch das Feuer zwischen mir, Clara und allen anderen wollte diese Mal nicht zünden.

Engelblut Clara träumt schon seit einigen Nächten von einer Beerdigung, auf der ihre Familie und Freunde versammelt sind, bis auf einer, glaubt sie. In ihr steigen böse Vorahnungen auf, denn ihre visionären Träume haben sich schon einmal  bewahrheitet. Kann sie einen geliebten Menschen vor dem Tod bewahren? 

Ich vermisste den Wortwitz und die spritzigen Dialoge zwischen den Freunden. Angela darf zwar wieder ihre Rolle als selbsternannte Engelsexpertin einnehmen, doch das war es für sie dann auch schon. Die aufkommenden Eifersüchteleien mit Clara waren nicht nachvollziehbar und eher unpassend im Buch.

Mir gefiel auch das ewige Liebesdreieck mit Christian und Tucker nicht. Eigentlich war ich fest davon überzeugt, dass Clara ihre Entscheidung bereits getroffen hatte und ich war mit Tucker als Wahl mehr als glücklich, doch was sich nun entwickelt, dürfte wohl auch den anderen Tucker-Anhängerinnen ordentlich Nerven kosten. Auch er kam hier mächtig kurz weg und ich suchte vergeblich das vertraute, kribbelige Gefühl des ersten Bandes. Es werden von großen Emotionen geschrieben, doch vermitteln konnte sie Cynthia Hand nicht.

Bildquelle
Damit komme ich zum größten Manko von "Heiliges Feuer": der Handlung. Bereits im Klappentext wird groß angekündigt, dass Claras Besuch auf einer Beerdigung, die sie immer wieder in ihren Visionen sieht unumstößlich sein wird und tatsächlich stirbt am Ende des zweiten Teils ein Mensch aus Claras nahestem Umfeld. Dadurch bekommt der Roman eine gewisse Schwere, es fehlt die Leichtigkeit, was nicht unbedingt fatal sein muss, da der Tod, Trauer und Verlust nun mal das Hauptthema des zweiten Teils sind. Fatal für mich waren jedoch die leeren Worte darum. Cynthia Hand bemüht sich Claras Situation und Gefühle breit zu erklären und zu beschreiben, doch dabei hat sie für mich keine Emotionen transportieren können. Auch beim tragischen Höhepunkt nicht. Großes Tränenpotenzial war in der Handlung da, aber für mich wurde es verschenkt.
Die weitere Handlung beschränkt sich auf den Schulalltag, Claras Zwischenmenschlichen Problemen, die Treffen des Engelclubs und dem raren Erscheinen des Schwarzflügels. Viel gibt das Buch an Spannung also nicht her und dementsprechend schleppend ließ es sich für mich auch lesen. Die fehlende Emotionalität unterstrich den "Anti-Pageturner"-Charakter noch.

Darin noch etwas positives zu finden, fällt mir in meinem Resumee ziemlich schwer. Noch nicht mal die aufgedeckten mehr oder weniger großen Geheimnisse konnten mich überraschen. Das ist nach dem tollen ersten Teil schon ein kleiner Schock für mich gewesen und ich denke nicht, dass im letzten Teil das Ruder noch einmal herumgerissen werden kann.
Alles in allem komme ich damit leider nur auf 2 Sterne, eine Negativentwicklung, die ich nach dem Trilogieauftakt so nicht absehen konnte. 

Wertung 2/5

Unearthly - Reihenfolge:
2. Heiliges Feuer
3. Himmelsbrand

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