Freitag, 17. Januar 2014

"Flammen der Rache" von Shannon McKenna

Futuristisch - fatal - frostig - Bruno und Lily



Mir fällt es ein wenig schwerer als sonst ein Buch aus der McCloud und Freunde - Reihe von Shannon McKenna zu besprechen. Ich liebe ihre Serie sehr, sie ist eigentlich auch die einzige Kriminalliteratur, auf die ich mich wirklich stürze, eben weil sie es schafft spannende Handlungen mit heißen Liebesgeschichten perfekt zu verweben. Doch die "Flammen der Rache" brannten nicht allzu hell, wie bei den Vorgängern...

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Bruno Ranieri fühlt sich allein gelassen seit sein Zieh-/Adoptiv-/was-auch-immer-Bruder Kev zusammen mit seiner Zukünftigen auf Weltreise ging und Tante Rosa Anschluss beim McCloud-Clan fand. Völlig überfordert schmeißt er eine Nachtschicht nach der nächsten im Familiendiner, als ein Lichtblick in Form einer Femme Fatale das Diner betritt und Bruno beginnt nur noch mit dem kleinen Ranieri denken zu wollen.
Lily Parr hat kein leichtes Los gezogen, ihr Vater verbringt sein Dasein in einer psychiatrischen Anstalt, da sein Drang zu sterben jedem Funken Leben in ihm den Kampf ansagte. Die horrenden Rechnungen für diese Einrichtung bestreitet sie mit dem schreiben von Studien- und Doktorarbeiten für leistungsschwache Akademiker, die es sich leisten können. Während eines unleidlichen Besuches in der Psychiatrie gibt ihr Vater kryptisches Zeug von sich, Lily wird der Klinik verwiesen, ihr Vater stirbt unter mysteriösen Umständen und Lily findet sich auf der Flucht vor brandgefährlichen Killern wieder.

Soviel zu den ersten 50 Seiten des Buches, da es ganze 700 umfasst, habe ich nicht zu viel verraten. Gewohnt rasant und spektakulär beginnt die mittlerweile achte Geschichte der Saga. Für Lily und Bruno ist es natürlich auch vor dem ersten gewechselten Wort klar, ich muss in sein/ihr Bett. Was danach abläuft schien für Shannon McKennas Protagonisten schon vorgeschrieben zu sein: ein heißer, schweißtreibender Marathon der Leidenschaften.
Doch halt, wer sich zu früh darauf freute, dürfte unter Umständen enttäuscht werden. Ich hatte das Gefühl, dass während des Schreibens eine Lektorin hinter der Autorin stand und kopfschüttelnd meinte: "Shannon, muss denn der ganze Sex immer sein?"
Nun ja, vielleicht nicht unbedingt, aber er darf schon expliziter, leidenschaftlicher und ausdauernder sein, als es hier der Fall war. Wenn ich von der Autorin nicht "kapitelweise Bettsport" gewohnt gewesen wäre, mir wäre es nicht aufgefallen, aber zwischen Lily und Bruno empfand ich die Chemie eher als "achja wir müssen mal wieder ran, um das Mindestmaß zu erfüllen."
Die beiden konnten mich auch emotional nicht so sehr abholen wie die meisten ihrer Vorgänger. Natürlich schleppen auch beide eine gehörige Hypothek mit sich herum, doch im Vergleich zu den anderen Protagonisten erscheint sie mehr als harmlos.
Bruno büßte für mich so einiges an Charme und Humor aus dem Vorgängerband ein. Mit Lily wurde ich leider auch nicht allzu sehr warm, ihre Stimmungsschwankungen sind nichts für ausgeglichene Leser!

Nach dem mich die Liebesgeschichte nicht so sehr bei Laune halten konnte, war ich dafür umso mehr von der Thrillerhandlung beeindruckt. Shannon McKenna schafft es immer wieder futuristische Szenarien in der Gegenwart anzusiedeln, von denen ich mich beängstigt fragen muss, ist das wirklich möglich?
So führt in diesem Teil das fabelhaft böse Genie, King, die Regie über eine Armee von Killern, die er selbst heranzüchtete, ihre Gehirne so manipulierte, dass nur, die für ihn erstrebenswerten, brutalen Eigenschaften hervortreten. Emotionen sind verpönt. Die Autorin erschuf hier ein Bild von programmierten Menschen, welches wirklich beängstigend und zeitgleich genial ist. Die Verbindung zu Brunos Mutter und seiner restlichen, entfernten Mafiafamilie ist gut erarbeitet und spannend zu verfolgen.

Ein weiterer Pluspunkt waren für mich mal wieder die Aufeinandertreffen der gesamten Brüder und deren Freunde, Tante Rosa passt perfekt hinein, verhätschelt die Kinder und nervt sämtliche Erwachsene mit ihren Nachwuchserwartungen. Das war amüsant zu lesen. Auch die kleine Rachel ist aus sich herausgekommen und darf in Kürze ein Geschwisterchen erwarten. Was einigen an Familienzusammenführung im vergangenen Band zu kurz kam, wird hier noch einmal aufgearbeitet, denn zwischen den McClouds, Kev und Bruno herrschen Spannungen und Eifersüchtelein.

Ich hoffe, dass mich der mürrische Alex wieder mehr in seinen Bann ziehen kann, wenn er und Lilys Freundin, Nina, im nächsten Band zusammen finden werden.

Abschließend muss ich sagen, dass die Liebesgeschichte aus "Flammen der Rache" eine der schwächeren dieser Reihe ist.  Dafür konnte die Autorin mich mit ihrem futuristischen Thrillerplot überzeugen. Fans der Reihe kommen aber auch hier nicht an dem temperamentvollen Italiener mit Mafiawurzeln und seiner noch viel temperamentvolleren Studienarbeitsfälscherin vorbei. Also viel Spaß beim Lesen!

Wertung: 4/5

Reihenfolge der McCloud Serie:
1.Die Nacht hat viele Augen (Seth MacKey + Raine Cameron)
2.In den Schatten lauert der Tod (Connor McCloud + Erin Riggs)
3.Blick in den Abgrund (Davy McCloud + Margot Vetter)
4.Sünden der Vergangenheit (Sean McCloud + Olivia Endicott)
5.Spiel ohne Regeln ( Nick Ward + Becca Cantrell)
6.Stunde der Vergeltung (Val Janos + Tamara Steele)
7.Die Macht der Angst (Kev Larsen + Edie Parrish)
8.Flammen der Rache (Bruno Ranieri + Lily Parr)Januar 2014
9.An der Schwelle des Todes (Nina Christie + Alex Aaro)Juli 2014
10.Fatal Strike (Miles + Lara Kirk) September 2013
11. Momentan schreibt die Autorin an Svetis und Sams Geschichte.

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