Donnerstag, 13. Februar 2014

4/5 für "Ein Earl kommt selten allein" von Lynsay Sands

Die Geschichte vom guten und vom bösen Zwilling.


Dieses war mein erstes Buch von Lynsay Sands. Nachdem ihre Vampirreihe hier so gut ankam, ich aber eher nicht auf Reißzähne aus war, wollte ich einem ihrer Historicals mal eine Chance geben.

Von Anfang an sprach mich die Handlung der Geschichte an: Christiana ist unglücklich verheiratet, daher ist ihr Kummer nicht groß als sie ihren Ehemann Dicky eines Morgens tot im Arbeitszimmer vorfindet. Um einen Skandal zu vertuschen und ihren beiden Schwestern Chancen auf dem Heiratsmarkt zu gewährleisten, beschließen die drei Damen, Dicky ersteinmal aufs Eis zu legen. Als eben jener dann am gleichen Abend auf einem Ball auftaucht, will so keine so recht an eine Totenauferstehung glauben...

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Von der ersten Seite an hat mich Lynsay Sands mit ihrer Figurenkonstellation packen können. Die unglückliche Christiana, die für ihre beiden Schwestern das Kämpfen nicht aufgeben will und ihrem Ehemann versucht zu trotzen. Der tote Dicky (was für ein blöder Name) mit dem "Immer wieder Ärger mit Bernie" nachgespielt wird und sein für tot gehaltener Zwillingsbruder Richard.
Die kleinen Irrungen und Wirrungen sowie das leicht makabere Rumhantieren mit der Leiche, haben einen skurrilen Humor in die Geschichte gebracht und die teilweise düsteren Themen (Spielsucht, Betrug, Kidnapping und Gewalt in der Ehe) leicht erscheinen lassen. Der Roman bleibt also auf einer humoristischen Ebene und stürzt zu keiner Zeit ins Dramatische ab.

Dies ist auch mein Kritikpunkt an "Ein Earl kommt selten allein" - es fehlt ihm an Tiefe. Die Figuren können nach einem gelungen Einstieg nicht mehr an Substanz gewinnen und bleiben im Laufe der Handlung eher blass. Mir stellt sich die Frage, ob wirklich einige Figuren von Nöten gewesen wären. So hätten es auch eine Schwester und ein Freund für Richard durchaus getan, denn sie tragen soviel nicht zur Handlung bei. Wobei ich nicht weiß, ob ihnen noch zwei Folgebände gewidmet werden...
Ab der Mitte des Buches beginnt die Handlung nach dem rasanten Einstieg auf der Stelle zu treten und es kommen einige Längen dazu. Die große Auflösung um den Tod des Bruders und der Suche nach dem Erpresser ist er semispannend und von ein paar Ungereimtheiten geprägt.

"Ein Earl kommt selten allein" besitzt für mich zwei Gesichter - einmal den guten Zwilling, der mit einem rasanten, humorvollen und skurrilen Start punktet und dann ist da noch der böse Zwillinge, welcher mich am Ende eher langweilte und nicht mehr 100%ig überzeugen konnte. Alles in allem möchte ich für die Idee dahinter doch noch 4 Sterne geben.

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