Freitag, 27. Juni 2014

2/5 für "Das Phantom der Lust" von Colette Gale



Das Phantom des Frusts...

Die junge Tänzerin Christine Daeé ist am Pariser Opernhaus des endenden 19. Jahrhunderts engagiert, doch sie hat auch das Potenzial eine begnadete Sängerin zu sein. Als eines Tages die Hauptdarstellerin eines Stückes ausfällt, springt Christine ein und verzaubert die Menge mit ihrer Stimme, doch zieht sie damit auch die Aufmerksamkeit dreier Herren auf sich. Die zwielichtigen Direktorenbrüdern de Chagny und das Phantom der Oper - kurz Erik -  wollen Christine für sich. Ein gefährlicher, frivoler und kopflos-perverser Wettlauf beginnt...

Ich hatte mir dieses Buch allein deswegen gekauft, weil es aus der Feder von Colleen Gleason stammt, die sich hinter dem Pseudonym Colette Gale verbirgt. Da sie eine meiner Lieblingsautorinnen ist, griff ich blindlings zu und hoffte, dass diese Erzählung genauso gut sein würde wie ihre Romane im Bereich der historischen Fantasy. Weit gefehlt...

Ich hätte wirklich nicht ahnen können, dass Colleen Gleason dieses niveaulose, absurde und unansprechende Gerammle als Erotik verkauft. Die Figuren, welche auf der Erzählung "Das Phantom der Oper" basieren, verkommen mit ihren Handlungen zu notgeilen Karikaturen, die des Lesens nicht wert sind. Wenn Spannung aufkommt wird diese im wahrsten Sinne des Wortes wieder zerstoßen. Das ist weder glaubwürdig noch ansprechend. 

Ich bin kein Fan des "Phantoms der Oper", gut, ich mag die Musik des Musicals und habe die aktuelle Verfilmung mit Gerald Butler als Phantom gesehen, doch kenne ich mich mit den ganzen Figuren nicht aus und so fiel es mir schwer zu Beginn in die Handlung zu finden. Die Autorin wirft mit Namen um sich, ohne diese groß zu erläutern, das sorgte für einige Verwirrung bei mir.
Die Mitte der Handlung mit der Entführung Christines war zwischenzeitlich einmal ansatzweise spannend, doch das Finale unterläuft dann wieder die Grenzen des guten Geschmacks. 

Gelungen fand ich das Vor- und das Nachwort, in dem die Autorin ihren eigentlichen Humor verbreitet und die ganze Geschichte mit einem Augenzwinkern als wahre Geschichte des Phantoms verkaufen möchte. Ich wünschte, sie hätte die ganzen Bett- und Kulissen- und Keller- und Flurszenen auch mit einem Augenzwinkern geschrieben.

Für Fans der Autorin oder des Musicals ist dies auf jeden Fall ein Schuss in den Ofen, alle die erotische Literatur, ohne Sinn, Verstand und Anspruch wollen, dürfen hier gerne zuschlagen...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen