Montag, 2. Juni 2014

2/5 für "Kriegerin der Schatten" von Lara Adrian

Time to say goodbye! Adieu Orden, Du kämpfst nun ohne mich weiter.

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Herangezüchtet um als Killer in einer dunklen Ära der Stammesvampire zu kämpfen, wuchs Nathan in einer lebensfeindlichen Zeit auf. Die Folterungen in seiner Kindheit hängen ihm noch heute nach, doch sie machten ihn auch zu dem emotionsarmen, knallharten und wichtigen Kämpfer für den Orden der Vampire. Als er auf Jordana trifft, eine Stammesgefährtin, beginnt seine Fassade zu bröckeln. Die kühle Blondine ist in der feinen, gehobenen Vampirgesellschaft gerne gesehen. Sie wusste auch nicht, dass sie mit ihrem Leben unzufrieden wäre, bis ihr Nathan begegnet.

Ich denke, dies wird das letzte Buch gewesen sein, dass ich von Lara Adrian, beziehungsweise ihrer Midnight Breed Reihe gelesen habe. Mir reicht es mittlerweile, denn es ist ja doch immer wieder das gleiche.

Sie versuchte zwar mit dem vorangegangenen Band die Handlung auf eine neue Ebene zu heben, sie erschuf Atlantis neu und sie holte mit den Atlantiden eine neue Art in die Buchreihe hinein, diese stellen mit dem Orden "Opus Nostrum" eine neue Bedrohung dar.
Doch irgendwie war dieser kurzfristig verhindert. Außer dass die Bruderschaft ein, zweimal erwähnt wurde, gab es zu ihnen nichts neues. Dabei wäre es für die Spannung und den weiteren Handlungsverlauf ausgesprochen wichtig gewesen. Ich kann nur vermuten, dass die Autorin diesen Handlungsstrang lang genug hinziehen möchte, um noch Stoff für weitere 8+ Bücher zu haben, oder sie weiß selbst noch nicht, wie sich Opus Nostrum weiterhin gestalten wird.
So konzentriert sich die Handlung ganz allein auf Nathan und Jordana, was für mich unglaublich langatmig, langweilig und wenig innovativ war. Denn eben diese Geschichten und Charaktere konnte ich schon 11-mal zuvor lesen und auch 11-mal besser.
Meine Beschreibung von Nathan ist zwar auf seinen Background zurückzuführen, doch wird sie ihm ganz und gar nicht gerecht. Er ist einfach nicht überzeugend. Klar, er musste leiden, doch kam dies bei mir nicht an. Die Autorin hat es nicht geschafft auch nur ein Fünkchen Emotion zu projizieren. Seine Entwicklung als er Jordana wiedertrifft, erstmals mit ihr schläft, geht mal wieder viel zu schnell und einfach daher. Er möchte niemanden an sich heranlassen? Ach Schnee von gestern! 
Absurd war ebenso die Situation, als er, nachdem er von Jordana, nun ja, ein wenig "angefixt" wurde, eine Prostituierte aufsuchte und diese für nichts bezahlte. Er hätte Sex haben können, er hätte Blut haben können, aber nein der gute Nathan gab ihr lieber Geld. Sicher um sich wärmere Klamotten zu kaufen...
Die ziemlich naive Jordana nahm ihm diese Geschichte natürlich auch ab, nachdem sie ihn zusammen mit der Professionellen sah. 
Ich empfand sie mit ihrer perfekten, gutgläubigen und meinungslosen Art als sehr unangenehmen Charakter. Meine Sympathien hatte sie mit ihrem schwachen und leicht beeinflussbaren Wesen nicht erobert. Die Chiquie-Mickie Gesellschaft in der die Autorin sie hineinsetzte, war viel zu aufgesetzt und oberflächlich gestaltet. Diese Leute waren schön und gut weil sie Geld hatten, dieses Bild wurde hier vermittelt.
Die seitenlangen Sexszenen konnten mich auch nicht mitreißen, es war einfach alles ein Stückchen zuviel. Diese ganze Perfektion war wenig glaubwürdig, denn wir beachten, Jordana war eine 25-jährige, wunderschöne Jungfrau und Nathan eigentlich ein Missbrauchsopfer, ganz selbstverständlich, das der erste Geschlechtsverkehr wie geschmiert läuft... LANGWEILIG!
An der Moral der Autorin ließ mich zweifeln, dass sie die Käfigkämpfe im La Notte, in denen bis zum Tod gekämpft wird, harmloser ansieht als die SM-Dungeons, die dort ebenso zu finden sein sollen. Sie hat sie nie beschrieben, nur von ihnen berichtet und sie verteufelt. Auffällig: der Besitzer des Clubs, Cassian Gray, klingt englisch ausgesprochen sehr nach Christian Grey (50 Shades of Grey).

Das einzig positive ist, dass nach 300 Seiten der Langeweile endlich ein wenig Wandlung in die Geschichte kommt und die Autorin ein paar Hintergrundinfos zu Jordana und den Atlantiden enthüllt. Doch das reicht für mich nicht, um am Ball zu bleiben, denn wer garantiert mir, dass die Autorin diesen Strang weiterknüpft, vielleicht verläuft er so im Sand wie Opus Nostrum. Das sind mir die Geschichte und die Charaktere nicht wert. Lara Adrian hat mit ihrer Buchreihe den perfekten Abschluss lange verpasst.

"Kriegerin der Schatten" besitzt mal wieder einen 0815-Titel, der kein Bisschen auf Jordana zutrifft, sie ist weder eine Kriegerin, noch muss sie aufgrund ihrer Natur im Schatten leben. Augen auf bei der Titelwahl! Auch ist dies das letzte Buch der Reihe für mich. Nachdem mich Miras und Kellans Geschichte noch abholen konnte, hatte ich mir für Jordana und Nathan mehr Spannung und Leidenschaft gewünscht. Nach 12 mehr oder weniger guten Büchern verabschiede ich mich hiermit vom Orden. Es reicht einfach...

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