Donnerstag, 14. April 2016

2 von 5 für "Ein Millionär zum Frühstück" von J.R.Ward

Es ist schon ein wenig her, als ich zuletzt ein Buch von J.R.Ward in der Hand hielt. Ich kenne und liebe die Autorin für ihre Black Dagger Reihe, allerdings hinke ich dort 2 Geschichten hinterher. Ich hatte gehofft, dass mich ein anderes Buch aus ihrer Feder dem Vampirorden wieder näher bringen würde und so stieß ich auf diesen Liebesroman.
Die Archäologin Carter interessiert sich für ein Massaker, das während des Bürgerkriegs in den USA stattfand. Dabei hofft sie neben Knochenfunden und Gold vorallem verschollene Aufzeichnungen zu finden. Nur blöd, dass die Ausgrabungsstätte ausgerechnet auf dem Besitz des mürrischen Milliardärs Nick Farrell liegt und der so garnicht möchte, dass jemand in seinem Dreck wühlt. Ein Geschäft witternd, lässt er Carter schließlich doch mit den Ausgrabungen beginnen.

Bevor ich mich auf den Inhalt des Buches konzentriere, muss ich zwei Sachen loswerden: Cover und Titel sind einfach schrecklich gewählt und passen absolut nicht zur Geschichte!
Das Mädchen würde eher zum Cover einer Teenie-Highscholl-Lovestory passen und auch dieses abstrakte Gras-Blumendekor erinnert mich eher an Ostern, als an eine Ausgrabungsstätte.
Der Titel "Millionär zum Frühstück" ist so schlimm nichtssagend und oberflächlich und nicht mal korrekt, denn die Autorin hat dem guten Nick gleich 3 Nullen mehr angedichtet. Ein Frühstück ist nicht gerade ein tragendes Element der Geschichte, was vielleicht eine Erwähnung im Titel gerechtfertigt hätte, aber ich schweife ab. Ich sollte lieber über den Inhalt weitermeckern.

Das größte Problem, welches ich mit dem Roman hatte, ist, dass ich ihn einfach nicht genießen konnte. Das lag an der Handlung oder dem Ausbleiben ebenjener. Die ersten 400 Seiten ziehen sich so wahnsinnig in die Länge und kommen nur mit Belanglosigkeiten aus. Dabei hatte ich von J.R.Ward so viel mehr erwartet, weil ich weiß, dass sie es kann. Die Voraussetzungen für eine gute Geschichte waren mit dem Rahmen der Ausgrabung auch gegeben. Ich hatte mich auf eine spannende Erzählung eingestellt, in der Rekonstruiert werden würde, was vor knapp 250Jahren passiert ist. Doch die Fakten rund um die Ausgrabung waren wirr und wenig spannend. Auch passiert im größten Teil der Handlung in diesem Bereich nicht viel. Carter legt nur ein paar Skelette und Knöpfe frei. Etwas mehr Spannung und Mystik hätte ich mir sehr gewünscht, denn die hätte das Buch wegen der Liebesgeschichte dringend nötig gehabt.

Nick ist ein Playboy, der sich neben seinem Anwesen, Booten und seinem Porsche vorallem mit Blondinnen schmückt, die ihm nichts bedeuten. Zu Carterts Gunsten schießt er seine aktuelle Freundin ab und versteift sich unberuhigend besitzergreifend auf Carter. Diese ziert sich und schon ist Nicks Jagdtrieb geweckt. Gefühle, ein Kennenlernen und Herzklopfen bleiben da total auf der Strecke.
Beide haben sich miteinander so albern, dumm und kindisch verhalten, dass es wirklich unangenehm war ihre Passagen zu lesen. Mir hat die Liebesgeschichte gar nicht gefallen, weil sie für mich viel zu unglaubwürdig und unsympathisch daherkam. Dabei kann J.R.Ward gerade mit ihren Liebesszenen in der Black Dagger Reihe so sehr punkten.

Mir fällt es schwer zu sagen, was mir am Buch gut gefallen hat. Am ehesten würde ich noch die Charaktere als gut ausgearbeitet benennen. Die Figuren sind zum Glück nicht blass geblieben, sodass ich mir von allen ein gutes Bild machen konnte. Am besten hat mir dabei noch Carters Kollege Buddy mit seinen Sprüchen gefallen, die die Geschichte etwas aufgelockert haben.

Alles in allem kann ich "Ein Millionär zum Frühstück" von J.R.Ward nicht weiterempfehlen. Mich konnte weder die Liebesgeschichte, noch die Rahmenhandlung überzeugen. Leider! Dabei hatte ich mich sehr gefreut, mal wieder etwas von J.R.Ward lesen zu können. Aber in Zukunft würde ich lieber zu ihren Kriegern greifen als zu ihren Liebesromanen.

PS: Wenn ich nocheinmal den Satz "Nick nickte", lesen muss, der im Buch in dieser Kürze sicher 8mal vorkommt, werde ich wohl durchdrehen.

Doch trotzdem vielen Dank an den Heyne-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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