Samstag, 7. Mai 2016

4 von 5 für "Geliebter Samurai" von An Lin

Vor ein paar Tagen hatte ich eine Email von der lieben An Lin bekommen. Sie hatte mich auf ihr neues Buch aufmerksam gemacht, welches gerade auf Amazon als Ebook erschienen ist. Es trägt den Titel "Geliebter Samurai" und erzählt von der wiederauferstehenden Liebe zwischen Yoshi und Yuna, welche in Japan leben. Für mich hat die heutige japanische Kultur keinen sehr großen Reiz, allerdings finde ich die Historie des Landes und die Kultur, welche damit einhergeht sehr spannend. Dies ist vorallem den Filmen "Die Geisha" und "Mulan" zu verdanken.
An Lin versprach mir eine Crossover-Liebesgeschichte, die "massentauglich und einzigartig zugleich" sei - genau mein Geschmack also und so begann ich zu lesen.
Doch was erwartet mich in "Geliebter Samurai" eigentlich?


Yuna ist eine 29-jährige Geschäftsfrau, die bei einem japanischen Autokonzern gerade erst befördert wurde als die eigenartigen Träume beginnen. Darin ist sie eine mittelalterliche Prinzessin, die eine verbotene Liebesbeziehung mit ihrem Samurai eingegangen ist. Doch in ihren Träumen muss Yuna flüchten, denn die Ninjas des Shogun sind hinter ihr her.
Auf dem Weg zur Arbeit wartet Yuna in einer Ubahnstation als es passiert. Vor ihr steht ihr Samurai. Doch es ist nicht der Krieger von einst, sondern der 17-jährige Yoshi. Yuna verfolgt ihn und findet heraus, dass auch er sich durch seine Träume an sie erinnern kann. Doch dürfen eine 29-jährige Geschäftsfrau und ein 17-jähriger Schüler ein ihre ewige Liebe entgegen aller Tabus ausleben?

An Lin hatte mir nicht zu viel versprochen, die Geschichte um Joshi und Yuni ist allemal einzigartig. Ich habe schon einige Bücher gelesen, allerdings war noch keines dabei, welches in Japan spielt. Der Part einer auferstehenden Liebe ist besonders faszinierend für mich, besonders toll hat dies übrigens auch Richelle Mead in ihrer Succubus-Reihe umgesetzt. Doch ich schweife ab...

Einzigartig ist für mich auch der mitreißende Schreibstil der Autorin. Ich war sofort in der Handlung gefangen und verfolgte mit wie Yuna ein stalkerhaftes Verhalten an den Tag lag, um Yoshi aufzuspüren. Dabei kam niemals der Humor und Wortwitz zu kurz. Die Gedanken der Protagonistin sind so nah und unterhaltsam, ich würde schwören es sind die gleichen Gedanken der Autorin. Immer wieder kommen auch ein Einschübe, als hätte An Lin ihren eigenen Schreibprozess kommentiert. Das fand ich sehr erfrischend!

Gleichzeitig merkt man auch, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht hat. "Geliebter Samurai" scheint sehr gut recherchiert zu sein. An Lin erklärt viel Geschichtliches, ohne dass dies zu trocken und langatmig wird. Aber auch die aktuelle japanische Kultur und Lebensart bringt sie uns näher, was mir an vielen Stellen sehr befremdlich erschien, aber so lebt es sich im heutigen Japan. Die kulturellen Unterschiede hat sie sehr gut wiedergespiegelt.

Yoshi und Yuna werden in dem Vorhaben, die ebenso auferstandenen Ninjas zu erledigen von ihren Freunden Ami und Riku unterstützt. Beide necken sich auf Teufel komm raus. Es entstehen hitzige Gefechte und witzige Wortwechsel, diese lockern die Geschichte auf, waren für mich ab und an allerdings etwas zu stark auf die Spitze getrieben. Doch ich kann mich hier zumindest nicht über allzu blasse Charaktere beschweren.

Die Protagonisten Yoshi und Yuna könnten unterschiedlicher nicht sein. Vom 12-jährige Altersunterschied mal abgesehen, ist Yuna die zielstrebige und vernünftige Karrierefrau, während Joshi die Schule schwänzt, um zu zocken. Dabei verspüren sie eine Anziehung, die auf ihrem früheren Leben basiert und welche über Yunas Vernunft hinaus geht. Mir missfiel wie sehr sie Yoshi von sich stieß und er sich davon allerdings nie allzu sehr beeindrucken ließ. Von ihrer früheren Liebe habe ich leider nicht allzu viel fühlen können.  Hier hätte ich mir ein paar mehr Rückblenden gewünscht, in denen man erfährt und miterlebt, wie beide sich ineinander verlieben. Ich hoffe, hier hat sich die Autorin noch Luft für die weiteren Teile gelassen. Wie viele es werden, weiß ich nicht. Die Geschichte ist nicht abgeschlossen, es gibt ein kleines Happy End, doch gleichzeitig öffnet sich auch eine andere geheimnisvolle neue Tür.

Was mir negativ auffiel war, dass ich beim Lesen des öfteren Verwirrt war. So war Yuna beispielsweise in ihrem Büro als sie plötzlich von einem Kommissar angesprochen wurde. Ich blätterte erst einmal zurück, weil ich dachte, ich hätte das Eintreten des Mannes verpasst. Doch An Lin wechselt recht gern die Settings und da das Ebook ohne Abschnittsunterteilungen daherkommt, war es öfters ein wenig irritierend für mich.

Doch insgesamt ist "Geliebter Samurai" ein toller und mitreißender Einstieg einer Liebesgeschichte, die im mittelalterlichen Japan begann und ihr Happy End im hier und jetzt sucht. Besonders gefallen hat mir der innovative Teil der Geschichte und der witzige Stil der Autorin. Für Leute, die einen Faible für die japanische Kultur haben, gibt es von mir eine große Empfehlung.
Für den nachfolgenden Teil wünsche ich mir etwas mehr Licht in die Geschichte der Lovestory von Yuna und Joshi. Ich bin gespannt wie es weitergeht.

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