Samstag, 17. Dezember 2016

Anthologie | Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln | Drachenmond Verlag

Auf Lovelybooks durfte ich an der Leserunde zur ersten Kurzgeschichtensammlung aus dem Drachenmond Verlag teilnehmen. Ich lese wahnsinnig selten Kurzgeschichten, doch da diese ausschließlich märchenhafte Fantasygeschichten sind, war ich wahnsinnig gespannt darauf und vorallem vom wunderschönen Cover begeistert.
Auf 400 Seiten hat Christian Handel 18 Kurzgeschichten zusammen getragen. Diese sind von namhaften und unbekannten deutschen oder englischsprachigen AutorInnen verfasst wurden. Außer Julia Adrian (die Kinderfresserin) und Nina Blazon (das Fest) waren mir die SchriftstellerInnen unbekannt. Allerdings habe ich in ihnen den ein oder anderen Lesetipp gefunden. Mara Lang (das Gewissen der Welt) oder Kate Forsyth (Graf Steinherz) haben nachhaltig Eindruck bei mir hinterlassen.

Es ist nicht ganz einfach die Anthologie zu bewerten, da ich es nicht schaffe, auf alle Geschichten einzugehen. Was mir gut gefiel, war die ausgewogene Mischung an Themen und Stilen. So findet man in der Sammlung klassische Märchenadaptionen unterschiedlicher Kulturkreise, aber auch Erzählungen, die Nebenfiguren/Bösewichte näher beleuchten aber auch reine Fantasygeschichten, die mit märchenhaften Momenten und Thematiken spielen.
Eingeleitet werden die Geschichten mit einem kurzen Vorwort des Herausgebers, welches auf die bevorstehende Thematik vorbereitete. Allerdings konnte ich nie wirklich darauf vorbereitet sein, was mich schließlich erwartete. 
Von T.Kingfischer (der Schuh der Dryade) und Björn Springorum (das knöcherne Mütterlein) war ich von deren ausdrucksstarken und humorvollen Stil angetan. Fabienne Siegmund (das Rosenkind)oder Christoph Marzi (das Glück lebt still im tiefen Wald) beeindruckten mich mit ihrem bildhaften und märchenhaften Geschichten. Die bereits erwähnten Mara Lang (das Gewissen der Welt) und Kate Forsyth (Graf Steinherz) konnten bei mir mit ihren gefühlvollen Erzählungen punkten.

Mir gefielen jedoch nicht alle Geschichten der Sammlung. Einige brach ich sogar ab oder überflog sie nur. Ich tat mich mit den Geschichten schwer, die wie ein komprimierter Fantasyroman anmuteten. Dabei wurden so viele Informationen und Figuren auf wenige Seiten gebracht, dass die Geschichten zu gewollt erschienen und mich nicht abholen konnten. Von einer märchenhaften Kurzgeschichtensammlung erwarte ich einfach Geschichten mit einem Fairytale-Feeling und keine Storys, die wie Zusammenfassungen oder Szenen eines Fantasyromans erscheinen. Das ist mein persönlicher Leseeindruck.

Ansonsten finde ich es toll, dass der Drachenmond Verlag so ein außergewöhnliches Projekt realisiert hat, bei dem für jeden was dabei sein kann und für atmosphärische Unterhaltung in der Vorweihnachtszeit sorgt.

4/5

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen