Montag, 12. Dezember 2016

Drachennächte | Das Tal von Yggdrasil von Annie Lingus

Bildrechte Drachenmondverlag
Auf Lovelybooks durfte ich an der Leserunde zu einer erotischen Kurzgeschichte aus dem Drachenmondverlag teilnehmen. Was mit einem Scherz begann, wurde für die Autorinnen des Drachenmondverlages bitterer Ernst und ihre Pornoschriftstellerinnen-Karriere begann. Spaß beiseite, wie es zu den Drachennächte-Projekt kam, ist wirklich skuril und zeigt, wie viel Spaß alle in der "Drachenhöhle" haben. Im Wochentakt werden nun die Kurzgeschichten veröffentlicht. "Das Tal von Yggdrasil" ist eine von ihnen. Die Autorinnen möchten übrigens anonym bleiben und dachten sich ein paar eindeutig zweideutige Pseudonyme aus. 

Die junge Wikingerin Asa reist mit ihrem Volk zur großen Weltesche in das Tal von Yggdrasil, dort soll sie den Feierlichkeiten der 7 Opfergaben beiwohnen. Ihre wahre Bestimmung ist es ihre Jungfräulichkeit dem Drachengott zu opfern. Dabei möchte Asa doch nur in den Armen von Kylan liegen, einem Mann, der zu den 7 Opfern zählt und die Feierlichkeiten nicht überleben wird.

Mir gefiel die Idee der Geschichte sehr gut. Ich kenne mich in der nordischen Mythologie kaum aus und lese auch selten Bücher, die dort angesiedelt sind. Daher war dies mal etwas neues für mich. 
Der Einstieg ist sehr atmosphärisch und schön gestaltet. In diesem Zusammenang war auch der Schreibstil sehr stimmig.
Die Kurzgeschichte umfasst leider nur 38 Seiten. Da ist es klar, dass wir die Charaktere nur oberflächlich kennenlernen und ihr Verhältnis zueinander nicht immer nachvollziehen können. So bleibt Asas Verhältnis zu ihrer Mutter nur sehr einseitig. Für mich hätten in der Geschichte auch nicht so viele Figuren eingeführt werden brauchen. Asas Brüder sind für die Handlung unwichtig und für mein Verständnis auch die Erwähnungen der verschiedenen Gottheiten.

Autorin Annie Lingus (ich wüsste zu gerne, wer dahinter steckt) legt ihr Hauptaugenmerk auf die mythologische Welt ihres Settings. Man merkt, dass sie sich mit dem Gedanken eine erotische Geschichte zu schreiben nicht zu 100% angefreundet hat. Die Schilderungen um Asas Begegnungen mit Kylan und dem Drachengott bleiben doch sehr zurückhaltend. Explizite Beschreibungen sucht man vergeblich. Das finde ich nicht weiter tragisch, da es der Geschichte und Fantasie viel Spielraum lässt und gut in die Atmosphäre der Geschichte hineinpasst. Es wird dem Erotik-Stempel allerdings nicht gerecht und zwingt eine Autorin nicht unbedingt sich aus Scham hinter einem Pseudonym zu verstecken. 

"Das Tal von Yggdrasil" ist eine knappe Geschichte für Zwischendurch. Wer auf einen literarischen "Porno" aus ist, sollte allerdings weiterschauen. Dafür könnte auf den 38 Seiten dann doch zu viel Handlung stecken. ;)
4/5

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