Sonntag, 19. Februar 2017

Teil 1 | Dark Swan. Sturmtochter von Richelle Mead

Richelle Mead zählt zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Nachdem ich ihre Vampire Academy- und Bloodlines-Reihe verschlungen habe, aber auch Georgina Kincaid vergöttere, war es nur eine Frage der Zeit bis ich mit ihrer Dark Swan-Serie beginnen würde. 
Eugenie Markham ist eine der gefährlichsten Schamaninnen weltweit. Alle Wesen aus der Unter- und Anderswelt müssen sich vor ihr in Acht nehmen. Ihr neuer Fall bereitet ihr allerdings Kopfzerbrechen. Ein junges Mädchen wurde von Feenwesen verschleppt und in der Anderswelt gefangen gehalten. Eugenie bleibt keine andere Wahl, um das Mädchen zu retten, muss sie selbst in die Anderswelt eindringen und erfährt dabei ein paar wichtige Dinge über ihre Herkunft...

Das Cover ist noch aus der Zeit, als LYX es noch nicht ganz so raushatte, wie man moderne Cover gestaltet, aber der erste Teil einer 4-bändigen Reihe ist ja mittlerweile auch schon 7 Jahre alt. Ich griff allerdings nicht wegen des Covers oder der Feen/Feinen-Thematik zum Buch, sondern weil es aus der Feder von Richelle Mead ist.

Ich war sehr überrascht, wie erwachsen diese Geschichte ist. Der Klappentext hatte mich nicht darauf vorbereitet, dass unsere Protagonistin tatsächlich mehr Bettsport betreiben würde als Sexdämonin Georgina Kincaid aus der Succubs Blues-Serie. Das empfand ich keines Wegs als störend, nur könnte man die Reihe beim Betrachten der Cover auch problemlos als Jugendbücher einordnen.

Erst spät erfahren wir das Alter der Protagonistin. Eugenie, oder Odile Black Swan, ist 26 und ziemlich gut im Vertreiben von Geistern und dämonischen Wesen von der Erde. Als Schamanin ist sie mit magischen Fähigkeiten ausgestattet, die es ihr erlauben in die Unterwelt, aber auch in das Reich der Feinen, die Anderswelt, einzutauchen.

Ich mache seit "Plötzlich Fee 1" einen Bogen um Romane mit Elfen-/Feenwesen. Ich mag diese fiesen, aber wunderschönen Wesen einfach nicht sonderlich. 
Richelle Mead konnte mich allerdings von ihrem Weltenentwurf begeistern. Wer viel in dieser Thematik liest, wird wohl kaum etwas neues erfahren haben, doch mich konnte die mittelalterliche Anderswelt mit den prunkvollen Feenhöfen gut unterhalten. Außerdem streut die Autorin einige Fabelwesen aus unterschiedlichsten Mythologien ein, die Eugenie an den Kragen, bzw. die Unterwäsche wollen. Warum das Ganze, wäre hier zu viel verraten.

Richelle Mead hat es einfach drauf, starke und sympathische Protagonistinnen zu erschaffen. Ich mochte Eugenie sehr und freue mich darauf, sie auf ihren weiteren Abenteuern zu begleiten.

Doch auch die Nebenfiguren mit ihren unfreiwilligen Schutzgeistern empfand ich als innovativ. In der Anderswelt lernt Eugenie viele verschiedene hochrangige Feenwesen kennen. Besonders hat es mir da Dorian angetan. Ich bin gespannt, was uns bei ihm noch erwarten wird. Die Feinen sind ja mit Vorsicht zu genießen und es ist nicht immer alles wie es scheint. Ich denke, dass in den Folgebänden noch einige böse Überraschungen passieren werden.

Zwei Dinge haben mich bei diesem Auftakt gestört. Zum einen war es, die stellenweise ziemlich langatmige Handlung. Im Mittelteil herrscht mächtig Langeweile im Reich der Feen, während sich zum großen Finale die Ereignisse überschlagen. Ich hätte mir da etwas mehr Ausgewogenheit gewünscht.
Zum anderen bin ich mit Eugenies Loveinterest nicht warm geworden. Richelle Meads männliche Helden sind mitreißende Kerle, die ich mit viel Herzschmerz und Herzklopfen verbinde. Wenn ich bisher an Kiyo denke, muss ich ersteinmal nachschauen, wie er überhaupt geschrieben wird. Zwischen dem Fuchswandler und Eugenie war die Anziehung von der ersten Minute da, ohne dass ich es allerdings spüren konnte. Das hat mir sehr gefehlt. Außerdem leistet sich der Gute im Laufe der Handlung einen großen Schnitzer, sodass ich aktuell denke, dass Eugenie mit Feenkönig Dorian um einiges besser beraten wäre.  

"Sturmtochter", der erste Teil der Dark Swan Reihe von Richelle Mead ist ein unterhaltsamer Auftakt mit vielen Überraschungen und ein paar Schwächen. Die Autorin hat es im Blut tolle Heldinnen und komplexe Fantasy zu erschaffen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!
4/5

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