Mittwoch, 3. Mai 2017

Verflucht | Der Fluch von Cliffmoore von Laura Foster

In einer Buchhandlung bin ich auf dieses wunderschöne Cover aufmerksam geworden. Da war ich mir allerdings noch unsicher, ob der Jugendroman etwas für mich sein würde. Als ich den Titel ein wenig später vergünstigt auf Arvelle entdeckte, überlegte ich nicht lange und griff zu. Ach ja, das Buch war einfach zu schön, um gut zu sein...


Lisa findet ihr Leben gerade nicht so toll. Ihre Eltern haben sich getrennt und die 14-Jährige muss nun mit ihrer Mutter einen Neuanfang in England wagen. Neue Heimat, neue Schule, neue Freunde, als wäre dies nicht schon aufreibend genug, hört Lisa des nachts in dem alten Cottage ihrer Oma eigenartige Geräusche.

Die Autorin ist eine Deutsche, die in England lebt und mit dem Beginn einer Trilogie hier ihr Debüt veröffentlicht hat. Leider konnte man dies ihrer Erzählung anmerken. Ich empfand den Schreibstil als sehr unbeholfen, einfach und an vielen Stellen aufgesetzt. Die Dialoge wirkten gestelzt und auch die Charaktere wollten mich nicht so recht begeistern.

Dabei hatte ich arge Probleme mit Lisa. Vorm Lesen wusste ich nicht, dass sie noch so jung ist. Unreife hat nicht immer etwas mit dem Alter zu tun. Lisa war allerdings die unreifste Protagonistin seit langem für mich. Ihre Art zu sprechen und ihre Gedankengänge waren unterirdisch. Als gutes Beispiel taucht im Buch öfter das Wort "Bitch" auf als "Fluch" oder, von mir aus, "Hausaufgabe". Ich habe in erster Linie nichts gegen Schimpfwort, in berechtigten Fälle, nutze ich sie auch. Doch Lisa bezeichnet so vorallem die "Oberzicke" der Schule und steht dieser mit ihrer Art und Verhaltensweisen selbst in nichts nach.
Außerdem hat sie ein Auge auf einen "total süßen Typen" aus der Schule geworfen und jedes mal, wenn Lisa ihn sieht, schießen ihr die oberflächlichsten Gedanken durch den Kopf. Diese zu lesen, tat einfach nur mächtig weh! Ein kleine Lovestory sucht man in dem Buch dann vergeblich, ich glaube auch nicht, dass sich im Laufe der Trilogie etwas zwischen den beiden entwickeln wird.

So hatte ich nur noch Hoffnung, dass mich der Handlungsstrang um das mysteriöse Cottage und dem Familienfluch begeistern konnte. Nun ja, ein paar knarrende Dielen machen noch lange keine unheimliche Stimmung. Leider schafft es die Autorin auch nicht um den Familienfluch, welcher aus zwei verfeindeten Familien besteht, eine gute Geschichte zu stricken. Dafür passiert in diesem ersten Teil viel zu wenig, um neugierig auf das weitere Geschehen zu machen. 

"Der Fluch von Cliffmoore" ist eine Ansammlung von sperrigen Dialogen, blassen Nebencharakteren, einer anstrengenden Protagonistin und unnötigen Schulproblemen. Flüche und spannende Geheimnisse sucht man hier vergeblich. Ich habe Rezensionen gelesen, in denen stand, dass die Reihe eher etwas fürs jüngere Publikum ist. Ich möchte wiedersprechen, mein 14-jähriges Ich hätte dieses Buch auch für nicht gut befunden! Schade um die wunderschöne Gestaltung...

2/5

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