Sonntag, 6. August 2017

Highlight | Vom Suchen und Finden von Kenneth Oppel

Vor ein paar Wochen bin ich beim Stöbern auf diese interessante und farbenfrohe Neuerscheinung aufmerksam geworden. Einem überraschend glücklichen Händchen sei dank hatte ich das Glück über Lovelybooks ein Exemplar zu gewinnen.


Samuel und Rachel sind mit ziemlich skurrilen Vätern "gesegnet", denn beide sind Forscher und wahre Berühmtheiten in ihrem Bereich. Allerdings schweißt das nicht gerade zusammen, ganz im Gegenteil Bolt und Cartland hassen sich bis aufs Blut, was es für Rachel und Sam nicht gerade einfach macht sich näher zu kommen. Doch entgegen all des Hasses entwickelt sich etwas zwischen ihnen.

Ich liebe das farbenprächtige Cover des Jugenbuchs, welches perfekt die Grundidee des Buches wiederspiegelt. Auch die Innengestaltung ist sehr gelungen, denn ein putziger kleiner T-Rex flitzt ab und an über die Seiten. Ein riesiges Lob an den Dressler-Verlag.

Der Verlag ist aber auch ein ziemliches Säumnis eingegangen, denn er unterschlug im Klappentext ganz einfach, wann die Geschichte stattfand. Ich bin auf den ersten knapp 100 Seiten davon ausgegangen, dass die Handlung in der Gegenwart stattfindet. Ich hatte mich zwar gewundert, warum die Protagonisten sich siezen und wieso das Frauenbild so eigenartig eingestaubt war, mir aber nichts weiter dabei gedacht. Erst nach und nach wird deutlicher, dass die Geschichte vor über 130 Jahren spielte, was ich dann auch dem originalem Klappentext entnahm. Dieser Aspekt gefällt mir richtig gut, er wäre für mich umso mehr ein Kaufanreiz gewesen.

Ich habe selten so eine erfrischende und unvorhersehbare Geschichte gelesen. Das ganze beginnt schon damit als Sam Rachel beschreibt und diese dabei gar nicht so gut wegkommt, trotzdem ist Sam fasziniert von dem Mädchen, dass ihrem Vater nacheifert. Die Väter der beiden, angesehene Paläontologen schießen den Vogel ab. Sie hassen sich und liefern sich kindische, aber nerdige Argumentationen. Das war einfach nur unterhaltsam, auch wenn man stellenweise leicht entsetzt ist, wie weit beide für ihre Ziele gehen.

Das große Bestreben liegt darin die "Dark Beauty" im Wilden Westen auszugraben. Indianer fanden einst einen riesigen schwarzen Dinosaurierzahn hinter dem die Forscher nun ein einzigartiges Skelett vermuten: einen T-Rex! Dies löst zwischen den Forschern und ihren Kindern ein Wettrennen aus, wer macht zuerst den Sensationsfund. Allerdings haben alle dabei nicht die Rechnung mit den Indianern gemacht, auf deren Grund sie sich befinden.
Die Handlung und Thematik ist für ein Jugendbuch einzigartig. Ich fand es wahnsinnig interessant, da ich selbst ein Faible für Fossilien habe. Doch auch das Setting im Wilden Westen war toll und die Geschichte einfach spannend erzählt.

Die Liebesgeschichte wird mit Romeo und Julia verglichen, was aufgrund der verfeindeten Väter nahe liegt, andere Parallelen treten zum Glück nicht stark hervor. Rachel und Sam verbindet einen schwierigen Start und einen komplizierten Verlauf ihrer Beziehung. Der Autor schafft es die Charaktere, ihre Gefühle und ihr Handeln authentisch zu erzählen. Es ist nicht immer alles eitel Sonnenschein.
Rachel knabbert an den Rollenvorstellungen ihrer Zeit, dabei möchte sie doch nur im Erdreich sitzen und nach Knochen graben. Ihre Verwandlung von einer grauen Maus, zur starken, eigenständigen und jungen Frau hat mir richtig gut gefallen.
Sam ist sehr sympathisch, ein kleiner Sunnyboy mit dem Herz am rechten Fleck, der mit seinen Funden Geld und Ansehen erwerben will. Er knabbert an der Armut seiner Familie und versucht dies mit Cleverness zu überspielen.

"Vom Suchen und Finden" von Kenneth Oppel ist eine außergewöhnliche Geschichte. Mich überzeugte das Setting, die Handlung, die Charaktere, der Stil, die Aufmachung - einfach alles! Wer auf etwas andere Geschichten steht, der sollte einen Ritt in den Wilden Westen wagen und sein Ausgrabungswerkzeug nicht vergessen!

2 Kommentare:

  1. Hi Laura,

    ich habe das Buch auch diese Woche ausgelesen und war ähnlich begeistert wie du! Und auch ich dachte, es spielt in der Gegenwart, bis Rachel plötzlich eine Aufpasserin brauchte und ihre Tante wollte sie ja dann auch unter die Haube bringen ;-)
    Auf jeden Fall ein ungewöhnliches, schönes Buch!

    Liebe Grüße
    Desiree

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