Freitag, 30. Mai 2014

4/5 für "Emma" von Jane Austen

Suche Ehemann für liebenswerte Freundin...

 "Der Mensch neigt von Natur aus zu
Wohlwollen gegenüber jenen, in deren
Leben gerade etwas Aufregendes
geschieht, weshalb ein junger Mann,
der entweder heiratet oder stirbt, sicher
sein kann, dass nur Gutes über
ihn gesagt wird."

Jane Austens Weisheit nimmt sich vor allem Emma Woodhouse, Titelheldin des gleichnamigen Romans "Emma", an. Die junge Dame gehört zum Landadel Englands des frühen 19. Jahrhunderts und erlaubt sich, durch ihre privilegierte Geburt bedingt, ihre Mitmenschen untereinander zu verkuppeln. Dass das niemals gut gehen kann, stellt sich schon nach dem ersten Versuch heraus. Emma, der sehr viel an dem Glück ihrer engen Vertrauten Harriet liegt, schmiedet kurzerhand Pläne über eine baldige Hochzeit mit dem Pfarrer Mr. Elton. Das Vorhaben scheitert und schon bald ist ein neuer potenzieller Bräutigam für Harriet gefunden. Emma hingegen schwor sich, niemals zu heiraten, egal, welch noch so netter und reicher Gutsherr ihr über den Weg läuft. Sie sieht ihre Aufgabe darin, Amor zu spielen und über das Leben der anderen zu wachen. Doch zum Glück gibt es ja noch Mr. Knightley, der überaus wohlhabende und sympathisch Nachbar mit einem offenen Ohr zu jeder Zeit.

Wer denkt, in dem 1816 erschienenen Roman eine naive Protagonistin vorzufinden, der irrt. Jane Austen ist es mit "Emma" schon damals gelungen, die Lage der Oberklassenfrauen zu erzählen und auf ironische Weise dem Leser einen Einblick in deren oft eintöniges Leben zu verschaffen. Der Einstieg des Buches ist etwas erschwerlich und langatmig, doch wer ihn übersteht, wird mit einer tollen Story und einer an sich wachsenden Protagonistin belohnt.
Wärmstens zu empfehlen ist auch die neueste BBC-Verfilmung "Emma" mit Romola Garai in der Hauptrolle.

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