Dienstag, 14. Juli 2026

Hörbuchrezension | Swept away von Beth O’Leary


Für Lexi und Zeke sollte diese Nacht nur ein One Night Stand auf einem Hausboot sein. Doch als dieses in der Nacht aufs offene Meer hinaustreibt, bekommen beide unfreiwillig eine Verlängerung. Das Hausboot ist in keinem fahrtüchtigen Zustand und so wird aus einem One Night Stand eine Survivalexperience der anderen Art…

Ich bin durch das wunderschöne Cover auf das Buch aufmerksam geworden. Es ist so romantisch und weckte in mir eine sommerliche Urlaubsstimmung. Außerdem fand ich den (originalen) Klappentext des Buches ansprechend, denn der versprach eine spicy RomCom mit ungewöhnlichem Setting. Bekommen sollte ich tatsächlich etwas anderes…

Lexi ist gerade an einem Scheidepunkt in ihrem Leben. Ihre beste Freundin, mit der sie zusammen wohnte und sich gemeinsam mit ihr um deren kleine Tochter kümmerte, hat einen neuen Freund und so muss Lexi ausziehen. Sie denkt das Hausboot ihrer Familie wäre eine gute Übergangslösung. An einem verzweifelten Abend lässt sie sich auf den Fremden in der Bar ein und nimmt ihn mit auf das Boot. Lexi ist Anfang 30 und weiß nicht, wohin der Weg nun für sie führen mag. Wir lernen sie in einem unzufriedenen Punkt in ihrem Leben kennen. Lexi ist ein Charakterkopf, der seine Macken hat. Das hatte sie aber auch sehr nahbar gemacht.

Zeke ist deutlich jünger als Lexi. Mit gerade mal Anfang 20 hatte er schon einige Sexualpartner und erkannte, dass sich etwas ändern musste. Nach Monaten der Abstinenz lässt er sich auf Lexi ein, weil er fasziniert von ihr war. Zeke ist liebenswert vertrottelt und ein starker Kontrast zu Lexi. Beide ergänzten sich sehr gut. Wir lernen sie am Morgen danach kennen. Dort beginnt die Geschichte und das üble Erwachen als beide feststellen, dass sie nicht mehr am Hafen anliegen, sondern im Meer herumtreiben und nicht wissen, wo sie sind.

Ich hatte mich auf eine klassische RomCom eingestellt mit viel Humor und vielen romantischen Momenten. Das war aber nicht der Plan der Autorin. Denn es gibt einige Verwirrungen um den rechtmäßigen Besitzer des Hausboots und Lexis Misstrauen, ob Zeke die Situation provoziert hat und sie nun ermorden möchte. Gleichzeitig erklärt Zeke, dass jegliche sexuelle oder vertraute Handlung nun tabuisiert sind und ich dachte mir beim Hören: „Leute, dafür bin ich nicht hier!“. Der Großteil der Geschichte dreht sich zunächst also um Survivalstrategien und dem Kennenlernen und Instandhalten des Hausboots. Das war für mich wirklich mühsam, denn ich hatte einfach etwas anderes erwartet.

Tatsächlich weiß ich nicht, wie realistisch dieses Szenario tatsächlich war. Beide haben nicht wirklich eine Ahnung von Booten und kennen sich auch mit der Technik nicht aus. Sie finden also nicht heraus, wo sie gerade sind und wie sie sich selbst aus der Situation herausbringen können. Soweit so gut, das hätte mir auch passieren können. Was mich nur wunderte, warum hat sie niemand gefunden? Fällt es keiner Küstenwache oder anderen Booten auf, dass ein Hausboot aus dem Hafen heraustrudelt und einfach nur vor sich hin treibt und kein Ziel zu verfolgen scheint? Die beiden sind zwei Wochen auf See verschollen, sehen kein Land und nur einmal ein Frachtschiff aus der Ferne. Das Hausboot treibt in der Nordsee herum und nicht mitten im Pazifik! Wie glaubwürdig war also dieses Szenario?! Dann stranden beide auf einer verlassenen Bohrinsel. Es wird gefährlich und düster. Irgendwie hat mir das schon den Spaß an der Geschichte genommen, weil Klappentext und Cover einfach etwas anderes versprachen. Das letzte Viertel des Buches konnte mich mehr abholen. Das Zwischenmenschliche rückt wieder mehr in der Vordergrund und versöhnte mich mehr mit dem Buch. Die Geschichte ist definitiv besonders aufgrund der Thematik und ich werde vielleicht auch noch öfter darüber nachdenken, doch eigentlich hatte ich mir etwas anderes versprochen.

Das Hörbuch wurde von Fynn Engelkes und Mona Fischer eingesprochen und läuft über 11h. Beide konnten die Figuren ganz gut zum Leben erwecken. Was mir beim männlichen Sprecher nicht so gut gefiel, er sprach die Nebenfiguren wirklich eigenartig, sodass diese wie lächerliche Karikaturen wirkten und das kann nicht im Sinne der Geschichte gewesen sein.

„Swept Away“ von Beth O’Leary verführte mich mit seinem wunderschönen Cover und versprach eine besondere Geschichte. Besonders war diese wirklich, doch anstatt Humor und Romantik bekam ich Verwirrung und Survival. Echt Schade!

3/5

Donnerstag, 9. Juli 2026

Enttäuschung | A Crown of War and Shadows von J.R. Ward

 Ich hatte das große Glück und konnte seit Langem mal wieder an einer Lovelybooks Leserunde teilnehmen und das auch noch zu einem Titel, den ich mir eh im Buchladen kaufen wollte.



Sorrel ist eine Ausgestoßene in ihrem eigenen Dorf. Jeder braucht ihre heilenden Fähigkeiten doch gemieden wird sie trotzdem für ihre vermummte Erscheinung. Sorrel hat ein großes Geheimnis: mit einem Blick in die Augen der Menschen kann Sorrel deren Tod sehen und spürt ihn auch selbst. Dieses Risiko will sie niemals eingehen. Dann häufen sich Morde in ihrem Dorf, ein Dämon soll sein Unwesen treiben. Sorrel muss gehen bevor die Dorfbewohner sie verdächtigen. Auf ihrer Reise begleitet sie ein Söldner, den Sorrel für seinen Schutz bezahlen muss, aber nicht das nötige Geld dafür hat…

Das Buch ist mir sooft bei Instagram über den Weg gelaufen und wurde so dermaßen gelobt, dass ich echt neugierig war und meine Erwartungen auch demensprechend hoch.

Der Einstieg in das Buch gefiel mir noch richtig gut. Wir lernen Sorrel und ihre lebensunwürdigen Umstände kennen. Sie arbeitet in einem Gasthaus und hilft nebenbei den Kranken und Verletzten des Dorfes. Sie ist total aufopfernd und kümmert sich fürsorglich, ohne etwas zurückzubekommen. Es war schon hart zu sehen, in welche Umständen sie da gerät und wie einsam sie ist. Das Buch beginnt auch sehr traumatisierend und brutal. Das war erstmal nichts für schwächere Nerven. Sorrel bleibt lange ein Mysterium, zu dem sich sehr langsam die ersten Geheimnisse lüften.

Ebenso mysteriös ist auch Merc. Er tauchte plötzlich auf und versprach die Rettung für Sorrel zu sein. Er ist stark, aber man sieht ihm auch ein hartes Leben an. Wir wissen kaum etwas zu seiner Vergangenheit, ahnen aber, dass er ein mächtiges Päckchen zu tragen hat.

Zwischen beiden breitete sich sofort eine sexuelle Spannung auf, die immer wieder mit Blicken und Andeutungen gefüttert wurde. Allerdings erreichte mich diese nicht. Ich habe nicht verstanden, wie die beiden in solch einer Situation daran denken konnten und darüber sprechen konnten, während sie auf der Flucht waren oder von irgendwelchen Wesen Gefahr liefen getötet zu werden. Bis zum Ende ist ihre Verbindung sehr toxisch und einfach nicht nachvollziehbar für mich gewesen. Die Spiceszenen waren strange und entstanden immer wieder (es sind nur 2) aus den falschen Motivationen. Aus Insta Lust wurde Insta Love und das hat mich überhaupt nicht überzeugt.

Das Worldbuilding ist speziell, wir haben eine Fantasywelt mit mittelalterlichem Komfort und Kleidung, dafür aber mit Schusswaffen. Es gibt normale Tiere, aber auch Lebewesen wie Dämonen oder erdachte Geschöpfe, die allerdings kaum beschrieben wurden und einfach nur einen neuen komplizierten Namen bekamen. Ich fragte mich, hätten die beiden der Einfachheit halber nicht von einem Krokodil angegriffen werden können. Darunter hätte man sich wenigstens etwas vorstellen können. So kämpfte der Protagonist in meinem Kopf mit einem körperlosen Wort.

Auch der Schreibstil ist speziell und es gibt immer wieder Redenwendung oder Logikfehler, die den Lesefluss immens störten. War dies der Übersetzung geschuldet? Jedenfalls erkannte ich J.R. War weder im Schreibstil noch in ihren Figuren wieder. Ich habe ihre Black Dagger Reihe lange verfolgt und da liegen einfach Welten dazwischen.

Ich kämpfte mich durch die 620 Seiten. Die Geschichte machte mir einfach keinen Spaß. Ich fühlte die Figuren nicht und mich nervten die ganzen Sidequests, die sich immer mit ganz viel Zufall wie von selbst auflösten. Im letzten Drittel las ich einfach nur noch quer, um das Buch endlich zu beenden. Und mir entging dabei auch nichts wichtiges, wie ich dank der Leserunde nachverfolgen konnte. Das war schon eine herbe Enttäuschung. Das Buch endet dann auch noch mit einer Überraschung, sehr überhastet, doch relativ abgeschlossen. Ich werde daher die Reihe auf keinen Fall weiter verfolgen. Dafür ist mir meine Lesezeit einfach viel zu schade und jetzt freue ich mich auf ein Buch, das mir hoffentlich wieder mehr Spaß machen wird.

„A Crown of War and Shadows“ von J.R. Ward war nach all dem Lob eine unglaubliche Enttäuschung für mich. Ich quälte mich durch eine Geschichte, die mich in vielen Teilen nicht überzeugen konnte. Da hatte ich von der Autorin echt anderes erwartet!

2.5/5

Dienstag, 7. Juli 2026

Hörbuchrezension | Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code von Richard Osman

 


Ein Jahr war es ruhig um den Donnerstagsmordclub. Elisabeth trauert. Joyce plant eine Hochzeit. Ibrahim verschließt die Augen vor den Machenschaften seiner Lieblingspatientin und Ron hat mit familiären Problemen zu tun. Dann erfährt der Club von einem Code für ein Bitcoinkonto hinter dem einige zwielichtige Gestalten her sind. Als dann noch ein Mord passiert, sind die vier wieder voll im Einsatz.

 

Ich hatte meine vier Lieblingsrenter nach dem sehr emotionalen und packenden Band schon vermisst und war froh wieder nach Coopers Chase zu kommen. Es geht ruhig los. Die Hochzeit von Joyce Tochter steht an und Joyce könnte nicht stolzer auf ihren Schwiegersohn sein. Doch dann verschwindet dessen Trauzeuge, nachdem er dem Donnerstagsmordclub offenbarte, dass jemand versucht ihn umzubringen. Als tatsächlich jemand stirbt und die Renter von den Bitcoinmillionen erfahren, steigen sie wieder in ihre Ermittlungen ein. Dabei werden wieder mehrere Handlungsstränge miteinander verknüpft. Zum Glück hatte ich mir wieder die vielen neuen Charaktere notiert, um nicht durcheinander zu kommen. Das ist bei der Reihe immer Gold wert.

 

Unsere Protagonisten hatten alle sehr mit sich selbst zu tun. Es sind auch einige große Probleme, die bei ihnen im Raum standen. So kam das klassische gemeinsame Ermitteln dieses Mal ein wenig kurz. Dafür passierte einiges an Charakterentwicklung und ich denke, wir lernten Figuren kennen, die uns noch weiter durch die Reihe begleiten werden, denn bei einigen von ihnen war mir deren Handlungsstrang nicht auserzählt erschienen.

Der Krimiplot war auch nicht so spannungsgeladen wie erwartet. Als die Auflösung kam, war ich auch nicht sonderlich überrascht auch wenn ich nicht zu vor darauf gekommen war. Es war einfach nur unspektakulär.

Dennoch konnte mich die Geschichte sehr gut unterhalten, weil ich die Protagonisten so liebgewonnen habe und ihre andere Sicht auf das Leben schätze. Ich hoffe, es wird noch lange weitergehen mit dem Donnerstagsmordclub.

 

Das Hörbuch hat 11,5h und wurde wieder von Beate Himmelstoß und Johannes Steck eingelesen. Wenn ich ihre Stimmen höre, bin ich jedes Mal wieder in Coopers Chase angekommen und liebe es. Ganz großes Kino für die Ohren.

 

„Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code“ von Richard Osman ist der langersehnte 5. Band der Reihe. Es geht ruhiger zu. Dafür passierte viel mit den Charakteren und ich freue mich darauf, sie wiederzusehen.

4/5

Sonntag, 28. Juni 2026

Hörbuchrezension | No place to be single von Felicia Kingsley

 Im Juni gab es eine Neuerscheinung, der ich entgegenfieberte. Ein neues Buch von Felicia Kingsley, deren vorherige Bücher mich richtig gut unterhalten konnten. Besonders Courting war ein absolutes Highlight. Ihr neuester Roman ist eine Adaption von Stolz und Vorurteil. Als ich dies erfuhr, war ich sofort all in!



Die Aufregung ist riesengroß als Michael D’Arcy nach Jahren an den Ort seiner Kindheit zurückkehrt und single ist. Sämtliche Mütter und deren unverheiratete Töchter laufen Sturm als Michael auf das Weingut, wo Elisa arbeitet, zurückkehrt. Michael soll den Verkauf des Gutes für seinen Freund auf den Weg bringen. Elisa weiß noch nicht, dass ihr Zuhause verschachert werden soll, um einem Golfplatz zu weichen. Sie freut sich über die Rückkehr ihres Kindheitsfreunds. Doch dann erfährt sie die Wahrheit und Michael punktet nicht gerade mit seiner Arroganz bei ihr. Wird Elisa das Weingut retten können und kann Michael all den heiratswütigen Damen entkommen?

Der erste Satz des Buches hatte mich direkt abgeholt und mitgenommen. Er ist an Stolz und Vorurteil angelehnt und ich war gespannt, wie die Autorin diese Geschichte in die Toskana der Gegenwart bringen würde.

Elisa ist Winzerin und lebt mit ihrer Tochter, Schwester und Mutter auf dem Weingut. Alles daran ist ihr Leben und zumindest Elisa geht voll darin auf. Elisa ist temperamentvoll und weiß was sie will. Sie kümmert sich um das Weingut als wäre es ihr eigenes und ist immer für die Frauen ihrer Familie da. Mit Michael verbindet sie die tollen Sommer ihrer Kindheit. Doch dann kommt er zurück und zeigt sich von seiner nervigsten Seite. Aus Rache für eine Kränkung zwingt sie ihm Dates mit den verzweifelten Singles des Dorfes auf.

Michael ist Partner einer Investmentfirma. Für ihn zählen nur Zahlen und keine Gefühle. Als sein bester Freund das Weingut erbt, reist er mit ihm dorthin um den Verkauf vorzubereiten. Elisa erkennt er gar nicht, als er nach all den Jahren wieder auf sie trifft. Sie reitet ihn in eine mächtige Misere auf die Michael sich einlassen muss. Wir merken schnell, dass sein Gebären Fassade ist und er eigentlich das Herz am rechten Fleck hat. Allerdings schreckt Michael auch nicht vor losen Damenbekanntschaften zurück und so kommt es zu einigen witzigen Verwicklungen in der Geschichte. Zwischen ihm und Elisa gibt es einiges an Feuer. Doch auch die Gefühle kommen nicht zu kurz und es gibt einiges an Drama, wie man es auch aus Stolz und Vorurteil kennen mag. Die Autorin erzählte den Klassiker nicht eins zu eins nach. Auch nicht alle Charaktere tauchen auf, bzw. deren Rollen wurden geändert. Das fand ich sehr interessant gemacht und liebte es, bekannte Handlungsstränge wiederzuentdecken.

Der Ort Belvedere und besonders dessen Bewohner ist so liebenswert, kurios und witzig, dass ich Michaels Spießrutenläufe bei den Dates, in der Apotheke oder auf dem Bauamt einfach liebte. Das war die beste Unterhaltung und ich musste so viel lachen, wie ich es zuvor nicht erwartet hätte. Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil und immer wieder Zitate eingebaut, die mir im Kopf blieben und das passiert mir bei Hörbüchern sonst nicht. Die Geschichte hat den nötigen Tiefgang, gleichzeitig ist sie die perfekte Sommergeschichte und sprüht vor Witz. Ich habe alles daran geliebt.

Ich bin nur nicht wehmütig, dass sie nun zu Ende ist, weil es die Buchverfilmung schon zu Amazon Prime geschafft hat und ich weiß, was ich am Wochenende gucken werde!

Das Hörbuch wurde von Sven Macht und Sandra Voss eingesprochen, die einen grandiosen Job machten. Gerade die Verkörperung des Apothekers hat die Vertonung noch mal auf ein anderes Level gehoben. Es war einfach perfekt.

„No place to be single“ von Felicia Kingsley ist für mich das Sommerbuch des Jahres. Die Autorin hat mal wieder voll abgeliefert und mir mit ihrer Geschichte unterhaltsame Stunden beschert. Ich wünschte, ich könnte ewig bei Elisa und Michael verweilen. Ich bin gespannt, was als nächstes von der Autorin erscheinen wird und hoffe, dass dies einfach nicht so lange dauern wird…

5/5

Samstag, 20. Juni 2026

Hörbuchrezension | My evil Boss von Sarah Stankewitz

 Nach all den spicelosen Geschichten der letzten Wochen wollte ich eine Geschichte hören, die davon reichlich haben sollte. Das Hörbuch subbte schon ein Weilchen bei mir und schien dafür der perfekte Kandidat zu sein.

Als Aurora des nachts in eine verlassene Kirche einsteigt und sich im Beichtstuhl versteckt, erfährt sie die übelsten Geheimnisse eines Fremden. Ihre Begegnung endet verstörend, heiß und brutal. Ein paar Wochen später sitzt Aurora diesem Fremden bei einem Bewerbungsgespräch gegenüber und hofft unerkannt zu bleiben. Ayden ist der Boss des Nachtclubs Red Poison und hat etwas andere Wertevorstellungen und Ansichten, was man seine Angestellten zumuten darf…

Ich habe schon ein paar Bücher von Sarah Stankewitz gelesen und die waren mit wenigen Ausnahmen echt gut. Ich war gespannt auf diesen Ausflug in das Dark Romance Genre, denn das kommt bei mir auch nicht so oft vor. Ich zweifelte tatsächlich auch schon beim ersten Aufeinandertreffen von Ayden und Aurora daran, ob das eine gute Entscheidung war. Für mich war die Szene echt abstoßend und leicht verstörend. Ich gab den beiden dennoch eine Chance und hörte weiter.

Aurora lebt in beschissenen Verhältnissen. Ihre Mutter ist ein Junky und vernachlässigt dazu auch noch ihre beiden Kinder. Aurora kümmert sich um ihren kleinen Bruder und verdient das Geld für ihr Überleben. Auroras Situation hat mich wütend gemacht. Da wunderte es nicht, wie viel sie hinnehmen konnte, ohne schockiert zu sein. Aurora ist tough und schon recht kaputt, wenn man erfährt was sie anmacht und wie hörig sie ihrem Boss wurde.

Ayden ist der klassische Protagonist. Echt fies, gutaussehend, brutal und dauerhart. Nach und nach entpuppt sich, aus welchen Motiven er handelt und die Autorin schaffte es erstaunlicherweise somit seine Taten zu relativieren.

Es gibt eine präsente Handlung, die auch für Spannung sorgte. Die Spiceszenen fügten sich darin ein, ohne die Handlung zu dominieren. Auch wenn alles ein wenig too much war.

Das Hörbuch umfasst nicht ganz 10h und wurde von Larissa List und Sebastian Seidel eingesprochen. Ich denke, beide SprecherInnen waren neu für mich. Teilweise fand ich die Auswahl nicht ganz passend. Auroras Part klang mir zu reif für eine 21-Jährige. Die Stimme hätte auch super für Charaktere in einem Cosycrime Roman aus der Seniorenresidenz gepasst. Auch der Kinderpart klang strange. Das hat mir tatsächlich nicht so gut gefallen.

„My Evil Boss“ von Sarah Stankewitz ist moralisch höchstfragwürdig. Es hat mich trotz der Schwächen abgeholt und recht gut unterhalten. Das Genre wird trotzdem kein Dauerbrenner bei mir werden.

4/5


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