Nach dem ich nicht gerade einen Lauf bei Büchern habe, habe ich dafür einen Lauf bei Vorablesen, denn diesen Titel gewann ich wieder über die Plattform und war so früh darüber, denn der Titel stand definitiv auf meiner Wunschliste!
Lydia Bennet ist wohl die unbeliebteste der Bennet-Schwestern. Was niemand von ihr weiß: Lydia ist eine Hexe und als diese kommen so einige Schwierigkeiten in ihr ohnehin schon kompliziertes Leben hinzu. Wickham ist in Wahrheit ein Dämon und macht ihr das Leben schwer, während Mr. Darcy unfreiwillig Lydias Hilfe braucht, denn seine Schwester wurde verflucht...
Ich liebe Stolz und Vorurteil, habe die Geschichte schon über so viele Medien erlebt. Lydia kam dabei natürlich nicht gut weg, denn sie beschert der Familie Bennet einige Schwierigkeiten. So war ich echt gespannt, was die Autorin mit ihr machen würde.
Lydia ist die Erzählerin der Geschichte und berichtet in direkter Rede von den Geschehnissen als würde sie ihre Memoiren schreiben. Dabei berichtet sie auch von Episoden aus ihrem Familienleben. Wir erfahren so, warum Mr. Collins überraschend Charlotte Lucas einen Antrag machte. Dabei bewies die Autorin einen unglaublich feines Gespür für die Figuren und fing sie so ein, wie wir sie im Original oder den Verfilmungen kennenlernten. Besonders Mr. Bennets feiner Humor kam sehr gut raus.
Ich fand es toll, dass wir Lydia auch einfach anders kennenlernten. Sie ist eine Hexe und hat mit Kitty, die eigentlich eine verzauberte Katze ist, eine Gefährtin, die mit ihr Magie kanalisiert. Das Magiesystem war wirklich spannend und gut gemacht. Es war für mich total verständlich und auch so sinnvoll. Es hat richtig Spaß gemacht darin einzutauchen.
Lydia steckt voller Esprit und ist nicht so einfältig, wie sie alle glauben lässt. Sie hat ein schwieriges Verhältnis zu Jane, Mary und Lizzy. Allein Kitty steht ihr unglaublich nah und so spielt die Beziehung der beiden im Buch auch eine große Rolle. Außerdem rücken Lydias Verbindungen zu den verschiedensten Hexen in den Vordergrund und den Dingen, die sie tun müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Das war wirklich spannend gemacht und nicht vorhersehbar. Die Autorin schaffte es auch, in meinem Kopf ein Kino entstehen zu lassen. Ich war so froh, endlich mal wieder eine richtig gute Geschichte lesen zu können, auf die ich mich komplett einlassen konnte.
Lydias Verbindung zu Wickham ist zunächst nicht so wie gedacht, dennoch bekommt Wickham seinen Raum und ich mochte die Entwicklung, die seine Figur nahm.
Der einzige, kleine Kritikpunkt war, dass die Autorin auf den Zeitebenen hin und her sprang und ich auf den ersten 100 Seiten etwas brauchte, um mich zurecht zu finden, in welcher erzählten Zeit wir gerade unterwegs sind. Doch das trübte am Ende nicht, den grandiosen Eindruck der Geschichte.
"Stolz, Vorurteil & Hexerei" von Melinda Taub ist die innovative Geschichte von Lydia, die von allen verkannt sich durch einige Abenteuer zaubern muss und mich dabei unglaublich gut unterhielt.
5/5




