Freitag, 23. September 2022

Teil 3 | Süße Lügen und unbändige Lust von S.M.Laviolette

 


Hugo Buckinghams Leben und Leidenschaften spielen sich im horizontalen Gewerbe ab. Als Teilhaber eines Londoner Edelbordells zu Beginn des 19.Jahrhunderts hat er alles erreicht, was für einen Jungen aus armen Verhältnissen möglich war. Doch jemand missgönnt ihm seinen Erfolg und so gerät er auf ein Gefangenenschiff Richtung New South Wales. Doch das Schiff strandet vor Stroma, einer kleinen schottischen Insel. Dort kümmert sich die Pfarrerstochter Martha Pringle um die überlebenden und verletzten Schiffbrüchigen. Zwischen Hugo und ihr könnte der Kontrast nicht größer sein. Dennoch verspüren beide eine Anziehung, die sie beide in neue Welten führt.
Dies ist mittlerweile der 3. Teil der Reihe, um die MitarbeiterInnen des Edelbordells Solanges. Die Reihe war eine echte Entdeckung für mich und so freute ich mich auf Hugos Geschichte. 
Hugo ist ein außergewöhnlicher Protagonist, der seinen Job liebt und dabei kein Geschlecht bevorzugt. Er hat eine unterhaltsame Art an sich und findet besonders viel Vergnügen darin die prüde Pfarrerstochter zu reizen. 
Martha ist wahrlich die Unschuld vom Lande. Fest in der kleinen Gemeinde integriert, bestreitet sie ihren Alltag und kennt einfach nichts anderes als die kleine einsame Insel. Dennoch ist Martha nicht so unbedarft, dass sie nicht auf Hugos Reize anspringen würde. Und so entwickelt sich eine ungewöhnliche und ungleiche Verbindung. 
Das Setting fand ich sehr spannend, weil es einfach mal etwas anderes war und Hugo einen Kulturschock bekommt. Die Insel gibt es übrigens wirklich und sie ist mehr als 50 Jahre schon komplett verweist. Hugos und Marthas gemeinsame Reise führt sie weiter, allerdings konnte mich der Handlungsstrang in London nicht mehr so ganz abholen. Die Handlung verläuft schleppend und der Reiz ging etwas verloren. 
Für mich war es wohl der schwächste Band der ausgesprochen starken Reihe. Daher ist das eher meckern auf hohem Niveau. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es sich hier um den letzten Band der Reihe handelte, da ich nicht wüsste, wer als nächstes dran sein könnte. Dafür kann ich mich aber auf die anderen Reihen der Autorin freuen, die bereits bei dp erschienen sind. Bis dahin spreche ich eine klare Empfehlung für die Historicals der Autorin aus: tolle Figuren, ungewöhnliche Paarungen und eine heiße Chemie, die einfach passt.
4/5

Dienstag, 30. August 2022

Highlight | Wie verführt man einen Marquess von Stacy Reid

 


Evie und Richard sind beste Freunde. Eine Verbindung, die in der aristokratischen Gesellschaft niemand so recht verstehen mag. Doch eine Ehe kommt für Richard auf gar keinen Fall in Frage. Doch Evie möchte mehr von ihm und versucht Richard endgültig mit einer List für sich zu gewinnen. Er soll sie in die Verführungskünste einweisen, damit sie eine möglichst gute Partie machen kann.

Ich hatte mich auf die Geschichte der beiden gefreut seit ich Band eins gelesen hatte. Dieser war schon eine überraschende Entdeckung für mich. 

Was mir hier so richtig gut gefiel, war die Charakterentwicklung. Wir lernen beide über mehrere Jahre kennen und sind bei den wichtigen Momenten ihrer Freundschaft dabei. So kann man immer verstehen, was die beiden gerade antreibt und ich bekam ein ganz besonderes Gefühl für die Figuren und ihre einzigartige Freundschaft. 

Richard ist zu Beginn der Geschichte ein unverbesserlicher Wüstling, dem alles egal zu sein scheint und noch nicht den Sinn des Lebens entdeckt hat. Doch dann passieren mehrere Ereignisse, die ihn grundlegend verändern, sodass er von der feinen Gesellschaft offen geächtet wird. 

Evie hält zwar zu ihm, dennoch entzweien sie sich über die Jahre. Evie soll mit 23 endlich heiraten und eine gute Partie machen, denn die Familie hat Schulden. Bisher konnte die Schönheit noch jeden Bewerber vergraulen, denn eigentlich möchte sie nur Richard. Sie greift daher zu einer List, damit er endlich versteht, dass sie mehr als Freunde sein sollten.

Beide mochte ich unglaublich gern und ich fieberte dem Ausgang ihrer Geschichte entgegen. Stacy Reid hat mich hier wieder bestens unterhalten und konnte definitiv auch mit tiefgründigen Themen und Gesellschaftskritik punkten. Das machte das Buch zu einem besonderen Historical, den ich uneingeschränkt empfehlen kann. Ich freue mich auf den nächsten Teil mit Richards Schwester. 

5/5

Montag, 29. August 2022

Teil 4 | Nicht ohne meinen Duke von Sabrina Jeffries

 


Sheridan will alles daran setzen endlich den Mörder seines Vaters und der anderen beiden Männer seiner Mutter zu finden und dafür büßen zu lassen. Seine Hauptverdächtige ist dabei ausgerechnet Vanessas unausstehliche Mutter. Um an sie heranzukommen, gibt er vor Vanessa den Hof zu machen. Doch die soll sich bald verheiraten und Sheridan kommt ihr da gerade gelegen...

Dies ist der mittlerweile finale Band der Dukes Dynasty Reihe, in der sich Sheridans Halbgeschwister auf die Suche nach einem Mörder machen, der es auf die Familie abgesehen hat. Ich war daher gespannt, wie das Geheimnis aufgelöst werden würde und fand es zum Ende hin leider nicht so spannend wie ich es mir erhofft hätte. 

Ich muss leider auch sagen, dass mich die Liebesgeschichte nicht komplett abgeholt hat. Vanessa und Sheridan ist beiden sehr schnell klar, dass sie einander sehr mögen und eine Anziehung besteht. Doch finden sie immer wieder Gründe warum sie auf keinen Fall zusammen sein können und das war echt mühsam, da alles so einfach aus der Welt geschaffen worden wäre, wenn sie einfach miteinander offen gesprochen hätten. 

Schön war es dafür all die Geschwister mit ihren Partnern noch einmal wiederzusehen. Dennoch war der finale Teil für mich leider der schwächste der Reihe. Trotzdem bin ich gespannt und hoffe darauf, dass der dp-Verlag auch noch andere Reihen von der Autorin übersetzen wird. 

3/5

Montag, 22. August 2022

Highlight | Tokyo ever after von Emiko Jean

 


Mich sprach der Klappentext des Buches sofort an, denn ich habe die Plötzlich Prinzessin Buchreihe in meiner Jugend über alles geliebt. Daher war ich so gespannt, ob sich dieses einzigartige Flair einer "vom einfachen Mädchen zur Prinzessin" Geschichte auch noch nach all den Jahren für mich bewähren würde und wie mir das japanische Setting gefallen würde. 


Izumi ist ein sehr durchschnittlicher Teenager. Sie steht kurz vor dem Highschoolabschluss, doch ihre Noten sind nicht berauschend, daher wird das nichts mit einem Studienplatz an einer renommierten Uni. Neben ihr sind ihre 3 Freundinnen die einzigen Mädchen mit asiatischen Wurzeln an der Schule in einer amerikanischen Kleinstadt. Izumi fühlt sich daher nicht wirklich zugehörig. Eines Tages entdeckt sie in den Sachen ihrer alleinerziehenden Mutter ein Buch mit geheimnisvoller Widmung. Nach einigen Recherchen ist tatsächlich ihr bisher unbekannter Vater gefunden und dieser ist kein geringerer als der Erbe des kaiserlichen Throns von Japan...


Nach ein bisschen Anlauf fand ich in die Geschichte hinein und mochte den Sog, den sie entfaltete. Emiko Jean hat einen einnehmenden Schreibstil mit schönen Metaphern.


Izumi ist eine tolle Protagonistin, die im Laufe der Geschichte sehr gewachsen ist, ihre Unsicherheiten ablegt und immer mehr auf ihr Herz hört.


Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte der verbotenen Art, die ich wunderschön und authentisch fand. Ein paar zarte Schmetterlinge weckte sie in mir und ich fieberte hier, wie schon lange nicht mehr, einem Happy End entgegen. 


Das japanische Setting war eine gelungene Abwechslung im Jugendbuchgenre. Die japanische Kultur mit ihren Eigenarten, was Etikette und Höflichkeit anbelangt, war interessant und wirkte stellenweise sehr antiquiert auf mich.


Am Ende wünschte ich mir etwas sehr seltenes, nämlich, dass Tokyo ever after kein Einzelband sein würde, denn ich war noch nicht bereit die Figuren und ihre ungewöhnliche Geschichte zu verlassen. Das Buch endet abgeschlossen, dennoch ist ein 2. Teil im Englischen bereits erschienen und ich hoffe, dass er auch bald hierzulande erscheinen wird

Montag, 4. Juli 2022

Mehr erwartet | The Way we fall von Jana Schäfer

 

Amelias Leben ist recht unspektakulär. Sie jobbt in einem Cafe und wohnt zusammen mit ihrer Schwester bei ihrer Tante. Ihre Schwester bedeutet für sie alles, denn nach dem Unfalltod ihrer Eltern haben sie nur noch einander. Das Leben zieht an Amelia eigentlich nur vorbei, Studium, eigene Wohnung, Liebe: Fehlanzeige. Als eines Tages ein schwieriger Kunde im Cafe auftaucht, ist Amelia sichtlich genervt. Später stellt sich heraus, dass es sich bei dem Kunden um Jasper Haven handelt, der als Bestsellerautor eine Lesung dort abhalten wird. Beide kommen sich entgegen der Vernunft näher, doch es kommt natürlich wieder anders…

Ich hatte mir die Leseprobe des Titels angesehen und war wirklich positiv überrascht, wie gut mir die Geschichte gefiel. Also gab ich ihr gerne eine Chance und der positive Eindruck bestätigte sich in der ersten Hälfte des Buches. Das Setting spielt in Schottland und das Flair war einfach toll. Jana Schäfer hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der mich mühelos durch die Handlung trug. Außerdem fand ich es spannend, dass wir mir Jasper einen Schriftsteller als Protagonisten haben. Das Kennenlernen von ihm und Amelia war süß und nervenaufreibend. Es machte Spaß den beiden dabei über die Schulter zu schauen.

Doch als sich die Probleme der beiden immer mehr herauskristallisierten, desto nerviger und unglaubwürdiger empfand ich die Geschichte. (Minispoiler im Anmarsch) Amelia sitzt wie eine Glucke auf ihrer Schwester, die um die 16 Jahre alt sein sollte. Sie überlebt als einzige den Unfall bei dem die Eltern starben und spricht seit dem kaum noch. Amelia will sie vor der Welt beschützen und blockt alle Bemühungen ab, die andere Menschen haben, um ihr zu helfen. Dabei will ihre Schwester etwas ändern und schafft es schließlich auch sich von Amelia zu lösen.

Natürlich hat Jasper auch einige Probleme, die mit seiner Familie und Vergangenheit zusammenhängen. Ich muss leider sagen, dass mich dieser Handlungsstrang überhaupt nicht abgeholt hat und ich ihn auch einfach nicht nachvollziehen konnte. Jasper hat seit Jahren keinen Kontakt zu seiner Familie, aus guten Gründen, lässt aber sofort alles stehen und liegen und riskiert so einiges, um sich dort wieder einzumischen. An der Stelle kommt auch das Drama des Buches auf, weil Amelia total beleidigt ist, weil Jasper ihr nach wenigen Wochen des Kennenlernens noch nicht seine ganze Lebensgeschichte erzählt hat. Das war schon ziemlich nervig und ließ mich während des Lesens die Augen verdrehen.

Dabei ging die Geschichte so gut los und ich mochte die Beiden zusammen, doch in der letzten Hälfte des Buches ging ganz viel den Bach für mich runter.

The Way we fall war mein erstes Buch von Jana Schäfer, welches mich zu Beginn begeistern konnte, allerdings am Ende nur genervt zurückließ. Allein schon die Schlussszene (vorm Epilog) troff vor Kitsch und setzte dem ganzen absurderweise noch die Krone auf.

3/5

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