Dienstag, 28. April 2026

Abbruch | Weavingshaw von Heba Al Wasity

 Auf Vorablesen entdeckte ich dieses Buch, welches mir dank des tollen Covers sofort auffiel. Dazu klang der Klappentext so grandios, dass ich es einfach lesen musste. Nun von meiner anfänglichen Euphorie blieb schnell nicht mehr viel übrig.


Leena kann Geister sehen und mit ihnen kommunizieren. Um die nötige, teure Medizin für ihren Bruder zu besorgen, verkauft sie dieses Geheimnis an St. Silas, der die Geheimnisse anderer Menschen sammelt. Doch dieser will das Geheimnis für sich nutzen und Leena soll für ihn einen Geist aufspüren. Gemeinsam begeben sie sich nach Weavingshaw, ein verfluchtes Anwesen in den Mooren, wo sich der Gesuchte aufhalten soll.

Tatsächlich bin ich mit den Protagonisten nicht bis nach Weavingshaw gekommen, denn ich brach die Geschichte zuvor ab und das bei ca. 150 Seiten. Bis dahin schaffte es die Autorin leider nicht, mich mit ihrem Buch in den Bann zu ziehen, geschweige denn ein Gefühl für die Charaktere entwickeln zu können.

Sie hat hier eine alternative Welt erschaffen, die dem Europa des frühen 19. Jahrhunderts sehr ähnlich ist. Einzig die verwirrenden Länder- und Sprachennamen gaben für mich den Unterschied. Bei diesem Buch hätte ich mir da auf jeden Fall eine Karte gewünscht, um einen Überblick zu bekommen, doch die gab es nicht. So gab es nur ein Worldbuilding, welches genauso gut mit London anno 1830 gleichgesetzt werden könnte und nur mit alternativen, erdachten Namen getoppt wurde. Das war mir zu wenig für ein Worldbuilding, um mich begeistern zu können.

Leena lebt allein mit ihrem Bruder in ärmlichen Verhältnissen. Sie hat keine andere Möglichkeit als ihr Geheimnis und ihr Wissen an St.Silas zu verkaufen. Für mich blieb Leena sehr blass, sie scheint nur aus ihrer aufopferungsvollen Art zu bestehen und fügte sich in jede Situation. Einzig spannend war ihre Fähigkeit Geister zu sehen und so kam es auch zu gruseligen Begegnungen. Doch dies stagnierte irgendwann und die Figuren drehten sich nur im Kreis. Sie suchten einen Geist in ihren Sitzungen, fanden aber keinen und das war so langweilig. Die Handlung ging nicht vorwärts und da zog ich die Reißleine, weil meine wenige Lesezeit mir zu kostbar ist, um sie mit Büchern zu vergeuden, die mich nicht packen können.

Ich hätte „Weavingshaw“ von Heba Al-Wasity gerne verschlungen und gefeiert. Der Klappentext klang einfach so gut, doch leider stagnierte die Handlung und ich fand keinen Zugang zu den Figuren und dem Worldbuilding.

2/5

Montag, 27. April 2026

Hörbuchrezension | Les Bouttiers von Antonia Wesseling

 Ich hatte im vergangenen Jahr mein erstes Buch von Antonia Wesseling gehört und war echt begeistert. Bei dieser Neuerscheinung hätte mich der Inhalt gar nicht so angesprochen, doch weil es von der Autorin war, wollte ich es unbedingt hören.



Elodie hatte Paris einige Jahre den Rücken gekehrt. Doch ein waschechter Skandal droht das Modehaus ihrer Familie zu ruinieren, also reist sie zurück, um ihre Familie zu unterstützen. Die erste Nacht verbringt sie mit einem Fremden, der sich später als Erbe des Konkurrenzlabels herausstellt. Und auch Elodies Cousin wird für ein mächtiges Gefühlschaos sorgen.

Ich fand es ganz interessant, dass die Geschichte in der Modewelt spielt. Das war mal was anderes und hat Spaß gemacht. Der Einstieg in die Handlung war packend. Wir begeben uns mit Elodie nach Paris und begegnen einen Fremden, bei dem die Chemie sofort stimmt. Beide verbringen eine heiße Nacht. Dann kommen wir bei den Les Bouttiers an und werden mit den alteingesessenen Strukturen konfrontiert. Elodies Großeltern sind die Chefs des Labels und müssen sich gerade heftigen Anschuldigungen erwehren. Wir lernen nach und nach sämtliche Familienmitglieder kennen und versuchen zusammen mit Elodie eine neue Kollektion auf die Beine zu stellen.

Nach dem guten Start, stagnierte die Handlung zur Mitte des Buches hin und blieb für mich ohne spannende Highlights. Am Ende versucht der Cliffhanger noch mal Neugierde auf Band zwei zu schüren, doch ehrlicherweise weiß ich nicht, ob ich da dabei sein werde.

Elodie war eine ganz süße Protagonistin, die aber auch naiv ist und sich schon einiges gefallen lässt. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr für sich einsteht.

Sie steckt in einem gefürchteten Liebesdreieck fest, welches ich nicht gebraucht hätte. Wenn es nach mir ginge, hätte sie sich direkt und ausschließlich auf Adam stürzen können. Dieser hat einen miesen Vater, der seinen Sohn nur für seine Zwecke einsetzt. Doch man merkt, dass Adam trotz all der Intrigen das Herz am rechten Fleck hat. Leider gibt es da noch Gabriel – Elodies Adoptivcousin, wie inflationär oft erwähnt wurde. Dieser ist ziemlich toxisch. Er ist super abweisend gegenüber seiner Cousine und stößt sie umso härter weg, wenn er doch ein wenig Nähe zuließ. Gleichzeitig gönnt er Elodie aber auch keine Vertrautheit zu anderen. Diese Figur hätte es für mich nicht gebraucht und ich hoffe, sie sind im zweiten Teil nicht das Endgame.

Das Hörbuch umfasst 13,5h und wurde von Hannah Schepmann, Markus J. Bachmann und Louis Friedemann Thiele eingesprochen. Ehrlicherweise dachte ich, es gibt nur einen männlichen Sprecher für Gabriel und Adam. Beide klangen so ähnlich, dass es mir schwer fiel die Rollen auseinander zu halten, wenn ich mitten im Kapitel wieder einstieg. Das war natürlich nicht so optimal.

Mit „Les Bouttiers“ hat Antonia Wesseling eine Story abgeliefert, die in der Pariser Modewelt spielt und dadurch interessant wurde. Leider konnten mich die Figuren und ihre Handlungen nicht so sehr begeistern.

3/5

Donnerstag, 23. April 2026

Hörbuchrezension | The Iced Caramel Coffee Agreement von Kyra Groh

Was habe ich dieser Neuerscheinung entgegen gefiebert! Ich fand Band eins im letzten Herbst grandios und war so gespannt, wie es in Lower Whilby mit den liebgewonnenen Charakteren weitergehen würde.



Eleanore wird von allen Bewohnern der Kleinstadt als zuverlässiger und toller Mensch beschrieben. Noch nie sah jemand eine tolle Frau in ihr und so lebt sie seit 26 Jahren ein Leben als Single. In der Zeit hat sie allerdings auch einen ziemlichen Crush auf einen Musiker entwickelt, den sie als Teenie auf dem berühmten Frühlingsfestival von Lower Whilby traf. Dex hat sein Leben überhaupt nicht im Griff. Mit seiner Musikkarriere sieht er sich als gescheitert an und erstickt seine negativen Gefühle in Alkohol und Drogen. Nachdem er in London aus seiner Zwischenbleibe flog, hält er Lower Whilby für das nächste, beste Ziel, denn dort betreibt sein Bruder James ein kleines Café. Dieser Zwischenhalt wird Eleanore in ein mächtiges Gefühlschaos stürzen.

Ich mochte Eleanore in Band eins schon unglaublich gerne und war so auf ihre Geschichte gespannt. Sie war mal eine etwas andere Protagonistin und ich konnte mich sehr gut mit ihrer Gefühlswelt identifizieren. Die Gedanken, die sie im Buch hat, waren sehr nahbar. Sie erzählt von Scham und Gefühlen, die man ihr immer sofort im Gesicht ablesen kann. Und von Gefühlen nicht so zu sein wie die anderen. Das hat Eleanore zu einer sehr realen Figur gemacht, die unglaublich viele Facetten hatte und mich wirklich berührt hat. Eleanore war für mich das große Highlight des Buches.

Dex war da eher das Problemkind der Geschichte. Er ist der Sohn von berühmten Rockstareltern und wollte in riesige Fußspuren treten, womit er kläglich scheiterte. Also betäubt er sich mit Drogen und seine Familie befürchtet, dass er dem Club 27 beitreten wird. Dex scheint das egal zu sein. Einen Sinn sieht er nicht mehr. Ich nahm ihn als labile Figur wahr. Er ist ein guter Mensch, der auf die schiefe Bahn geriet. Er lebt im Moment und treibt damit vor allem seinen Bruder in den Wahnsinn.

Dann trifft er auf Eleanore und sie erkennt in ihm den jungen Musiker vom Festival wieder. Er kann sich natürlich nicht an sie erinnern, verbringt aber unglaublich gerne Zeit mit ihr. Dex hilft Eleanore aus sich herauszukommen und gemeinsam unternehmen sie so einiges. Eleanore wird sein neues High. Langsam nähern sie sich an und daraus entsteht eine ganz zarte Lovestory.

Beim Ende der Geschichte fällt es mir schwer zu glauben, dass Dex nicht wieder rückfällig wird und Eleanore doch enttäuschen wird. Dafür war seine Figur zu labil für mich. Und irgendwie hätte ich mir ein anderes Ende für Eleanore gewünscht. Wir werden von beiden sicher noch in den nachfolgenden Bänden hören und die Autorin wird mich da eines Besseren belehren.

Ich liebe den Schreibstil von Kyra Groh, die mit so viel Situationskomik und Humor erzählt, gleichzeitig aber ihre Figuren nie aus den Augen verliert. So sind James und Jude ein großer Teil der Handlung und auch Judes Schwester nimmt eine Rolle ein, die mich so neugierig auf ihre Geschichte macht. Ich freue mich sehr auf den nächsten Teil.

Das Hörbuch umfasst 14h und wurde von Sandra Voss und Jesse Grimm eingelesen, die mal wieder einen tollen Job machten.

„The Iced Caramel Coffee Agreement“ ist der zweite Teil der Reihe von Kyra Groh, den ich für seine wundervolle Protagonistin liebe. Doch vielleicht hätte ich mir für sie einen etwas anderen Protagonisten gewünscht.

4/5

Donnerstag, 16. April 2026

Buchtipp | Kiss of the Basilisk von Lindsay Straube

Letztes Jahr bin ich über dieses Buch gestolpert, dessen Klappentext mich neugierig machte, weil er einfach komplett nichtssagend war und eine mysteriöse Geschichte versprach. Ich las also in die englische Leseprobe hinein, um abschätzen zu können, ob das Buch etwas für mich sein würde, bevor ich all das Geld für die wunderschöne Ausgabe der Bücherbüchse ausgeben würde.


Ich werde nicht den Klappentext des Verlags copy-n-pasten, sondern umreiße kurz, worum es geht:

Temperance lebt in einem kleinen Dorf, das in stetiger Angst vor den Basilisken lebt. Dabei tut die königliche Familie alles, um seine Untertanen vor den Monstern zu schützen. Zum Dank werden die Damen im gleichen heiratsfähigen Alter, wie der Prinz ins Schloss gebracht, um eine Ausbildung der etwas anderen Art zu erhalten. Der Prinz soll sich am Ende dann für seine Frau entscheiden. Nur übernimmt nicht der Prinz die Ausbildung selbst, sondern die unterjochten Basilisken… Was Temperance nicht ahnen konnte, sie würde eine unwiderstehliche Anziehung zwischen Lehrer und Prinz gleichzeitig entwickeln…

Wir lernen Tem, wie sie meist kurz genannt wird, in ihrem einfachen alltäglichen Leben kennen. Sie lebt mit ihrer Mutter allein und betreibt eine Hühnerfarm. Sie verteilt die Eier im Dorf und erntet dafür auch schon mal Spot. Gerade für ihre Naivität wird sie von Mädchen in ihrem Alter aufgezogen. Sie leidet schon unter ihrer Situation und will einmal etwas gewagtes tun, als sie zu der Auswahl ins Schloss geht. Von da an macht Tem wirklich eine wilde Reise mit, die sie von einem verschüchterten Naivchen zu einem mutigen, sexuellen Wesen.

Die Reise war zwar lang, aber ja wir kommen irgendwann zu einem Punkt, wo es einfach nur wild wird. Die erste Hälfte des Buches war da noch gesitteter. Wir lernen Caspen kennen, der ein Basilisk ist, also sich in eine riesige Schlange verwandeln kann. Er soll Tem alles beibringen, was sie wissen muss, um den Prinzen bestmöglich „bedienen“ zu können. Dabei verlieben sie sich ineinander und das war mir ehrlicherweise zu schnell zu viel. Ich konnte nicht mitfühlen, warum dieses uralte Wesen nach all den anderen Schülerinnen nun ausgerechnet so obsessiv mit Tem war. Caspen ist dabei auch ein streitbarer Charakter, der im Buch einige Red Flags mit sich herumtrug.

Interessant war die Idee der Basilisken, die auch in einer königlichen Hierarchie zusammenleben und hoch sexualisierte Wesen sind, die es wild treiben. Kein Wunder, dass die Kammer des Schreckens so gut versteckt war! Das war einfach mal was anderes.

Für mich war der Prinz der interessantere männliche Protagonist, der seine ganz eigene Geschichte hat, die auch noch nicht auserzählt ist.

Die zweite Hälfte des Buches ist stellenweise absurd und ziemlich trashig. Ich überlegte auch oft, ob ich eigentlich noch weiterlesen wollte, weil die Sexszenen sich einfach nur so anhäuften und die Handlung sich verlor.

Für mich hat der Prinz und sein Handlungsstrang die zweite Hälfte gerettet, sodass ich wohl doch noch weiterlesen möchte. Ich hoffe nur, dass Band zwei nicht so lang sein wird. Denn hier haben wir über 800 Seiten, die es für diese Story aber nicht gebraucht hätte!

„Kiss of the Basilisk“ von Lindsay Straube ist ein wilder Ritt, im wahrsten Sinne des Wortes. Man sollte sich auf einiges gefasst machen und Geduld für das lange Buch mit sich bringen. Ein Charakter hat es für mich herausgerissen, sodass ich Band zwei wohl doch noch lesen werde.

3,5/5

Dienstag, 14. April 2026

Hörbuchrezension | Guilty Pleasure von Linda Schipp

Auf diese Neuerscheinung wurde ich durch Cover und Titel aufmerksam. Dazu klang der Klappentext so gut, dass ich es unbedingt hören musste. So subbte die Geschichte erst gar nicht und ich drückte direkt auf Play.


Das Hotel Guilty Pleasure ist nur offen für die Superreichen. Auf einer abgelegenen Seychelleninsel können sie dort tun, was immer sie wollen, unbeobachtet. Es gibt keine Grenzen. Und so treffen dort Fremde aufeinander, die alle ein schwerwiegendes Geheimnis mit sich herumtragen und nicht wissen, dass sie für eine Realityshow gefilmt werden…

Ich liebe Trash TV und ein Thriller, der in diesem Milieu angesiedelt ist, da bin ich doch gerne dabei! Wusste ich, was mich erwarten würde? Definitiv nicht!

Die Geschichte wird aus der Sicht vielfältigster Charaktere erzählt, die alle eine unterschiedliche Motivation haben. An der Stelle möchte ich nicht so viel verraten, weil es die Story spoilern würde. Am besten man lässt sich auf die Story ganz unvoreingenommen ein, dann hat man den meisten Spaß. Jedenfalls waren die Figuren sehr stark ausgearbeitet und wir stecken auch in ziemlich kranken Köpfen fest. Ich hätte da tatsächlich am Anfang nicht erwartet, wie düster und beklemmend das Buch sein würde. So etwas habe ich tatsächlich schon lange nicht mehr gelesen, bzw. gehört.

Dann war da auch noch ein Kleinkind involviert. Das mitzuverfolgen, was dort mit dem Kind geschieht, die kranken Gedanken zu hören, war für mich schwererträglich. Man assoziiert automatisch mit seinen eigenen Kids. Also checkt unbedingt vorher eure Trigger!

Davon abgesehen war die Geschichte sehr mitreißend und ich wurde richtig hineingesogen und wollte das Hörbuch gar nicht pausieren. Es kommen immer wieder Wendungen hinzu die überraschend waren und man definitiv erstmal verarbeiten musste.

Das Vorwort der Autorin an die „Bookies“ war, dass man es nicht kommen sehen würde. „Versprochen!“ Dann kam das Ende und ich wartete auf den großen Knall, der für mich ausblieb. Die vollmundige Ankündigung der Autorin hat mich einiges durchspielen lassen und ich dachte, wenn ich so ein Vorwort raushaue, würde ich die Geschichte so auflösen. Und so kam es dann auch. Alles fügte sich für mich zu konstruiert zusammen. Die Schockmomente, welche im Laufe der Handlung immer wieder da waren, blieben im großen Finale aus. Das war schon eher enttäuschend.

Das Hörbuch wurde gleich von vier SprecherInnen und der Autorin selbst eingelesen, was ich sehr besonders fand und zum Hörerlebnis positiv beitrug.

„Guilty Pleasure“ ist nichts für schwache Nerven. Es ist mitreißend, spannend, krank und am Ende sehr konstruiert. Dennoch würde ich es weiterempfehlen, wenn man vorher seine Trigger checkt und bin gespannt, ob es eine Fortsetzung geben wird.

4/5

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