Dienstag, 11. Mai 2021

Hörbuchrezension | Zwischen zwei Herzschlägen von Eva Carter

 Auf Lovelybooks durfte ich an einer Hörrunde teilnehmen. Gelesen hätte ich das Buch wohl nicht selbst, doch am Hörbuch reizte mich, dass es von drei SprecherInnen eingelesen wurde und eigentlich klang die Handlung auch ganz vielversprechend.


Es ist Silvesterabend. Das neue Jahrtausend steht vor der Tür als Joels Herz aufhört zu schlagen. Kerry eilt ihm zu Hilfe und startet mit der Reanimation. Ihr bester Freund Tim ist wie paralysiert, dabei will er Arzt werden. Doch es ist Kerry, die beherzt einschreitet. Nach 18 Minuten ist Joel über dem Berg, doch von nun an ist sein Lebenstraum dahin, denn er muss einen Herzschrittmacher tragen. Tim beginnt ein Medizinstudium und fühlt sich diesem nicht gewachsen und Kerry fristet ihr Dasein fernab von ihrer wahren Berufung. Das Leben der drei wird sich in den kommenden Jahren immer wieder berühren.

Ich habe das Hörbuch als Download zur Verfügung gestellt bekommen. Es umfasste über 16h und das merkte ich auch an einigen Stellen.

Die Geschichte beginnt sehr dramatisch, aber auch interessant, denn eine Herzdruckmassage habe ich bisher noch nicht so oft, wenn überhaupt, in einem Roman angetroffen. Dabei ist es ein so wichtiges Thema. Die Protagonisten sind zu diesem Zeitpunkt gerade volljährig geworden. Sie starten also erst mit ihrem Leben. Kerry möchte eigentlich Ärztin werden, schaffte aber die Studienvoraussetzungen nicht. Tim hat sie geschafft, will aber eigentlich nicht als Arzt arbeiten und Joel gerät auf die schiefe Bahn, da er nach der geplatzten Fußballkarriere keine Perspektive im Leben mehr sieht.

Mit diesem Start erzählt die Autorin die komplexen Geschichten der drei Figuren, die immer wieder miteinander verwoben sind. Die Handlung erstreckt sich über 18 Jahre. Zwischen den Kapiteln springt die Autorin teilweise um mehrere Monate. Das störte mich nicht, sondern brachte die Geschichte voran. Was mir manchmal negativ auffiel, waren einige Längen. So gab es beispielsweise Episoden, die für mich die Handlung nicht voranbrachten.

Dafür wurde es am Ende wirklich dramatisch und mitreißend und ich hatte sogar ein wenig Gänsehaut. Das hat Eva Carter ziemlich gut hinbekommen.

Ich muss auch sagen, dass die drei Protagonisten nicht immer Sympathieträger waren. Doch ihr Verhalten war nicht beschönigt, sondern authentisch und auch das war wohl ein Pluspunkt in Sachen Charakterausarbeitung.

Gelesen wurde das Hörbuch von Marian Funk, Madiha Kelling Bergner und Jacob Weigert. Diese drei machen einen guten Job und ich mochte ihre Stimmen. Am Anfang musste ich etwas genauer hinhorchen, um die beiden Männerstimmen die jeweiligen Figuren zuzuordnen, da sie sich ein wenig ähneln.

"Zwischen zwei Herzschlägen" von Eva Carter erzählt die wichtige Geschichte von Joel, Kerry und Tim. Diese war nicht immer einfach, bequem und rosarot, aber sie war real und authentisch erzählt. Zwischen zwei Herzschlägen liegt nicht immer nur eine halbe Sekunde. Hier waren es 18 Minuten und was dazwischen zu tun ist, ist ein wichtiges Thema, welches der Roman sehr gut beleuchtete.

4/5


Mittwoch, 5. Mai 2021

Lesemonat April | Die gestohlene Liebesplaylist aus Fleury von Amari

Im April habe ich ein paar mehr Bücher verschlingen können als in den vorherigen Monaten. Allerdings habe ich mit den Hörbüchern auch eine "Geheimwaffe" entdeckt, um meinen Lesemonat ein wenig aufzumöbeln.


Also schauen wir mal, welche Bücher es im April waren.

Dienstag, 4. Mai 2021

Buchvorstellung | Sylvia und der Vogel von Gemma Koomen

 Auf Vorablesen gewann ich diesen Titel und tauchte somit in eine Welt ein, die gerade bei den ganz kleinen die Fantasie anregen wird.


Sylvia ist eine Baumhüterin, das heißt sie lebt mit ihren Volk in den Bäumen und ist dabei nur so groß wie ein Daumen. Die Baumhüter pflegen die Natur und ihre Heimat: die Bäume. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft, doch Sylvia hat keine Freunde. Da landet eines Tages ein junger Vogel bei ihr und die junge Hüterin kümmert sich um ihn. Die beiden werden Freunde und eröffnen einander eine neue Welt.

Cover und Titel des Kinderbuches sind eher etwas altmodischer. Daher war ich auch erst gar nicht auf die Geschichte aufmerksam geworden. Doch ein Blick ins Innere verzauberte mich direkt.

Die Illustrationen wurden mit Tusche gemalt und ihre Farbigkeit ist sehr naturgetreu. Die Details der Welt der Baumhüter ist bezaubernd und machte Spaß zu entdecken. Der Text, ein paar Verse pro Seite, webt sich in die großflächige Bilderlandschaft ein und macht das Buch somit zu einem Gesamtkunstwerk.

Außerdem stecken in dem Kinderbuch einige wichtige Botschaften. Achte die Natur und gib dir einen Ruck, damit die Leute dich so sehen können wie du bist.

Noch schöner finde ich allerdings, dass das Kinderbuch um Sylvia und ihren Vogelfreund die Fantasie anregt. Wie wäre es wohl, wenn wir alle nur cm-groß wären und unsere Heimat die Bäume wären. Ich freue mich darauf mit meinem Baby in ein paar Jahren darüber zu philosophieren.

Hinter dem unscheinbaren Äußeren von Gemma Koomens "Sylvia und der Vogel" steckt die fantasievolle Welt der Baumhüter. Die eingeschworene Gemeinschaft hat einige tolle Botschaften dabei, die ich gerne vorlesen werde. Für Groß und Klein ein tolles Bilderbucherlebnis.

4/5

Montag, 3. Mai 2021

Neuzugänge April | Es gibt einiges auf die Ohren!

 Weil im April ja Ostern war, gab es in diesem Monat definitiv mehr auf die Löffel ... äh Ohren als sonst. Buchtechnisch ist es ruhiger geblieben, was nach der Eskalation im März allerdings nicht ganz so tragisch war. 


Dennoch ist einiges bei mir eingezogen und das schauen wir uns jetzt mal genauer an.

Sonntag, 2. Mai 2021

Hörbuchrezension | Aquila von Ursula Poznanski

 Ich bin gerade so richtig im Hörbuchflow und so schaffte ich auch noch ein drittes im April. Ich konnte es auf Tauschticket ergattern und hörte hiermit meinen ersten Poznanski. Wie er mir gefallen hat?


Nika reiste für ihr Auslandssemester nach Siena, Italien. Dort lebt sie in einer WG mit Jenny. Die beiden gehen Feiern und am nächsten Morgen wacht Nika ziemlich durcheinander auf. Jenny ist nicht da, dafür findet sie einen Zettel mit mysteriösen Notizen, die keinen Sinn ergeben wollen. Als Nika dann auch noch feststellt, dass gar nicht Sonntag, sondern Dienstag ist, gerät sie in Panik. Was ist in den zwei Tagen ohne jegliche Erinnerung passiert und wo zur Hölle ist ihre Mitbewohnerin?

Ich war total gespannt auf die Geschichte, der Klappentext sprach mich total an und ich weiß, dass die Bücher der Autorin immer sehr viel gelobt werden. Daher ging ich davon aus, dass es mir auf jeden Fall gefallen würde.

Nika ist so ein bisschen eine typische Studentin. Sie genießt die positiven Seiten des Studentendaseins und will sich in Italien eine schöne Zeit machen. Doch dann passiert etwas, von dem sie nicht weiß, was es war, denn schließlich fehlen ihr jegliche Erinnerung. Ihr Handy, Pass und Schlüssel sind weg. Dafür findet sie seltsame Nachrichten. Sie versucht alles, um dahinter zu kommen und erfährt dabei so einiges, mit dem sie niemals gerechnet hätte. Ich war beeindruckt, wie gut Nika die ganzen Schläge im Laufe der Handlung wegstecken konnte. Was im Buch passiert, sollte einen Menschen wohl für das ganze Leben prägen, doch eine gefühlsmäßige Beeinträchtigung suchte ich bei ihr irgendwie vergeblich.

Ich schätze, dafür lag der Fokus zu sehr auf der Handlung. Es passiert auf jeden Fall so viel, dass ich wirklich aufmerksam zuhören musste. Als die große Auflösung erfolgte, war das Buch auch noch nicht zu ende, sondern die Vorgänge der Aufklärung zogen sich noch weiter dahin. Das war beim Hören zunächst ein wenig irritierend, aber eigentlich auch gut gemacht, denn so war es halt nicht: hier kommt der große Knall und dann ist alles gleich vorbei.

Dennoch muss ich sagen, dass ich irgendwie höhere Erwartungen hatte, die nicht komplett erfüllt wurden. Dadurch, dass wirklich so viele von den Büchern der Autorin schwärmen, hatte ich mehr Spannung erwartet. Ich nahm alles einfach hin, ohne dass es mich sonderlich überraschen konnte und das war ein wenig schade. *Minispoiler: Vielleicht bin ich auch zu gebrandmarkt, schließlich hatte ich einige Mitbewohnerinnen in meiner Studienlaufzeit, zu denen ich auch einiges berichten könnte.*

Mein Highlight war die Sprecherin Laura Maire. Als ich sah, dass sie das Buch las, wusste ich, dass ich es unbedingt hören wollte. Sie machte mal wieder einen tollen Job und stolperte auch nicht über all die italienischen Begrifflichkeiten oder Nirvana Liedzeilen. Das war perfekt.

Von Ursula Poznanskis "Aquila" hatte ich ein wenig mehr erwartet. Es passiert unglaublich viel mysteriöses, was aufgedeckt werden wollte, doch so richtig überraschend war das für mich leider nicht. Dafür war das Hörerlebnis rundum unterhaltsam gestaltet. Ich werde der Autorin mit einem ihrer Jugendthriller definitiv noch mal eine Chance geben, vielleicht überrascht sie mich beim nächsten Mal!

4/5

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