Dienstag, 17. Februar 2026

Kinderbuch | Eilig, so unglaublich eilig von Christian Merveille

 Auf Vorablesen gewann ich dieses bezaubernde Kinderbuch, welches mit dem Häschen einigen Ostercharme versprühte, doch das würde der Geschichte wohl nicht gerecht werden.


Der Protagonist ist ein kleiner Hase, der allerdings kaum zu Wort kommt, denn er hat es eilig, so eilig. So rennt er durch die Geschichte, aus seinem Haus heraus, durch die Straßen seiner Stadt und schließlich über Wege zu seinem Ziel. Dabei hat er keinen Blick nach links oder rechts übrig, sondern flitzt, als würde er zu spät kommen. Wo will er hin und warum rennt er so schnell?

Darum geht es in dem Buch. Für mich lag das Hauptaugenmerk auf den wunderschönen Illustrationen. Die Tiere sind von ganz unterschiedlicher Art in vermenschlichter Darstellung. Sie sind bezaubernd niedlich anzuschauen und leben in so einer idyllischen Umgebung. Es ist einfach nur schön und steht in eindeutigem Kontrast zu dem eilig dahin rasenden Häschen. Warum es so schnell flitzen musste? Hm, keine Ahnung. Wir wissen am Ende zwar, wo es hinwollte, doch fehlte mir ein wenig die Pointe.

Die Jungs hatten viel Freude an der Geschichte als ich sie vorlas und liebten es mit mir die Bilder zu erkunden. Man kann ebenso schnell wie das Häschen durch die Geschichte huschen oder sich ganz bewusst Zeit nehmen und die Bilder auf sich wirken lassen, wie wir es getan haben. Man kann das Buch einfach immer wieder zum Vorlesen heranziehen und daher empfehle ich „Eilig, so unglaublich eilig!“ von Christian Merveille und Lorenzo Sangio unbedingt weiter.

5/5

Montag, 16. Februar 2026

Hörbuchrezension | Rebel Witch von Kristen Ciccarelli


Rune ist auf der Flucht. Ihre Identität als Hexe ist preisgegeben und Hexenjäger Gideon setzt alles daran um sie zu finden. Vergessen sind scheinbar all die Gefühle, die zwischen ihnen entstanden sind. Doch beide müssen zusammenarbeiten um einer gemeinsamen Feindin das Handwerk zu legen, denn sonst droht die Welt, wie sie sie kannten zerstört zu werden.

Ich habe Band eins im Sommer gehört und war sehr angetan von der Geschichte. Ich freute mich auf Band zwei, das Finale der Dilogie und war gespannt wie die Geschichte zwischen Hexe und Hexenjäger ausgehen würde.

Die Handlung schloss fast nahtlos an Band eins an. Wir stecken also direkt mitten drin, was es mir schon schwer machte, mich wieder in der Geschichte einzufinden. Es gab nicht viele Atempausen und ich nahm die Handlung als ein wildes Hin-und-Her wahr. Gideon und Rune treffen aufeinander, Rune flieht und reist zu einem komplett anderen Ort, ein paar Seiten später treffen beide wieder wie zufällig aufeinander. Und so ging das wirklich oft, dass die Handlung fast nur aus diesem Muster zu bestehen schien. So richtig gepackt hatte es mich dieses Mal nicht. Auch die Wendungen und Enthüllungen erschienen mir sehr konstruiert. Wow-Momente hatte ich in Band zwei nicht.

Auch die Emotionalität zwischen Gideon und Rune konnte ich nicht mehr so fühlen wie in Band eins, dabei fand ich diesen damals so gut! Was ist für mich nur mit der Geschichte passiert?

Das Hörbuch umfasst fast 14,5h und war aufgrund der sich wiederholenden Handlungsmuster schon eine zähe Angelegenheit für mich. Die SprecherInnen Henriette Schreurs und Moritz Frinberg machten zwar einen guten Job, konnten allerdings nicht dazu beitragen, dass mich die Handlung gepackt hätte. Leider.

Ich hätte mir wirklich gewünscht das „Rebel Witch“ von Kristen Cicarelli die tolle Geschichte um den roten Nachtfalter würdig zu Ende führt, das hat sie für viele auch, doch mich konnte die Geschichte einfach nicht abholen.

3/5

Freitag, 13. Februar 2026

Teil 4 | Ein Herz für den Earl von S.M LaViolette


Annis Bowman steckt in mächtigen Schwierigkeiten. Ihrer Reputation und ihres Geldes beraubt, bleibt ihr nur ein Ausweg: Sie muss sich bestmöglich verheiraten, um sich und ihre Großmutter nicht komplett zu ruinieren. Henry ist gerade aus Indien zurückgekehrt und hat ganz frisch einen Titel geerbt, ihm bleibt nichts anderes übrig als zu heiraten. Um einen unverfälschten Eindruck von der Londoner Gesellschaft zu bekommen, gibt er sich als Diener des Earls aus. Beide lernen sich kennen und sind voneinander hingerissen, doch dann erfahren sie die wahren Motive des jeweils anderen und unglückliche Umstände ketten sie aneinander.

Dies ist Band vier einer Reihe, die schon vor einiger Zeit begann und dann pausierte. Ich bin froh, dass der dp-Verlag sie nun fortsetzte und die restlichen Bände nun auch zeitnah erschienen sind.

Annis war Lehrerin in der Stefani-Academie, doch nach Schließung der Schule kann sie nicht mehr selbst für ihren Unterhalt aufkommen und muss sich in die Hände ihres Onkel begeben, um sich bestmöglich verheiraten zu lassen. Recht schnell ist ein älterer Gentleman gefunden, doch Annis Herz schlägt heimlich für den Diener des Earls of Rotherhithe höher. Annis steckt mächtig in der Klemme und man merkte anhand ihrer Figur sehr gut, wie ausweglos die Situation der Frauen dieser Zeit sein konnten, wenn sie in eine missliche Lage gerieten. Das prägte sie so weit, dass sie sich niemandem anvertrauen konnte. Sie war eine ängstliche Figur, aber ich konnte ihr Handeln in diesem Kontext definitiv nachvollziehen.

Henry hat eine lieblose Kindheit als uneheliches Kind eines Adligen verbracht. Nach einer gemeinen Intrige davongejagt, verbrachte er sein Leben als Geschäftsmann in Indien. Er hält nicht viel von der adligen, englischen Gesellschaft und das kann man auch total nachvollziehen. Er ist im Rachemodus und das konnte ich total nachvollziehen. Er ist total fasziniert von Annis Wesen, doch dann erfährt er ihre Hintergründe und sieht sich in seinem Bild von der Gesellschaft bestätigt.

Nach dem beide so unbeschwert und euphorisch starteten, kommt die Ernüchterung und so dreht sich die Handlung auch darum, dass beide wieder Vertrauen fassen müssen. Die Geschichte hat einige Themen und konnte mich tatsächlich erst nach der ersten Hälfte so richtig packen. Der Beginn war tatsächlich wie schon hunderte Male zuvor gelesen, was ich sehr schade fand und mir tatsächlich überlegte, ob ich die Reihe abbrechen sollte. Dabei freue ich mich immer auf die Romane der Autorin, doch in letzter Zeit konnte mich keines mehr zur Gänze begeistern.

Ich bin gespannt, wie die Geschichte um Miles werden wird und werde dann weitersehen. Bis dahin kann ich „Ein Herz für den Earl“ von S.M. LaViolette schon weiterempfehlen auch wenn die Geschichte nichts neues ist, dennoch ist sie interessant gemacht und gibt authentische Einblicke in die Lebensumstände der Zeit.

4/5   

Montag, 9. Februar 2026

Hörbuchrezension | The Heat is on von Felicia Kingsley


Eigentlich wollte Dwight nach seinem letzten Undercovereinsatz nur in den verdienten Urlaub fliegen, doch sein Boss macht ihm einen Strich durch die Rechnung als er ihn auf das neue italienische Restaurant der Familie Villa ansetzt. Diese sollen in der New Yorker Mafia mitorganisiert sein und nun hochgenommen werden. Um belastende Informationen zu sammeln soll Dwight sich an die Tochter Julia heranmachen, doch die ist ganz immun gegen die Spannungen zwischen ihnen. Blöderweise ist Dwight dies ganz und gar nicht…

„Courting“ von Felicia Kingsley war im letzten Jahr eines meiner absoluten Highlights. Ihren neuen Roman konnte ich da einfach nicht abwarten. Das Setting ist dieses Mal ein ganz anderes, denn wir haben es auch (leider) nicht mehr mit Zeitreisen zu tun. Wir stecken dieses Mal mitten in New York, es ist laut, voll und Sommer. Die Autorin hat es ziemlich gut geschafft, mir das geschäftige Setting der Großstadt rüberzubringen. Die Geschichte war dadurch sehr lebendig.

Dwight ist Agent beim FBI und für den nächsten Undercovereinsatz der beste Mann, denn er spricht italienisch und kann kochen. Also wird er zu Romeo und bewirbt sich um eine Stelle im neuen Restaurant der Zielfamilie. Wir erfahren die Geschichte auch aus seiner Perspektive und ich empfand ihn als sehr angenehmen Protagonisten. Er ist sehr selbstreflektiert und merkt einfach auch sofort, als die Grenzen zwischen Professionalität und privaten Interessen verschwimmen. Er versucht dagegen anzukommen, doch irgendwann steckt Romeo einfach zu tief drin. Er ist für Julia da und zeigt sich auch unter seinen Kollegen von seiner zuvorkommensten Seite. Er leidet zusehends darunter, dass er allen für seinen wahren Job etwas vormacht und sie ans Messer liefern muss. Romeo ist einfach ein Guter!

Julia hat es definitiv nicht leicht und musste einige Ungerechtigkeiten in ihrem Leben erfahren. Sie hat eine Krankheit, wegen der sie einen Stomabeutel tragen muss. Ihr Vater will sie daher am liebsten in Watte packen und traut ihr im Restaurant nur die harmloseren Aufgaben zu. Dabei will Julia nur kochen und in der Küche Meisterwerke zaubern. In Romeo sieht sie einen Konkurrenten. In der Küche ist er nämlich mindestens genauso gut wie sie und das kommt zu einigen Reibungspunkten. Beide Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet. Julia ist sehr tough und lässt uns erst nach und nach hinter ihre harte Schale schauen.

Zwischen beiden ist die Hitze schon am Brodeln, irgendwann, allerdings haben wir es hier mit einem absoluten Slow Burn zu tun. Das Buch hat über 550 Seiten und erst nach über der Hälfte kommen Romeo und Julia sich etwas näher. Die Autorin spannt uns da ganz schön auf die Folter und ich muss sagen, dass in der ersten Hälfte auch einige Längen vorkamen. Dafür war dann das letzte Drittel des Buches umso packender und emotionaler. Ich musste sogar bei einer Szene anfangen zu weinen, die gar nichts mit dem Hauptplot zu tun hatte, aber einfach zeigt, wie doof das Leben manchmal enden kann (Gespräch im Krankenhaus). Zum Ende hin vergeht einiges an erzählter Zeit, was der Figurenentwicklung gut tat. Die Autorin hat es einfach drauf und das hat sie auch hier wieder bewiesen. Wären die Längen in der ersten Hälfte nicht gewesen, wäre „The Heat is on“ ein 5 Sterne Buch gewesen.

Das Hörbuch umfasst 15,5h und wurde von Max Rauch und Sandra Voss eingelesen, die beide einen soliden Job machen, um den Figuren Leben einzuhauchen.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, was als nächstes von der Autorin erscheinen wird, im Sommer sollte es so weit sein und kann bis dahin „The Heat is on“ weiterempfehlen, denn hier hat man sehr komplexe Figuren, die ihre Themen haben und authentisch zusammenwachsen. Das ganze vor einem lebendigen New Yorker Setting und spannender Mafia-/FBI-Thematik.

4/5

Sonntag, 25. Januar 2026

Buchtipp | A Fire in the Sky von Sophie Jordan

 Dank Vorablesen zog dieses Buch bei mir ein, welches ziemlich gut klang und so war ich echt gespannt, was mich erwarten würde.


Tamsyn wächst im königlichen Schloss als eine von vier Prinzessinnen auf. Für sie sind die drei ihre Schwestern, doch Tamsyn ist nur das königliche Prügelmädchen und wird für jede Verfehlung der anderen bestraft. Als der berüchtigte Krieger Fell an den Hof kommt und die Hand einer Prinzessin verlangt, wird Tamsyn dazu gedrängt sich wieder für ihre Schwestern zu opfern. Sie wird Fell heiraten. Aus der Täuschung entsteht Wut und schließlich ein Feuer, welches sie zu verbrennen droht. 

Ich habe vor einigen Jahre eine Reihe von Sophie Jordan gelesen, die mir ganz gut gefiel. Dann war es lange ruhig und nun erschien ihre neue Reihe über Drachen, die erwachsener ist, denn es wird auch mit Spice geworben.

Dieser lässt auch gar nicht so lange auf sich warten, denn schon die dritte Begegnung der Protagonisten ist die Hochzeit, die vollzogen werden muss, damit die Ehe rechtskräftig ist. Die Szene ist ziemlich absurd, denn Tamsyn und Fell sind nicht allein, sondern der halbe Hofstaat ist anwesend, um den Vollzug zu bezeugen. 

Tamsyn ist 21 und war ihr ganzes Leben lang pflichtbewusst für die Königsfamilie tätig, so hadert sie auch nicht wirklich mit der neuen Situation, sondern tut, was ihr aufgetragen wurde. Man merkt, dass sie dies tut, um ihre Schwestern zu beschützen. Tamsyn wurde als Baby im Schloss ausgesetzt und von der Königin großgezogen. Sie sind ihre Familie. 
Das Prügelknabenthema war interessant und mal was anderes. Zum Glück wird Tamsyn von den Strafen nicht so sehr tangiert, sonst wäre es schon härtere Kost gewesen. Ihre Wunden heilen unglaublich schnell und von Anfang an hatte ich eine Vermutung wieso. Ich mochte Tamsyn sehr für ihren Mut und die bedingungslose Zuneigung, die sie gab. Die Luft zwischen ihr und Fell knisterte sofort, was auch kein Wunder ist.

Denn Fell ist ein mutiger Krieger, der gleichzeitig ein gerechter Anführer ist. Einfach ein guter, starker Kerl, den man in diesem Setting unbedingt an seiner Seite haben möchte. So machte er die Hochzeitsnacht für Tamsyn auch nicht zur notwendigen Tortur, sondern zum Vergnügen. Die Wut der Täuschung macht er mit sich allein aus. Ich fand beide großartig zusammen und hatte leichte Schmetterlinge im Bauch.

Wir befinden uns in einer mittelalterlichen Welt, in der die Drachen von den Menschen ausgerottet wurden. Es ist düster und überall lauern Gefahren, denn die Drachen waren nicht die einzige Bedrohung. Mir gefiel der Weltenentwurf richtig gut und ich hatte keine Probleme mich darin zurecht zu finden. 
Die Handlung entwickelt sehr früh einen regelrechten Sog und ich konnte die Geschichte nur schwer aus der Hand legen. Knapp 500 Seiten fühlten sich nicht so an. 

Bis zum letzten Viertel war die Geschichte ein absolutes 5-Sterne Buch für mich. Ich war komplett mitgerissen und liebte die Protagonisten. Was mich jedoch etwas störte, war wie vorhersehbar ich die Geschichte fand. Twists gab es für mich keine. Dafür wird schon auf dem Klappentext viel zu sehr angedeutet, wohin die Reise gehen wird. Das war ein wenig enttäuschend im Vergleich zum super starken Beginn. 

Das Buch endete mit einer Offenbarung, die Teil zwei in eine komplett neue Richtung driften lässt. Ich bin gespannt wie es weitergehen wird und verfluche den Fakt, dass Band zwei erst Ende Oktober erscheinen wird, was soll ich bis dahin machen?

"A Fire in the Sky" von Sophie Jordan ist eine absolut fesselnde Romantasy, die von ihren tollen Figuren lebt und nur schwer aus der Hand zu legen war. Ihre Vorhersehbarkeit ist für mich das einzige Manko.
4/5


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