Donnerstag, 23. April 2026

Hörbuchrezension | The Iced Caramel Coffee Agreement von Kyra Groh

Was habe ich dieser Neuerscheinung entgegen gefiebert! Ich fand Band eins im letzten Herbst grandios und war so gespannt, wie es in Lower Whilby mit den liebgewonnenen Charakteren weitergehen würde.



Eleanore wird von allen Bewohnern der Kleinstadt als zuverlässiger und toller Mensch beschrieben. Noch nie sah jemand eine tolle Frau in ihr und so lebt sie seit 26 Jahren ein Leben als Single. In der Zeit hat sie allerdings auch einen ziemlichen Crush auf einen Musiker entwickelt, den sie als Teenie auf dem berühmten Frühlingsfestival von Lower Whilby traf. Dex hat sein Leben überhaupt nicht im Griff. Mit seiner Musikkarriere sieht er sich als gescheitert an und erstickt seine negativen Gefühle in Alkohol und Drogen. Nachdem er in London aus seiner Zwischenbleibe flog, hält er Lower Whilby für das nächste, beste Ziel, denn dort betreibt sein Bruder James ein kleines Café. Dieser Zwischenhalt wird Eleanore in ein mächtiges Gefühlschaos stürzen.

Ich mochte Eleanore in Band eins schon unglaublich gerne und war so auf ihre Geschichte gespannt. Sie war mal eine etwas andere Protagonistin und ich konnte mich sehr gut mit ihrer Gefühlswelt identifizieren. Die Gedanken, die sie im Buch hat, waren sehr nahbar. Sie erzählt von Scham und Gefühlen, die man ihr immer sofort im Gesicht ablesen kann. Und von Gefühlen nicht so zu sein wie die anderen. Das hat Eleanore zu einer sehr realen Figur gemacht, die unglaublich viele Facetten hatte und mich wirklich berührt hat. Eleanore war für mich das große Highlight des Buches.

Dex war da eher das Problemkind der Geschichte. Er ist der Sohn von berühmten Rockstareltern und wollte in riesige Fußspuren treten, womit er kläglich scheiterte. Also betäubt er sich mit Drogen und seine Familie befürchtet, dass er dem Club 27 beitreten wird. Dex scheint das egal zu sein. Einen Sinn sieht er nicht mehr. Ich nahm ihn als labile Figur wahr. Er ist ein guter Mensch, der auf die schiefe Bahn geriet. Er lebt im Moment und treibt damit vor allem seinen Bruder in den Wahnsinn.

Dann trifft er auf Eleanore und sie erkennt in ihm den jungen Musiker vom Festival wieder. Er kann sich natürlich nicht an sie erinnern, verbringt aber unglaublich gerne Zeit mit ihr. Dex hilft Eleanore aus sich herauszukommen und gemeinsam unternehmen sie so einiges. Eleanore wird sein neues High. Langsam nähern sie sich an und daraus entsteht eine ganz zarte Lovestory.

Beim Ende der Geschichte fällt es mir schwer zu glauben, dass Dex nicht wieder rückfällig wird und Eleanore doch enttäuschen wird. Dafür war seine Figur zu labil für mich. Und irgendwie hätte ich mir ein anderes Ende für Eleanore gewünscht. Wir werden von beiden sicher noch in den nachfolgenden Bänden hören und die Autorin wird mich da eines Besseren belehren.

Ich liebe den Schreibstil von Kyra Groh, die mit so viel Situationskomik und Humor erzählt, gleichzeitig aber ihre Figuren nie aus den Augen verliert. So sind James und Jude ein großer Teil der Handlung und auch Judes Schwester nimmt eine Rolle ein, die mich so neugierig auf ihre Geschichte macht. Ich freue mich sehr auf den nächsten Teil.

Das Hörbuch umfasst 14h und wurde von Sandra Voss und Jesse Grimm eingelesen, die mal wieder einen tollen Job machten.

„The Iced Caramel Coffee Agreement“ ist der zweite Teil der Reihe von Kyra Groh, den ich für seine wundervolle Protagonistin liebe. Doch vielleicht hätte ich mir für sie einen etwas anderen Protagonisten gewünscht.

4/5

Donnerstag, 16. April 2026

Buchtipp | Kiss of the Basilisk von Lindsay Straube

Letztes Jahr bin ich über dieses Buch gestolpert, dessen Klappentext mich neugierig machte, weil er einfach komplett nichtssagend war und eine mysteriöse Geschichte versprach. Ich las also in die englische Leseprobe hinein, um abschätzen zu können, ob das Buch etwas für mich sein würde, bevor ich all das Geld für die wunderschöne Ausgabe der Bücherbüchse ausgeben würde.


Ich werde nicht den Klappentext des Verlags copy-n-pasten, sondern umreiße kurz, worum es geht:

Temperance lebt in einem kleinen Dorf, das in stetiger Angst vor den Basilisken lebt. Dabei tut die königliche Familie alles, um seine Untertanen vor den Monstern zu schützen. Zum Dank werden die Damen im gleichen heiratsfähigen Alter, wie der Prinz ins Schloss gebracht, um eine Ausbildung der etwas anderen Art zu erhalten. Der Prinz soll sich am Ende dann für seine Frau entscheiden. Nur übernimmt nicht der Prinz die Ausbildung selbst, sondern die unterjochten Basilisken… Was Temperance nicht ahnen konnte, sie würde eine unwiderstehliche Anziehung zwischen Lehrer und Prinz gleichzeitig entwickeln…

Wir lernen Tem, wie sie meist kurz genannt wird, in ihrem einfachen alltäglichen Leben kennen. Sie lebt mit ihrer Mutter allein und betreibt eine Hühnerfarm. Sie verteilt die Eier im Dorf und erntet dafür auch schon mal Spot. Gerade für ihre Naivität wird sie von Mädchen in ihrem Alter aufgezogen. Sie leidet schon unter ihrer Situation und will einmal etwas gewagtes tun, als sie zu der Auswahl ins Schloss geht. Von da an macht Tem wirklich eine wilde Reise mit, die sie von einem verschüchterten Naivchen zu einem mutigen, sexuellen Wesen.

Die Reise war zwar lang, aber ja wir kommen irgendwann zu einem Punkt, wo es einfach nur wild wird. Die erste Hälfte des Buches war da noch gesitteter. Wir lernen Caspen kennen, der ein Basilisk ist, also sich in eine riesige Schlange verwandeln kann. Er soll Tem alles beibringen, was sie wissen muss, um den Prinzen bestmöglich „bedienen“ zu können. Dabei verlieben sie sich ineinander und das war mir ehrlicherweise zu schnell zu viel. Ich konnte nicht mitfühlen, warum dieses uralte Wesen nach all den anderen Schülerinnen nun ausgerechnet so obsessiv mit Tem war. Caspen ist dabei auch ein streitbarer Charakter, der im Buch einige Red Flags mit sich herumtrug.

Interessant war die Idee der Basilisken, die auch in einer königlichen Hierarchie zusammenleben und hoch sexualisierte Wesen sind, die es wild treiben. Kein Wunder, dass die Kammer des Schreckens so gut versteckt war! Das war einfach mal was anderes.

Für mich war der Prinz der interessantere männliche Protagonist, der seine ganz eigene Geschichte hat, die auch noch nicht auserzählt ist.

Die zweite Hälfte des Buches ist stellenweise absurd und ziemlich trashig. Ich überlegte auch oft, ob ich eigentlich noch weiterlesen wollte, weil die Sexszenen sich einfach nur so anhäuften und die Handlung sich verlor.

Für mich hat der Prinz und sein Handlungsstrang die zweite Hälfte gerettet, sodass ich wohl doch noch weiterlesen möchte. Ich hoffe nur, dass Band zwei nicht so lang sein wird. Denn hier haben wir über 800 Seiten, die es für diese Story aber nicht gebraucht hätte!

„Kiss of the Basilisk“ von Lindsay Straube ist ein wilder Ritt, im wahrsten Sinne des Wortes. Man sollte sich auf einiges gefasst machen und Geduld für das lange Buch mit sich bringen. Ein Charakter hat es für mich herausgerissen, sodass ich Band zwei wohl doch noch lesen werde.

3,5/5

Dienstag, 14. April 2026

Hörbuchrezension | Guilty Pleasure von Linda Schipp

Auf diese Neuerscheinung wurde ich durch Cover und Titel aufmerksam. Dazu klang der Klappentext so gut, dass ich es unbedingt hören musste. So subbte die Geschichte erst gar nicht und ich drückte direkt auf Play.


Das Hotel Guilty Pleasure ist nur offen für die Superreichen. Auf einer abgelegenen Seychelleninsel können sie dort tun, was immer sie wollen, unbeobachtet. Es gibt keine Grenzen. Und so treffen dort Fremde aufeinander, die alle ein schwerwiegendes Geheimnis mit sich herumtragen und nicht wissen, dass sie für eine Realityshow gefilmt werden…

Ich liebe Trash TV und ein Thriller, der in diesem Milieu angesiedelt ist, da bin ich doch gerne dabei! Wusste ich, was mich erwarten würde? Definitiv nicht!

Die Geschichte wird aus der Sicht vielfältigster Charaktere erzählt, die alle eine unterschiedliche Motivation haben. An der Stelle möchte ich nicht so viel verraten, weil es die Story spoilern würde. Am besten man lässt sich auf die Story ganz unvoreingenommen ein, dann hat man den meisten Spaß. Jedenfalls waren die Figuren sehr stark ausgearbeitet und wir stecken auch in ziemlich kranken Köpfen fest. Ich hätte da tatsächlich am Anfang nicht erwartet, wie düster und beklemmend das Buch sein würde. So etwas habe ich tatsächlich schon lange nicht mehr gelesen, bzw. gehört.

Dann war da auch noch ein Kleinkind involviert. Das mitzuverfolgen, was dort mit dem Kind geschieht, die kranken Gedanken zu hören, war für mich schwererträglich. Man assoziiert automatisch mit seinen eigenen Kids. Also checkt unbedingt vorher eure Trigger!

Davon abgesehen war die Geschichte sehr mitreißend und ich wurde richtig hineingesogen und wollte das Hörbuch gar nicht pausieren. Es kommen immer wieder Wendungen hinzu die überraschend waren und man definitiv erstmal verarbeiten musste.

Das Vorwort der Autorin an die „Bookies“ war, dass man es nicht kommen sehen würde. „Versprochen!“ Dann kam das Ende und ich wartete auf den großen Knall, der für mich ausblieb. Die vollmundige Ankündigung der Autorin hat mich einiges durchspielen lassen und ich dachte, wenn ich so ein Vorwort raushaue, würde ich die Geschichte so auflösen. Und so kam es dann auch. Alles fügte sich für mich zu konstruiert zusammen. Die Schockmomente, welche im Laufe der Handlung immer wieder da waren, blieben im großen Finale aus. Das war schon eher enttäuschend.

Das Hörbuch wurde gleich von vier SprecherInnen und der Autorin selbst eingelesen, was ich sehr besonders fand und zum Hörerlebnis positiv beitrug.

„Guilty Pleasure“ ist nichts für schwache Nerven. Es ist mitreißend, spannend, krank und am Ende sehr konstruiert. Dennoch würde ich es weiterempfehlen, wenn man vorher seine Trigger checkt und bin gespannt, ob es eine Fortsetzung geben wird.

4/5

Dienstag, 7. April 2026

Hörbuchrezension | Vergissmeinnicht 3 von Kerstin Gier

Ich liebe die Bücher von Kerstin Gier und Band drei ihrer Vergissmeinnicht-Trilogie subbte mittlerweile so lange bei mir, dass es endlich an der Zeit war ihn zu lesen. Nur griff ich dafür nicht nach meinem Printexemplar, sondern hörte mir das Hörbuch an.


Für Matilda und Quinn steht der große Showdown bevor. Das Sternentor muss geschlossen werden und dafür braucht es Quinn als Auserwählten, um die Welt zu retten. Gleichzeitig zieht Matilda die Aufmerksamkeit mächtiger Feine auf sich und dann ist da auch noch ein Schulball, der organisiert werden soll…

Ich wusste natürlich noch worum es in der Reihe geht, aber an jedes Ereignis konnte ich mich nicht mehr erinnern. Die Handlung ist zusammenhängend und übergreifend für alle drei Titel, daher war ich echt froh, dass es zu Beginn des Buches eine Zusammenfassung gab. Das sollten viel mehr AutorInnen tun! Trotz dessen fiel es mir aber nicht so leicht, mich in die Handlung wieder hineinzufinden.

Die Geschichte ist sehr komplex mit ihrem Worldbuilding zum Saum, der rasanten Handlung und der Vielzahl an Charakteren. Es dauerte also so seine Zeit bis ich wieder in der Handlung steckte. Dann war ich allerdings wieder komplett gepackt und verfolgte die Geschichte unglaublich gerne.

Ich habe auch die Matilda und Quinn sowie deren Familien lieb gewonnen. Die sind einfach so kurios und voller Charakter, dass es Freude macht sie durch die Geschichte zu begleiten. Diese Buchcharaktere werden mir wohl lange in Erinnerung bleiben.

Die erzählte Zeitspanne beläuft sich auf ein paar wenige Tage, die vollgepackt sind mit Ereignissen und man rauscht förmlich so dadurch. Manchmal hatte ich das Gefühl etwas verpasst zu haben und so ging es mir auch am Ende, wo sich alles dann doch recht unspektakulär und einfach fügte. Für mich nicht so ganz finalwürdig war. Ich hatte mir da mehr Spannung und Dramatik erwartet.

Das Hörbuch fasst über 14h und wurde von Timmo Niesner und Jasna Fritzi Bauer eingesprochen, die Matilda und Quinn ihre Stimme verliehen. Beide machen einen tollen Job und die Hörbuchumsetzung somit zu etwas besonderem.

Das Finale der Vergissmeinnicht-Reihe von Kerstin Gier ist wie nach Hause kommen, weil man sich mit den Figuren so wohlfühlt. Der Humor ist super und die Geschichte steckt voller Ideen. Einziges Manko war für mich das schnell auserzählte Finale. Der Showdown hätte ruhig würdiger ausfallen können.

4/5

Mittwoch, 1. April 2026

Abbruch | Der Prinz des Nachtreichs von Sandra Regnier

Dank Vorablesen zog dieses Buch bei mir ein und ich freute mich sehr auf neues von Sandra Regnier, denn ich liebte ihre Lilien-Dilogie. Dieses Mal sollte sie uns ins Reich der Fae und speziell zum Erlkönig entführen. Ich war so gespannt darauf!



Letty steckt im Abschlussjahr in England und will die Zeit mit ihren Freunden genießen. Was keiner von denen weiß, Letty führt ein Doppelleben und ist in der Nacht als Spionin im Reich der Fae unterwegs. Dort versucht sie mit dem Prinzen Verschwörungen gegen seinen Vater, den Erlkönig, aufzudecken. Letty kann sich dort unbehelligt bewegen so lange sie sich nicht in Will verliebt, denn die Wesen der Nacht würde dieses Gefühl aufmerksam auf sie machen.

Ich fand die Ballade vom Erlkönig schon immer super faszinierend und freute mich hier eine Adaption der Geschichte gefunden zu haben. Die Story geht auch gut los, wir erfahren, dass Will und Letty seit dem Kleinkindalter befreundet sind. Er besuchte sie des Nachts, weil Letty sich allein fühlte. Allein mit ihrer Mutter nach England gezogen, sprach sie natürlich die Sprache noch nicht und fühlte sich einsam. Will war seit dem eine Konstante in ihrem Leben und ihr bester Freund. Jahre später erleben wir die beiden, wie sie Abenteuer im Nachtreich bestreiten und wie Letty ihren Schulalltag parallel bewältigt.

So weit klingt alles erstmal ganz gut, doch die Geschichte konnte mich leider überhaupt nicht packen. Mir fehlte der rote Faden in der Handlung und ich wusste nicht, was die Autorin mit ihren Charakteren vorhatte. Sie gingen immer wieder auf irgendwelche Missionen, die aber in keinen größeren Kontext passten. Daher war es sehr müßig für mich das Repetitive zu lesen.

Für mich blieben Letty und Will auch zu blass, als dass ich eine Verbindung mit ihnen hätte aufbauen können. Außerdem wurde so viel Namedropping betrieben, dass ich irgendwann nicht mehr hinterher kam. Dabei wurden die Charaktere nicht in Person eingeführt, sondern benannt und ihre Funktion beschrieben. Das dies nach zwei Seiten bei mir vergessen war, ist auch klar. Mich konnte die Story überhaupt nicht packen und ich hielt mich ewig an wenigen Seiten auf, dass ich schließlich bei der Hälfte die Reißleine zog und abbrach. Das ist auch so schade, denn die Geschichte hatte auf dem Papier alles, um gut zu werden. Überzeugen konnte mich die Autorin nur dieses Mal leider nicht. Vielleicht gehöre ich mittlerweile auch nicht mehr zur passenden Zielgruppe.

Für mich war „der Prinz des Nachtreichs“ von Sandra Regnier leider nichts.

2/5

Bitte beachte!

Durch das Kommentieren eines Beitrags werden automatisch über Blogger (Google) personenbezogene Daten wie Name, Email und IP-Adresse erhoben. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben.

Beim Senden eines Kommentars werden diese Daten gespeichert. Mit dem Abschicken des Kommentars erkärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Informationen findest Du in der DATENSCHUTZERKLÄRUNG.