Dienstag, 14. April 2026

Hörbuchrezension | Guilty Pleasure von Linda Schipp

Auf diese Neuerscheinung wurde ich durch Cover und Titel aufmerksam. Dazu klang der Klappentext so gut, dass ich es unbedingt hören musste. So subbte die Geschichte erst gar nicht und ich drückte direkt auf Play.


Das Hotel Guilty Pleasure ist nur offen für die Superreichen. Auf einer abgelegenen Seychelleninsel können sie dort tun, was immer sie wollen, unbeobachtet. Es gibt keine Grenzen. Und so treffen dort Fremde aufeinander, die alle ein schwerwiegendes Geheimnis mit sich herumtragen und nicht wissen, dass sie für eine Realityshow gefilmt werden…

Ich liebe Trash TV und ein Thriller, der in diesem Milieu angesiedelt ist, da bin ich doch gerne dabei! Wusste ich, was mich erwarten würde? Definitiv nicht!

Die Geschichte wird aus der Sicht vielfältigster Charaktere erzählt, die alle eine unterschiedliche Motivation haben. An der Stelle möchte ich nicht so viel verraten, weil es die Story spoilern würde. Am besten man lässt sich auf die Story ganz unvoreingenommen ein, dann hat man den meisten Spaß. Jedenfalls waren die Figuren sehr stark ausgearbeitet und wir stecken auch in ziemlich kranken Köpfen fest. Ich hätte da tatsächlich am Anfang nicht erwartet, wie düster und beklemmend das Buch sein würde. So etwas habe ich tatsächlich schon lange nicht mehr gelesen, bzw. gehört.

Dann war da auch noch ein Kleinkind involviert. Das mitzuverfolgen, was dort mit dem Kind geschieht, die kranken Gedanken zu hören, war für mich schwererträglich. Man assoziiert automatisch mit seinen eigenen Kids. Also checkt unbedingt vorher eure Trigger!

Davon abgesehen war die Geschichte sehr mitreißend und ich wurde richtig hineingesogen und wollte das Hörbuch gar nicht pausieren. Es kommen immer wieder Wendungen hinzu die überraschend waren und man definitiv erstmal verarbeiten musste.

Das Vorwort der Autorin an die „Bookies“ war, dass man es nicht kommen sehen würde. „Versprochen!“ Dann kam das Ende und ich wartete auf den großen Knall, der für mich ausblieb. Die vollmundige Ankündigung der Autorin hat mich einiges durchspielen lassen und ich dachte, wenn ich so ein Vorwort raushaue, würde ich die Geschichte so auflösen. Und so kam es dann auch. Alles fügte sich für mich zu konstruiert zusammen. Die Schockmomente, welche im Laufe der Handlung immer wieder da waren, blieben im großen Finale aus. Das war schon eher enttäuschend.

Das Hörbuch wurde gleich von vier SprecherInnen und der Autorin selbst eingelesen, was ich sehr besonders fand und zum Hörerlebnis positiv beitrug.

„Guilty Pleasure“ ist nichts für schwache Nerven. Es ist mitreißend, spannend, krank und am Ende sehr konstruiert. Dennoch würde ich es weiterempfehlen, wenn man vorher seine Trigger checkt und bin gespannt, ob es eine Fortsetzung geben wird.

4/5

Dienstag, 7. April 2026

Hörbuchrezension | Vergissmeinnicht 3 von Kerstin Gier

Ich liebe die Bücher von Kerstin Gier und Band drei ihrer Vergissmeinnicht-Trilogie subbte mittlerweile so lange bei mir, dass es endlich an der Zeit war ihn zu lesen. Nur griff ich dafür nicht nach meinem Printexemplar, sondern hörte mir das Hörbuch an.


Für Matilda und Quinn steht der große Showdown bevor. Das Sternentor muss geschlossen werden und dafür braucht es Quinn als Auserwählten, um die Welt zu retten. Gleichzeitig zieht Matilda die Aufmerksamkeit mächtiger Feine auf sich und dann ist da auch noch ein Schulball, der organisiert werden soll…

Ich wusste natürlich noch worum es in der Reihe geht, aber an jedes Ereignis konnte ich mich nicht mehr erinnern. Die Handlung ist zusammenhängend und übergreifend für alle drei Titel, daher war ich echt froh, dass es zu Beginn des Buches eine Zusammenfassung gab. Das sollten viel mehr AutorInnen tun! Trotz dessen fiel es mir aber nicht so leicht, mich in die Handlung wieder hineinzufinden.

Die Geschichte ist sehr komplex mit ihrem Worldbuilding zum Saum, der rasanten Handlung und der Vielzahl an Charakteren. Es dauerte also so seine Zeit bis ich wieder in der Handlung steckte. Dann war ich allerdings wieder komplett gepackt und verfolgte die Geschichte unglaublich gerne.

Ich habe auch die Matilda und Quinn sowie deren Familien lieb gewonnen. Die sind einfach so kurios und voller Charakter, dass es Freude macht sie durch die Geschichte zu begleiten. Diese Buchcharaktere werden mir wohl lange in Erinnerung bleiben.

Die erzählte Zeitspanne beläuft sich auf ein paar wenige Tage, die vollgepackt sind mit Ereignissen und man rauscht förmlich so dadurch. Manchmal hatte ich das Gefühl etwas verpasst zu haben und so ging es mir auch am Ende, wo sich alles dann doch recht unspektakulär und einfach fügte. Für mich nicht so ganz finalwürdig war. Ich hatte mir da mehr Spannung und Dramatik erwartet.

Das Hörbuch fasst über 14h und wurde von Timmo Niesner und Jasna Fritzi Bauer eingesprochen, die Matilda und Quinn ihre Stimme verliehen. Beide machen einen tollen Job und die Hörbuchumsetzung somit zu etwas besonderem.

Das Finale der Vergissmeinnicht-Reihe von Kerstin Gier ist wie nach Hause kommen, weil man sich mit den Figuren so wohlfühlt. Der Humor ist super und die Geschichte steckt voller Ideen. Einziges Manko war für mich das schnell auserzählte Finale. Der Showdown hätte ruhig würdiger ausfallen können.

4/5

Mittwoch, 1. April 2026

Abbruch | Der Prinz des Nachtreichs von Sandra Regnier

Dank Vorablesen zog dieses Buch bei mir ein und ich freute mich sehr auf neues von Sandra Regnier, denn ich liebte ihre Lilien-Dilogie. Dieses Mal sollte sie uns ins Reich der Fae und speziell zum Erlkönig entführen. Ich war so gespannt darauf!



Letty steckt im Abschlussjahr in England und will die Zeit mit ihren Freunden genießen. Was keiner von denen weiß, Letty führt ein Doppelleben und ist in der Nacht als Spionin im Reich der Fae unterwegs. Dort versucht sie mit dem Prinzen Verschwörungen gegen seinen Vater, den Erlkönig, aufzudecken. Letty kann sich dort unbehelligt bewegen so lange sie sich nicht in Will verliebt, denn die Wesen der Nacht würde dieses Gefühl aufmerksam auf sie machen.

Ich fand die Ballade vom Erlkönig schon immer super faszinierend und freute mich hier eine Adaption der Geschichte gefunden zu haben. Die Story geht auch gut los, wir erfahren, dass Will und Letty seit dem Kleinkindalter befreundet sind. Er besuchte sie des Nachts, weil Letty sich allein fühlte. Allein mit ihrer Mutter nach England gezogen, sprach sie natürlich die Sprache noch nicht und fühlte sich einsam. Will war seit dem eine Konstante in ihrem Leben und ihr bester Freund. Jahre später erleben wir die beiden, wie sie Abenteuer im Nachtreich bestreiten und wie Letty ihren Schulalltag parallel bewältigt.

So weit klingt alles erstmal ganz gut, doch die Geschichte konnte mich leider überhaupt nicht packen. Mir fehlte der rote Faden in der Handlung und ich wusste nicht, was die Autorin mit ihren Charakteren vorhatte. Sie gingen immer wieder auf irgendwelche Missionen, die aber in keinen größeren Kontext passten. Daher war es sehr müßig für mich das Repetitive zu lesen.

Für mich blieben Letty und Will auch zu blass, als dass ich eine Verbindung mit ihnen hätte aufbauen können. Außerdem wurde so viel Namedropping betrieben, dass ich irgendwann nicht mehr hinterher kam. Dabei wurden die Charaktere nicht in Person eingeführt, sondern benannt und ihre Funktion beschrieben. Das dies nach zwei Seiten bei mir vergessen war, ist auch klar. Mich konnte die Story überhaupt nicht packen und ich hielt mich ewig an wenigen Seiten auf, dass ich schließlich bei der Hälfte die Reißleine zog und abbrach. Das ist auch so schade, denn die Geschichte hatte auf dem Papier alles, um gut zu werden. Überzeugen konnte mich die Autorin nur dieses Mal leider nicht. Vielleicht gehöre ich mittlerweile auch nicht mehr zur passenden Zielgruppe.

Für mich war „der Prinz des Nachtreichs“ von Sandra Regnier leider nichts.

2/5

Hörbuchrezension | Das Signal von Ursula Poznanski

Ich hatte mal wieder Lust auf ein richtig spannendes Hörbuch und da lief mir der Neue von Ursula Poznanski über den Weg. Der Inhalt klang so gut, dass ich total gespannt auf die Story war.


Innenarchitektin Viola verlor bei einem schweren Unfall ihr Bein und ist seit dem ans Haus gefesselt. Ihr Mann stellte ihr eine resolute Pflegerin ab, die sie nie aus den Augen zu lassen scheint. Gleichzeitig hat ihr Mann es alles andere als eilig das Haus barrierefrei umbauen zu lassen. Er scheint etwas vor Viola zu verbergen und als schließlich immer wieder Violas Sachen verschwinden, beginnt sie diese zu tracken und irgendwann auch ihren Mann…

Die Geschichte hatte mich sofort in ihren Bann gezogen, es war wirklich ein Phänomen für sich. Ich war sofort gefesselt und lauschte total gebannt, wollte die Geschichte gar nicht wieder ausmachen. Ich denke, was mich sofort abholte, war die Protagonistin. Ich hatte vor 1,5 Jahren einen Unfall, der im schlimmsten Fall auch so hätte ausgehen können. Ich hatte Glück im Unglück und musste trotzdem die Erfahrung machen 8 Wochen einbeinig mit Krücken unterwegs zu sein und das Laufen wieder neu lernen zu müssen. Ich konnte mich total mit ihr identifizieren und den Gefühlen der Hilflosigkeit, die zwangsweise kommen. Zu dem war Viola aber super tough und ließ sich nicht unterkriegen. Wie wir im Laufe der Story mitkriegen ist sie moralisch nicht unfehlbar. Ich konnte ihre allerdings komplett nachvollziehen. Wird sie in ihrer Geschichte schon mit einigen herausfordernden Charakteren konfrontiert, die ihr Misstrauen wecken.

Dabei entspinnt sich ein super spannender Plot, den Viola aus ihrem Haus heraus verfolgt und nur bedingt eingreifen kann. Sie reimt sich zusammen, was ihr Mann, ihre Pflegerin und die Freundinnen gerade tun. Natürlich gibt es am Ende einige Enthüllungen, die ich so auch nicht habe kommen sehen. Ich fand es so spannend und möchte diese Geschichte nur wärmstens empfehlen. Ich sollte definitiv mehr von der Autorin hören.

Das Hörbuch wurde von Tessa Mittelstaedt eingelesen, die einen tollen Job machte und jeder Figur Leben einhauchen konnte.

„Das Signal“ von Ursula Poznanski war wirklich großes Spannungskino mit einer tollen Protagonistin, die sich zu helfen wusste. Ich habe alles daran geliebt!

5/5

Sonntag, 22. März 2026

Hörbuchrezension | half his age von Jennette McCurdy

 Cover und Titel dieses Buches machten mich neugierig. Der Klappentext klang brisant und ich wollte die Geschichte unbedingt erfahren, obwohl sie außerhalb meiner gewohnten Genres lag.


Waldo ist anders. Kaufsüchtig. Unsicher. Ungeliebt. Waldo ist 17. Schülerin. Clever. Sexpositiv. Waldo ist an ihrem Lehrer dran. Mr. Korgy unterrichtet kreatives Schreiben und Waldo ist seine begabteste Schülerin. Mr. Korgy ist verheiratet. Vater. 40. Nicht mehr so ein Hecht, wie er es früher einmal war. Bis er sich auf Waldo einlässt…

Was habe ich da nur gehört?! Tatsächlich war es eine Mischung aus Genie und Wahnsinn. Der Schreibstil des Romans ist sehr literarisch und steckt voller Metaphern und tiefschürfender Vergleiche, dass ich wirklich beeindruckt war und mich an die Literatur aus Oberstufe und Studium erinnert fühlte. Die Figuren sind unglaublich vielschichtig und doch voller Klischees. Man merkte der Autorin sehr ihr literarisches Können an.

Dann gibt es Szenen, die mich an Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ erinnerten, die Idee dahinter scheint nun nach fast 20 Jahren in die USA übergeschwappt zu sein. Denn Jennette McCurdy möchte schocken und Tabus brechen. Hat keine Angst vor Ekel und Dingen, die besser unausgesprochen blieben. Immer wieder fragte ich mich beim Hören „Was zur Hölle war das gerade?“ Das war wirklich wild.

Die Geschichte erzählt ein kritisches Bild von der Gesellschaft. Waldo wuchs ohne Vater auf, mit einer Mutter, die immer nur für Männer funktionieren wollte, deren all ihre Bemühungen sich darum drehten, Männer zu halten. Ihre Tochter spielt in ihrem Leben nur eine Nebenrolle. Waldo adaptierte dieses Verhalten und scheint ihren eigenen Wert nur über die Anzahl ihrer Geschlechtspartner zu definieren. Das sind tatsächlich auch einige, bis sie eine perfide Faszination für ihren Lehrer entwickelt, die ich nicht unbedingt nachvollziehen konnte. Ich denke, Waldo wollte ihn nicht um seinetwegen, sondern weil er absolut tabu war und sie ihn trotzdem knacken konnte. So nimmt ihre Beziehung dann schließlich ihren sehr realistischen Laufen und dabei gab es für mich inhaltlich ein paar Schwachstellen, die nicht beleuchtet wurden. Auch das Ende fühlte ich an wie das Ende eines Kapitels und nicht des ganzen Romans. Das war ein wenig unrund und ein Ausblick in Waldos Zukunft hätte ihre Geschichte besser auserzählt. Vielleicht ist Waldo aber auch wie ihre Mutter und begeht die selben Fehler immer und immer wieder.

Das Hörbuch umfasst 7,5h und wurde von Paula Hans eingelesen, die eine sehr reif klingende Stimme für eine 17-Jährige hatte. Da Waldo die Erzählerin ist, war das für mich nicht optimal gewählt.

„Half his age“ von Jennette McCurdy erzählt auf schockierende und virtuose Art die tabubehaftete Beziehung von einem Lehrer mit seiner Schülerin. Ich wurde entsetzt und bestens unterhalten.

4/5

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