Montag, 28. September 2026

Hörbuchrezension | Dracula und Töchter von Emma Carroll



In Temstown verschwindet eine berühmte Schauspielerin aus ihrem Grab. Sie soll sich selbst dort herausgegraben haben! Alle sind sich sicher: Die Vampirepidemie ist wieder ausgebrochen! Mina, Bella und Buffy machen sich an die Rettung ihres Freundes Varney, der von einem Vampir gebissen wurde und versuchen alles, um ein Heilmittel zu finden.

Der Klappentext hatte mich gecatcht und da gerade die Spooky-Season vor der Tür steht, war das natürlich der perfekte Hörstoff für mich.

Wir befinden uns in einem Setting welches einer englischen Stadt im 19.Jahrhundert sehr ähnelt. Alles ist düster, schmutzig und es gibt klare Trennungen von Arm und Reich. Gleichzeitig sind wir in einer Realität unterwegs, in der es Vampire gibt, die Menschen Angst vor Ihnen haben und sich mit sämtlichen Knoblauchprodukten ausstatten. Eigentlich galten die Vampire als ausgerottet, doch dann stirbt eine berühmte Schauspielerin unter mysteriösen Umständen. Das Setting gefiel mir richtig gut, es war leicht verständlich und sehr atmosphärisch.

Die Geschichte wird aus Minas Sicht erzählt. Sie lebt mit ihrer Schwester und der Mutter in einer ärmlichen Gegend. Sie möchte unbedingt Medizin studieren und beschafft einem Doktor Leichen für seine Forschung. So trifft sie auf einem Friedhof die Bestatterstochter Bella. Beide freunden sich an und wissen noch nicht, wie sehr sie bereits miteinander verbunden sind. Was mir gut gefiel, wir haben hier starke, junge Protagonistinnen, die zusammenhalten und die Abenteuer gemeinsam durchstehen.

Was mich nicht so überzeugen konnte: Die Geschichte ist sehr vorhersehbar. Der Klappentext verrät auch schon sehr viel, was erst im Laufe der Handlung offenbart wird. Doch auch die restlichen Enthüllungen kamen nicht überraschend. Das Zielpublikum für das Buch ist natürlich auch jünger und die Handlung darauf zugeschnitten. Vielleicht wäre ich vor 20 Jahren ja total begeistert gewesen. Doch mein aktuelles Ich ließ das Hörbuch so nebenher laufen und hätte sich gewünscht gefesselter zu sein.

Magdalena Montasser spricht das 7,5-stündige Hörbuch ein und konnte mit ihrer jungen, angenehm klingenden Stimme den Figuren Leben einhauchen. Daran gab es für mich nichts auszusetzen.

„Dracula & Töchter“ ist der Einstieg in eine Reihe von Emma Carroll, die zwar sehr atmosphärisch ist, mich aber leider nicht fesseln konnte.

3/5

Montag, 21. September 2026

Enttäuschend | Chased by Sins an Sorrows von Ophelia L. Nightfall

 Diesen Titel fand ich auf Vorablesen und hatte auch das Glück, ihn über die Plattform zu gewinnen. Ich war echt gespannt auf die Geschichte, doch leider…



Devrim lebt mit ihrer Schwester am Königshof. Diese ist die Verlobte des Königs und so lebt auch Devrim ein sehr komfortables Leben. Doch niemand darf erfahren, dass sie Hexen sind, denn diese werden verfolgt und verbrannt. Als die Verlobte des Königs leblos aufgefunden wird, verdächtigt man Devrim und so flieht sie vom Hof und gerät in die Arme von drei Männern, mit denen sie sich auf ihrer Flucht eine Hütte teilen muss.

Als ich das Buch in den Händen hielt, traf ich auf zwei Überraschungen. Die erste: Für einen aktuellen Fantasyroman ist das Buch mit knapp über 400 Seiten erfrischend dünn. Ich muss nicht immer für 800 Seiten mehrere Wochen in einer Geschichte verschwinden. Wenn die Geschichte auch auf 400 Seiten funktioniert, ist mir das deutlich lieber. Die zweite Überraschung: Das Cover war dann doch ein wenig schöner als es im Internet erschien. Dort erschien es mir wie eine Fanart, deren Anspruch nicht so hoch war, wie die Arbeit einer professionellen Illustratorin.

Die Geschichte startet mit der Ankunft einer Delegation aus dem benachbarten Königreich, in dem ein Vampir herrscht. Devrim läuft seinem General in die Arme und wird von ihm zum Schloss begleitet nach dem sie einen alten Freund im Wald wiedersah. Zwischen den drei Figuren herrschte schon von Beginn an eine gewisse Vertrautheit, die ich als Leserin aber nicht nachspüren konnte. Devrim und ihr alter Freund, der ein Werwolf ist, kennen sich seit ihrer Kindheit, was kurz angerissen wurde. Sie sollten also auf einer ganz eigenen Vertrauensebene sein, doch leider schaffte die Autorin es für mich nicht dieser Verbindung mehr Tiefe zu verleihen. Devrim steigt also zum Vampirgeneral aufs Pferd und auch dort entstand instant eine ähnliche Vertrautheit, wo ich mich fragte, wo die auf einmal herkam. Keine Skepsis, keine Scheu vor dem Fremden – Devrim und Licas waren sofort fasziniert von einander und ich wunderte mich nur auf den ersten wenigen Seiten.

Dann kam auch noch Devrims bester Freund Samuel hinzu, der ein Seher ist und eigentlich schon immer heimlich in Devrim verliebt. Doch Samuel findet auch den General plötzlich ganz heiß und ich kam nicht mehr mit, woher all diese Anziehung auf einmal kam. Es war so random und demnach für mich leider nicht überzeugend. Ich habe nichts gegen die beworbenen Tropes, im Gegenteil, denn ich finde sie ziemlich interessant, doch es muss einfach gut und nachfühlbar gemacht sein, sonst liest es sich nur wie das Set – Up eines „Erwachsenenfilms“.

Wenn man also nun vermuten würde, dass es total spicy wird, dann irrt man sich auch. Nach der Instalust lassen sich die Figuren doch noch recht viel Zeit und es kommt auch nicht zwischen allen zu sexuellen Handlungen.

Ich nahm Devrim auch in dieser Hinsicht als passive Figur war. Ihr passieren die Dinge immer nur, anstatt aktiv für sich einzustehen.

Eine weitere Schwäche des Buches war das Worldbuilding. Wenn man viel Fantasie liest, erscheint alles in diesem Buch wie eine Theaterkulisse aus Pappmaschee. Es fehlt die Tiefe, es fehlen Hintergrundinfos und es fehlt die Ausarbeitung der Figuren. Das war mir viel zu seicht. Andere AutorInnen schafften dies auch auf 400 Seiten.

In Band zwei geht es dann mit Devrims Schwester weiter, dabei ist noch nicht mal ihre eigene Geschichte abgeschlossen. Doch das stört mich ehrlicherweise nicht, denn ich bin an dieser Stelle raus.

„Chased by Sins and Sorrows“ von Ophelia L. Nightfall war für mich eine herbe Enttäuschung. In meinen Augen hat die Geschichte leider nicht so viel richtig machen können, was aufgrund der Idee echt schade ist.

2/5

Dienstag, 15. September 2026

Hörbuchrezension | Blue Sparrow Girls 2 von Laura Willud

Caleb hasst die beiden WGs in seinem Wohnkomplex, die für lautstarke Partys und überflutete Wäschekeller sorgen. Besonders Jules treibt ihn mit ihrer Art in den Wahnsinn. Als er einen studentischen Aushilfsjob in einer renommierten Kanzlei annimmt, kann er sein Pech kaum fassen, denn Jules ist seine Kollegin. Jules, die er nicht ausstehen kann und deren Geheimnis er kennt und ihr somit alles zunichtemachen könnte.

Band eins hatte ich dieses Jahr bereits gehört und fand ihn nur okay. Allerdings hatten es mir die Nebenfiguren so sehr angetan, dass ich sie noch nicht gehen lassen wollte. Auf Jules war ich besonders gespannt, deswegen freute ich mich, sie in Band 2 als Protagonistin antreffen zu können.

Jules hasst die Männer der Nachbar-WG. Nachdem einer von ihnen ihrer Schwester das Herz brach, sind sie ein rotes Tuch für sie. Wir wussten bisher nur von Jules, dass sie sehr resolut in ihren Ansichten ist, immer für die Mädels ihrer WG da ist und dass sie in einem Nachtclub tanzt. Ich war daher echt überrascht als Jules auf einmal Ambitionen für eine berufliche Zukunft als Juristin auspackte. Im ersten Semester konnte sie einen begehrten Job in einer Kanzlei ergattern und trifft dort auf Caleb, den schnöseligen Spießer aus der Wohnung unter ihr. Diese Jules aus Band zwei war sehr facettenreich. Sie ist immer noch unkonventionell, wie wir sie bereits kennengelernt haben, bekam mit ihrem Jurastudium allerdings eine sehr seriöse Seite dazu, was ich zuvor nicht für möglich gehalten hätte.

Caleb ist ein spießiger Griesgram, der es den beiden WGs heimzahlen will. Caleb kann aber auch nett zu den Leuten in seiner Familie sein. Er lebt sehr zurückgezogen und legt vollen Fokus auf sein Studium. Wir erfahren die Geschichte auch aus seiner Perspektive, was es einfacher machte, ihn zu verstehen und zu mögen. Er und Jules sind so unterschiedlich. Ich fragte mich daher auch, woher ihre Faszination füreinander kam, weil nur Jura sie verbindet und dort sind sie eigentlich eher Konkurrenten als Kollegen. Ich muss sagen, dass ich es zwischen beiden nicht ganz so fühlte. Dafür konnte die Autorin perfekt die Aufregung einer neuen Liebe transportieren.

Das Kanzleisetting und die Juravorlesungen erinnerten mich an „How to get away with murder“ oder „Natürlich blond“, was ich echt cool fand. Rund um diesen Handlungsstrang entspinnt sich auch noch ein Stalkingplot, denn jemand sendet Jules riesige Rosenbouquets mit bedrohlichen Nachrichten. Die Auflösung dahinter war wenig überraschend und leider war die Beseitigung des Problems auch nicht wirklich realistisch, wenn wir mal ehrlich sind. Daher war dieser Part für mich nicht so überzeugend.

Das Hörbuch umfasst über 11,5h und wurde von Johannes Quester und Henriette Schreurs eingelesen. Für mich klang Jules Verkörperung zu gereift und seriös für ihren Charakter. Dennoch war die Umsetzung um Welten besser als noch Band eins.

Ich bin gespannt, wann und mit wem es weitergehen wird. Ich mag die Nebenfiguren nach wie vor sehr und werde sicher am Ball bleiben. Bis dahin kann ich „Blue Sparrow Girls. The Secrets between you and me“ von Laura Willud für alle weiterempfehlen die tolle Charaktere lieben und Anwaltsserien mögen.

4/5

Montag, 7. September 2026

Hörbuchrezension | Love and Rent von Jo Cheetham


Hannah glaubt nicht an die Liebe und schafft es nicht ohne Zynismus einen Liebesfilm mit ihrer besten Freundin zu schauen. Als es für sie finanziell ziemlich schlecht bestellt ist, tut sie das Undenkbare und zieht mit Oscar zusammen, den sie seit kurzem datet. Oscar, der eine vernünftige Wahl zu sein scheint, der aber auch total besessen von seiner Mutter ist. Hannah muss also bald für sich erkennen, was Liebe und Beziehungen für sie bedeutet.

Das Buch wäre eigentlich komplett von meinem Radar verschwunden, wenn es nicht mit „Bridget Jones für eine neue Generation“ beworben worden wäre. Ich liebe Bridget Jones und war demnach gespannt, was dieses Versprechen tatsächlich kann.

Wir lernen Hannahs Lebensumstände kennen. Sie hat einen Job im Museum, dem allerdings die Gelder gekürzt werden sollen. Hannah sieht sich schon ihre Wohnung nicht mehr halten können. Zu ihrer verbitterten Mutter zurückzuziehen ist dabei definitiv auch keine Option. Hannah hat in ihrem Umfeld hauptsächlich Negativbeispiele um sich herum, was romantische Beziehungen anbelangt. Daher kann ihre beste Freundin nicht nachvollziehen, warum Hannah mit Oscar von London nach Edinburgh zieht. Wir stecken mitten in Hannahs Kopf und wissen, was sie antreibt. Das machte sie für mich sehr nahbar, da ich ihre Motivation hinter ihren Entscheidungen besser verstehen konnte.

Überhaupt hat die Autorin ihre Figuren sehr gut ausgearbeitet. Mit Kiera bekommen wir eine beste Freundin, die für Hannah da ist, aber definitiv auch hinterfragt, was da gerade vor sich geht. Die Geschichte ist tatsächlich eher über Freundschaft und Zwischenmenschliches als über Liebe. So bekommt Hannahs Mutter auch einen großen Part eingeräumt. Die Handlung bekommt ernste Aspekte hinzu, ohne hinunterzuziehen. Sie ist ganz oft nicht angenehm zu verfolgen, dafür aber sehr real, als würde man das Leben einer Freundin beobachten. So muss Hannah einfach selbst erkennen, was sie in ihrem Leben will und das der einfachste Weg nicht immer der Beste ist.

Dann blitzen immer wieder witzige Momente durch, die mich beim Hören auflachen ließen. Trotz dessen das Buch nicht in meinen bevorzugten Genres angesiedelt ist, hat es mir wirklich Spaß gemacht und das hatte ich nicht unbedingt erwartet.

Das Hörbuch umfasste 8,5h und wurde von Lena Tiemann eingelesen, die einen sehr guten Job macht und den Figuren Leben einhauchte.

„Love and Rent“ von Jo Cheetham erzählt witzig und ernst Hannahs Geschichte, sich im Beziehungschaos der Gegenwart durchzufinden. Das hat mir überrascht gut gefallen.

4/5

Donnerstag, 3. September 2026

Hörbuchrezension | In stormy weather von Chelsea Curto


Dr. Quincy Monroe ist eine brillante Meteorologin, die ihre Leidenschaft für das Wetter, Stürme und Hurricanes mit ihren 3 Millionen Social Media Followern teilt. Keiner macht ihr in ihrem Fachgebiet etwas vor. Nicht mal Sebastian, der ein arroganter Wetterstar ist und für eine Dokumentation in seine alte Heimatstadt zurückkehrt. Ausgerechnet zur schlimmsten Hurricane-Saison wirbelt er Quincys Leben mächtig durcheinander.

Das Cover hatte mich neugierig gemacht und ich hatte Lust auf eine Lovestory mit Sommervibes. Die sollte ich eigentlich auch bekommen, denn das Setting in Florida, war heiß, schwül und spannungsgeladen.

Wir lernen Quincy als sehr ambitionierte, junge Frau kennen, die Social Media zu ihrem Job machte und ihr Wissen mit einem Millionenpublikum teilt. Doch sie strebt nach mehr und bewirbt sich für einen Job in einer staatlichen Forschungseinrichtung. Quincy kämpft allerdings auch mit den Vorurteilen in ihrer Branche, weil sie eine Frau ist. Ehrlicherweise konnte mich dieser Aspekt der Geschichte nicht so überzeugen, den sie hat einen Doktortitel und ein riesiges Publikum, welches hinter ihr steht. Trotzdem lässt sie sich von blöden Kommentaren in der Branche aus der Bahn werfen, anstatt diese als Unsicherheiten schwacher Männer zu entlarven. Sie ist super schlau und selbstbewusst, mach die Typen doch einfach fertig! Allerdings war Quincy eher die Kandidatin, die sich retten lassen musste. So richtig bin ich mit ihr nicht warm geworden.

Sebastian war für mich auch ein schwieriger Kandidat. Er ist der Bruder von Quincys bester Freundin. Beide kennen sich also schon seit der Schule und stehen seit dem heimlich aufeinander. Sie verfolgten seit dem, was der jeweils andere tut. Als er zurück nach Florida kommt, ist von „messerscharfen Schlagabtäuschen“ (wie es im Klappentext heißt) für mich nicht viel zu spüren gewesen. Beide ergänzen sich recht schnell und gehen gemeinsam auf Sturmjagd. Rivalitäten? Keine Spur! Was eigentlich ganz süß hätte sein können, bekam in den Spiceszenen ein Cringe-Level 500. Sebastian hat so ein übersteigertes Selbstbild, dass er agierte, als wäre er in einer anderen Branche vor der Kamera tätig und nicht als Wettermoderator. Ich empfinde wirklich sehr selten so, was Spice anbelangt, aber dieser war für mich echt zum Fremdschämen. Ich fand es auch so unrealistisch, dass beide im schlimmsten Hurricane schutzlos übereinander herfallen. Dabei sind beide verletzt und müssen um ihr Leben bangen, wie konnten die da in Stimmung kommen?!

Die Protagonisten waren also nicht mein Fall und auch die Nebencharaktere konnten mich nicht von den Socken hauen. Sie bekommen sehr viel Raum und wir lernen sie schon gut kennen, daher gehe ich davon aus, dass es weitere Bände geben wird, doch emotional hat mich einfach keiner erreicht.

Die Thematik ist mal was anderes. Ich habe noch kein Buch gelesen bzw. gehört, in dem es um Hurricanes ging. Das war schon interessant gemacht und auch sehr atmosphärisch, wenn die Autorin die Wetterlagen beschrieb, mit denen die Figuren gerade konfrontiert wurden. Das war allerdings das Einzige, was mich wirklich bei der Stange halten konnte.

Das Hörbuch umfasst 12,5h und wurde von Pia-Rhona Saxe und Alexander Schwarz eingelesen, die einen guten Job machten.

„In Stormy Weather“ von Chelsea Curto konnte mich leider nicht vom Hocker wehen. Dafür wurde ich mit den Figuren einfach nicht warm genug. Schade eigentlich, denn die Thematik ist wirklich interessant.

3/5

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