Dienstag, 10. März 2026

Hörbuchrezension | Nightreaver von R.M. Gray

Aster lebt mit ihrer Großfamilie auf einem Piratenschiff und gemeinsam verteidigen sie die Menschen vor den Nightweavern. Diese sind gefährliche, mythische Kreaturen, die die Elemente beherrschen und das Blut der Menschen trinken. Sie nahmen das Festland ein und zwangen Asters Familie somit zu einem Leben auf dem Meer. Bei einem verheerenden Angriff stirbt Asters Bruder und der Rest der Familie wird auf ein Anwesen der Nightweaver verschleppt. Womit niemand gerechnet hätte, die Nightweaver sehen aus wie Menschen und begegnen der Familie mit einer Güte, die alle überrascht. Doch dann häufen sich die Ereignisse und Menschen werden auf dem Anwesen ermordet.

Das Cover des Buchs ist definitiv mal was anderes, allerdings muss ich sagen, dass mich das Design nicht so ansprach, dass ich auf die Geschichte aufmerksam geworden wäre. Der Klappentext und der Vergleich mit Fluch der Karibik und Downtown Abbey weckten dann so sehr meine Neugierde, dass ich das Hörbuch unbedingt hören wollte.

Als die Geschichte beginnt ist Aster Oberon gerade mal 16 Jahre alt und ich war schon skeptisch. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt eine Geschichte mit so einer jungen Protagonistin hatte. Mittlerweile bevorzuge ich ganz eindeutig reifere Fantasy. Doch ich wollte der Story dennoch eine Chance geben. In der ersten Hälfte entfaltete sich definitiv eine Sogwirkung. Wir lernen die Charaktere kennen und geraten in eine Seeschlacht hinein, in der es sehr dramatisch zu geht. Dann kommt der Cut und wir befinden uns in einem hochherrschaftlichen Setting, in dem die Familie Oberon als Dienerschaft herzlich aufgenommen wird und ihr Piratendasein an den Nagel hängt. Sie kommen in eine Familie Nightweaver, die recht normal zu sein scheint und nicht wie die Monster, für die sie Aster immer hielt. Ich fand es tatsächlich sehr eigenartig wie wertschätzend mit der Piratenfamilie umgegangen wurde, als würden sie dringend gebraucht werden und die Nightweaver warben regelrecht um sie. Ich hatte da schon den Braten gerochen, wusste aber während des Hörens nicht, ob es tatsächlich einen Braten gab oder ob alle wirklich nur ganz unschuldige Motive verfolgten.

Es gibt eine Vielzahl von Figuren und ich schrieb mir jeden einzelnen Namen auf, sonst hätte ich wohl einige Probleme bekommen, die Figuren ihren Rollen zu zuweisen.

Hinzu kommt ein unglaublich komplexes Worldbuilding, was sehr spannend war, aber auch einiges an Konzentration während des Hörens abverlangte. Tatsächlich verlor mich die Geschichte ab der Hälfte. Die Ereignisse überschlugen sich und ich hatte Probleme hinterher zu kommen, sodass es mich irgendwann nicht mehr kratzte, was mit den Figuren passierte. Das war natürlich sehr schade.

Ich muss auch sagen, dass eine gute Lovestory zu meinem perfekten Fantasyerlebnis hinzugehört. Ich will den Spice, weil es die Geschichte reifer macht und die Charaktere eine weitere Dimension dazu bekommen. Ich bin halt auch keine 16 mehr für mich darf es schon heiß hergehen. „Nightweaver“ besitzt eine zarte Liebesgeschichte, allerdings scheint Aster nicht so richtig zu wissen, was sie will, denn gerade zum Ende hin kommt noch eine weitere Figur hinzu, die mich zweifeln ließ, wer der Loveinterest der Geschichte ist. Die romantischen Verwicklungen hatten mich da nicht wirklich abgeholt.

Ich würde den Roman nicht als Jugendbuch eingliedern, sondern als High Fantasy. Es wird nämlich verdammt blutig und brutal. Es sterben unglaublich viele Leute und die Protagonistin watet nur so durch Blut und Leichen. Das fand ich ziemlich widerlich. Da habe ich es schon lieber, wenn Gliedmaßen in Fantasygeschichten anders präsentiert werden.^^

Das Hörbuch umfasste über 16h, welches von Michaela Gärtner eingelesen wurde. Sie verpasste der schönen, bildgewaltigen Sprache der Autorin eine Stimme und das gefiel mir wirklich gut.

Nightweaver von R.M. Gray lässt mich mit ambivalenten Gefühlen zurück. Die Fantasygeschichte ist aufgrund ihrer Komplexität und Brutalität sehr erwachsen, gleichzeitig ist unsere Protagonistin dies nicht und so konnte mich die Story nicht so recht packen. Ich wüsche mir mittlerweile einfach was anderes für meine perfekte Fantasylektüre.

3/5




Hörbuchrezension | Two can play von Ali Hazelwood


Für Viola wird ein absoluter Traum war, als Chefdesignerin darf sie an der Spieleadaption ihrer Lieblingsbuchreihe arbeiten und könnte nicht glücklicher über diese Chance sein. Allerdings gibt es einen riesigen Haken, dafür muss sie mit Jesse zusammenarbeiten. Er ist ebenso Spieledesigner und übt schon seit Jahren eine Faszination auf Viola aus. Bis zu dem Moment, wo er ihr klarmachte, was er wirklich von ihr hält und seit dem könnte auch Violas Abneigung und Kränkung nicht größer sein. Zu Teambuildingmaßnahmen begeben sich Jesse und Viola mit ihren Kollegen zu einem Skitrip in den Bergen. Je mehr Schnee fällt desto heißer wird es tatsächlich…

Dies war mein erster Roman von Ali Hazelwood und ich war gespannt auf die Story, weil ich bisher immer nur Gutes von der Autorin hörte. Außerdem klang der Inhalt echt ansprechend und ich freute mich drauf.

Die Thematik des Spiele-/Softwareentwickelns gepaart mit verfeindeten Teams, die gezwungen werden zusammen zu arbeiten, war mal etwas anderes.

Viola liebt ihren Job und sie brennt für die Buchreihe, die nun adaptiert werden soll. Man merkt ihr den inneren Zwiespalt sehr an. Zum einen will sie das Projekt zum Erfolg bringen und zum anderen hat sie Angst, dass die Zusammenarbeit mit Jesse dies gefährden wird. Sie versucht sich professionell zu geben und wird mit dem unprofessionellen Verhalten ihrer KollegInnen konfrontiert.

Wir erfahren, wie Jesse und Viola sich zum ersten Mal trafen, wie die Begegnungen danach abliefen und wie es zu dieser Situation kam. Ich verfolgte die Handlung sehr gerne, weil es total kurzweilig war. Ich mochte die Protagonisten und auch die Nebenfiguren.

Als sich die Dinge zwischen Jesse und Viola änderten, ging es tatsächlich auch recht zügig. Ich mochte beide zusammen, sie verstecken sich vor ihren KollegInnen um das Projekt nicht zu gefährden und das Buch endet ein Stück weit im Ungewissen über die Zukunft am Ende des Skitrips.

Ich wusste bereits, dass der Roman nur 250 Seiten umfasst, daher war es keine Überraschung für mich, dass das Hörbuch schon nach 4,5h endete. Das war auch okay. Ich muss nicht immer 15h+ an eine Geschichte gefesselt sein. Doch hier ging die Tiefe und Emotionalität für mich schon verloren. Ich hätte mir für meinen ersten Ali Hazelwood schon mehr versprochen. „Two can play“ war trotzdem unterhaltsam für Zwischendurch, doch nichts, was man verpassen würde.

3/5

Freitag, 6. März 2026

Kinderbuch | Käptn Wumpe und der geheime Piratenschatz von Hannes Blume

 Auf Lovelybooks durfte ich seit Langem mal wieder an einer Leserunde teilnehmen und dies sollte vor allem die Jungs freuen, denn es gab mal wieder neuen Vorlesestoff.



Wumpe ist ein Strandwildschwein und lebt mit seiner Familie auf der tropischen Insel Terralinga. Den ganzen Tag nur faul im Sand herumliegen wird dem kleinen Schwein schnell ziemlich langweilig. Er will ein Pirat sein, auf Abenteuer gehen und Schätze finde. Nur doof, dass allein seine beste Freundin Paula zu seiner Crew dazugehören will. Doch auch zu zweit lassen sich Schätze finden!

Als das Buch bei uns ankam, war ich überrascht über seine Dicke. Immerhin 130 Seiten gibt es hier zum Vorlesen. Somit war das Ganze nicht an einem Abend erledigt. Die Altersempfehlung ist ab 5 und da würde ich absolut mitgehen. Der 5-Jährige lauschte gebannt den Kapiteln, während der 3-Jährige sein Ding machte und kaum Interesse zeigte.

Das Buch ist zwar farbig illustriert, doch nicht so reich wie gedacht. Es gibt auch immer wieder Seiten, die keine Illustrationen zeigen und das war für den kleinen nicht so spannend. Die vereinzelten Illustrationen zeigen hauptsächlich die Figuren und ab und an mal eine Situation. Diese waren von Illustratorin Anja Grote ansprechend inszeniert und untermalten die Handlung.

Wumpe ist ein freches, abenteuerlustiges Schwein, der eine tiefe Freundschaft zu Paula pflegt und mit ihr eine Einheit bildet. Paula ist die Forscherin der Insel und hat sich einen Roboterarm gebaut. Gemeinsam finden sie einen mysteriösen, blauen Stein mit ungeahnter Wirkung und besuchen während ihrer Schnitzeljagd rund um die Insel einige der Bewohner. Das war definitiv ganz niedlich gemacht und gefiel dem Großen echt gut. Das ist für mich die Hauptsache.

Ich bin während des Vorlesens nur öfters über sperrige Redewendungen gestolpert, die meinen Lesefluss störten. Auch fragte ich mich, wie häufig man das Wort „Vorderfuß“ in ein Kinderbuch einbauen kann. Die Antwortet lautet: oft!

„Käpt’n Wumpe und der geheime Piratenschatz“ von Hannes Blume ist ein abenteuerliches Kinderbuch gegen Langeweile und für Zusammenhalt. Mein 5-Jähriger fand es ganz toll, was für mich die Hauptsache ist. Auch wenn es nicht zu meinen liebsten Vorlesebüchern zählen wird.

4/5

Samstag, 28. Februar 2026

Buchvorstellung | Mein wilder, bunter Garten von Silvia Hardt




Nach dem der ganze Schnee endlich Geschichte ist und die Tage immer sonniger werden, freue ich mich auf die anstehende Gartensaison! Diese Neuerscheinung, die ich über Vorablesen gewann, spielt mir mit unserem Grundstück schon in die Karten. Hier muss nichts wie geleckt, gestutzt und akkurat getrimmt aussehen. Früher sagte man „verwildert“ heute gärtnert man naturnah und I am ready for it!

„Mein wilder, bunter Garten“ beschreibt den Weg, den Autorin Silvia Hardt, mit ihrem Garten über die Jahre hinweg ging, um Insekten, Vögeln und Wildtieren einen Lebensraum zu bieten, in dem die Pflanzenwelt divers bleibt und in unserem Klima heimisch ist. So finden gerade Insekten genug Nahrung. Tatsächlich war dies bei mir nie so auf dem Schirm, wenn ich mir neue Elemente für meinen Garten überlegte oder Pflanzen online bestellte. Daher war das Buch sehr spannend für mich und regte neue Denkweisen an. Wir haben ein altes Haus gekauft zu dem auch der Garten gehört, welcher vor Jahrzehnte angelegt wurde und hier und da Ecken hat, die sehr schattig sind und verwildert ausschauen. Für diese schwierigeren Ecken liefert das Buch tolle Inspirationen, gibt Pflanzentipps für jeden Boden und jede Lichtverhältnisse. Außerdem werden Werkzeuge vorgestellt, die nützlich und nice to have sind.

Außerdem gibt es mehrere beispielhafte Beetpläne, wie sie die Autorin im heimischen Garten umsetzte und erklärt die Auswahl von Materialien und Pflanzen. Das lieferte einigen interessanten Input für mich. Eines der beschriebenen Projekte, welches ich als erstes umsetzen werde, ist eine Blühwiese, die das blanke Erdreich neben unserer Einfahrt schmücken soll. Ohne die Informationen im Buch wäre das Ergebnis höchstwahrscheinlich schief gelaufen, da ich auf die beschriebenen Tipps definitiv nicht gekommen wäre. So fühle ich mich für das Projekt „Blühwiese“ gut vorbereitet und freue mich auf die Umsetzung.

Die Gestaltung des Buches möchte ich auch noch hervorheben. Die Haptik des Buches ist angenehm und macht einen nachhaltigen Eindruck. Die Autorin arbeitete im Inneren mit übersichtlichen Tabellen und veranschaulichenden Übersichten. Gleichzeitig gibt es viele sehr schöne Fotos, die das Leben in ihrem naturnahen Garten in Momentaufnahmen zeigen. Ein richtige Highlight waren für mich auch die naturgetreuen, wunderschönen Illustrationen verschiedenster Pflanzen. Echt toll gemacht!

Ich kann „Mein wilder, bunter Garten“ von Silvia Hardt absolut empfehlen und freue mich nach der Lektüre ein Stück mehr auf die kommende Gartensaison.

5/5  

Donnerstag, 26. Februar 2026

Kinderbuch | Das Zauberwort heißt Nein! von Rebecca Mir

Über Vorablesen zog dieses neue Kinderbuch bei mir ein, welches ich mir mit den Jungs direkt abends zu Gemüte führte. Wenn neue Bücher für sie einziehen, sind sie immer ganz aus dem Häuschen und sie müssen sofort vorgelesen werden.

 



Fiete ist ein süßer, kleiner, roter Kater, der alles für seine Freunde tun würde. Doch diese nutzen Fiete aus und fordern Gefallen von ihm, die den kleinen Kater in ziemliche Schwierigkeiten bringen. Da muss erst eine kleine Heldin auftauchen, die Fiete zeigt, was Freundschaft bedeutet und das es da ein ganz wichtiges Zauberwort gibt: NEIN!

 

Das Cover des Kinderbuchs ist sehr aussagekräftig, zum einen sieht man den niedlichen Kater und ist direkt bezaubert, doch dann entdeckt man, was da eigentlich los ist, in welcher Bredouille er steckt. Das haben auch die Jungs direkt erkannt und waren bestürzt, was da gerade mit Fiete passiert. Ich war echt erstaunt, welche Gefühle das Cover bei den Kids ausgelöst hat und das auf subtilere Art und Weise.
Etwas unglücklich finde ich, dass auf dem Cover mit einem prominent platzierten Störer gearbeitet wurde, um ja darauf aufmerksam zu machen, dass dies das erste Kinderbuch von Rebecca Mir ist. Ich finde sie super, keine Frage, doch wirkt ihr schönes Portraitfoto wie ein Fremdkörper auf dem Cover und würde mich eher vom Kauf abschrecken als diesen anzureizen.

Tatsächlich hat sie das Buch auch nicht allein geschrieben, sondern zusammen mit Ruth Rahlff. Rebecca Mir setzt sich für den Schutz von Kindern vor Missbrauch ein und dahingehend sensibilisiert die Thematik des Buches. Nein ist ein wichtiges Wort und sollte in jedem Kontext akzeptiert werden. Das müssen die Kids früh genug lernen.
Hier begleiten wir also Kater Fiete dabei, wie er gefährliche Aufgaben für andere Katzen erledigen soll, die sich als seine Freunde ausgeben. Er traut sich nicht nein zu sagen. Erst eine kleine Maus hilft ihm den Mut dazu zu finden. Unterlegt wird die Geschichte mit großflächigen, farbigen Illustrationen, die wunderschön anzusehen und sehr niedlich sind. Gleichzeitig transportierten die Figuren über ihre Mimik ganz viel Gefühlsregungen, die meine Jungs sehr wohl zu interpretieren wussten und somit richtig mitfieberten.

 

Das Ende der Geschichte war recht abrupt und die Jungs und ich auch waren ein wenig verwirrt, dass die Story schon auserzählt war. Das hätte gerne runder auserzählt werden können. Dennoch kann ich sagen, dass uns „Das Zauberwort heißt Nein!“ richtig gut gefiel. Die Botschaft des Kinderbuchs ist super wichtig , der Held ist liebenswert und die Illustrationen sind schön und emotional. Daher würde ich es auf jeden Fall weiterempfehlen.

4/5

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