Montag, 19. Juli 2021

Hörbuchrezension | Kate in Waiting von Becky Albertalli

 Ich hatte das Buch ursprünglich bei Vorablesen entdeckt und war ziemlich traurig, dass ich es über die Plattform nicht gewann, denn die Leseprobe hatte mich sofort in ihren Bann gezogen. Zum Glück konnte ich mir das Hörbuch über Netgalley sichern und das war ein viel größerer Genuss.


Kate und Anderson sind die besten Freunde. Sie teilen sich die Nachbarschaft, den Freundeskreis, mit Theater eine Leidenschaft und mit dem Verlieben eine Marotte, dass sie dies immer gemeinsam tun...und zwar in die selbe Person. So ist es auch dieses Mal mit ihrem Theatercampschwarm Matt, der auf einmal in der gemeinsamen Highschool auftaucht. Dieses Mal soll Matt entscheiden, doch das wird für die beiden besten Freunde eine wahre Zerreißprobe.

Ich liebe realistische Jugendbücher mit Tiefgang und so eines habe ich hier definitiv serviert bekommen. Für mich war es das erste Buch von Becky Albertalli. Da ich bisher nur Gutes von ihr gehört hatte, hatte ich nicht daran gezweifelt, dass mir Kates Geschichte gefallen würde.

Der Fokus des Buches liegt auf der besonders tiefen Freundschaft von Kate und Anderson. Selbst deren Eltern verstehen sich gut und so gehen beide bei dem anderen aus und ein. Kate und Andy waren sogar einmal für ganz kurze Zeit ein paar. Doch danach outete sich Anderson als schwul. Die Zeit ihrer gemeinsamen Schwärmereien begann. Beide sind oft zeitgleich in den selben Jungen verliebt und zelebrieren dies auch richtiggehend. Doch als es mit Matt etwas ernsteres zu werden scheint, gerät die Freundschaft ins wanken.

Die Geschichte wird aus Kates Sicht erzählt und ich mochte sie unglaublich gern. Sie liebt das Singen, obwohl sie an ihrer Schule damit schon eine schlimme Erfahrung gemacht hat. Dennoch hat sie der Musik nie abgeschworen und sogar eine der Hauptrollen im Schulmusical ergattern können.

Doch auch die anderen sehr diversen (die Autorin hat alle untergebracht, die möglich waren) Figuren fand ich sehr sympathisch und toll ausgearbeitet. Es hat einfach Spaß gemacht, ihnen durch ihren Alltag zu folgen. Wobei mir besonders Kates Lovestory richtig gut gefiel und ich mir vielleicht gewünscht hätte, dass diese ein wenig mehr Raum bekommt.

Gelesen wurde das über 10h umfassende, ungekürzte Hörbuch von Dagmar Bittner, deren Stimme ich sehr mag, da sie sehr gut ins Genre passt. Allerdings klingen die männlichen Figuren bei ihr immer ein wenig stoned, aber damit konnte ich gut leben. ;)

"Kate in Waiting" ist eine sehr diverse, junge Liebesgeschichte. Doch vor allem erzählt Becky Albertalli die Geschichte einer engen Freundschaft, die ich von Anfang bis Ende grandios fand. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und auch die Musicalhandlung machte einfach Spaß. Ich frage mich, ob es noch weitere Bücher mit den Nebencharakteren geben wird...

5/5


Donnerstag, 15. Juli 2021

Hörbuchrezension | First Love. Dieses Mal für immer von Marie Force

 Als ich auf Netgalley ein Hörbuch von Marie Force entdeckte, wollte ich es unbedingt hören. Schließlich habe ich die ersten Bände ihrer Lost in Love Reihe geliebt, bis ich irgendwann den Anschluss verloren hatte, beziehungsweise die Figurenentwicklung nicht mehr so gelungen fand. Das war 2017, ich wollte ihr unbedingt wieder eine Chance geben und freute mich auf die Geschichte.


Carly und Brian waren das Traumpärchen auf der Highschool. Zusammen mit ihren besten Freunden waren sie unzertrennlich. Als eines Abends ein Unfall geschieht, ändert sich das Leben aller abrupt. Für manche ist es sogar vorbei. Die beiden driften auseinander und sehen sich schließlich 15 Jahre lang nicht. Allerdings zwingen gefährliche Ereignisse Brian zurück in seine alte Heimat und zurück zu Carly.

Der Einstieg in die Geschichte gefiel mir richtig gut. Es geht direkt romantisch zwischen Carly und Brian zu. Beide lieben sich und genießen ihre Zeit mit den Freunden. Doch durch das tragische Ereignis ändert sich alles. Das fand ich sehr einfühlsam und gut erzählt. Marie Force hatte mich da sofort in ihrer Geschichte gefangen genommen. Ich mochte die Teenagerversionen von Carly und Brian gern.

Der harte Cut von 15 Jahren brachte die Geschichte dann auf eine andere Ebene. Carly hat in dieser Zeit kein einziges Wort gesprochen, so sehr war sie von den Ereignissen traumatisiert. Brian hat zwei lieblose Ehen hinter sich als er in seine Heimatstadt zurückkehrt. Es tauchen nämlich bedrohliche Nachrichten auf, die darauf schließen lassen, dass der Unfall vor 15 Jahren ein Verbrechen war.

*Dramatisches Fingerknöchelknacken* Jetzt beginne ich mit meiner Tirade an Dingen, die mir an diesem Buch auf einmal überhaupt nicht mehr gefielen. Ein paar Spoiler folgen.

Das Unglaubwürdigste an der Geschichte war, dass Carly und Brian nach 15 Jahren nahtlos an ihrer Beziehung anknüpfte. Nach einem Tag sogar verlobt sind und die Babyplanung gestartet haben. Warum macht man so etwas? Warum konnte die Autorin den beiden nicht wenigstens eine glaubwürdige Zeitspanne lassen? Das hat in meinen Augen überhaupt keinen Sinn gemacht. Schließlich ändern sich Menschen in so vielen Jahren. Außer Carly, die, wie mehrfach betonte wurde, immer noch aussah wie 18. Klingt logisch...nicht.
Brian entwickelte sich sofort in einen Kontrollfreak sobald er Carly wieder in seinen Fängen hatte und die Autorin vermittelte hier ein Bild, als sei es ok. Er kontrolliert sofort ihr Leben und zwingt sie sogar dazu ihren Job aufzugeben, damit sie die Zeit mit ihm verbringen kann. Mir stießen die erzkonservativen Ansichten der Autorin schon in der Lost in Love-Reihe auf und hier wurden sie noch mal bestätigt, denn Carly findet es prima die brave mütterliche Hausfrau zu sein, sobald sie mit Brian verheiratet ist. Sie bleibt daheim, da er ja genug Geld verdient.
Dann kommt die Autorin in einem Nebensatz mit einer riesigen Enthüllung daher, die ich total unnötig fand, da sie die Handlung von der Krimihandlung wegzogen und ein ganz großes Drama aufzogen, welches im Nachhinein betrachtet noch nicht mal auserzählt wurde. Das hat mich auch richtig genervt.
Für die Aufklärung, wer hinter dem Unfall steckte, blieb daher kaum noch Zeit. Es wurde total schnell abgefrühstückt. Immerhin konnte mich die Identität des Täters überraschen, auch wenn sie nie so richtig viele mögliche Kandidaten aufgezeigt hatte.

Gelesen wurde das über 10-stündige Hörbuch von Hannah Baus, der ich schon bei "den Rosen von Fleury (Megaflop) begegnet bin. Hier mochte ich ihre Art zu sprechen lieber. Allerdings hat sie wirklich keine Ahnung wie man die Stadt Providence ausspricht.

Es begann so gut in "First Love. Dieses Mal für immer" von Marie Force, doch dann ließ die Autorin ihren Figuren den Wahnsinn entfesseln und was dann folgte war einfach nur unglaubwürdiger Mist, der mich wirklich ärgerte. Ich lese, um ein wenig der Realität zu entfliehen, doch allzu abstrus sollte es nicht werden. Für mich Leben Liebesgeschichten von ihrer Glaubwürdigkeit und die hatte sich hier schnell verabschiedet.

2/5


Freitag, 9. Juli 2021

Highlight | Ihr unbändiges Verlangen von S.M. LaViolette

 Auf Lovelybooks entdeckte ich diesen Historical und fand, dass er sehr brisant klang. Daher freute ich mich, dass ich für die Leserunde ausgewählt wurde.


Melissa ist inkognito unterwegs als sie mit ihrer "Tante" in dem beschaulichen Örtchen New Bickford ein Anwesen anmietet. Melissa will sich dort von einem Leiden kurieren und trifft dort auf den schneidigen, jungen Kaplan. Magnus ist hilfsbereit, galant und stets höflich. Als Gentleman, aber vor allem als Mann Gottes ist er für Melissa absolut tabu, denn sie ist die berüchtigte eisige Madame - Londons Edelbordellbetreiberin Nummer eins.

Ich muss sagen, dass mich das Cover ein wenig abgeschreckt hat, denn es mutet sehr altmodisch an, eben wie die berühmten "Nackenbeißer" von damals. Ich finde, das hat der LYX-Verlag seinerzeit besser, moderner und ansprechender hinbekommen. Allerdings wollte ich die Geschichte unbedingt lesen, da die Figurenkonstellation einfach so spannungsgeladen ist. So ein Kontrast ist mir in dem Genre noch nicht begegnet und daher war ich neugierig.

Das erste Aufeinandertreffen der beiden ist unfreiwillig komisch, denn Magnus muss Melissa vor Hector retten. Hector ist ein Hahn, der seine Hennen eisern bewacht und eine Nulltoleranzpolitik gegenüber Fremden fährt. 
Es herrschte also von Anfang an eine lockere Vertrautheit zwischen Magnus und Melissa. Er ist weder der steife Kirchenmann, noch ist sie die harte, gefühlskalte Puffmutter. Ich mochte beide Protagonisten unglaublich gerne und sie überraschten mich in so vielen Momenten der Geschichte.
Melissa, die mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat, da ihr Einstieg in das Gewerbe nicht freiwillig war. Sie muss erkennen, dass sie einen so reinen Mann lieben darf und ihn nicht vor sich beschützen muss.
Magnus war ein wahrer Goldschatz, der für alle da ist und sehr unschuldig und rein erscheint, aber auch eine harte und unnachgiebige Seite besitzt.

Die Handlung war zu keiner Zeit langweilig und es gab einige Punkte, die ich nicht vorhersah. Es freut mich ja immer, wenn ich während des Lesens noch mal überrascht werden kann. Die Autorin war in diesem Genre daher definitiv eine Entdeckung für mich, die ich weiterhin auf dem Schirm behalten werde. Es ist sogar schon ein weiteres Buch von ihr auf meine Kindle gewandert.

"Ihr unbändiges Verlangen" von S.M. La Violette war für mich eine überraschende Entdeckung des Genres. Hier passiert ganz großes Gefühlskino, denn zwischen den Protagonisten herrscht ganz viel Spannung. Der Kontrast hätte mit Kirche und horizontalem Gewerbe aber auch nicht größer sein können. Ich freue mich auf die weiteren Teile der Reihe, wenn wir Melissas Kollegen näher kennenlernen werden!

5/5

Donnerstag, 8. Juli 2021

Hörbuchrezension | With(out) you von Maike Voß

Nach all den Geschichten aus dem 19. Jahrhundert war es mal wieder an der Zeit in die Gegenwart zurückzukehren. So führte mich mein erster New Adult von Maike Voß nach Hamburg.


Luna brach vor einem Jahr überstürzt nach München auf. Zu traumatisch war das Erlebte in ihrer Heimatstadt Hamburg. Nun kommt sie für das Studium zurück in den Norden und trifft dabei wieder auf Eli, den sie ohne ein Wort des Abschieds zurückließ.

Da ich eigentlich viel Gutes von dem Debüt der Autorin gehört hatte, versprach ich mir eine tiefgründige Geschichte, die mich begeistern würde, doch leider traf dies nicht zu.
Dabei war der Einstieg in das Hörbuch recht gut. Am ersten Tag hörte ich über 40 Prozent, was eher selten vorkommt. Danach fand ich allerdings, dass sich die Geschichte nicht mehr steigerte und sich immer nur im Kreis drehte. 

Ich hatte wirklich Probleme mit den beiden Protagonisten warm zu werden. Für mich fielen sie auch zu oberflächlich aus, bzw. definierten sie sich innerhalb der Handlung immer wieder nur über die selben 
Dinge und das war sehr eintönig.

Luna ging mir die meiste Zeit über ziemlich auf den Keks. Sie steckte zwei Jahre in einer toxischen Beziehung und erlebte dabei Traumatisches. Allerdings konnte sie nie daraus ausbrechen. So läuft sie auch immer noch davon und stellt sich keinen Situationen. Sie war unglaublich naiv und traf Entscheidungen, die keinen Sinn ergaben (zum Beispiel dem Ex aus dem Weg gehen wollen, aber bei seiner Arbeit anfangen). Sie spricht nicht mit ihren Mitmenschen und erzählt ihnen, was sie bewegt und das ist der Hauptpunkt der Geschichte, ohne den es diese nicht gegeben hätte. Hätte Luna von Anfang an mit Eli gesprochen, wäre es nie zu allem gekommen und das ist irgendwie ein schwaches Fundament für einen kompletten Roman. 

Eli hatte sich im Laufe der Handlung auch nicht mit Ruhm bekleckert. Allerdings kann ich nachvollziehen, warum er so sauer auf Luna war. Schließlich hat sie sich nach seinem schweren Unfall einfach aus dem Staub gemacht, ohne ein Wort. Dass die zwei überhaupt wieder miteinander anbandeln, war für mich da nicht immer nachvollziehbar.

Wenig glaubhaft waren für mich auch die ganzen Zufälle, die der Geschichte in die Karten spielten. Das war too  much!

Eins muss ich der Autorin zu Gute halten. Sie hat definitiv einen Sinn für Sprache und so gab es schöne Metaphern, die ihren Schreibstil ausmachten.

Nach all dem Gemeckere muss ich allerdings auch noch erwähnen, dass ich von der Hörbuchsprecherin Sabine Fischer nicht so angetan war. Sie führte durch die über 9-stündige, ungekürzte Fassung und klang dabei fast so nüchtern wie eine Sprecherin der Tagesschau. Ich empfand ihre sehr reife Stimme auch nicht als passend für die 20-jährige Ich-Erzählerin, vielmehr für deren Mutter.

Das war einfach nichts mit mir und With(out) you von Maike Voß. Ich bin weder mit den Figuren, noch mit der Hörbuchsprecherin so richtig warm geworden und das passiert mir eher selten. Es gab zu viele Zufälle und zu wenig Gefühl. Anstatt erhoffter Tiefgang bekam ich oberflächliche Charaktere und auf diese kann ich verzichten.

2/5

 

Dienstag, 6. Juli 2021

Buchvorstellung | Fritz und Frieda von Anna Böhm

Dank Lovelybooks zog ein unglaublich niedliches Kinderbuch bei mir, welches Groß und Klein definitiv begeistern wird.


Frischling Fritz macht einen Ausflug mit seiner Familie. Fritz ist für den Transport des Proviants zuständig als er abgelenkt wird und den Anschluss verliert. Im Wald verlaufen, trifft er auf das Fuchsmädchen Frieda und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach ihren Eltern.

Ich war direkt hin und weg als ich das Buch auspackte und zu Blättern begann. Die Illustrationen sind so bezaubernd süß und es gibt einiges zu entdecken. Dabei hatten es besonders Fritz drei kleinen Geschwister angetan, mit denen seine Eltern alle Hände voll zu tun haben. Doch auch die Waldszenerien sind wunderschön von Imke Sönnichsen illustriert wurden.

Beachtenswert fand ich auch wie Bild und Text eine Einheit eingehen, das hatte ich in der Form bisher noch in keinem Kinderbuch entdeckt. 

Fritz und Frieda sind zwei sehr liebenswerte Charaktere, die sich zwar nicht gesucht, aber dafür gefunden haben, um gemeinsam zu ihren Eltern zurückzugelangen. Die beiden haben sich beim Herumtollen noch mehr verlaufen und versuchen nun anhand von markanten Punkten im Wald den Weg zurückzufinden.

Es stecken also wissenswerte Tipps und tolle Botschaften in dem Kinderbuch, bei dem ich mich schon freue, es gemeinsam mit meinem Nachwuchs zu entdecken, wenn er bereit dafür ist. 

"Fritz und Frieda" von Anna Böhm ist ein Vorlesespaß für Groß und Klein auf 32 Seiten. Die Illustrationen sind bezaubernd und auch die Geschichte steckt voll wichtiger Botschaften. Das wird sicher noch sehr oft zur Hand genommen werden!

5/5


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