Donnerstag, 9. Juli 2026

Enttäuschung | A Crown of War and Shadows von J.R. Ward

 Ich hatte das große Glück und konnte seit Langem mal wieder an einer Lovelybooks Leserunde teilnehmen und das auch noch zu einem Titel, den ich mir eh im Buchladen kaufen wollte.



Sorrel ist eine Ausgestoßene in ihrem eigenen Dorf. Jeder braucht ihre heilenden Fähigkeiten doch gemieden wird sie trotzdem für ihre vermummte Erscheinung. Sorrel hat ein großes Geheimnis: mit einem Blick in die Augen der Menschen kann Sorrel deren Tod sehen und spürt ihn auch selbst. Dieses Risiko will sie niemals eingehen. Dann häufen sich Morde in ihrem Dorf, ein Dämon soll sein Unwesen treiben. Sorrel muss gehen bevor die Dorfbewohner sie verdächtigen. Auf ihrer Reise begleitet sie ein Söldner, den Sorrel für seinen Schutz bezahlen muss, aber nicht das nötige Geld dafür hat…

Das Buch ist mir sooft bei Instagram über den Weg gelaufen und wurde so dermaßen gelobt, dass ich echt neugierig war und meine Erwartungen auch demensprechend hoch.

Der Einstieg in das Buch gefiel mir noch richtig gut. Wir lernen Sorrel und ihre lebensunwürdigen Umstände kennen. Sie arbeitet in einem Gasthaus und hilft nebenbei den Kranken und Verletzten des Dorfes. Sie ist total aufopfernd und kümmert sich fürsorglich, ohne etwas zurückzubekommen. Es war schon hart zu sehen, in welche Umständen sie da gerät und wie einsam sie ist. Das Buch beginnt auch sehr traumatisierend und brutal. Das war erstmal nichts für schwächere Nerven. Sorrel bleibt lange ein Mysterium, zu dem sich sehr langsam die ersten Geheimnisse lüften.

Ebenso mysteriös ist auch Merc. Er tauchte plötzlich auf und versprach die Rettung für Sorrel zu sein. Er ist stark, aber man sieht ihm auch ein hartes Leben an. Wir wissen kaum etwas zu seiner Vergangenheit, ahnen aber, dass er ein mächtiges Päckchen zu tragen hat.

Zwischen beiden breitete sich sofort eine sexuelle Spannung auf, die immer wieder mit Blicken und Andeutungen gefüttert wurde. Allerdings erreichte mich diese nicht. Ich habe nicht verstanden, wie die beiden in solch einer Situation daran denken konnten und darüber sprechen konnten, während sie auf der Flucht waren oder von irgendwelchen Wesen Gefahr liefen getötet zu werden. Bis zum Ende ist ihre Verbindung sehr toxisch und einfach nicht nachvollziehbar für mich gewesen. Die Spiceszenen waren strange und entstanden immer wieder (es sind nur 2) aus den falschen Motivationen. Aus Insta Lust wurde Insta Love und das hat mich überhaupt nicht überzeugt.

Das Worldbuilding ist speziell, wir haben eine Fantasywelt mit mittelalterlichem Komfort und Kleidung, dafür aber mit Schusswaffen. Es gibt normale Tiere, aber auch Lebewesen wie Dämonen oder erdachte Geschöpfe, die allerdings kaum beschrieben wurden und einfach nur einen neuen komplizierten Namen bekamen. Ich fragte mich, hätten die beiden der Einfachheit halber nicht von einem Krokodil angegriffen werden können. Darunter hätte man sich wenigstens etwas vorstellen können. So kämpfte der Protagonist in meinem Kopf mit einem körperlosen Wort.

Auch der Schreibstil ist speziell und es gibt immer wieder Redenwendung oder Logikfehler, die den Lesefluss immens störten. War dies der Übersetzung geschuldet? Jedenfalls erkannte ich J.R. War weder im Schreibstil noch in ihren Figuren wieder. Ich habe ihre Black Dagger Reihe lange verfolgt und da liegen einfach Welten dazwischen.

Ich kämpfte mich durch die 620 Seiten. Die Geschichte machte mir einfach keinen Spaß. Ich fühlte die Figuren nicht und mich nervten die ganzen Sidequests, die sich immer mit ganz viel Zufall wie von selbst auflösten. Im letzten Drittel las ich einfach nur noch quer, um das Buch endlich zu beenden. Und mir entging dabei auch nichts wichtiges, wie ich dank der Leserunde nachverfolgen konnte. Das war schon eine herbe Enttäuschung. Das Buch endet dann auch noch mit einer Überraschung, sehr überhastet, doch relativ abgeschlossen. Ich werde daher die Reihe auf keinen Fall weiter verfolgen. Dafür ist mir meine Lesezeit einfach viel zu schade und jetzt freue ich mich auf ein Buch, das mir hoffentlich wieder mehr Spaß machen wird.

„A Crown of War and Shadows“ von J.R. Ward war nach all dem Lob eine unglaubliche Enttäuschung für mich. Ich quälte mich durch eine Geschichte, die mich in vielen Teilen nicht überzeugen konnte. Da hatte ich von der Autorin echt anderes erwartet!

2.5/5

Dienstag, 7. Juli 2026

Hörbuchrezension | Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code von Richard Osman

 


Ein Jahr war es ruhig um den Donnerstagsmordclub. Elisabeth trauert. Joyce plant eine Hochzeit. Ibrahim verschließt die Augen vor den Machenschaften seiner Lieblingspatientin und Ron hat mit familiären Problemen zu tun. Dann erfährt der Club von einem Code für ein Bitcoinkonto hinter dem einige zwielichtige Gestalten her sind. Als dann noch ein Mord passiert, sind die vier wieder voll im Einsatz.

 

Ich hatte meine vier Lieblingsrenter nach dem sehr emotionalen und packenden Band schon vermisst und war froh wieder nach Coopers Chase zu kommen. Es geht ruhig los. Die Hochzeit von Joyce Tochter steht an und Joyce könnte nicht stolzer auf ihren Schwiegersohn sein. Doch dann verschwindet dessen Trauzeuge, nachdem er dem Donnerstagsmordclub offenbarte, dass jemand versucht ihn umzubringen. Als tatsächlich jemand stirbt und die Renter von den Bitcoinmillionen erfahren, steigen sie wieder in ihre Ermittlungen ein. Dabei werden wieder mehrere Handlungsstränge miteinander verknüpft. Zum Glück hatte ich mir wieder die vielen neuen Charaktere notiert, um nicht durcheinander zu kommen. Das ist bei der Reihe immer Gold wert.

 

Unsere Protagonisten hatten alle sehr mit sich selbst zu tun. Es sind auch einige große Probleme, die bei ihnen im Raum standen. So kam das klassische gemeinsame Ermitteln dieses Mal ein wenig kurz. Dafür passierte einiges an Charakterentwicklung und ich denke, wir lernten Figuren kennen, die uns noch weiter durch die Reihe begleiten werden, denn bei einigen von ihnen war mir deren Handlungsstrang nicht auserzählt erschienen.

Der Krimiplot war auch nicht so spannungsgeladen wie erwartet. Als die Auflösung kam, war ich auch nicht sonderlich überrascht auch wenn ich nicht zu vor darauf gekommen war. Es war einfach nur unspektakulär.

Dennoch konnte mich die Geschichte sehr gut unterhalten, weil ich die Protagonisten so liebgewonnen habe und ihre andere Sicht auf das Leben schätze. Ich hoffe, es wird noch lange weitergehen mit dem Donnerstagsmordclub.

 

Das Hörbuch hat 11,5h und wurde wieder von Beate Himmelstoß und Johannes Steck eingelesen. Wenn ich ihre Stimmen höre, bin ich jedes Mal wieder in Coopers Chase angekommen und liebe es. Ganz großes Kino für die Ohren.

 

„Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code“ von Richard Osman ist der langersehnte 5. Band der Reihe. Es geht ruhiger zu. Dafür passierte viel mit den Charakteren und ich freue mich darauf, sie wiederzusehen.

4/5

Sonntag, 28. Juni 2026

Hörbuchrezension | No place to be single von Felicia Kingsley

 Im Juni gab es eine Neuerscheinung, der ich entgegenfieberte. Ein neues Buch von Felicia Kingsley, deren vorherige Bücher mich richtig gut unterhalten konnten. Besonders Courting war ein absolutes Highlight. Ihr neuester Roman ist eine Adaption von Stolz und Vorurteil. Als ich dies erfuhr, war ich sofort all in!



Die Aufregung ist riesengroß als Michael D’Arcy nach Jahren an den Ort seiner Kindheit zurückkehrt und single ist. Sämtliche Mütter und deren unverheiratete Töchter laufen Sturm als Michael auf das Weingut, wo Elisa arbeitet, zurückkehrt. Michael soll den Verkauf des Gutes für seinen Freund auf den Weg bringen. Elisa weiß noch nicht, dass ihr Zuhause verschachert werden soll, um einem Golfplatz zu weichen. Sie freut sich über die Rückkehr ihres Kindheitsfreunds. Doch dann erfährt sie die Wahrheit und Michael punktet nicht gerade mit seiner Arroganz bei ihr. Wird Elisa das Weingut retten können und kann Michael all den heiratswütigen Damen entkommen?

Der erste Satz des Buches hatte mich direkt abgeholt und mitgenommen. Er ist an Stolz und Vorurteil angelehnt und ich war gespannt, wie die Autorin diese Geschichte in die Toskana der Gegenwart bringen würde.

Elisa ist Winzerin und lebt mit ihrer Tochter, Schwester und Mutter auf dem Weingut. Alles daran ist ihr Leben und zumindest Elisa geht voll darin auf. Elisa ist temperamentvoll und weiß was sie will. Sie kümmert sich um das Weingut als wäre es ihr eigenes und ist immer für die Frauen ihrer Familie da. Mit Michael verbindet sie die tollen Sommer ihrer Kindheit. Doch dann kommt er zurück und zeigt sich von seiner nervigsten Seite. Aus Rache für eine Kränkung zwingt sie ihm Dates mit den verzweifelten Singles des Dorfes auf.

Michael ist Partner einer Investmentfirma. Für ihn zählen nur Zahlen und keine Gefühle. Als sein bester Freund das Weingut erbt, reist er mit ihm dorthin um den Verkauf vorzubereiten. Elisa erkennt er gar nicht, als er nach all den Jahren wieder auf sie trifft. Sie reitet ihn in eine mächtige Misere auf die Michael sich einlassen muss. Wir merken schnell, dass sein Gebären Fassade ist und er eigentlich das Herz am rechten Fleck hat. Allerdings schreckt Michael auch nicht vor losen Damenbekanntschaften zurück und so kommt es zu einigen witzigen Verwicklungen in der Geschichte. Zwischen ihm und Elisa gibt es einiges an Feuer. Doch auch die Gefühle kommen nicht zu kurz und es gibt einiges an Drama, wie man es auch aus Stolz und Vorurteil kennen mag. Die Autorin erzählte den Klassiker nicht eins zu eins nach. Auch nicht alle Charaktere tauchen auf, bzw. deren Rollen wurden geändert. Das fand ich sehr interessant gemacht und liebte es, bekannte Handlungsstränge wiederzuentdecken.

Der Ort Belvedere und besonders dessen Bewohner ist so liebenswert, kurios und witzig, dass ich Michaels Spießrutenläufe bei den Dates, in der Apotheke oder auf dem Bauamt einfach liebte. Das war die beste Unterhaltung und ich musste so viel lachen, wie ich es zuvor nicht erwartet hätte. Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil und immer wieder Zitate eingebaut, die mir im Kopf blieben und das passiert mir bei Hörbüchern sonst nicht. Die Geschichte hat den nötigen Tiefgang, gleichzeitig ist sie die perfekte Sommergeschichte und sprüht vor Witz. Ich habe alles daran geliebt.

Ich bin nur nicht wehmütig, dass sie nun zu Ende ist, weil es die Buchverfilmung schon zu Amazon Prime geschafft hat und ich weiß, was ich am Wochenende gucken werde!

Das Hörbuch wurde von Sven Macht und Sandra Voss eingesprochen, die einen grandiosen Job machten. Gerade die Verkörperung des Apothekers hat die Vertonung noch mal auf ein anderes Level gehoben. Es war einfach perfekt.

„No place to be single“ von Felicia Kingsley ist für mich das Sommerbuch des Jahres. Die Autorin hat mal wieder voll abgeliefert und mir mit ihrer Geschichte unterhaltsame Stunden beschert. Ich wünschte, ich könnte ewig bei Elisa und Michael verweilen. Ich bin gespannt, was als nächstes von der Autorin erscheinen wird und hoffe, dass dies einfach nicht so lange dauern wird…

5/5

Samstag, 20. Juni 2026

Hörbuchrezension | My evil Boss von Sarah Stankewitz

 Nach all den spicelosen Geschichten der letzten Wochen wollte ich eine Geschichte hören, die davon reichlich haben sollte. Das Hörbuch subbte schon ein Weilchen bei mir und schien dafür der perfekte Kandidat zu sein.

Als Aurora des nachts in eine verlassene Kirche einsteigt und sich im Beichtstuhl versteckt, erfährt sie die übelsten Geheimnisse eines Fremden. Ihre Begegnung endet verstörend, heiß und brutal. Ein paar Wochen später sitzt Aurora diesem Fremden bei einem Bewerbungsgespräch gegenüber und hofft unerkannt zu bleiben. Ayden ist der Boss des Nachtclubs Red Poison und hat etwas andere Wertevorstellungen und Ansichten, was man seine Angestellten zumuten darf…

Ich habe schon ein paar Bücher von Sarah Stankewitz gelesen und die waren mit wenigen Ausnahmen echt gut. Ich war gespannt auf diesen Ausflug in das Dark Romance Genre, denn das kommt bei mir auch nicht so oft vor. Ich zweifelte tatsächlich auch schon beim ersten Aufeinandertreffen von Ayden und Aurora daran, ob das eine gute Entscheidung war. Für mich war die Szene echt abstoßend und leicht verstörend. Ich gab den beiden dennoch eine Chance und hörte weiter.

Aurora lebt in beschissenen Verhältnissen. Ihre Mutter ist ein Junky und vernachlässigt dazu auch noch ihre beiden Kinder. Aurora kümmert sich um ihren kleinen Bruder und verdient das Geld für ihr Überleben. Auroras Situation hat mich wütend gemacht. Da wunderte es nicht, wie viel sie hinnehmen konnte, ohne schockiert zu sein. Aurora ist tough und schon recht kaputt, wenn man erfährt was sie anmacht und wie hörig sie ihrem Boss wurde.

Ayden ist der klassische Protagonist. Echt fies, gutaussehend, brutal und dauerhart. Nach und nach entpuppt sich, aus welchen Motiven er handelt und die Autorin schaffte es erstaunlicherweise somit seine Taten zu relativieren.

Es gibt eine präsente Handlung, die auch für Spannung sorgte. Die Spiceszenen fügten sich darin ein, ohne die Handlung zu dominieren. Auch wenn alles ein wenig too much war.

Das Hörbuch umfasst nicht ganz 10h und wurde von Larissa List und Sebastian Seidel eingesprochen. Ich denke, beide SprecherInnen waren neu für mich. Teilweise fand ich die Auswahl nicht ganz passend. Auroras Part klang mir zu reif für eine 21-Jährige. Die Stimme hätte auch super für Charaktere in einem Cosycrime Roman aus der Seniorenresidenz gepasst. Auch der Kinderpart klang strange. Das hat mir tatsächlich nicht so gut gefallen.

„My Evil Boss“ von Sarah Stankewitz ist moralisch höchstfragwürdig. Es hat mich trotz der Schwächen abgeholt und recht gut unterhalten. Das Genre wird trotzdem kein Dauerbrenner bei mir werden.

4/5


Freitag, 19. Juni 2026

Teil 2 | Die erste Braut von Julianna Grohe

 Beim Stöbern in der Buchhandlung fiel mir diese Schönheit ins Auge und in die Hände. Mittlerweile 10 Jahre ist es her, dass „Die vierte Braut“ von Julianna Grohe zu einem absoluten Lieblingsbuch wurde. Tatsächlich habe ich nie die weiteren Bücher der Reihe gelesen. Also gab ich mir einen Ruck und nahm die ziemlich teure Schmuckausgabe mit. Da ich Band eins so sehr glorifiziert hatte, tat ich etwas so seltenes und wagte einen Reread. Was soll ich sagen, das Buch hätte heute von mir nur noch 3 Sterne bekommen. Na gut ich kannte den Plottwist natürlich schon, aber ich hatte es dann doch deutlich überragender in Erinnerung und muss auch sagen, dass ich die Beziehung der beiden mit anderen Augen sah. Die Herren der Geschichte sind schon recht toxisch und Mayrin bekam nie ihren Mund auf. Was war da eigentlich los? Ich hatte also ein paar Bedenken als ich mit „die erste Braut“ startete und hoffte, dass es keine Enttäuschung werden würde.


Damit ihre Schwester den Mann heiraten kann, den sie liebt, reist Prinzessin Elaine an deren Stelle zur Brautschau in das benachbarte und verfeindete Königreich. Eine Heirat mit dem Königshaus soll die Wogen glätten und beiden Ländern endlich Frieden bescheren. Blöd nur, dass Elaine in die Brautschau gar nicht erst aufgenommen wird und sich als Magd verkleidet nach Wondringham Castle einschleichen muss. Dort soll sie in den Gärten aushelfen und lernt dabei einen jungen Gärtner kennen, der ihr Herz höher schlagen lässt und dabei ihre Mission absolut gefährdet, denkt sie zumndest...

Dies ist also die Geschichte wie Elaine den Kronprinzen kennenlernte und dies ist keinesfalls ein Spoilern, denn wir wissen sofort wer der Gärtner ist und überhaupt kennen wir den Ausgang ihrer Geschichte ja bereits aus Band eins. Dort präsentiere sich Elaine immer als makellose Kandidatin, die die Brautschau ohne Umschweife durchlief und zur zukünftigen Königin wurde. Dass ihr Weg allerdings ziemlich steinig war, erfahren wir nun hier.

Das tat ihrer Figur auch wirklich gut. Nahm ich Elaine in Band eins als unnahbar wahr, präsentiert sie sich in ihrer Geschichte als liebenswerte, naive junge Frau, für die es alles andere als glatt läuft. Gerade den Beginn der Geschichte fand ich toll, als sie sich von der Prinzessin in eine Bedienstete verwandeln muss und dies ohne zu meckern tut. Elaine ist unglaublich aufopferungsvoll ihrer Schwester gegenüber und könnte niemandem etwas zu Leide tun. Man muss sie einfach mögen!

Die Geschichte wird dieses Mal auch teilweise aus Alexanders Sicht erzählt und das tat ihm gut. Wir lernten ihn damals durch Mayrins Augen kennen und da kam er nicht immer so gut weg. Auf Alexanders Schultern liegt eine große Last. Sein Vater ist schwer krank und somit wird er ganz bald zum neuen König. Er muss bei der Brautschau also die perfekte Frau finden, weil sie die nächste Königin wird. Nach seinem Herzen kann er da nicht gehen. Dann lernt er Elaine als Magd in seinen geliebten Gärten kennen und ahnt, dass sie nicht aus einfachem Hause stammen kann. Dafür ist ihr Auftreten zu geschliffen. Er ermöglicht ihr also die Teilnahme in der Brautschau und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Ich fand beide zusammenwirklich gut und konnte ihre Chemie spüren. Das erste Aufeinandertreffen war zwar nicht optimal, aber die Prinzen sind einfach von Geburt an herrisch. Ich war dann doch überrascht wie sehr mich ihre Lovestory mitreißen konnte und das erleichterte mich nach dem Reread von Band eins sehr.

Handlungstechnisch ist einiges los und ich war doch erstaunt, was alles passierte gerade zum Ende hin, wovon wir in Band eins gar nichts ahnten. Ich glaube, dass dies von der zeitlichen Logik auch nicht ganz passen konnte. Doch mich hat die Geschichte wirklich gut unterhalten und sie gefiel mir im direkten Vergleich auch besser als „Die vierte Braut“.

Ich bin auf den nächsten Teil gespannt. Die Autorin hat einige spannende Andeutungen am Ende einfließen lassen und ich frage mich, was da noch auf uns zukommen mag.

„Die erste Braut“ von Julianna Grohe erzählt Elaines und Alexanders Geschichte, die mich wirklich gut unterhalten konnte und der Brautschau auf Wondringham Castle eine ganz neue Perspektive verlieh. Es gibt ein paar Ungereimtheiten, doch alles in allem war dies wirklich ein starker zweiter Band.

4,5/5



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