Sonntag, 19. September 2021

Mehr erwartet | Crave von Tracy Wolff

 Im August erreichte mich mit der Bücherbüchse dieses Buch, auf das ich so viel Lust hatte, es zu lesen, dass ich es auch einfach sofort tat. Allerdings sollte es eher ein zähes Vergnügen werden.


Grace hat alles verloren als sie nach Alaska kommt. Nach dem Unfalltod ihrer Eltern muss sie ihre Heimat in Kalifornien verlassen und an das Internat ihres Onkels in den eisig kalten Bundesstaat ziehen. Die Katmere Academy ist nobel und ihre Schüler kommen aus elitären Kreisen. Was Grace nicht weiß, ist, dass sie sich dort in die Höhle des Löwen begeben hat und in großer Gefahr schwebt.

Von Anfang an war es ja ein offenes Geheimnis, auf welche Kreaturen wir in dem Jugendbuch stoßen würden. Die Autorin macht sich auch keine große Mühe dies in der Handlung zu verbergen. Es weiß jeder außer Grace und so kommt die große Enthüllung erst nach über der Hälfte des Buches, welches übrigens über 650 Seiten umfasst. Um zu diesem Punkt zu kommen, war es leider eine sehr zähe und langwierige Angelegenheit. 

Bis dahin bekamen wir die Katmere Academy gezeigt und mehrfach mitgeteilt, wie unfassbar kalt die Winter von Alaska doch seien. So richtig viel Handlung passierte da nicht. Grace lernt auch nur eine Handvoll Schüler kennen, von denen mir sofort klar war, wer ein böses Spiel spielt. Die Rollenverteilung war zu offensichtlich, um am Ende noch für große Überraschungen zu sorgen.

Grace ist die typische Protagonistin für einen romantischen Fantasyroman. Sie hat ein schlimmes Schicksal hinter sich, ist naiv und schafft es stets sich in brenzliche Situationen zu manövrieren. Von denen gibt es für sie einige, denn jemand hat es auf sie abgesehen. Die Geschichte wird allein aus ihrer Perspektive erzählt, was ein wenig eintönig war. Die Sicht des Protagonisten Jaxon war deutlich spannender, wie die Probekapitel am Ende bewiesen.

Jaxon ist der perfekte Protagonist des Genres: Düster, geheimnisvoll, unglaublich gutaussehend und er hat ein Auge auf Grace geworfen.
Worin die Anziehung der beiden bestand, war mir bis zum Ende nicht klar. Es ist die ganz große Liebe, doch die Autorin hatte sich leider nicht die Mühe gemacht, diese durch die Buchseiten zu transportieren. Es sei denn, es ist für Grace total ausreichend, ständig leckeres Essen serviert zu bekommen und einen kontrollzwangsartigen Schutz zu erhalten...

Was ich ganz gut fand, war der Humor, der ab und an aufblitzte. Flachwitze sind eine Spezialität der Autorin und auch die Referenzen zu Popkulturellem machte die Geschichte recht modern. Das war definitiv ein Pluspunkt.
Allerdings konnte mich Tracy Wolff darüber hinaus mit ihrem Schreibstil nicht bei der Stange halten. Immer wenn ich zum Buch griff, brauchte ich sehr lange um mich in die Geschichte hineinzufinden. Ich las auch selten mehr als 50 Seiten am Stück und so brauchte ich dementsprechend lang für diesen Schinken.

Auf den letzten 100 Seiten kommt dann so etwas wie Spannung auf, doch auch hier schaffte die Autorin es nicht, den Cliffhanger so zu verpacken, dass ich aus den Socken gehauen wurde. Ich möchte ernsthaft bezweifeln, dass ich die Trilogie weiterlesen werde. Die Bücher sehen zwar grandios aus, doch auch deren Klappentexte sind so nichtssagend wie der bisherige Inhalt. 

Tracy Wolffs "Crave" fehlte die dringend benötigte Portion Biss! Ich freute mich darauf endlich mal wieder so eine Art Jugendbuch zu lesen und fand mich dann in einem kalten und handlungsarmen 680 Seiten starken Schinken wieder. Dabei hat die Handlung gerade mal einen Umfang, der auch locker auf 400 Seiten auserzählt worden wäre.

3/5

Samstag, 18. September 2021

Hörbuchrezension | Chasing Dreams von Julia K. Stein

 Ich war zunächst unsicher, ob dieser New Adult wirklich etwas für mich wäre. Die meisten Bücher in dem Genre enttäuschen mich einfach nur. Wegen der künstlerischen Thematik gab ich der Geschichte jedoch eine Chance.


Yuna ist eine klassische Balletttänzerin und verfolgt am Montana Arts College ihren Traum von der Profikarriere. Doch sie ist anders als die anderen Ballerinen. Sie hat eine schwere Krankheit überlebt, ihr ethnischer Background ist ein anderer und Modern Dance ist ihre geheime Leidenschaft. Ein Außenseiter ist auch Miles, der am College nur arbeitet und nicht studiert. Aufgrund schwerer Vorwürfe in seiner ehemaligen Pflegefamilie musste er nach Montana fliehen und gerät dort in den Bann von Yuna.

Das Cover und der Titel sind so klassisch nichtssagend für das New Adult Genre. Daher waren meine Erwartungen für den Anfang wirklich nicht so hoch. Ich muss aber sagen, dass ich sehr schnell positiv überrascht wurde, denn die Autorin hat hier eine tolle Geschichte entwickelt.

Yuna war eine sehr ernsthafte und ehrgeizige Protagonistin. Auf das klassische Studentenleben hat sie keinen Bock. Statt auf Partys zu gehen, geht sie lieber ins Tanzstudio. Sie möchte sich von der Verfolgung ihres großen Traums nicht abbringen lassen, doch dann begegnet sie Miles in einem Cafè. 

Zwischen beiden entwickelt sich langsam eine Faszination, die zur Neugierde wird, wer der andere eigentlich ist. Die Autorin gibt ihren Protagonisten die nötige Zeit sich kennenzulernen und das gefiel mir richtig gut. So konnte ich die Anziehung zwischen beiden auch nachvollziehen, was mir oftmals fehlte.

Ich mochte Miles auch unglaublich gerne. Auch er hat eine gewisse Ernsthaftigkeit und auch eine Traurigkeit, die an ihm haftet. Seine Vergangenheit ist nicht ohne, er kennt seine Eltern nicht und wurde von Pflegefamilie zu Pflegefamilie geschoben bis dies kein Gutes Ende nahm. Das soll ihn im Laufe der Geschichte einholen.

Fast bis zum Ende wäre mir "Chasing Dreams" 5 Sterne wert gewesen. Ich brauche nicht zu viel Drama. Oft ist dieses im New adult Genre zu sehr aufgebauscht, doch was mich hier leider nicht so überzeugen konnte, war, dass sich all die Konflikte in Luft auflösten und das passte nicht so recht zu dem bisherigen sehr starken Gesamteindruck. Dennoch möchte ich die Reihe unbedingt weiterverfolgen, weil die Nebenfiguren und ihre sich anbahnenden Pärchenkonstellationen sehr vielversprechend klingen. 

Das Hörbuch umfasst fast 12h und wurde von Viola Müller und Julian Mill eingelesen, die der Geschichte einen sehr ernsthaften Ton verliehen. Yunas Stimme war recht tief und passte perfekt. Julian Mill konnte mich schon bei Jennifer Benkaus "a reason to stay" begeistern, er verleiht den guten Kerlen einfach den perfekten Klang verleihen. Ich hoffe, dass es zu der Trilogie auch noch weitere Hörbücher geben wird.

"Chasing Dreams" von Julia K. Stein war endlich mal wieder ein klassischer College New Adult, der mich überzeugen konnte. Das Setting mit Montana war idyllisch, die Kunstthematik einfach erfrischend und sämtliche Charaktere konnten mich mit Tiefe und interessanten Zügen gut unterhalten.

4/5


Freitag, 17. September 2021

Buchtipp | Ein Baron für die Lady von Diana Lloyd

 Auch wenn ich mit meinem aktuellen Jugendbuch gerade nur sehr zäh voran komme, ist doch immer Verlass auf die Historicals auf meinem Kindle. Die lesen sich weg wie nichts!



Elsinore wittert ihre Chance als sie auf einem Ball die Spur des berüchtigten Dichters Lord Byron aufnimmt und dabei in einen handfesten Skandal schlittert. Anstatt mit einem Autorgramm verlässt die Tochter eines Herzogs die Abendveranstaltung mit einer ungewollten Verlobung. Ihr Zukünftiger ist Schotte und hat einige Geheimnisse im Gepäck. Doch Elsinore weiß sich zu helfen, schließlich befolgt sie die Ratschläge eines Erziehungsbuches für junge Jagdhunde. Wenn das mal keine erfolgsversprechende Ehe wird...

Ich hatte schon ein Weilchen ein Auge auf diesen Roman geworfen, weil der Inhalt so kurios klang und eine gute Prise Humor im Genre mal was anderes wäre.

Tatsächlich liest sich die erste Hälfte der Geschichte wie eine Komödie. Es passieren viele abenteuerliche Dinge voller Situationskomik, die Elsinore oft in Erklärungsnot bringen. Das war wirklich unterhaltsam. Die 20-Jährige ist ziemlich ulkig und ganz anders als die meisten Heldinnen des Genres. Sie ist mutig und für jeden Schabernack zu haben. 

Quin kann auf alles, was seine junge Braut tut nur reagieren. Sie lässt ihn kaum zu Atem kommen und er kann ihr Temperament nur schwer bändigen. Im Gegensatz zu Elsinore steht Quin deutlich hinten an. Er blieb recht blass und war nicht so interessant wie sie. Dabei ist es Quin, der all die Geheimnisse hat und sich mit Drohnachrichten auseinandersetzen muss. 

In der zweiten Hälfte macht die Geschichte eine 180 Grad Wendung, die mich nicht mehr ganz so gut unterhalten hat. Vom Humor blieb kaum noch etwas übrig. Die Autorin entfaltete mit Quins Familiengeschichte einen sehr düsteren Teil, der sich für mein Empfinden sehr lang zog. Beide Hälften des Buches passten nicht mehr so gut zusammen und ich war am Ende froh, dass ich das Buch ausgelesen hatte. Ich weiß daher nicht, ob ich noch mal eine Geschichte der Autorin lesen möchte. 

"Ein Baron für die Lady" von Diana Lloyd hat es mir nicht ganz so leicht gemacht. Der humorvolle Start in die Liebesgeschichte einer kuriosen Heldin driftete im Laufe des Buches in düstere, langatmige Familienfehden ab, denen ich nicht mehr so viel abgewinnen konnte. Da hatte ich mir einfach einen anderen Verlauf gewünscht.

3/5

Donnerstag, 16. September 2021

Hörbuchrezension | A history of us. Erst auf den zweiten Blick von Jen DeLuca

 Ich habe bei diesem Hörbuch etwas getan, was ich wirklich viel öfter tun sollte. Nämlich mir nicht den Klappentext durchzulesen kurz bevor ich mit dem Buch starte. 


Stacey liebt das Mittelalterfestival ihrer kleinen Heimatstadt Willow Creek. Für vier Wochen im Jahr kann sie dem Alltag entkommen und sich mit ihrer Affäre Dex vergnügen, der als Schausteller in die Stadt kommt. Als Staceys Freunde so langsam sesshaft werden, sehnt sich auch die 27-Jährige nach etwas Festem. Als sie Dex' Facebookseite eine weingeschwängerte Nachricht sendet, erhält sie ein paar Tage später eine unverhoffte Antwort...

Das ist mittlerweile der zweite Teil der Willow Creek Reihe. Ich bin allerdings nie dazu gekommen Band eins zu lesen, dabei klingt dieser ziemlich gut. Zum Glück lässt sich die Reihe unabhängig voneinander lesen, wobei man natürlich ein wenig für Band eins gespoilert wird, denn die Protagonisten sind sehr gut mit Stacey befreundet.

Stacey hatte nach dem College große Träume. Sie wollte mit ihrem Abschluss nach New York gehen und dort in der Modebranche arbeiten. Doch dann wurde ihre Mutter krank und Stacey stellte ihre Wünsche hinten an. Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und Stacey hängt in Willow Creek und einem stupiden Job fest. Ihr jährliches Highlight ist das Festival und ihre Rolle als Tavernendirne. Alle Mitwirkende sind wie eine Familie für sie und so hofft sie auch in Dex endlich jemand gefunden zu haben. 
Ich mochte Stacey unglaublich gerne. Ich konnte ihre Beweggründe und ihre Art, sowie die Entscheidungen, die sie traf sehr gut nachvollziehen. Ich fand, dass sie eine gute Protagonistin war, mit der ich mich identifizieren konnte. Sie war nicht perfekt, sondern auch von Unsicherheiten geplagt. Das machte sie sehr nahbar und echt.

Wer hinter den Nachrichten stecken würde, war schnell klar und das war gar nicht schlimm. Die spannende Frage war eher, wann und wie Stacey es erfahren würde und wie die beiden dann mit der Situation während des nächsten Festivals umgehen würden.

Ich muss sagen, dass ich mich möglicherweise auch ein wenig in den Protagonisten verliebt habe. Endlich mal ein guter Kerl und kein Fuckboy! Er war immer gut zu Stacey und genau das, was sie in den jeweiligen Situationen brauchte. Das war einfach schön zu verfolgen. Außerdem hat die Autorin eine der schönsten Sexszenen geschrieben, die mir seit langem in einem Buch begegnet ist.

Das ungekürzte, über 11h umfassende Hörbuch wurde von Dagmar Bittner eingelesen, die ich wirklich zu schätzen weiß. Ihre Stimme ist sehr frisch und passt einfach perfekt für junge, romantische Lovestories.  

"A history of us. Erst auf den zweiten Blick" von Jen DeLuca hat mich unglaublich gut unterhalten, denn das Setting um das Willow Creek Festival ist einfach einzigartig und spannend neu. Beide Protagonisten verbindet eine wunderschöne Liebesgeschichte, die mich komplett überzeugt hat.

5/5

Samstag, 11. September 2021

Hörbuchrezension | Sharing. Willst du wirklich alles teilen von Arno Strobel

 Ich bin für Thriller ja nur zu haben, wenn mich Cover und Klappentext sofort packen und das war beim neuen Arno Strobel sofort der Fall gewesen. Als ich das Hörbuch bei Netgalley entdeckte, musste ich sofort zuschlagen!


Markus und Bettina führen erfolgreich ein Sharing Unternehmen. Egal ob Autos oder Wohnungen - warum sollten diese nur von einem Menschen genutzt werden? Als Bettina entführt wird und von einem Unbekannten missbraucht wird, der alles im Darknet teilt, erfährt Markus die Schattenseiten des Sharings...

Ich hatte bisher noch kein Buch von Arno Strobel gelesen und war daher auf diesen Thriller sehr gespannt. Die Idee dahinter ist ziemlich düster und makaber, daher fragte ich mich auf welchem Grad der Autor mit seiner Geschichte wandern würde.

Was mir gut gefiel, war, dass er sich gar nicht mit langen Einleitungen aufhielt, sondern wir direkt ins Geschehen einsteigen. Aber der ersten Minute ist der Thriller wirklich superspannend und ich wollte eigentlich gar nicht aufhören. Das ist wirklich ein riesiger Pluspunkt der Geschichte. Die Handlung entwickelt einen Sog, der mich erst am Ende wieder rausließ. Dabei empfand ich den Schreibstil sehr packend, aber einfach. Definitiv eine gute Kombination, um so eine Art Thriller zu erzählen.

Wofür dabei kaum Zeit blieb, war die Ausarbeitung von ausgefeilten Charakteren. Gerade die Nebenfiguren sind eher eine Randnotiz. Markus ist in den 40ern und eher der einfache Typ von nebenan. So startet die Geschichte, doch im Laufe des Thrillers kommen Zweifel an ihm auf. Wie zuverlässig ist unser Protagonist wirklich?

Das war alles Teil des Spiels, den die Entführer mit ihm und uns treiben. Alles verwebt sich ineinander und bis zum Ende ist unklar, wer dahintersteckt und warum. Bis kurz vor Schluss hätte ich wirklich sagen können: "Endlich mal wieder ein Thriller, der mich komplett überzeugt, überrascht und perfekt unterhalten hat!" Doch dann kam die Auflösung und die Tat ich mit einem Schulterzucken ab. Denn diese fiel im Vergleich zu der atemberaubenden Erzählweise des Thrillers ab. Ich hatte das Gefühl, dass Arno Strobel in einem Rausch die Geschichte niederschrieb, aber bis zum Schluss selbst nicht wusste, wie er sie beenden sollte. Denn kurz der Auflösung wurde etwas eingeworfen und das war es dann. Ich bin ja eher ein Fan davon, wenn sich von Anfang an subtil mehrere Möglichkeiten einschleichen, ich miträtseln kann und am Ende von einem Twist überrascht werde. Dafür gab es hier eine eher unangenehme Schlussszene.

Das Hörbuch umfasst 7,5h und war damit etwas kürzer als erwartet. Gelesen wurde es von Sascha Rothermund, dessen Stimme wirklich sehr gut passte und die Spannung des Thrillers sehr gut transportieren konnte.

Der neue Thriller von Arno Strobel "Sharing" spielt mit einem üblen Gedanken - Willst du wirklich alles teilen? Das ganze war unglaublich spannend und mitreißend erzählt. Schon lange hat mich kein Thriller mehr so in Atem gehalten. Leider wurde die Auflösung der starken Handlung nicht mehr so gerecht, was den Gesamteindruck für mich trübte.

4/5


Donnerstag, 9. September 2021

Teil 5 | Die Lady mit dem ungezähmten Herzen von Sasha Cottman

 Ich weiß nicht, was es mit mir und den Historicals ist, dass ich so eifrig dabei bin die Reihen zu verfolgen. Das schaffte schon lange kein anderes Genres.


Freddie hat es als zweiter Sohn eines Herzogs verdammt schwer seinen Weg im Leben zu finden. Schließlich wird er den Titel wohl nicht erben, also muss er sich anders eine Bedeutung verschaffen und so gerät er an die Geheimorganisation Bachelor Board. Um dort aufgenommen zu werden, muss er einige Taten vollbringen, die nicht gerade gentlemanlike sind. Eve hilft ihm bei den Aufgaben und geht in dem Spiel vollkommen auf. Beide verlieben sich ineinander, doch allerdings ist der Preis für die Aufnahme in die Organisation zu hoch für ihre Liebe.

Der mittlerweile 5. Band der Reihe um das Hause Strahmore handelt von der Cousine der Strathmore-Kinder. Eve haben wir schon in den vorherigen Bänden kennengelernt. Was wir von ihr allerdings noch nicht wussten, war wie draufgängerisch und abenteuerlustig die junge Aristokratin ist. Eve ist wirklich keine stereotype Heldin des Genres, was ich sehr erfrischend fand. Allerdings ist ihr Verhalten für eine junge, unverheiratete, adlige Dame nicht authentisch und ich möchte anzweifeln, dass alles was sie im Buch tut für eine Tochter aus herrschaftlichem Hause im Rahmen des Möglichen steckte. Dabei war Sasha Cottman mit ihren bisherigen ProtagonistInnen und deren Handlungen immer sehr realitätsnah geblieben. 

Mich störte dieser Fakt allerdings nicht, denn er machte hier den Reiz der Geschichte aus. Der 5. Teil wird dank Eve und Freddie erst so richtig interessant.
Freddie gerät im Bachelor Board unter sehr schlechten Einfluss und verändert sich nicht zum Positiven, denn all die Aufgaben kitzeln keine guten Eigenschaften aus ihm heraus, da er vielen Leuten vor den Kopf stößt. In Eve findet er allerdings eine willige Komplizin, denn auch sie liebt es, zu spielen. Freddies Wandlung innerhalb der Handlung war enorm und er entwickelt sich sogar deutlich mehr weiter als Eve. Beide Figuren sind definitiv nicht die Sympathieträger der Reihe, doch dafür am interessantesten gewesen.

Ich muss sagen, dass ich es sehr unglücklich finde, dass bis auf 10% die komplette Handlung des Buches im Klappentext wiedergegeben wurde. Wenn man zuvor die Chance hat: Bloß nicht lesen! So gab es leider kaum Überraschungen.

Was ich dafür spannend fand, war die Tatsache, dass das Buch fast zeitgleich zu den vorherigen beiden Bänden spielt und wir die ProtagonistInnen dieser Geschichten auch häufiger antreffen.

Der mittlerweile 5. Band der Herzog von Strathmore-Reihe von Sasha Cottman gefiel mir tatsächlich bisher am besten. Das lag vor allem an den sehr kontroversen und interessanten Hauptfiguren. Freddie und Eve bestreiten ein ganz besonderes Abenteuer und machen der "Lady mit dem ungezähmten Herzen" alle Ehre.

4,5/5


Mittwoch, 8. September 2021

Hörbuchrezension | Forever and ever von Samantha Young und Kristen Callihan

 Auf Netgalley entdeckte ich ein Hörbuch, welches mich gleich wegen mehrerer Faktoren ansprach. Autorinnen, Cover, Klappentext - das konnte doch nur gut werden, oder?


 Parker lebt für ihren Job. Nur blöd, dass ihr Boss ein altmodischer Sexist ist und nur Leuten eine Festanstellung anbietet, die in einer festen Partnerschaft leben und sesshaft sind. Kurzerhand engagiert Parker sich über eine App ein Date, der ihren Freund für ein Geschäftsessen spielen soll. Doch ihr Date taucht nicht auf, sondern sein wutschnaubender Bruder. Ihr Boss ist begeistert vom ehemaligen Profi-Boxer Rhys und so muss Parker ihre Scharade deutlich länger als geplant aufrecht erhalten.

Ich hatte mal wieder Lust auf so eine Geschichte und fand das Cover richtig toll. Von den beiden Autorinnen hatte ich bisher noch nichts gelesen, weiß aber, dass viele ihre Bücher richtig gut finden, daher hatte ich nur positive Erwartungen an die Geschichte. Diese sollten sich aber nicht komplett erfüllen.

Parker ist Ende 20 und lebt für ihren Job in der Umweltbranche. Ihr Boss ist ein versnobter Milliardär und so muss sie zu der drastischen Maßnahme greifen und einen Fake-Freund engagieren. Parker ist eine sehr nüchterne Protagonistin, die ganz in ihrem Beruf aufgeht, darüber hinaus aber keine Leidenschaften besitzt. Ich fand sie dadurch sehr eintönig und langweilig. Die Autorinnen haben es nicht geschafft ihr viel Charakter zu verleihen.

Die Handlung wird auch aus Rhys Sicht geschildert und er hatte da schon mehr Profil als die Protagonistin. Er gab aus persönlichen Gründen seine Profikarriere auf und betreibt nun ein Boxstudio, bei dem es finanziell nicht rosig aussieht. Er versucht alles, um das Geschäft zu retten, denn es war der Traum seines verstorbenen Vaters. Rhys hat nur noch seinen Bruder und für diesen würde er auch alles tun. So gerät er auch an Parker, die er zunächst nicht leiden kann. Hinter Rhys harter Boxer-Fassade steckt ein weicher, aber sexbesessener Kern. 

So kommen sich die beiden auch näher. Irgendwann entwickelte sich aus dem Nirgendwo heraus eine sexuelle Spannung, die sich schließlich auf ziemlich plumpe Art entlud. Ich fand das nicht nachvollziehbar, denn beide sind so unterschiedlich, dass sie wirklich nicht zusammenpassen, denn es verbindet sie einfach nichts. Die Sexszenen waren sprachlich nicht ansprechend sondern eher zum Fremdschämen. 

Die Handlung war da das eigentlich positive an dem Buch, wobei diese nicht unvorhersehbar oder super spannend war.

Das Hörbuch umfasst immerhin 11,5h und wurde von Erik Borner und Chantal Busse gesprochen. Die Sprecherin hat einen wirklich guten Job gemacht, allerdings konnte mich der Sprecher nicht begeistern. Er hat eine sehr charakteristische Stimme, die in den Erzählparts gut funktioniert hat, doch wenn es um die wörtliche Rede der anderen Figuren (egal ob Parker oder deren Boss) ging, klangen alle wie absurde Spinner, die ihre Sätze eigenartig betonten. 

Ich hatte mir von "Forever and ever" von Samatha Young und Kristen Callihan deutlich mehr versprochen. Doch ihre Lovestory konnte mich wirklich nicht abholen. Dafür waren die Figuren zu eindimensional, es gab keine Gefühle zwischen ihnen und der Sprachstil war mir zu plump. Da konnte leider dieses mal auch die Hörbuchfassung nicht viel retten.

2/5

Sonntag, 5. September 2021

Teil 2 | Unberechenbare Herzen von S.M.LaViolette

 Nach dem ich die Autorin für mich entdeckt habe, muss ich einfach alles lesen, was sie an Historicals auf den deutschen Markt bringt und war daher auch ganz versessen auf die Fortsetzung der "Academy of Love"-Reihe. 


Gareth ist einer der reichsten Männer Großbritanniens Doch er hat einen entscheidenden Nachteil: keinen Adelstitel. Und um mit den Blaublütern Geschäfte zu machen, muss er sich ihren Standards anpassen. Er baut sich also einen stattlichen Landsitz und ist auf der Suche nach einer adligen Braut. Serena Lombard kommt zu Gareths Anwesen, um die Außenanlagen zu planen. Serena ist fasziniert von dem rational denkenden Gareth und auch er scheint Gefallen an ihr zu finden, doch dann holt Serenas mysteriöse Vergangenheit sie ein.

Wir lernten Serena bereits im ersten Teil "Melodie zweier Herzen" als Freundin von Portia kennen. Nun erfahren wir die Geschichte der jungen Witwe, die aus Frankreich nach England floh. Dort starb ihr Mann, der Sohn eines Herzogs, im Krieg und Serena schlägt sich nun als Gartenplanerin und Bildhauerin zusammen mit ihrem Sohn durch. So kommt sie auch zu Gareths Anwesen.

Gareth hat es geschafft! Von einer Kindheit in einem zwielichtigen Waisenhaus zum wohlhabendsten, aber bürgerlichen Mann Englands. Gareth hat den Ruf etwas anders zu sein, keine feinen Manieren zu haben, gar unhöflich zu wirken. Gareth würde ich am besten als attraktivere, dominantere Version eines Sheldon Coopers bezeichnen. Die Welt der Zahlen und physikalischen Probleme ist seine! Zwischenmenschliches fällt ihm schwer. Gareth ist eben praktischer veranlagt und sieht die Dinge sehr nüchtern. Serena wirft ihn da etwas aus der Bahn. 

Ich mochte die beiden zusammen unglaublich gerne. Serena hat schnell durchschaut wie Gareth tickt und findet das gar nicht eigenartig. Im Gegenteil, denn sie macht sich sogar einen Spaß daraus ihn aufzuziehen und ein wenig aus der Reserve zu locken. Deswegen kam es zu einigen witzigen Szenen, was mir richtig gut gefallen hat. 

Beide haben eine sehr schwere Vergangenheit und diese holt sie im Laufe des Buches ein, weswegen es zu einigen dramatischen und spannenden Szenen kam. Mir gefällt, dass die Autorin definitiv keine langweiligen 0815-Lovestories schreibt, in denen nicht viel passiert außer Bettsport. 

Ein Mini-Wehmutstropfen bleibt, denn mich verwirrte der Epilog, um ehrlich zu sein. Dieser zeigt keinen Ausblick auf Serenas und Gareths Leben, sondern ist aus der Sicht von Gareths bestem Freund Declan verfasst. Dieser trifft auf einen betrunken Herzog und unterhält sich mit ihm, leichte homoerotische Anspielungen liegen in der Luft. Ich habe nachgesehen, wer die Protagonisten der folgenden Bände sind, doch von den Namen her war keiner der beiden dabei. Auch Serenas Freundinnen bleiben erstmal außen vor. Mal schauen, was da als nächstes auf uns zu kommt und ich hoffe, ich muss nicht allzu lange darauf warten. Bis dahin werde ich in der anderen Reihe der Autorin weiterlesen und freue mich schon sehr darauf!

5/5

Samstag, 4. September 2021

Lesemonat August | Von liebenden Lamas im Dorf der toten Rebellinnen

Neuer Monat - neue Geschichten und von denen gab es im August ein paar mehr als im Juli. Urlaub sei Dank waren es allein 3 Strandlektüren, die ich verschlingen konnte.


Welche das unter anderem waren, schauen wir uns jetzt einmal etwas genauer an.

Freitag, 3. September 2021

Neuzugänge August | Ein mutiges Experiment des Aufbruchs in Moonflower Bay

 Wegen des Urlaubs hatte ich ja kurzerhand den Neuzugangspost für Juli ausfallen lassen. Vermisst habe ich ihn allerdings schon und so kommt hier meine geballte Ladung an neuen Geschichten, die im vergangenen Monat bei mir eingezogen sind.


Ich hatte mir über die Bücherbüchse den dritten Band von Brigid Kemmerers Fantasytrilogie vorbestellt, die mit farbigem Buchschnitt daher kommt und zu den beiden Vorgängern passt. Ich bin schon ganz gespannt auf die Reihe und hoffe, dass ich sie bald werde lesen können.


Außerdem fand ich in der Juliausgabe der Buchbox den neuen Jugendroman von Kelly Oram auf den ich mich schon sehr freue.


Und um gleich bei der Bücherbüchse zu bleiben, kommt hier das Buch aus der Augustbox, welches ich auch gerade lese, weil ich so neugierig auf den Titel war und mal wieder Lust auf junge Fantasy hatte.


Bei Vorablesen hatte ich im August auch oft ein glückliches Händchen und so sind alle drei Titel über die Plattform bei mir eingezogen.





Außerdem gab es im August Historical-Nachschub für mich, diese drei Titel sind als Rezensionsexemplare bei mir eingezogen.




Netgalley hat im August wieder einige tolle Hörbücher online gestellt und so gab es da einige neue Titel für mich, die ich teilweise auch schon gehört habe.








Im August sind 6 Prints, 3 Ebooks und 7 Hörbücher bei mir eingezogen, von denen ich bereits 4 Titel gelesen habe, bzw. gerade dabei bin. Ein ganz guter Schnitt.

Donnerstag, 2. September 2021

Hörbuchrezension | Ein Fall für alle Felle. Die Lama Gang von Heike Eva Schmidt

Witzig Kinderbuchideen verpackt als Hörbuch? Ich bin dabei! Und so entdeckte ich auf Netgalley wieder einen Titel, der nicht nur ein Hörerlebnis für die kleinen war.


Auf Gut Erlenbach zieht ein neues Lama ein. Der pechschwarze Vokuhila wird schon bald von den beiden Artgenossen Einstein und Petersilie ins Herz geschlossen. Doch als ein Einbrecher in das Gut einsteigt und Antiquitäten stiehlt, kehrt Aufregung in die Gruppe. Die Lama Gang will den Einbrecher stellen und ermittelt gemeinsam mit den Kindern von Gut Erlenbach.

Das Cover ist ziemlich witzig, weil die drei Lamas so schön drollig aus der Wäsche gucken! Man bekommt auch einen sehr guten Eindruck von den Lamacharakteren, weil die Illustration sie sehr gut getroffen hat. 

Die Lamas auf Gut Erlenbach vertreiben sich die Zeit mit Fressen, Schlafen und Spazieren gehen. Da ist ein Einbruch eine aufregende Abwechslung im Alltag. Komisch nur, dass nicht wirklich etwas wertvolles gestohlen wurde. Gemeinsam versuchen die drei Tiere dem Dieb auf die Schliche zu kommen und starten mit den Ermittlungen. Dabei kommen ihnen aber auch die Kinder mit ihrem Detektivspiel in die Quere. Die Lamas werden von den Menschen nicht verstanden. Das hält sie allerdings nicht davon ab, mit den Menschen zu kommunizieren und einige freche Kommentare abzugeben. Das sorgte für einige witzige Dialoge. 

Ein Verdächtiger in der Einbruchssache ist auch schnell gefunden. Ich mochte das Motiv dahinter und irgendwie konnte man dem Schuldigen so richtig böse nicht sein.

Das Hörbuch ist mit 2,5h recht kurz. Es ist ja auch ein Kinderbuch. Gelesen wurde dieses von Matti Krause, der den Lamas originelle und lustige Stimmen verlieh. Das hat mir richtig gut gefallen. 

"Ein Fall für alle Felle" von Heike Eva Schmidt ist der witzige erste Fall für die Lama-Gang. Drei tierische Ermittler klären einen Diebstahl auf und geraten dabei an ihre ganz eigenen Grenzen. Die Hörbuchfassung macht dank des Sprechers besonders viel Spaß.

4/5

Mittwoch, 1. September 2021

Unboxing | Bücherbüchse August 2021

 Ich habe der Augustausgabe der Buchbox ganz schön entgegengefiebert und dann musste ich auch noch zwei Tage länger warten, weil mein Päckchen am Samstag in der Packstation gelandet war...


Das Augustmotto richtete sich dieses Mal nicht an Frühaufsteher. ;) Ich wusste bereits, welches Buch mich erwarten würde und war auf die weiteren Items gespannt.


Zuerst zog ich diese Bürste aus der Box, die ich beim ersten Erfühlen für ein Brillenetui hielt. Sie soll aufgrund der Schmetterlinge/Motten inspiriert von Strange the Dreamer sein. Na ja... Aufgrund der Qualität (sie riecht fürchterlich) habe ich das Gefühl, ich könnte sie auch haargenau so in einem 1Euro-Laden erwerben. Ich bin kein Fan von diesen Produkten in einer Buchbox. Für mich hat eine Bürste dort nichts verloren, zu mal ich da auch speziell bin und an meine Haare nur meine Ionenhaarbürste lasse und nicht so ein billiges Plastikteil mit Motten drauf.


Danach folgten die obligatorischen Leseproben. Zu "Cancer" war das Röhrchen mit den drei M&Ms enthalten, was ich für eine witzige und schmackhafte Idee hielt, die mich daran erinnert, dass ich auch mal wieder Hunger auf mehr M&Ms hätte...


Zwei Goodies, die ich schon deutlich gelungener Fand als die Bürste waren das Holzlesezeichen zu "Caraval". Ich kenne die Reihe zwar nicht, dennoch finde ich das Design sehr schön und mag die Holzlesezeichen einfach unglaublich gerne und kann von ihnen eigentlich auch nicht genug haben. Der to-do-Block gibt aufgrund seines Prints schon einen guten Hinweis zum Buch. Als Einkaufsliste werde ich ihn sicher gut gebrauchen können.


Diese Postkarten und das Lesezeichen vom Verlag geben einen weiteren Hinweis, um welches Buch es sich handelt. Außerdem war auch wieder ein "digital signiertes" Ex Libri von der Autorin dabei. Was ich von diesen Dingern halte, habe ich ja bereits im Juli-Unboxing mehr als deutlich gemacht.


Es ist "Crave" von Tracy Wolff und auf diesen Start einer Vampirromanzen-Trilogie bin ich gerade richtig angefixt und werde ihn auch als nächstes starten, weil ich gerade einfach Lust auf so eine Geschichte habe und hoffe, dass sie aufgrund der Thematik kein riesiges Klischee ist. Auf dem beiliegenden Print war der Brief der Autorin abgedruckt. Eine Nahaufnahme des Prints will ich euch aber nicht vorenthalten, denn...


...der Typ sieht einfach fürchterlich aus. Mit seinen Hasenzähnchen grinst er wie eine Psychopuppe aus einem Horrorfilm und ich frage mich, wer so etwas für die Box freigibt. Ich kann nicht besser zeichnen und möchte die Künstlerin auch nicht angreifen, aber irgendwas ist da doch mächtig in die Hose gegangen! ... Ich habe gerade mal auf der Instagramseite der Künstlerin (bethgilbert_art) vorbeigeschaut und ihre Bilder sind episch! Nichts im Vergleich zu diesem Print. Ich frage mich ja, ob die Prints für die Bücherbüchse erstellt werden oder von ihr eingekauft werden.


Was die Bücherbüchse für mich gerade ausmacht, sind die exklusiv designten Buchschnitte. Das ist einfach etwas ganz besonderes, was die Ausgaben zu richtigen Schätzchen macht. Hier schlängelt sich ein blutiger Fluss durch einen Winterwald. Für mich ist das Buch das Highlight der Box! Auf die anderen Seiten wäre ich nicht so scharf gewesen. Ich muss auch sagen, man merkt, dass das Buch eine teurere Hardcoverausgabe ist, denn die Goodies fallen ganz schön hinten über. Auf die Bürste hätte ich absolut verzichten können!
Auf die Septemberbox verzichte ich, da mich das Buch nicht angesprochen hat. Ich bin allerdings auf das Oktoberthema gespannt und hoffe ja auf den neuen Kerstin Gier!






Dienstag, 31. August 2021

Hörbuchrezension | Love is for Losers. Also echt nicht mein Ding von Wibke Brueggemann

 Auf Netgalley entdeckte ich ein Hörbuch, welches mich aufgrund der Anzahl der SprecherInnen neugierig machte. Dabei hätte mich das Cover auf den ersten Moment nicht angesprochen. Ich bin froh, dass ich das Buch dennoch anfragte, denn es ist ein ganz besonderes Schätzchen.


Phoebe ist 15 und von der Menschheit im allgemeinen ziemlich genervt. Im Speziellen hat sich ihre beste Freundin gerade wegen ihres Freundes von ihr abgenabelt und auch ihre Mutter ist für die ganze Welt da, nur nicht für ihre eigene Tochter. Als sie im Wohlfahrtsshop einer Freundin ihrer Mutter anfängt zu jobben, lernt Phoebe Emma kennen und erfährt, dass auch ihre Hormone anfangen Achterbahn zu fahren.

Der Titel "Love is for Losers. Also echt nicht mein Ding" ist eine Kampfansage! Und so lernen wir Phoebe auch kennen. Sie wird bald 16 und hat Angst, dass sie sich wie all die anderen in ihrem Umfeld dann auch verliebt und in ein Hormonzombie verwandelt. Auf ihre ganz eigene sarkastische Art kommentiert Phoebe das (Balz-)verhalten der Menschen in ihrem Umfeld und das ist wirklich urkomisch. Phoebe ist ein kleiner Wissenschaftsnerd, will mal in den Weltall fliegen und schaut schon ein wenig auf andere herab. Dabei war mir Phoebe zu keiner Zeit unsympathisch, da ich ihre humorvollen Sprüche wirklich unterhaltsam und klug fand.

Die Geschichte hat viele Anekdoten, die von Phoebes Betrachtungsart leben, so feiere ich die Beschreibungen zum Sexualleben der Designerkatzen noch heute! Doch auch die ernsten Töne machen die Geschichte aus. So müssen sich die Figuren mit dem Tod auseinandersetzen und hautnah erleben. Phoebes Mutter arbeitet als Ärztin in Krisengebieten und ist aktuell bei der Flüchtlingskatastrophe in Syrien im Einsatz. Der Teenager hat wenig Verständnis dafür, dass ihre Mutter sich ständig in Lebensgefahr begibt und nicht an ihre Tochter denkt, hat sie ja schließlich schon ihren Vater verloren.
Die Mischung aus schwerwiegenden Thematiken und Phoebes spritzigen Gedankengängen macht das Jugendbuch zu etwas besonderem. 

Was mir auch sehr imponierte, war die Liebesgeschichte. Phoebe trifft auf Emma und ist fasziniert von ihr, braucht allerdings ein Weilchen, um zu erkennen, dass sie sich tatsächlich auch verliebt hat. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle für das Mädchen, dass sie lesbisch oder bisexuell ist. Das Ganze wird nicht mal thematisiert. Phoebe ist es einfach und damit gibt es keinen Grund zur Diskussion. Es spielt nicht mal eine große Rolle und so sollte es auch sein: Es ist normal. 
Überhaupt nimmt die Autorin auch bei Sexualthematiken absolut kein Blatt vor den Mund und das fand ich super, denn bisher ist mir das kaum in einem Jugendbuch begegnet. 

Ebenso ungewöhnlich war die Art, wie das Hörbuch eingesprochen wurde. Ich gehe davon aus, dass Elise Eikermann Phoebe spricht, denn sie ist auf dem Cover als erstes genannt. Ihre Stimme klingt sehr jung und frisch. Sie hat Phoebe den perfekten Charakter verpasst. Die anderen Nebenfiguren bekommen in der wörtlichen Rede ihre eigene Stimme und das fand ich richtig gut gemacht. Ich frage mich ja, warum das nicht mehr Hörbuchproduktionen so machen. Für mich war das nochmal die Kirsche auf dem besonderen Hörbuch.

"Love is for Losers" von Wibke Brueggemann lebt von seiner klugen und sarkastischen Protagonistin. Phoebe ist wirklich eine ganz besondere Jugendromanheldin, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Ihre Liebesgeschichte mit Emma lebt von der perfekten Mischung aus ernsten und lustigen Momenten. Ich habe jede Minute des Hörbuchs geliebt und hoffe, dass es bald mehr von der Autorin geben wird.

5/5 


Montag, 30. August 2021

Buchtipp | Tausend Mal schon von Marah Woolf

 Ich hatte das dringende Bedürfnis ein Buch von meinem SuB zu befreien, welches dort schon seit ein paar Jahren lag und eigentlich schon längst gelesen sein wollte.


Während eines Sturms in den Atlantik zu gehen ist keine gute Idee, darauf kam die 17-jährige Sasha allerdings zu spät und so zog sie Cedric aus dem Meer. Eine von vielen schicksalshaften Begegnungen der Beiden, denn Cedrics Seele lebte nun schon 1000 Mal und ist dabei stets auf der Suche nach Sashas. Ein Fluch verdammte ihn dazu. Doch nach diesem Leben soll Schluss sein, es sei denn beide können den Fluch brechen.

Ich habe bisher noch nichts von Marah Woolf gelesen, dabei wohnt sie ganz in der Nähe und ich habe den Erfolg ihrer Bücher daher immer beobachtet. Als das Buch vor 2 Jahren erschien, hatte es mir vor allem der Klappentext angetan. Vom Cover hingegen bin ich kein so großer Fan. Darauf ist mir viel zu viel los, ohne dass all die Elemente ein ansehnliches Zusammenspiel abgeben würden.

Was mich von Anfang an wirklich beeindruckte, war die Welt, die hier von Marah Woolf erschaffen wurde. Ich wurde direkt hineinkatapultiert. Dabei ist alles so gut durchdacht, dass ich das Gefühl hatte in einem Folgeband einer Reihe zu stecken. Alles war sehr komplex und gab mir den Eindruck als bestünde es schon seit hunderten von Jahren. Dabei hatte ich zu keiner Zeit Probleme in die Geschichte zu finden und das war richtig gut gemacht. Ich weiß nicht, wie die Autorin es angestellt hat, aber ihr gut durchdachter Weltenentwurf hat mich sehr beeindruckt.

Sasha hat ihre Eltern bei einem Unfall verloren, an dem Jäger Schuld waren. Vor denen versteckt sie sich auch auf der Atlantikinsel Alderney. Sasha steht kurz vor dem Eintritt in einen Orden, der es ihr ermöglicht sich an ihre vergangenen Seelenleben zu erinnern. Dann trifft sie auf Cedric und er unterbreitet ihr, dass sie sich schon einmal in einem vergangenen Leben begegnet sind. Sasha war eine Protagonistin, die niemandem wehtat, mir allerdings wohl auch nicht so lange im Gedächtnis bleiben wird.

Cedric ist der allgegenwärtige, atemberaubende Jugendbuchheld, welcher ohne Ecken und Kanten auskam. 
Interessanter und vielschichtiger fand ich da tatsächlich die Nebenfiguren und ihre zugewiesenen Funktionen. Die haben mich tatsächlich mehr beeindruckt als unser Pärchen.

Was ich toll fand, war die Tatsache, dass wir innerhalb der Handlung auch in andere Zeiten reisen, denn dies beherrscht der Orden. Das war wirklich vielfältig und interessant. 

Ich muss allerdings auch sagen, dass mich die Handlung nicht immer bei der Stange halten konnte, da ich parallel einige andere Ebooks beendete und das Buch sogar einen Monat pausierte, weil der Urlaub und andere Bücher dazwischen kamen. Vielleicht war ich auch nicht so in der Stimmung für diese Art Buch, denn qualitativ war die Geschichte wirklich gut. 

"Tausend Mal schon" war mein erster Roman von Marah Woolf und ich war beeindruckt von ihrem Talent unglaublich gut durchdachte Welten und Nebenfiguren zu kreieren. Allerdings konnte mich das Buch nicht so sehr fesseln, wie ich es vermutet hätte.

4/5

Sonntag, 29. August 2021

Hörbuchrezension | Miss Daisy und der Tote auf dem Eis von Carola Dunn

 Auf Netgalley entdeckte ich einen Krimi, der mich vor allem wegen seines Settings in seinen Bann zog und ein paar gemütliche Hörstunden versprach.


England in den 1920er Jahren, die junge Miss Daisy Dalrymple macht sich auf den Weg nach Wentwater Court, denn dort soll sie einen Zeitungsartikel über das Anwesen und deren Bewohner schreiben. Allerdings kommt alles etwas anders als eine Leiche im zugefrorenen See auftaucht und Daisy kurzerhand unter die Ermittlerinnen geht.

Mich faszinierte bei dieser Geschichte die Aussicht in den 1920er Jahren als Gast bei einer englischen Adelsfamilie in einem prächtigen Herrenhaus zu logieren. Das Setting war wirklich atmosphärisch. Gleichzeitig war die Landschaft auch noch im Schnee versunken und das machte es umso schöner.

Daisy ist Anfang 20, kommt aus gutem Hause und arbeitet für ein Magazin. So kommt sie auch nach Wentwater Court, wo sie allerdings schon ein paar der Bewohner kennt. Ich muss sagen, dass ich bis zum Ende keinen Zugang zu Daisy gefunden habe. Sie sollte in die Ermittlerinnen-Schiene à la Agatha Christie gedrängt werden, doch hat das für mich aufgrund ihres Alters und der mangelnden Lebenserfahrung nicht so gut gepasst.

Als der Tote gefunden wurde und die Anzeichen für einen Mord sich verdichten, wird ein Polizeiermittler hinzugezogen, auf den Daisy ein Auge geworfen hat. Allerdings passiert dahingehend nichts, daher hätte ich auch keinen möglichen Loveinterest gebraucht. In den noch folgenden Bänden werden die beiden sicher noch aufeinandertreffen.

Nun allerdings zum größten Kritikpunkt an der Geschichte und das ist der Todesfall. Dass es kein Unfall war, ist natürlich von vornherein klar, wenn man sich einen englischen Cosy-Crime schnappt. Die Liste der Verdächtigen umfasste sämtliche Bewohner von Wentwater Court und das waren verdammt viele. Ich bin leider irgendwann nicht mehr mitgekommen, wer alles dort wohnte, da die Eigenschaften und Funktionen der Figuren nicht klar genug abgegrenzt waren. Sie blieben zu blass und waren sich daher so ähnlich, dass ich sie nicht unterscheiden konnte. 

Die Auflösung des Falls war so banal und vorhersehbar, dass ich bis zum Ende immer noch auf den großen Twist wartete, doch der kam nicht. Also auch auf der Ebene hat mich der Krimi von Carola Dunn enttäuscht.

Gelesen wurde das Hörbuch von Julia von Tettenborn, die einen sehr guten Job machte und den Figuren das fehlende Leben einhauchen konnte. Dabei legte sie ein schauspielerisches Talent an den Tag, was mir gut gefiel.

"Miss Daisy und der Tote auf dem Eis" von Carola Dunn klang nach der perfekten Lektüre für das regnerische, frühherbstliche Wetter. Doch leider konnte mich der Krimi nicht überzeugen, denn weder die Liste der Verdächtigen noch die Auflösung des Falles waren so richtig spannend.

2,5/5


Samstag, 28. August 2021

Teil 2 | Die Rebellinnen von Oxford. Unerschrocken von Evie Dunmore

 Ich durfte seit längerem endlich wieder an einer Lesejury-Leserunde teilnehmen und das zum zweiten Band der Rebellinnen von Oxford. Teil eins hatte mich im Urlaub aus den Socken gehauen und so freute ich mich auf die Fortsetzung.

Lucie kämpft für das Recht der Frauen. Sie lässt sich nicht unterkriegen und muss für ihre Überzeugungen einiges einstecken. Um ihre Ansichten für die breite Masse zugänglich zu machen, kauft sie die Hälfte eines Verlagshauses für Frauenmagazine. Die andere Hälfte besitzt ausgerechnet ihr Erzfeind aus Jugendzeiten: Tristan Ballentine. Er macht ihr ein unerhörtes Angebot: für die Mehrheit am Verlag verlangt er eine Nacht mit Lucie.

Das Cover ist wieder sehr schön gelungen und passt gut in die Reihe hinein, auch wenn ich mir Lucie wohl ein wenig hellblonder vorgestellt hätte.

Wir lernen die Anführerin der Frauenrechtsbewegung in Oxford schon in Band eins kennen, wo sie streng und unerschrocken ihre Ortsgruppe leitet und voll für ihre Überzeugungen brennt. Nun lernen wir die Hintergründe zu ihrer Person kennen und erfahren, wie Lucie zu der wurde, die sie heute ist. Lucie ist für ihre Zeit eine sehr inspirierende junge Frau, die ganz bewusst auf Familie und Ehe verzichten will, da sie frei sein möchte und niemandes Besitz sein kann. Lucie tritt für das Frauenrecht ein und half so einigen von ihnen aus schlimmen Situationen hinaus. Sie stammt aus gutem Hause, wurde aber von ihrer Familie wegen ihres politischen Engagements verstoßen. Dank einer Erbschaft lebt Lucie eigenständig in Oxford.

Tristan ist ein Lebemann, wie er im Buche steht. Ihm werden die unglaublichsten Frauengeschichten nachgesagt, er trinkt und lebt in den Tag hinein. Seine ernste Seite kennen die wenigsten. Ich mochte die Mischung aus dem charismatischen und witzigen jungen Helden sowie der tragischen Figur, die Tristan auch abgibt. Er wuchs in einem grausamen Elternhaus auf und wird zur Ehe erpresst, doch Tristan denkt nicht daran zu heiraten. Mit seinen ganz eigenen Motiven kauft er das Verlagshaus und macht Lucie das unschickliche Angebot.

Beide zusammen waren sehr unterhaltsam, da hier einfach zwei konträre Welten aufeinander prallen, die nicht viel gemeinsam haben. Dennoch ist da die Chemie zwischen ihnen und die Liebe zu Katzen. <3

Die Beziehung der beiden zueinander ist sehr präsent und dominiert die Handlung. Lucie hat sich in ihrem Buch auf Abwege bringen lassen, was ich nicht schlimm fand. Mir gefiel wieder, wie gut Evie Dunmore für ihre Geschichte recherchiert hat und dass sie sogar Oscar Wilde einen kurzen Auftritt gönnte. Am Ende wird es noch mal dramatisch, was ich gut fand, da die Handlung bis dato nicht so sehr voran kam.

Der zweite Teil war wirklich gut, aber Teil eins hat mich emotional einfach mitgerissen. Ich hatte Herzschmerz während des Lesens und dieses Gefühl habe ich hier vermisst. Das ist allerdings meckern auf hohem Niveau und ich bewerte dieses Buch auch nur so, weil es im direkten Vergleich zu Band eins steht.

Evie Dunmore hat mit ihrem zweiten Band zu den Rebellinnen von Oxford bekräftigt, was für eine tolle Nachwuchsschriftstellerin sie ist. Unerschrocken erzählt sie die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Tristan und Lucie, die mich sehr gut unterhalten konnte, da beide Figuren einfach eine Klasse für sich sind. Allerdings war ihre Geschichte nicht so stark wie das Debüt der Autorin.

4/5


Sonntag, 22. August 2021

Buchvorstellung | Der Ravensburger Dinosaurier Atlas

 Auf Vorablesen gewann ich ein ziemlich cooles Sachbuch, welches definitiv nicht nur Kinder begeistern kann.


Ich habe ein Faible für Fossilien und schon einige am Ostseestrand gefunden. Als ich vor ein paar Jahren Kenneths Oppels Jugendbuch "Vom Suchen und Finden" las, in dem sich zwei verfeindete Forscherfamilien auf die Suche nach dem ersten T-Rex-Fossil begaben, bin ich für ein interessantes Buch über Dinosaurier immer zu haben.

Der Ravensburger Verlag hat einen stattlichen Atlas der ausgestorbenen Spezies gewidmet. Die  farbigen  Doppelseiten lassen sich ausklappen und bieten somit viel Platz für Illustrationen und wissenswerte Fakten. Die meisten Dinos hatten keine Schuppen sondern Federn. Fliegen konnten trotzdem die wenigsten. Außerdem waren die wenigsten einfarbig grau, sondern farbenfroh unterwegs. 

Ganz viel mehr gibt es außerdem zu entdecken. Mir gefiel, dass der Atlas in Kontinente unterteilt aufgebaut war, denn natürlich passte sich das Äußere der Dinos ihrem jeweiligen Lebensraum an. Welche Erkenntnisse konnten die Forscher aus den Fossilienfunden und Spuren ziehen? Darüber gibt der Atlas auch einen Einblick. Das war so interessant, dass ich im nächsten Leben sicher Dinoforscherin werde und in den steinigen Wüsten Nordamerikas sitze, um Fossilien aus dem Staub zu heben.

Ganz besonders war für mich der Illustrationsstil. Die Dinos erscheinen teilweise abstrakt durch ihre Farbigkeit und regen damit wirklich die Fantasie an. Vielleicht waren sie wirklich so bunt, wie die Bilder es uns erahnen lassen und nicht so trist grau, wie bisher angenommen. 

Durch teilweise gut versteckte Klappen kann man noch mehr Infos, Fotos und Illustrationen entdecken. Das macht den Atlas auch noch ein Stück interaktiver. Es hat mir auf jeden Fall richtig viel Spaß gemacht, alles zu entdecken und ich werde das Buch definitiv noch öfter in die Hand nehmen, spätestens dann, wenn der Nachwuchs so weit ist, um mit dem Fossilienfieber angesteckt zu werden!

"Der Ravensburger Dinosaurier Atlas" ist eine beeindruckende Sammlung an geballtem Dinowissen. Auf an die 60 Seiten kann man einiges über die Urzeitechsen erfahren und auf den großflächigen, farbigen Bildern entdecken. Die Art der Wissensvermittlung macht das Buch zu etwas Besonderem und eignet sich nicht nur für die kleinen NachwuchsforscherInnen.

5/5

Mittwoch, 18. August 2021

Hörbuchrezension | Das Dorf der toten Seelen von Camilla Sten

Traditionellerweise hören wir auf der Fahrt in den Urlaub (und zurück) jedes Jahr ein Hörbuch. Da das Baby noch zu klein ist um mitzuhören, haben wir uns in diesem Jahr einen ziemlich unheimlichen Titel herausgesucht...


Alice hat ihren Abschluss von der Filmhochschule in der Tasche und will endlich ihren großen Durchbruch mit einem vielversprechenden Projekt starten, zu dem sie auch noch einen familiären Bezug hat. Es geht um den Grubenort Silvertjärn. Vor 60 Jahren verschwanden sämtliche Einwohner des Dorfes unter ungeklärten Umständen. Teile von Alice Familie sind unter ihnen. Als Alice mit ihrem Filmteam dort ankommt, beginnt die Technik verrückt zu spielen, sie fühlen sich beobachtet und bald darauf verschwindet der Erste von ihnen...

Mir war der Roman schon bei Vorablesen aufgefallen, ich war mir aber unsicher, ob ich so eine unheimliche Geschichte wirklich lesen wollte. Besonders abends...^^ Als ich bei Netgalley das Hörbuch entdeckte, gab ich mir einen Ruck und freute mich auf die Geschichte.

Die Geschichte wurde in zwei Erzählsträngen geschrieben. Wir erfahren hautnah, was vor 60 Jahren geschah und erleben die letzten Tage der Bewohner von Silvertjärn mit. Dann erkunden wir nach all der Zeit den verlassenen und heruntergekommenen Ort zusammen mit Alice und ihrem Team.

Von beiden Strängen ging ein unheimliches und unheilvolles Setting aus. 
Die Atmosphäre vor 60 Jahren ist spannungsgeladen. Es liegt etwas in der Luft, was sich schließlich zu einer großen Tragödie entladen sollte. Die Bedrohung spürt man förmlich und wird so langsam von der Autorin darauf zugeführt. Man erfährt ohne Umschweife im Laufe der Handlung, wer dahintersteckt und was schließlich passierte. Das war zwar nicht überraschend, weil es kaum andere Möglichkeiten gab, dennoch hat sie es aufgrund der dichten Atmosphäre sehr gut gemacht.

Nach 60 Jahren beginnt schließlich das eigentliche Katz-und-Maus-Spiel. Denn es ist noch jemand in Silvertjärn, der Alice und ihr Filmteam dort nicht haben möchte und Jagd auf sie macht. 
Wir erkunden zusammen mit dem Team das verfallene Örtchen. Die Natur erobert langsam alles zurück. Die Häuser modern vor sich hin und sind einsturzgefährdet. So kommt es auch zu vielen gefährlichen Situationen für die Crew. Die Autorin hat mir hier viele sehr unheimliche Bilder in den Kopf gesetzt. Das Dorf ist ein Ort, an dem man wirklich nicht sein möchte und der eine perfekte Kulisse für einen Horrorfilm abgeben würde. Durch seine Geisterhaftigkeit fragt man sich immer wieder ob etwas Übernatürliches hinter dem Verschwinden der 1000 Bewohner stecken könnte. Atmosphärisch schreiben kann die Autorin also wirklich.

Zu den Dingen, die sie dagegen in den Sand gehauen hat, komme ich jetzt. Was mir nicht so gut gefiel, war, dass mir die Protagonistin Alice wirklich schon früh auf die Nerven ging. Sie stellte sich ihr Team zusammen, aber bei fast jedem von ihnen gab es zwischenmenschliche Probleme und Plänkeleien mit ihr, die viel Fahrt aus der Geschichte nahmen, aufhielten und mich wirklich nicht interessierten. Das waren einfach unnötige Längen, die ich nicht gebraucht hätte.
Außerdem besaß Alice so eine Hilflosigkeit, die sie in den jeweiligen Situationen einfrieren ließ. Sie handelte so selten aus eigener Kraft heraus, was ich einfach nicht verstand.

Achtung, im nächsten Abschnitt erfolgt ein Spoiler zur Auflösung!

Camilla Sten hat eine eigentlich gute Geschichte mit dem Ende komplett gegen den Baum gefahren, weil sie sämtliche Logik einfach über Bord warf. 
Das Filmteam wird nämlich von einem ehemaligen Bewohner (Geschlecht wird nicht verraten) des Ortes gejagt. Diese Person geht steil auf die 80 zu, hatte aber keine Schwierigkeiten damit mehrere junge, vitale und kräftige Menschen zu überwältigen und zu töten. 
Was aber noch viel unlogischer ist, ist der Fakt, dass diese Person überhaupt noch lebt! Seit 60 Jahren hat sie Silvertjärn nicht verlassen. Dort gibt es weder Strom noch fließend Wasser. Und Schweden ist ja auch für seine milden Temperaturen und frühlingshaften Winter bekannt...
Niemand kommt zu diesem abgelegenen Ort. Es gibt also auch keine Nahrung, außer die wenigen Vorräte der Dorfbewohner, die aber niemals 60 Jahre anhalten und konservieren konnten. Der Ort verfällt zusehends, die Crew ist ständig in einstürzenden Häusern unterwegs und es passierte auch oft ein Unfall, aber dieser Person ist nie etwas lebensbedrohliches passiert. Ist klar... Nicht mal Bear Grylls hätte 60 Jahre dort ausgehalten und schon gar nicht ebenjene Person.

Das ungekürzte Hörbuch wurde von Katja Pilasky eingelesen. Ich mochte ihre Stimmfarbe und ein Vorteil des Hörbuchs ist wirklich, dass man sich die fremden, schwedischen Begriffe super vorlesen lassen kann. Allerdings fand ich einige Betonungen recht seltsam und bin immer wieder über die Stimmen gestolpert, die sie den einzelnen Figuren gab.

"Das Dorf der toten Seelen" von Camilla Sten lebt von seiner unheimlichen, erdrückenden und wirklich unangenehmen Atmosphäre. Die Geschichte ist spannend und mir gefiel ihre besondere Idee. Allerdings haute die Autorin ihrem Roman am Ende den Boden raus und ließ ihn in ein riesiges Logikloch fallen. Wirklich schade, aber das war wenig überzeugend!

3/5

Dienstag, 17. August 2021

Lesemonat Juli | Von melodischen Katzen und unbändigen Eulen

Mein Lesemonat kommt mit etwas Verspätung, denn wir waren zu Beginn des Monats für 2 Wochen auf Rügen und da hatte ich es einfach nicht geschafft den Beitrag fertig zumachen. Die Neuzugänge werden daher komplett ausfallen, bzw. werde ich bei den jeweiligen Titeln dazuschreiben, ob sie im Juli bei mir eingezogen sind.


Mein Lesemonat war ganz gut, aber definitiv nicht so stark wie der Juni.

Montag, 16. August 2021

Unboxing | Bücherbüchse Juli 2021

 Als ich im Urlaub war kam mit etwas Verspätung die Bücherbüchse für den Juli bei mir an. Ich freute mich auf die Buchbox, weil ich ganz genau wusste, welches Buch enthalten sein würde und auf dieses freute ich mich sehr.


Die Juliausgabe stand unter einem nerdigen Motto und somit war ich sehr auf die Items gespannt.

Zuerst musste ich mich um dieses Röhrchen kümmern, denn es lag offen in der Box und drohte noch weiter auszulaufen. Es ist ein Badezusatz, welcher Isaac gewidmet ist, meinem liebsten Protagonisten aus Mona Kastens Again-Reihe. Wenn wir doch jetzt noch ein Wannenbad hätten...

Die obligatorischen Leseproben waren auch dieses Mal dabei. Ich kann ja eher auf sie verzichten...

Ziemlich cool fand ich das Textmarkerset in Pastelltönen mit den Namen von fast allen Hauptcharakteren aus The Big Bang Theory. Bernadette wurde einfach wegrationalisiert... Blöderweise hatte ich mir vor kurzem erst so ein Set für die Arbeit gekauft gehabt, aber die kriege ich auf jeden Fall auch alle!

Das Klemmbrett aus Pappe gibt schon einen guten Hinweis darauf, welches Buch dieses Mal enthalten war. Ob ich aber eine Verwendung dafür haben werde? Ich denke eher nicht...

Ein Print zum Buch war auch wieder in der Box. Ich mag diese ja ganz gerne, weil das Design oft wirklich ansprechend ist. Hier muss ich aber sagen, dass ich das Pärchen ein wenig beliebig finde. Mir fehlt da der Bezug zum Buch, das Nerdhafte. So könnte hier auch irgendein anderes New Adult- Pärchen zu sehen sein. 

Das Buch des Monats ist "Das Avery Shaw Experiment" von Kelly Oram. Ich mag die Bücher der Autorin sehr, weil sie wie unterhaltsame Hollywood Komödien sind. EIn Brief der Autorin war auf der Rückseite des Prints auch abgedruckt.

Richtig cool ist, dass wir hier wieder eine Sonderausgabe mit bedrucktem Buchschnitt haben. Das ist einfach etwas besonderes, was die Bücherbüchse gerade ausmacht. Ein "digital signiertes" Exlibri der Autorin war auch dabei. Um ehrlich zu sein, bräuchte ich das nicht. Man hat da einfach die Unterschrift der Autorin vom Brief ausgeschnitten und auf die Druckvorlagen der Exlibri-Etiketten getan und ausgedruckt. Da fand ich es bei der Trilogie von Brigid Kemmerer cooler, denn dort war die Unterschrift direkt ins Buch gedruckt wurden. Das ist natürlich ein wahnsinniger Aufwand, doch so einen ausgedruckten Signatur-Sticker würde ich mir eher nicht ins Buch kleben...

Mir hat die Juliausgabe der Bücherbüchse vor allem wegen der Sonderausgabe des Buches gefallen. Ich freue mich auf die Geschichte und finde auch die Textmarker mega cool. Die anderen Items sind ein wenig durchwachsen...
 


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