Freitag, 31. Mai 2024

Hörbuchrezension | Funny Story von Emily Henry

 Die Autorin war mit ihrer vorherigen Geschichte „Book Lovers“ eine Entdeckung für mich und so freute ich mich sehr als ich ihren neuesten Roman „Funny Story“ über Netgalley als Hörbuch zur Verfügung gestellt bekam.

Daphne ist gestrandet mitten in einer idyllischen Kleinstadt in Wisconsin. Eigentlich wollte sie dort in wenigen Monaten ihren Verlobten Peter heiraten. Doch dieser hielt es für die bessere Idee an seinem Junggesellenabschied mit seiner besten Freundin Petra durchzubrennen. Jetzt steht Daphne ohne Liebe und Zuhause da. Die Notlösung ist Miles. Ihr neuer Mitbewohner ist ausgerechnet der Ex-Verlobte von Petra. Wer könnte also besser wissen, was Daphne gerade durchstehen muss. Etwas Alkohol und ein paar Missverständnisse später startet der Beginn einer Funny Story.

Autorin Emily Henry hat ein unglaubliches Talent ihre Romane so mitreißend zu beginnen, dass ich auch hier wieder sofort von ihrer Erzählweise gefangen genommen wurde. Wir erfahren sofort von Daphnes Misere und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Daphne ist Kinderbibliothekarin und liebt ihren Job. Leider bringt dieser nicht viel Geld ein und so war sie stets abhängig von Peter. Lebte in seinem Haus und steht nach der Trennung nun ohne Bleibe da. Dann steht Miles vor der Tür und nimmt sie kurzerhand mit in seine kleine Wohnung. Daphne ist eine sehr authentische Protagonistin, die ein sehr enges Verhältnis zu ihrer Mutter hat. Die beiden waren allein und immer füreinander da. Daphnes größte Angst ist es, im Stich gelassen zu werden, wie es ihr Vater immer tat und nun auch Peter.

Am Boden zerstört nimmt sie Miles Angebot an und arrangiert mit dem Ex der neuen Freundin ihres Ex. Miles ist total deprimiert, erstickt seinen Kummer in Marihuana und traurigen Lovesongs. Es dauert ein wenig bis Miles sich wieder in den Griff kriegt und zeigt, dass er eigentlich der Sunnyboy der Kleinstadt ist, der von allen älteren Herrschaften geliebt wird und viel für seine Mitmenschen tut. Allerdings hat Miles auch das Problem, dass er bisher immer Reißaus nehmen möchte, wenn die Dinge ernster wurden.

Um ihren Ex-Partnern eins auszuwischen, behaupten Miles und Daphne kurzerhand selbst ein Paar zu sein. In einer Kleinstadt sollten sie dies besser überzeugend vorspielen. So beginnt für die beiden ein Sommer, in dem Miles Daphne all die tollen Ecken der Gegend zeigt und aus dem Spiel mehr werden könnte.

Ich fand Miles Transformation gut und wirklich wichtig, denn zunächst dachte ich „puh, ein Kiffer soll nun der Held der Story sein!“ Doch schnell zeigt sich, dass der Schein trügt und Miles alles für seine Menschen gibt und sich gerne aufopfert. Die Chemie zwischen beiden ist toll und ich liebe die humorvollen Momente, die die Geschichte zu etwas Besonderem machen.

Das Hörbuch hat über 13h, war aber so fesselnd, dass es nicht so langwierig erschien. Christiane Marx macht einen unglaublich guten Job und kann mit ihrer Stimme so viel Gefühl und Charakter den Figuren einhauchen, dass es Spaß macht, ihr zu lauschen.

Am Ende muss ich sagen, dass mich die Geschichte ein wenig verloren hat, als all die zwischenmenschlichen Probleme zusammenliefen. Da fand ich „Book Lovers“ stärker, dennoch ist „Funny Story“ von Emily Henry eine wundervolle Geschichte für den Sommer, die einfach Spaß macht und viel Tiefgang besitzt.

4,5/5

Montag, 27. Mai 2024

Finale | Ein Gentleman für Miss Cordelia von S.M. Laviolette

 John Fieldings Lebensinhalt besteht aus einer einzigen Sache: Rache! Rache an seinem Vater, der ihn ins Leben setzte und als mittelloses Straßenkind in London fast zu Grunde gehen ließ. Doch das Leben machte John zu einem harten Brocken, den selbst ein Gefangenenlager nicht brechen konnte. Die Rache an seinem herzöglichen Vater ist in vollem Gange als Cordelia in sein Leben tritt. Sie ist alles, was John nicht sein kann: liebevoll, nett und großherzig. Er ist vollkommen fasziniert von ihr, doch kann sie ihn aus seiner Düsternis befreien?



Dies ist der dritte und finale Band der Regency Revenge Reihe und ich war sehr gespannt auf Johns Geschichte. Er hatte bereits im ersten Teil einen großen Part als Stephens rechte Hand und wir kriegen einen sehr guten Eindruck vom Ausmaß seines Wesens. Die Geschichte beleuchtet nun auch Johns Kindheit und Jugend. Alles was er dort erlebte, war nichts für schwache Nerven und so verspürte ich auch eine gewisse Anspannung während dieser Passagen.

Ich war jedes Mal froh, wenn wir in die Gegenwart springen konnten und Johns Bemühungen Cordelia kennenzulernen miterleben konnten. Da bekam der riesige, harte Kerl ein weicheres Auftreten und man merkt, dass sich beide wirklich gut tun können.

Cordelia ist ein wenig in Johns Rachekonstrukt verstrickt, denn sie ist die Schwester der Duchess, der zweiten Ehefrau von Johns Vater. Cordelia ist die ständige Begleiterin ihrer Nichten und Neffen. Eine eigene Familie ergab sich für sie nie und so hat sie auch mit dem Thema abgeschlossen. Doch dann tritt John in ihr Leben und sie hat keine Angst vor ihm und seinen Narben. Sie ist fasziniert von seiner Größe und der sanften Art, die ab und an in ihrer Gegenwart hervortritt.

Ich mochte beide zusammen unglaublich gerne. Da stimmte die Chemie und ich fand es toll mitzuerleben, wie beide sich im Beisein des anderen weiterentwickelten.

Im letzten Drittel des Buches konzentriert sich die Handlung dann auch nur noch auf die Gegenwart und der Suche nach den Leuten, die John Leid antaten und dies auch noch tun wollen. Die Auflösung fand ich sehr stark. Es war eigentlich ganz offensichtlich, wer hinter allem stecken würde, doch die Autorin hat es so gut verpackt, dass ich bis kurz davor dieses nicht geahnt hatte.

Für mich zählen die Historicals von S.M. LaViolette eh zu den besten des Genres und hoffe, dass sie noch viele Reihen schreiben wird. Ich würde sie alle lesen!

„Ein Gentleman für Miss Cordelia“ ist der Abschluss der Regency Revenge Reihe und für mich nach Band eins der stärkste Teil. Er ist sehr düster und nichts für schwache Nerven. Zum Glück bekam das Buch mit seiner Liebesgeschichte eine wunderschöne und süße Note, die die Finsternis vertreiben konnte.

5/5

Sonntag, 26. Mai 2024

Hörbuchrezension | Regency Roses. Eine Lady in Not von Dana Graham

Emma Morten hat ein riesiges Problem: Sie möchte unter keinen Umständen die Gesellschafterin ihrer grantigen Tante werden. Doch dafür hat sie keine andere Wahl als zu heiraten. Die Voraussetzungen einen geeigneten Ehemann zu finden sind allerdings denkbar schlecht, denn Emma hat kein Vermögen, sie ist sehr unscheinbar und interessiert sich für eine Frau ihrer Zeit viel zu sehr für Politik. Als sie öffentlich vom Earl of Huntington brüskiert wird, scheinen ihre Aussichten einen Ehemann zu finden gegen Null zu laufen. Besagter Earl wird dann allerdings von Emma aus einer skandalösen Situation befreit. Im Gegenzug soll er ihr helfen einen geeigneten Heiratskandidaten zu finden.

 

Mich sprach der Klappentext der Geschichte sofort an. Da ich Historicals zur Abwechslung ganz gerne habe, freute ich mich auf die Geschichte, hatte ursprünglich aber was anderes erwartet.

Emma ist eine sehr kluge und interessierte Frau, von der dies zu Beginn des 19. Jahrhunderts allerdings nicht erwartet wird. Emma sollte lieber durch Schönheit, Zurückhaltung und Anmut herausstechen, alles was sie nicht hat. Das macht sie auch aus, das immer wehrende Gefühl nicht richtig zu sein. Da erscheint das verheiraten aussichtslos zu sein. Doch Emma ist gewitzt und versucht aus der Kränkung des Earls einen Vorteil für sich zu erlangen. Emma ist definitiv eine ungewöhnliche Heldin des Genres, da die meisten dann doch mit ihrem Aussehen punkten. Ich konnte sie mir vor meinem inneren Auge nur schwer vorstellen, da sie immer als farblos beschrieben wurde.

William ist das komplette Gegenteil von Emma. Er ist der begehrteste Junggeselle Londons mit einem großen Vermögen, Titel, tollen Aussehen und Heiratsabsichten. Allerdings ist William auch immer noch heartbroken, denn seine große Liebe heiratete seinen Bruder vor einigen Jahren und starb sogar. Sein Auftreten in der feinen Gesellschaft ist zu Beginn sehr rüde. So entwickelt er sich im Laufe der Geschichte von einem äußerst unhöflichen Charakter zu einer etwas besseren Version seiner selbst, wobei die Betonung auf „etwas“ liegt. William ist total optisch orientiert und legt daraufhin auch sein Werben aus. Aufkommende Gefühle für Emma sind schnell vergessen, als er eine bezaubernde junge Dame entdeckt. So kehrt er auch wieder sein boshaftes Verhalten heraus und das ist nicht gerade heldenhaft für einen Protagonisten des Genres.

Ich muss sagen, dass ich zwischen beide auch keine romantische Chemie wahrnehmen konnte. Für mich war ihre Verbindung eher auf geschwisterlicher Ebene. Daher konnte mich dieser Part der Geschichte nicht abholen, es passieren auch keine expliziten Szenen, was ich an dieser Stelle aber nicht vermisste.

 

Dennoch muss ich sagen, dass mich die Geschichte wirklich gut unterhielt, weil die Handlung einfach fesselnd erzählt war. Es passiert so einiges, was uns die Figuren und ihr Handeln näher brachte und das fand ich wirklich gelungen. Ich fand auch, dass die Autorin uns diese Zeit sehr gut nahe bringen konnte auch wenn ein paar Sachen fehlerhaft waren. So ist „Stolz und Vorurteil“ damals nicht unter diesem Titel erschienen.

 

Das Hörbuch wurde von Katja Eberhardt eingesprochen, die ich von der Tonie-Figur zu Peter Hase schon sehr gut kannte. Daher war es ein wenig komisch ihre Stimme für diese Geschichte im Ohr zu haben. Sie hat eine reifere, „altmodischere“ Stimme, was zwar gut zum Genre passte, aber nicht unbedingt zur Heldin. Was mich tatsächlich schon zu Beginn des Hörbuchs total störte, war die Aussprache des Viscount, der beständig zu „Weißkaunt“ wurde. Das war sehr gewöhnungsbedürftig.

 

Der erste Teil von Dana Grahams Regency Roses „Eine Lady in Not“ konnte mich handlungstechnisch absolut abholen. Allerdings wurde ich mit den Charakteren nicht so warm und konnte ihnen daher auch die Liebesgeschichte nicht abkaufen. Dennoch möchte ich das Hörbuch unbedingt empfehlen, weil es einfach mal eine andere Geschichte im Genre ist.

4/5

Dienstag, 21. Mai 2024

Hörbuchrezension | Das Mörderarchiv von Kristen Perrin

 


Tante Frances wusste immer, dass sie ermordet werden würde bis zu dem Tag, an dem es tatsächlich passierte. Zum Glück hat die alte Dame vorgesorgt und ein Mörderarchiv errichtet mit Informationen über sämtliche Verdächtige. Das Erbe bekommt die Person, die den Fall lösen wird und so steht ihre Großnichte Annie unter großem Druck den Mörder zu finden, um das Haus ihrer Mutter zu retten.

Mich sprach der Klappentext sofort an, ich mag solche Geschichten sehr und begebe mich mit den Figuren gerne auf Tätersuche. Annie möchte Schriftstellerin werden und hat gerade erst ihren Job verloren. Sie hat Tante Frances bisher noch nie getroffen, als sie auf ihr Anwesen eingeladen wird. Doch zu einem persönlichen Kennenlernen wird es auch nie kommen, denn Frances wird ermordet aufgefunden. Mit der Hilfe von Frances Tagebüchern und dem Mörderarchiv soll Annie denn Fall aufklären oder das Erbe geht an jemand anderes. Ich mochte Annie für ihre engagierte und clevere Art den Fall anzugehen. Sie ist richtig vertieft in dem Fall und beginnt sich immer mehr mit ihrer Großtante zu identifizieren.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, der Gegenwart und den Bemühungen der Tätersuche und in der Vergangenheit anhand der Tagebucheinträge. So erfahren wir von der Vorhersage auf dem Jahrmarkt, die Frances unterbreitet, dass sie ermordet werden wird.

Wir erfahren auch einiges zu Frances Freundinnen. Eine von ihnen verschwand in der Vergangenheit, was bis zur Gegenwart unaufgeklärt bleiben wird.

Die Geschichte ist wirklich interessant und zeugt von einer tollen Idee, leider brauchte ich nur recht lange, um mich von ihr einnehmen zu lassen. So empfand ich erst den Mittelteil als recht spannend, wenn die Ermittlungen an Fahrt aufnehmen. Doch das Ende konnte mich nachher auch nicht mehr so stark mitreißen, was schade war.

Das Hörbuch umfasst knapp 10h und wurde von Anne Düe eingelesen, die den Figuren mit ihrer Stimme viel Raum gab.

„Das Mörderarchiv“ von Kristen Perrin basiert auf einer grandiosen Idee, die zu großen Teilen auch richtig gut umgesetzt wurde, doch leider konnten mich der Beginn und das Ende der Geschichte nicht komplett abholen.

4/5


 

Mittwoch, 8. Mai 2024

Hörbuchrezension | Hunting Souls von Tina Köpke

 Katrina Smythe lebt mit ihrer modernen Version der Addams Familiy in einem ziemlich alten und besonderen Haus am Rande von Arcadia/ USA. Viel Spannendes passiert in der Nachbarschaft eigentlich nicht. Doch dann ziehen die Walkers nebenan ein und sorgen für Misstrauen in Katrinas Familie, denn die Walkers geben sich als Jäger zu erkennen, was für Vampire und Hexen, wie die der Smythe Familie ziemlich tödlich ausgehen kann. Durch einen Seelenzauber wird dann auch noch der Sohn Tate Walker an Katrina gebunden und darf sich nicht von ihrer Seite entfernen…



Ich wurde sofort von diesem besonderen und wunderschönen Cover angefixt. Es passt perfekt zum Haus der Familie Smythe, die skurril und düster, aber vor allem liebenswert sind.

Katrina ist vor wenigen Jahren in eine Vampirin verwandelt wurden. Für immer 18… - das hat nicht nur Vorteile. Sie muss sich in ihr neues Dasein einfinden und damit arrangieren, dass sie niemals älter werden wird. Ihre Adoptiveltern sind ebenfalls Vampire und nach wie vor schwer ineinander verliebt. Katrinas jüngere Schwester ist eine Junghexe, doch dies sind nicht die einzigen übernatürlichen Lebewesen in diesem Weltenentwurf. Auf alle von ihnen haben es die Jäger abgesehen, die in den Übernatürlichen eine Gefahr für die Menschen sehen und daher alles töten, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

Durch einen missglückten Zauber sind Katrina und Tate nun miteinander verbunden und darüber gar nicht glücklich. Sie brauchen einige Zeit, um ihre Vorurteile zu überwinden und zu erkennen, dass der jeweils andere vielleicht doch nicht so böse ist, wie man immer dachte.

Ich finde, dass Katrina eine coole und spannende Protagonistin ist, die ein sehr toughes Auftreten hat. Dass wir sie bereits als Vampirin kennenlernen und sie nicht erst verwandelt wird, war mal was neues, auch wenn ich gerade zu Beginn der Geschichte das Gefühl hatte, dass das spannendste in der Erzählung so schon vorweg genommen wurde. Ich mochte sie sehr gerne und fand die Entwicklung zusammen mit Tate sehr schön.

Tate ist 17 und als Jäger ziemlich erfolgreich. Er sucht keine Freunde, sondern nur Unnatürliche und dass die neuen Nachbarn auch noch welche sind, die ihm bei einer Familienangelegenheit helfen müssen, macht ihm das Leben in der neuen Stadt nicht leichter.

Ich muss leider sagen, dass ich sehr lange brauchte, um so richtig in die Geschichte hineinzufinden. Dafür dümpelte sie lange Zeit einfach nur so vor sich hin und konnte mich daher nicht packen. Das sollte die Autorin Tina Köpke im letzten Drittel des Buches zum Glück ändern und ich war total gefesselt. Endlich passierte mehr, die Figuren kamen voran und auch die spannende Haupthandlung begann sich zuzuspitzen. Das Buch ist der Start einer Dilogie und endet mit einem fiesen Cliffhanger. Ich bin total gespannt, wie es weitergehen wird und hoffe, dass zum Finale der Reihe auch ein Hörbuch erscheinen wird.

Dieses wurde von Rebecca Veil und Louis Friedemann Thiele eingelesen, die einen sehr guten Job machten um den beiden ihre Stimme zu verleihen.

„Hunting Souls. Unsere verräterischen Seelen“ von Tina Köpke ist ein erfrischend anderes Jungendbuch, dass definitiv seine Anlaufzeit braucht, mich am Ende aber richtig gut unterhalten konnte!

4/5

Dienstag, 7. Mai 2024

Mehr erwartet | Die Rebellinnen von Oxford. Unbeugsam von Evie Dunmore

 Auf dieses Buch freute ich mich sehr, denn die Autorin hatte uns lange auf den letzten Teil ihrer Rebellinnen von Oxford Reihe warten lassen und diese mochte ich so sehr!



Catrionas Lebensinhalt besteht aus ihrer wissenschaftlichen Arbeit und den Tätigkeiten für die Frauenrechtsbewegung. Dies wollte sie in einer Publikation vereinen, doch daraus wurde erst einmal nichts, als auf dem schottischen Anwesen ihres Vaters der junge Wissenschaftler Elias Khoury auftaucht. Catriona soll ihn zum Museum in Oxford begleiten, denn dort hat Elias einen Auftrag zu erfüllen. Was Catriona da noch nicht ahnt, ist, dass nicht nur ihr Herz sondern auch einige Exponate in Gefahr schweben werden.

Catriona ist die vierte der Rebellinnen von Oxford, deren Geschichte wir hier erfahren. Ich hatte sie bisher als sehr kluge und strebsame Figur wahrgenommen. Die Autorin beschreibt sie sogar als hochbegabt, während des Lesens hatte ich sie allerdings nicht so wahrgenommen. Stellenweise verhielt sie sich auch ziemlich dumm, aber dazu komme ich später. Dennoch mochte ich ihre Unbekümmertheit, welche sie in ziemlich prekäre Situationen brachte. Catriona ist definitiv keine passive Figur, die alles mit sich machen lässt, um in ihre Rolle zu passen. Catriona packt die Dinge an und das fand ich ziemlich gut an ihr.

Elias Khoury stammt aus dem Libanon und tritt als Wissenschaftler in Catrionas Leben. Genauer gesagt tritt er als „Vogelbeobachter“ in Catrionas Leben und bespannt sie beim Nacktbaden in einem schottischen Loch. Das skandalöse Aufeinandertreffen sollte für beide keine gesellschaftlichen Auswirkungen haben. Elias stammt aus einem ganz anderen Kulturkreis und glaubt, dass Catriona damit langfristig ein Problem haben wird, deswegen wirbt er nicht offensiv um sie, wobei sie ihm sehr den Kopf verdrehte. Er ist ein sehr ruhiger Protagonist, der Catriona und ihre Arbeit schätzt und respektiert. Er ist aus ehrenhaften, aber illegalen Gründen in England, denn er will die arabischen Kunstschätze aus den Museen zurück in ihre Heimat verfrachten.

Ich schätze die Reihe für die ungewöhnlichen Themen, die in ihr behandelt werden und den enormen Rechercheaufwand der Autorin. Den Part um die Kunstschätze, welche sich nicht rechtmäßig in England befinden, fand ich interessant, weniger warm bin ich mit den Exkurs in den Libanon geworden. Das Ganze blieb mir zu abstrakt. Wir erfahren zwar in einer Episode mehr über Elias Jugend dort, doch für die Geschichte hatte es in meinen Augen nicht viel Mehrwert gebracht. Catrionas Hochbegabung ist im Buch eigentlich auch nicht präsent, sie kann gut Schachspielen und will Professorin werden, aber das macht diese Neurodiversität ja nicht nur aus. Catriona hat aufgrund der Tatsache, dass ihre Mutter und ihr neugeborener Bruder im Kindbett verstarben eine ungemeine Angst vor Schwangerschaften. Bei ihrem unbedachten und leichtsinnigen Auftreten in bestimmten Momenten sollten man dies aber nicht ahnen. Das hat für mich nicht so zusammengepasst.

Für mich waren Elias und Catriona die schwächste Paarung. Ich möchte behaupten, dass sie auch nicht zu den Lieblingen der Autorin gehörten, denn das merkte man der Geschichte einfach an. Gefühlt passierte mehr im Leben von Lucie, Annabelle und Hattie als bei Catriona.

Im Epilog erscheinen Elias und Catriona nur als kurze Randnotiz, während dieser von Annabelle und Lucie dominiert wird. Der Abschluss war rund und schön, er spielt im Jahre 1918 als die Freundinnen (mittlerweile fast 60-jährig) zum ersten Mal wählen gehen dürfen und ein wichtiges Ziel erreicht haben.

Das Finale der Rebellinnen von Oxford Reihe von Evie Dunmore war leider nicht so würdig, wie ich ihn mir erhofft hätte. Die Vorgängerbände waren so stark, dass dieser im Vergleich sehr blass und unausgereift erschien. Da hatte ich wirklich mehr erwartet.

3/5

Bitte beachte!

Durch das Kommentieren eines Beitrags werden automatisch über Blogger (Google) personenbezogene Daten wie Name, Email und IP-Adresse erhoben. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben.

Beim Senden eines Kommentars werden diese Daten gespeichert. Mit dem Abschicken des Kommentars erkärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Informationen findest Du in der DATENSCHUTZERKLÄRUNG.