Freitag, 13. Januar 2017

Weggesuchtet | Die Nacht der Lilie von Sandra Regnier

Es ging einfach nicht anders! Direkt nach Beendigen des ersten Teils musste ich das Finale der Lilien-Reihe von Sandra Regnier hinterherschieben. Viel zu sehr fesselte mich Julias Geschichte, in der das Mädchen aus der Gegenwart ins Frankreich des Sonnenkönigs fällt.
Vor 1,5 Jahren fiel Julia aus der Zeit. Seit dem hat sie sich bestmöglich am Versailler Hof des 17. Jahrhunderts eingelebt. Allerdings plagt Julia das Heimweh und auch ihr erster Freund Alexandre macht ihr das Leben nicht leicht. Bloß gut, dass Julia immer noch ihren Mentor Etienne hat, dessen starke Schulter stets für sie da ist. Doch die Intrigen am Hofe nehmen ungeahnte Ausmaße an und Julia muss um ihr Leben fürchten.

Ich weiß gar nicht, wo ich bei meinen Lobeshymnen anfangen soll. Ich liebe die Reihe einfach! Im ersten Teil sah ich ein paar Schwächen, von denen waren im großen Finale allerdings kaum noch welche übrig.

Mir gefiel der kleine Zeitsprung. Julia ist mittlerweile 18, was auch besser zu ihrem reiferen Charakter passte. Zwischenzeitlich hat sie ein paar Sprüche verlauten lassen, die wahnsinnig unterhaltsam waren. Was habe ich stellenweise gelacht.

Sandra Regnier hat mit ihrem flüßigen und bildhaften Schreibstil es wieder geschafft mich Versailles sehr nahe zu bringen. Interessant fand ich dabei auch den Anhang zum Roman, in dem sie einen Abriss zu den wahren Begebenheiten und Entwicklungen der Nebenfiguren gab. Fast wie ein erweiterter Epilog. Mir gefiel einfach die Gradwandlung, welche die Autorin zwischen Fiktion und Geschichte hinlegte. Das war ganz große Kunst.

Die Handlung ließ dieses Mal nichts zu wünschen übrig. Es war einfach immer etwas los auf den 300 Seiten. Ein Ereignis jagte das nächste und hielt die Spannung hoch. Ich wollte meinen Kindle nicht mehr zur Seite legen. Umso trauriger bin ich, dass es nun schon vorbei ist.

Die Liebesgeschichte! Ach war das schön und ich hatte es mir schon im ersten Teil herbeigesehnt. So lange wie darauf hingearbeitet wurde, war ich allerdings ein wenig gefrustet, als die entscheidende Szene auf einmal ausgeblendet wurde. Ja, es ist ein Jugendbuch, aber ein bisschen Fummeln wäre doch dringewesen, oder? ;)

Doch ich bin froh, dass Julia ihr Happy End bekam. Die Auflösung um die Zeitreise fand ich geschickt. Kam mir allerdings ein wenig bekannt vor, weil ich gerade erst "La Vita Seconda" von Charlotte Zeiler las.
Zwar blieben ein paar Fragen und Ungereimtheiten offen, aber Julias Schulausflug nach Paris mit allem was dort passierte, war ein toller Abschluss auch wenn er für mein Empfinden etwas ausschweifender hätte sein können.

Nichts desto Trotz, die Lilien-Reihe ist für mich schon ein kleines Jahreshighlight und war sicher nicht die letzte Geschichte aus Sandra Regniers Feder auf meinem Kindle.

5/5

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