Beim Stöbern in der Buchhandlung fiel mir diese Schönheit ins Auge und in die Hände. Mittlerweile 10 Jahre ist es her, dass „Die vierte Braut“ von Julianna Grohe zu einem absoluten Lieblingsbuch wurde. Tatsächlich habe ich nie die weiteren Bücher der Reihe gelesen. Also gab ich mir einen Ruck und nahm die ziemlich teure Schmuckausgabe mit. Da ich Band eins so sehr glorifiziert hatte, tat ich etwas so seltenes und wagte einen Reread. Was soll ich sagen, das Buch hätte heute von mir nur noch 3 Sterne bekommen. Na gut ich kannte den Plottwist natürlich schon, aber ich hatte es dann doch deutlich überragender in Erinnerung und muss auch sagen, dass ich die Beziehung der beiden mit anderen Augen sah. Die Herren der Geschichte sind schon recht toxisch und Mayrin bekam nie ihren Mund auf. Was war da eigentlich los? Ich hatte also ein paar Bedenken als ich mit „die erste Braut“ startete und hoffte, dass es keine Enttäuschung werden würde.
Dies ist also die Geschichte wie Elaine den Kronprinzen kennenlernte und dies ist keinesfalls ein Spoilern, denn wir wissen sofort wer der Gärtner ist und überhaupt kennen wir den Ausgang ihrer Geschichte ja bereits aus Band eins. Dort präsentiere sich Elaine immer als makellose Kandidatin, die die Brautschau ohne Umschweife durchlief und zur zukünftigen Königin wurde. Dass ihr Weg allerdings ziemlich steinig war, erfahren wir nun hier.
Das tat ihrer Figur auch wirklich gut. Nahm ich Elaine in Band eins als unnahbar wahr, präsentiert sie sich in ihrer Geschichte als liebenswerte, naive junge Frau, für die es alles andere als glatt läuft. Gerade den Beginn der Geschichte fand ich toll, als sie sich von der Prinzessin in eine Bedienstete verwandeln muss und dies ohne zu meckern tut. Elaine ist unglaublich aufopferungsvoll ihrer Schwester gegenüber und könnte niemandem etwas zu Leide tun. Man muss sie einfach mögen!
Die Geschichte wird dieses Mal auch teilweise aus Alexanders Sicht erzählt und das tat ihm gut. Wir lernten ihn damals durch Mayrins Augen kennen und da kam er nicht immer so gut weg. Auf Alexanders Schultern liegt eine große Last. Sein Vater ist schwer krank und somit wird er ganz bald zum neuen König. Er muss bei der Brautschau also die perfekte Frau finden, weil sie die nächste Königin wird. Nach seinem Herzen kann er da nicht gehen. Dann lernt er Elaine als Magd in seinen geliebten Gärten kennen und ahnt, dass sie nicht aus einfachem Hause stammen kann. Dafür ist ihr Auftreten zu geschliffen. Er ermöglicht ihr also die Teilnahme in der Brautschau und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Ich fand beide zusammenwirklich gut und konnte ihre Chemie spüren. Das erste Aufeinandertreffen war zwar nicht optimal, aber die Prinzen sind einfach von Geburt an herrisch. Ich war dann doch überrascht wie sehr mich ihre Lovestory mitreißen konnte und das erleichterte mich nach dem Reread von Band eins sehr.
Handlungstechnisch ist einiges los und ich war doch erstaunt, was alles passierte gerade zum Ende hin, wovon wir in Band eins gar nichts ahnten. Ich glaube, dass dies von der zeitlichen Logik auch nicht ganz passen konnte. Doch mich hat die Geschichte wirklich gut unterhalten und sie gefiel mir im direkten Vergleich auch besser als „Die vierte Braut“.
Ich bin auf den nächsten Teil gespannt. Die Autorin hat einige spannende Andeutungen am Ende einfließen lassen und ich frage mich, was da noch auf uns zukommen mag.
„Die erste Braut“ von Julianna Grohe erzählt Elaines und Alexanders Geschichte, die mich wirklich gut unterhalten konnte und der Brautschau auf Wondringham Castle eine ganz neue Perspektive verlieh. Es gibt ein paar Ungereimtheiten, doch alles in allem war dies wirklich ein starker zweiter Band.
4,5/5

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