Donnerstag, 16. April 2026

Buchtipp | Kiss of the Basilisk von Lindsay Straube

Letztes Jahr bin ich über dieses Buch gestolpert, dessen Klappentext mich neugierig machte, weil er einfach komplett nichtssagend war und eine mysteriöse Geschichte versprach. Ich las also in die englische Leseprobe hinein, um abschätzen zu können, ob das Buch etwas für mich sein würde, bevor ich all das Geld für die wunderschöne Ausgabe der Bücherbüchse ausgeben würde.


Ich werde nicht den Klappentext des Verlags copy-n-pasten, sondern umreiße kurz, worum es geht:

Temperance lebt in einem kleinen Dorf, das in stetiger Angst vor den Basilisken lebt. Dabei tut die königliche Familie alles, um seine Untertanen vor den Monstern zu schützen. Zum Dank werden die Damen im gleichen heiratsfähigen Alter, wie der Prinz ins Schloss gebracht, um eine Ausbildung der etwas anderen Art zu erhalten. Der Prinz soll sich am Ende dann für seine Frau entscheiden. Nur übernimmt nicht der Prinz die Ausbildung selbst, sondern die unterjochten Basilisken… Was Temperance nicht ahnen konnte, sie würde eine unwiderstehliche Anziehung zwischen Lehrer und Prinz gleichzeitig entwickeln…

Wir lernen Tem, wie sie meist kurz genannt wird, in ihrem einfachen alltäglichen Leben kennen. Sie lebt mit ihrer Mutter allein und betreibt eine Hühnerfarm. Sie verteilt die Eier im Dorf und erntet dafür auch schon mal Spot. Gerade für ihre Naivität wird sie von Mädchen in ihrem Alter aufgezogen. Sie leidet schon unter ihrer Situation und will einmal etwas gewagtes tun, als sie zu der Auswahl ins Schloss geht. Von da an macht Tem wirklich eine wilde Reise mit, die sie von einem verschüchterten Naivchen zu einem mutigen, sexuellen Wesen.

Die Reise war zwar lang, aber ja wir kommen irgendwann zu einem Punkt, wo es einfach nur wild wird. Die erste Hälfte des Buches war da noch gesitteter. Wir lernen Caspen kennen, der ein Basilisk ist, also sich in eine riesige Schlange verwandeln kann. Er soll Tem alles beibringen, was sie wissen muss, um den Prinzen bestmöglich „bedienen“ zu können. Dabei verlieben sie sich ineinander und das war mir ehrlicherweise zu schnell zu viel. Ich konnte nicht mitfühlen, warum dieses uralte Wesen nach all den anderen Schülerinnen nun ausgerechnet so obsessiv mit Tem war. Caspen ist dabei auch ein streitbarer Charakter, der im Buch einige Red Flags mit sich herumtrug.

Interessant war die Idee der Basilisken, die auch in einer königlichen Hierarchie zusammenleben und hoch sexualisierte Wesen sind, die es wild treiben. Kein Wunder, dass die Kammer des Schreckens so gut versteckt war! Das war einfach mal was anderes.

Für mich war der Prinz der interessantere männliche Protagonist, der seine ganz eigene Geschichte hat, die auch noch nicht auserzählt ist.

Die zweite Hälfte des Buches ist stellenweise absurd und ziemlich trashig. Ich überlegte auch oft, ob ich eigentlich noch weiterlesen wollte, weil die Sexszenen sich einfach nur so anhäuften und die Handlung sich verlor.

Für mich hat der Prinz und sein Handlungsstrang die zweite Hälfte gerettet, sodass ich wohl doch noch weiterlesen möchte. Ich hoffe nur, dass Band zwei nicht so lang sein wird. Denn hier haben wir über 800 Seiten, die es für diese Story aber nicht gebraucht hätte!

„Kiss of the Basilisk“ von Lindsay Straube ist ein wilder Ritt, im wahrsten Sinne des Wortes. Man sollte sich auf einiges gefasst machen und Geduld für das lange Buch mit sich bringen. Ein Charakter hat es für mich herausgerissen, sodass ich Band zwei wohl doch noch lesen werde.

3,5/5

Dienstag, 14. April 2026

Hörbuchrezension | Guilty Pleasure von Linda Schipp

Auf diese Neuerscheinung wurde ich durch Cover und Titel aufmerksam. Dazu klang der Klappentext so gut, dass ich es unbedingt hören musste. So subbte die Geschichte erst gar nicht und ich drückte direkt auf Play.


Das Hotel Guilty Pleasure ist nur offen für die Superreichen. Auf einer abgelegenen Seychelleninsel können sie dort tun, was immer sie wollen, unbeobachtet. Es gibt keine Grenzen. Und so treffen dort Fremde aufeinander, die alle ein schwerwiegendes Geheimnis mit sich herumtragen und nicht wissen, dass sie für eine Realityshow gefilmt werden…

Ich liebe Trash TV und ein Thriller, der in diesem Milieu angesiedelt ist, da bin ich doch gerne dabei! Wusste ich, was mich erwarten würde? Definitiv nicht!

Die Geschichte wird aus der Sicht vielfältigster Charaktere erzählt, die alle eine unterschiedliche Motivation haben. An der Stelle möchte ich nicht so viel verraten, weil es die Story spoilern würde. Am besten man lässt sich auf die Story ganz unvoreingenommen ein, dann hat man den meisten Spaß. Jedenfalls waren die Figuren sehr stark ausgearbeitet und wir stecken auch in ziemlich kranken Köpfen fest. Ich hätte da tatsächlich am Anfang nicht erwartet, wie düster und beklemmend das Buch sein würde. So etwas habe ich tatsächlich schon lange nicht mehr gelesen, bzw. gehört.

Dann war da auch noch ein Kleinkind involviert. Das mitzuverfolgen, was dort mit dem Kind geschieht, die kranken Gedanken zu hören, war für mich schwererträglich. Man assoziiert automatisch mit seinen eigenen Kids. Also checkt unbedingt vorher eure Trigger!

Davon abgesehen war die Geschichte sehr mitreißend und ich wurde richtig hineingesogen und wollte das Hörbuch gar nicht pausieren. Es kommen immer wieder Wendungen hinzu die überraschend waren und man definitiv erstmal verarbeiten musste.

Das Vorwort der Autorin an die „Bookies“ war, dass man es nicht kommen sehen würde. „Versprochen!“ Dann kam das Ende und ich wartete auf den großen Knall, der für mich ausblieb. Die vollmundige Ankündigung der Autorin hat mich einiges durchspielen lassen und ich dachte, wenn ich so ein Vorwort raushaue, würde ich die Geschichte so auflösen. Und so kam es dann auch. Alles fügte sich für mich zu konstruiert zusammen. Die Schockmomente, welche im Laufe der Handlung immer wieder da waren, blieben im großen Finale aus. Das war schon eher enttäuschend.

Das Hörbuch wurde gleich von vier SprecherInnen und der Autorin selbst eingelesen, was ich sehr besonders fand und zum Hörerlebnis positiv beitrug.

„Guilty Pleasure“ ist nichts für schwache Nerven. Es ist mitreißend, spannend, krank und am Ende sehr konstruiert. Dennoch würde ich es weiterempfehlen, wenn man vorher seine Trigger checkt und bin gespannt, ob es eine Fortsetzung geben wird.

4/5

Dienstag, 7. April 2026

Hörbuchrezension | Vergissmeinnicht 3 von Kerstin Gier

Ich liebe die Bücher von Kerstin Gier und Band drei ihrer Vergissmeinnicht-Trilogie subbte mittlerweile so lange bei mir, dass es endlich an der Zeit war ihn zu lesen. Nur griff ich dafür nicht nach meinem Printexemplar, sondern hörte mir das Hörbuch an.


Für Matilda und Quinn steht der große Showdown bevor. Das Sternentor muss geschlossen werden und dafür braucht es Quinn als Auserwählten, um die Welt zu retten. Gleichzeitig zieht Matilda die Aufmerksamkeit mächtiger Feine auf sich und dann ist da auch noch ein Schulball, der organisiert werden soll…

Ich wusste natürlich noch worum es in der Reihe geht, aber an jedes Ereignis konnte ich mich nicht mehr erinnern. Die Handlung ist zusammenhängend und übergreifend für alle drei Titel, daher war ich echt froh, dass es zu Beginn des Buches eine Zusammenfassung gab. Das sollten viel mehr AutorInnen tun! Trotz dessen fiel es mir aber nicht so leicht, mich in die Handlung wieder hineinzufinden.

Die Geschichte ist sehr komplex mit ihrem Worldbuilding zum Saum, der rasanten Handlung und der Vielzahl an Charakteren. Es dauerte also so seine Zeit bis ich wieder in der Handlung steckte. Dann war ich allerdings wieder komplett gepackt und verfolgte die Geschichte unglaublich gerne.

Ich habe auch die Matilda und Quinn sowie deren Familien lieb gewonnen. Die sind einfach so kurios und voller Charakter, dass es Freude macht sie durch die Geschichte zu begleiten. Diese Buchcharaktere werden mir wohl lange in Erinnerung bleiben.

Die erzählte Zeitspanne beläuft sich auf ein paar wenige Tage, die vollgepackt sind mit Ereignissen und man rauscht förmlich so dadurch. Manchmal hatte ich das Gefühl etwas verpasst zu haben und so ging es mir auch am Ende, wo sich alles dann doch recht unspektakulär und einfach fügte. Für mich nicht so ganz finalwürdig war. Ich hatte mir da mehr Spannung und Dramatik erwartet.

Das Hörbuch fasst über 14h und wurde von Timmo Niesner und Jasna Fritzi Bauer eingesprochen, die Matilda und Quinn ihre Stimme verliehen. Beide machen einen tollen Job und die Hörbuchumsetzung somit zu etwas besonderem.

Das Finale der Vergissmeinnicht-Reihe von Kerstin Gier ist wie nach Hause kommen, weil man sich mit den Figuren so wohlfühlt. Der Humor ist super und die Geschichte steckt voller Ideen. Einziges Manko war für mich das schnell auserzählte Finale. Der Showdown hätte ruhig würdiger ausfallen können.

4/5

Mittwoch, 1. April 2026

Abbruch | Der Prinz des Nachtreichs von Sandra Regnier

Dank Vorablesen zog dieses Buch bei mir ein und ich freute mich sehr auf neues von Sandra Regnier, denn ich liebte ihre Lilien-Dilogie. Dieses Mal sollte sie uns ins Reich der Fae und speziell zum Erlkönig entführen. Ich war so gespannt darauf!



Letty steckt im Abschlussjahr in England und will die Zeit mit ihren Freunden genießen. Was keiner von denen weiß, Letty führt ein Doppelleben und ist in der Nacht als Spionin im Reich der Fae unterwegs. Dort versucht sie mit dem Prinzen Verschwörungen gegen seinen Vater, den Erlkönig, aufzudecken. Letty kann sich dort unbehelligt bewegen so lange sie sich nicht in Will verliebt, denn die Wesen der Nacht würde dieses Gefühl aufmerksam auf sie machen.

Ich fand die Ballade vom Erlkönig schon immer super faszinierend und freute mich hier eine Adaption der Geschichte gefunden zu haben. Die Story geht auch gut los, wir erfahren, dass Will und Letty seit dem Kleinkindalter befreundet sind. Er besuchte sie des Nachts, weil Letty sich allein fühlte. Allein mit ihrer Mutter nach England gezogen, sprach sie natürlich die Sprache noch nicht und fühlte sich einsam. Will war seit dem eine Konstante in ihrem Leben und ihr bester Freund. Jahre später erleben wir die beiden, wie sie Abenteuer im Nachtreich bestreiten und wie Letty ihren Schulalltag parallel bewältigt.

So weit klingt alles erstmal ganz gut, doch die Geschichte konnte mich leider überhaupt nicht packen. Mir fehlte der rote Faden in der Handlung und ich wusste nicht, was die Autorin mit ihren Charakteren vorhatte. Sie gingen immer wieder auf irgendwelche Missionen, die aber in keinen größeren Kontext passten. Daher war es sehr müßig für mich das Repetitive zu lesen.

Für mich blieben Letty und Will auch zu blass, als dass ich eine Verbindung mit ihnen hätte aufbauen können. Außerdem wurde so viel Namedropping betrieben, dass ich irgendwann nicht mehr hinterher kam. Dabei wurden die Charaktere nicht in Person eingeführt, sondern benannt und ihre Funktion beschrieben. Das dies nach zwei Seiten bei mir vergessen war, ist auch klar. Mich konnte die Story überhaupt nicht packen und ich hielt mich ewig an wenigen Seiten auf, dass ich schließlich bei der Hälfte die Reißleine zog und abbrach. Das ist auch so schade, denn die Geschichte hatte auf dem Papier alles, um gut zu werden. Überzeugen konnte mich die Autorin nur dieses Mal leider nicht. Vielleicht gehöre ich mittlerweile auch nicht mehr zur passenden Zielgruppe.

Für mich war „der Prinz des Nachtreichs“ von Sandra Regnier leider nichts.

2/5

Hörbuchrezension | Das Signal von Ursula Poznanski

Ich hatte mal wieder Lust auf ein richtig spannendes Hörbuch und da lief mir der Neue von Ursula Poznanski über den Weg. Der Inhalt klang so gut, dass ich total gespannt auf die Story war.


Innenarchitektin Viola verlor bei einem schweren Unfall ihr Bein und ist seit dem ans Haus gefesselt. Ihr Mann stellte ihr eine resolute Pflegerin ab, die sie nie aus den Augen zu lassen scheint. Gleichzeitig hat ihr Mann es alles andere als eilig das Haus barrierefrei umbauen zu lassen. Er scheint etwas vor Viola zu verbergen und als schließlich immer wieder Violas Sachen verschwinden, beginnt sie diese zu tracken und irgendwann auch ihren Mann…

Die Geschichte hatte mich sofort in ihren Bann gezogen, es war wirklich ein Phänomen für sich. Ich war sofort gefesselt und lauschte total gebannt, wollte die Geschichte gar nicht wieder ausmachen. Ich denke, was mich sofort abholte, war die Protagonistin. Ich hatte vor 1,5 Jahren einen Unfall, der im schlimmsten Fall auch so hätte ausgehen können. Ich hatte Glück im Unglück und musste trotzdem die Erfahrung machen 8 Wochen einbeinig mit Krücken unterwegs zu sein und das Laufen wieder neu lernen zu müssen. Ich konnte mich total mit ihr identifizieren und den Gefühlen der Hilflosigkeit, die zwangsweise kommen. Zu dem war Viola aber super tough und ließ sich nicht unterkriegen. Wie wir im Laufe der Story mitkriegen ist sie moralisch nicht unfehlbar. Ich konnte ihre allerdings komplett nachvollziehen. Wird sie in ihrer Geschichte schon mit einigen herausfordernden Charakteren konfrontiert, die ihr Misstrauen wecken.

Dabei entspinnt sich ein super spannender Plot, den Viola aus ihrem Haus heraus verfolgt und nur bedingt eingreifen kann. Sie reimt sich zusammen, was ihr Mann, ihre Pflegerin und die Freundinnen gerade tun. Natürlich gibt es am Ende einige Enthüllungen, die ich so auch nicht habe kommen sehen. Ich fand es so spannend und möchte diese Geschichte nur wärmstens empfehlen. Ich sollte definitiv mehr von der Autorin hören.

Das Hörbuch wurde von Tessa Mittelstaedt eingelesen, die einen tollen Job machte und jeder Figur Leben einhauchen konnte.

„Das Signal“ von Ursula Poznanski war wirklich großes Spannungskino mit einer tollen Protagonistin, die sich zu helfen wusste. Ich habe alles daran geliebt!

5/5

Sonntag, 22. März 2026

Hörbuchrezension | half his age von Jennette McCurdy

 Cover und Titel dieses Buches machten mich neugierig. Der Klappentext klang brisant und ich wollte die Geschichte unbedingt erfahren, obwohl sie außerhalb meiner gewohnten Genres lag.


Waldo ist anders. Kaufsüchtig. Unsicher. Ungeliebt. Waldo ist 17. Schülerin. Clever. Sexpositiv. Waldo ist an ihrem Lehrer dran. Mr. Korgy unterrichtet kreatives Schreiben und Waldo ist seine begabteste Schülerin. Mr. Korgy ist verheiratet. Vater. 40. Nicht mehr so ein Hecht, wie er es früher einmal war. Bis er sich auf Waldo einlässt…

Was habe ich da nur gehört?! Tatsächlich war es eine Mischung aus Genie und Wahnsinn. Der Schreibstil des Romans ist sehr literarisch und steckt voller Metaphern und tiefschürfender Vergleiche, dass ich wirklich beeindruckt war und mich an die Literatur aus Oberstufe und Studium erinnert fühlte. Die Figuren sind unglaublich vielschichtig und doch voller Klischees. Man merkte der Autorin sehr ihr literarisches Können an.

Dann gibt es Szenen, die mich an Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ erinnerten, die Idee dahinter scheint nun nach fast 20 Jahren in die USA übergeschwappt zu sein. Denn Jennette McCurdy möchte schocken und Tabus brechen. Hat keine Angst vor Ekel und Dingen, die besser unausgesprochen blieben. Immer wieder fragte ich mich beim Hören „Was zur Hölle war das gerade?“ Das war wirklich wild.

Die Geschichte erzählt ein kritisches Bild von der Gesellschaft. Waldo wuchs ohne Vater auf, mit einer Mutter, die immer nur für Männer funktionieren wollte, deren all ihre Bemühungen sich darum drehten, Männer zu halten. Ihre Tochter spielt in ihrem Leben nur eine Nebenrolle. Waldo adaptierte dieses Verhalten und scheint ihren eigenen Wert nur über die Anzahl ihrer Geschlechtspartner zu definieren. Das sind tatsächlich auch einige, bis sie eine perfide Faszination für ihren Lehrer entwickelt, die ich nicht unbedingt nachvollziehen konnte. Ich denke, Waldo wollte ihn nicht um seinetwegen, sondern weil er absolut tabu war und sie ihn trotzdem knacken konnte. So nimmt ihre Beziehung dann schließlich ihren sehr realistischen Laufen und dabei gab es für mich inhaltlich ein paar Schwachstellen, die nicht beleuchtet wurden. Auch das Ende fühlte ich an wie das Ende eines Kapitels und nicht des ganzen Romans. Das war ein wenig unrund und ein Ausblick in Waldos Zukunft hätte ihre Geschichte besser auserzählt. Vielleicht ist Waldo aber auch wie ihre Mutter und begeht die selben Fehler immer und immer wieder.

Das Hörbuch umfasst 7,5h und wurde von Paula Hans eingelesen, die eine sehr reif klingende Stimme für eine 17-Jährige hatte. Da Waldo die Erzählerin ist, war das für mich nicht optimal gewählt.

„Half his age“ von Jennette McCurdy erzählt auf schockierende und virtuose Art die tabubehaftete Beziehung von einem Lehrer mit seiner Schülerin. Ich wurde entsetzt und bestens unterhalten.

4/5

Dienstag, 17. März 2026

Hörbuchrezension | Savage Hearts von J.T. Geissinger

Ich finde die Queens & Monsters Reihe grandios. Obwohl ich mit Dark Mafia Romance rein gar nichts anfangen kann, liebe ich den Humor der Figuren und die starken Protagonistinnen. Kurz vorm Erscheinen des letzten Bandes wurde es Zeit für mich endlich Band drei zu hören.


Malek ist einer der gefürchtetsten Killer der russischen Mafia und er hat auf Rache für die Ermordung seines Bruders geschworen. Um den Kopf der irischen Mafia eines auszuwischen, entführt er dessen Schwägerin und hat keine Ahnung wen er sich das aufgehalst hat…

Als ich die Namen der Figuren las, wusste ich zunächst gar nicht, wie ich sie einsortieren sollte. Malek spielte in den vorherigen Bänden keine Rolle und auch unsere Protagonistin ist uns zuvor nicht begegnet. Dabei hat sie mit Sloan eine Schwester, die die Reihe mit ihrer unvergleichlichen Art geprägt und mich begeistert hat. Verdammt große Fußspuren also…

Riley ist Lektorin, liebt Bücher und führt das triste Leben einer grauen Maus. So lernen wir sie zunächst kennen. Sie hat kein sonderlich gutes Verhältnis zu ihrer Schwester und ist ziemlich überrascht als sie von ihr zur Hochzeit eingeladen wird. Riley wusste nicht mal das es jemanden in Sloans Leben gibt. So ist das erste Aufeinandertreffen im Buch nicht gerade herzlich. Riley teilt auch ganz schön gegen ihre Schwester aus und sammelte da bei mir keine Pluspunkte. Schließlich feiere ich Sloan für ihre Art und dann kam Riley und setzte ihr so zu. Nach dem sie so den Karren in den Schlamm gefahren hatte, musste sie einiges an Punkte sammeln, damit ich sie mögen konnte. Dabei hat Riley auch eine sarkastische Ader und ist liebenswert. Allerdings blieb sie im Vergleich zu den vorherigen Protagonistinnen eher blass. Dafür machte sie wohl die größte Entwicklung durch und wurde von einer grauen Maus zu Lara Croft der Mafia.

Malek hatte da schon einen bleibenderen Eindruck hinterlassen. Von allen wird er als der Killer gefürchtet, der jeden irgendwann drankriegt. Er bricht überall unbemerkt ein – selbst in ein Safehouse. Recht schnell entwickelte er eine Obsession mit Riley, obwohl auch er sie als graue Maus abstempelte und ich fragte mich dann, okay wie gesund wird diese Verbindung nun sein. Hinzu kommt, dass er sie entführt und sich nach einer Schussverletzung aufopfernd um sie kümmert. Bei seinen Kapiteln hatte ich stets den „maskulinen Mann“ im Ohr und das war ein mächtiger Abturner. Beide wachsen stockholmsyndromartig zusammen und das war für mich nicht gerade eine Beziehung auf Augenhöhe. Geht es am Ende trotzdem unterhaltsam und mitreißend aus? Auf jeden Fall. Lag das für mich vor allem an den Verwicklungen mit den anderen Mafien und Charakteren? Ja!

Dies war in meinen Augen ein Füllband, der das große Finale einläuten sollte, in dem es um Spider gehen wird, der auch hier schon eine große Rolle spielte. Ich bin ganz gespannt auf die Geschichte.

Das Hörbuch umfasste fasst 12h und wurde sogar von 5 SprecherInnen eingelesen, da jeder der männlichen Protagonisten der Reihe auch noch mal eine Stimme erhielt. Ich würde daher auch nicht empfehlen die Bände unabhängig von einander zu lesen. Dann kann man einfach mit der Haupthandlung und den Verwicklungen aus den vorherigen Bänden einfach nichts anfangen und nimmt sich den Spaß an der Reihe.

„Savage Hearts“ von J.T. Geissinger ist der 3. Und für mich schwächste Band der Queens and Monsters Reihe, da mich die Protagonisten nicht so abholen konnte wie erwartet, dennoch bin ich super gespannt auf das Finale.

3/5

Montag, 16. März 2026

Highlight | Dire Bound von Sable Sorensen

Ich hatte das Glück und konnte diesen mächtigen, neuen Romantasy-Schinken bei Vorablesen gewinnen. Ich hatte den Titel zuvor gar nicht so sehr auf dem Schirm, doch die Leseprobe fixte mich so sehr an, dass ich die Geschichte lesen musste!


Meryn Cooper hasst die Gebundenen. Die Eliteeinheit des Königreichs besteht aus Kriegern, die an mächtige Schattenwölfe gebunden sind. Diese leben in Luxus und Überschwang während das Volk an Armut leidet und Kinder verschleppt werden. Als Meryns kleine Schwester Saela entführt wird, sieht sie nur eine einzige Chance und meldet sich zum Aufstieg an – der Auswahlprozession für Nachwuchsgebundene. Als Meryn es schafft und tatsächlich von einer Wölfin gebunden wird, haben es einige auf sie abgesehen. Doch Meryn kämpft um ihre Schwester zu finden, komme, was wolle!

Die Geschichte wurde als Fourth Wing meets Panem beworben. Das passt schon ganz gut, doch eigentlich ist auch noch eine große Portion Game of Thrones dabei. Einer der Protagonisten heißt Stark Therion und hätte auch gut aus dem Hause Stark kommen können. Dann spielen die Schattenwölfe eine essenzielle Rolle und es geht heiß her. Die Mischung ist also ziemlich spannend.

Dennoch brauchte ich ein wenig, um mich in die Geschichte hineinzufinden und war echt froh, als die Auswahl endlich erledigt war. Zuvor drehte sich die Handlung um Meryns Lebensumstände. Sie wohnt mit ihrer kleinen Schwester und einer geisteskranken Mutter in einem heruntergekommenen Haus. Geld verdient sie sich bei Kämpfen und sackt die Wetteinsätze ein. Da sie von allen stets unterschätzt wird, fallen sie ordentlich zu ihren Gunsten aus. Meryns Lichtblicke sind die romantischen Treffen mit ihrem Freund Lee, der versucht ihr das Leben leichter zu machen.

Ich fand es echt spannend, dass unsere Protagonistin bereits vergeben ist. So haben wir eigentlich gar keine klassische Kennenlernphase in der Geschichte. Als Meryn sich für die Ausbildung zur Gebundenen entscheidet, muss sie allerdings ihre Liebe hinter sich lassen. Der Klappentext verrät zwar nicht richtig viel, allerdings lässt er einen Namen einfließen, der schon für den Fortgang der Geschichte massiv spoilert. Es wird noch ein Prinz eine große Rolle spielen, Meryn ist in Love, doch durch den Namen wissen wir, es wird nicht ihr Endgame sein. Ich hätte dies während des Lesens gerne selbst herausgefunden. So wartete ich nur so darauf, wann und wie alles den Bach heruntergehen wird.

Das fand ich im Nachhinein schon eher ungeschickt. Anders wäre der Überraschungsmoment einfach größer gewesen. Die Handlung hat einige Twists und schockierende, blutige Momente. Als mich die Story endlich gepackt hatte, fiel es mir schwer sie wieder aus der Hand zu legen. Hier und da gab es bei 800 Seiten auch ein paar Längen. Doch alles in allem war dies schon ein sehr packender Einstieg in eine Fantasyreihe, von der ich super gespannt bin, wie es im Sommer weitergehen wird.

Denn hier passt ganz viel zusammen: mit Meryn haben wir eine sehr starke Heldin, die sich in ihrem Bund mit ihrer willensstarken Schattenwölfin erst noch zurecht finden muss. Das Setting im Schloss und die Ausbildungsthematik ist toll, die Charaktere sind vielschichtig und die Handlung mitreißend. Sable Sorensen hat mit „Dire Bound“ viel richtig gemacht und ich bin echt froh, die Geschichte für mich entdeckt zu haben. Band zwei kann kommen!

5/5

Dienstag, 10. März 2026

Hörbuchrezension | Nightreaver von R.M. Gray

Aster lebt mit ihrer Großfamilie auf einem Piratenschiff und gemeinsam verteidigen sie die Menschen vor den Nightweavern. Diese sind gefährliche, mythische Kreaturen, die die Elemente beherrschen und das Blut der Menschen trinken. Sie nahmen das Festland ein und zwangen Asters Familie somit zu einem Leben auf dem Meer. Bei einem verheerenden Angriff stirbt Asters Bruder und der Rest der Familie wird auf ein Anwesen der Nightweaver verschleppt. Womit niemand gerechnet hätte, die Nightweaver sehen aus wie Menschen und begegnen der Familie mit einer Güte, die alle überrascht. Doch dann häufen sich die Ereignisse und Menschen werden auf dem Anwesen ermordet.

Das Cover des Buchs ist definitiv mal was anderes, allerdings muss ich sagen, dass mich das Design nicht so ansprach, dass ich auf die Geschichte aufmerksam geworden wäre. Der Klappentext und der Vergleich mit Fluch der Karibik und Downtown Abbey weckten dann so sehr meine Neugierde, dass ich das Hörbuch unbedingt hören wollte.

Als die Geschichte beginnt ist Aster Oberon gerade mal 16 Jahre alt und ich war schon skeptisch. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt eine Geschichte mit so einer jungen Protagonistin hatte. Mittlerweile bevorzuge ich ganz eindeutig reifere Fantasy. Doch ich wollte der Story dennoch eine Chance geben. In der ersten Hälfte entfaltete sich definitiv eine Sogwirkung. Wir lernen die Charaktere kennen und geraten in eine Seeschlacht hinein, in der es sehr dramatisch zu geht. Dann kommt der Cut und wir befinden uns in einem hochherrschaftlichen Setting, in dem die Familie Oberon als Dienerschaft herzlich aufgenommen wird und ihr Piratendasein an den Nagel hängt. Sie kommen in eine Familie Nightweaver, die recht normal zu sein scheint und nicht wie die Monster, für die sie Aster immer hielt. Ich fand es tatsächlich sehr eigenartig wie wertschätzend mit der Piratenfamilie umgegangen wurde, als würden sie dringend gebraucht werden und die Nightweaver warben regelrecht um sie. Ich hatte da schon den Braten gerochen, wusste aber während des Hörens nicht, ob es tatsächlich einen Braten gab oder ob alle wirklich nur ganz unschuldige Motive verfolgten.

Es gibt eine Vielzahl von Figuren und ich schrieb mir jeden einzelnen Namen auf, sonst hätte ich wohl einige Probleme bekommen, die Figuren ihren Rollen zu zuweisen.

Hinzu kommt ein unglaublich komplexes Worldbuilding, was sehr spannend war, aber auch einiges an Konzentration während des Hörens abverlangte. Tatsächlich verlor mich die Geschichte ab der Hälfte. Die Ereignisse überschlugen sich und ich hatte Probleme hinterher zu kommen, sodass es mich irgendwann nicht mehr kratzte, was mit den Figuren passierte. Das war natürlich sehr schade.

Ich muss auch sagen, dass eine gute Lovestory zu meinem perfekten Fantasyerlebnis hinzugehört. Ich will den Spice, weil es die Geschichte reifer macht und die Charaktere eine weitere Dimension dazu bekommen. Ich bin halt auch keine 16 mehr für mich darf es schon heiß hergehen. „Nightweaver“ besitzt eine zarte Liebesgeschichte, allerdings scheint Aster nicht so richtig zu wissen, was sie will, denn gerade zum Ende hin kommt noch eine weitere Figur hinzu, die mich zweifeln ließ, wer der Loveinterest der Geschichte ist. Die romantischen Verwicklungen hatten mich da nicht wirklich abgeholt.

Ich würde den Roman nicht als Jugendbuch eingliedern, sondern als High Fantasy. Es wird nämlich verdammt blutig und brutal. Es sterben unglaublich viele Leute und die Protagonistin watet nur so durch Blut und Leichen. Das fand ich ziemlich widerlich. Da habe ich es schon lieber, wenn Gliedmaßen in Fantasygeschichten anders präsentiert werden.^^

Das Hörbuch umfasste über 16h, welches von Michaela Gärtner eingelesen wurde. Sie verpasste der schönen, bildgewaltigen Sprache der Autorin eine Stimme und das gefiel mir wirklich gut.

Nightweaver von R.M. Gray lässt mich mit ambivalenten Gefühlen zurück. Die Fantasygeschichte ist aufgrund ihrer Komplexität und Brutalität sehr erwachsen, gleichzeitig ist unsere Protagonistin dies nicht und so konnte mich die Story nicht so recht packen. Ich wüsche mir mittlerweile einfach was anderes für meine perfekte Fantasylektüre.

3/5




Hörbuchrezension | Two can play von Ali Hazelwood


Für Viola wird ein absoluter Traum war, als Chefdesignerin darf sie an der Spieleadaption ihrer Lieblingsbuchreihe arbeiten und könnte nicht glücklicher über diese Chance sein. Allerdings gibt es einen riesigen Haken, dafür muss sie mit Jesse zusammenarbeiten. Er ist ebenso Spieledesigner und übt schon seit Jahren eine Faszination auf Viola aus. Bis zu dem Moment, wo er ihr klarmachte, was er wirklich von ihr hält und seit dem könnte auch Violas Abneigung und Kränkung nicht größer sein. Zu Teambuildingmaßnahmen begeben sich Jesse und Viola mit ihren Kollegen zu einem Skitrip in den Bergen. Je mehr Schnee fällt desto heißer wird es tatsächlich…

Dies war mein erster Roman von Ali Hazelwood und ich war gespannt auf die Story, weil ich bisher immer nur Gutes von der Autorin hörte. Außerdem klang der Inhalt echt ansprechend und ich freute mich drauf.

Die Thematik des Spiele-/Softwareentwickelns gepaart mit verfeindeten Teams, die gezwungen werden zusammen zu arbeiten, war mal etwas anderes.

Viola liebt ihren Job und sie brennt für die Buchreihe, die nun adaptiert werden soll. Man merkt ihr den inneren Zwiespalt sehr an. Zum einen will sie das Projekt zum Erfolg bringen und zum anderen hat sie Angst, dass die Zusammenarbeit mit Jesse dies gefährden wird. Sie versucht sich professionell zu geben und wird mit dem unprofessionellen Verhalten ihrer KollegInnen konfrontiert.

Wir erfahren, wie Jesse und Viola sich zum ersten Mal trafen, wie die Begegnungen danach abliefen und wie es zu dieser Situation kam. Ich verfolgte die Handlung sehr gerne, weil es total kurzweilig war. Ich mochte die Protagonisten und auch die Nebenfiguren.

Als sich die Dinge zwischen Jesse und Viola änderten, ging es tatsächlich auch recht zügig. Ich mochte beide zusammen, sie verstecken sich vor ihren KollegInnen um das Projekt nicht zu gefährden und das Buch endet ein Stück weit im Ungewissen über die Zukunft am Ende des Skitrips.

Ich wusste bereits, dass der Roman nur 250 Seiten umfasst, daher war es keine Überraschung für mich, dass das Hörbuch schon nach 4,5h endete. Das war auch okay. Ich muss nicht immer 15h+ an eine Geschichte gefesselt sein. Doch hier ging die Tiefe und Emotionalität für mich schon verloren. Ich hätte mir für meinen ersten Ali Hazelwood schon mehr versprochen. „Two can play“ war trotzdem unterhaltsam für Zwischendurch, doch nichts, was man verpassen würde.

3/5

Freitag, 6. März 2026

Kinderbuch | Käptn Wumpe und der geheime Piratenschatz von Hannes Blume

 Auf Lovelybooks durfte ich seit Langem mal wieder an einer Leserunde teilnehmen und dies sollte vor allem die Jungs freuen, denn es gab mal wieder neuen Vorlesestoff.



Wumpe ist ein Strandwildschwein und lebt mit seiner Familie auf der tropischen Insel Terralinga. Den ganzen Tag nur faul im Sand herumliegen wird dem kleinen Schwein schnell ziemlich langweilig. Er will ein Pirat sein, auf Abenteuer gehen und Schätze finde. Nur doof, dass allein seine beste Freundin Paula zu seiner Crew dazugehören will. Doch auch zu zweit lassen sich Schätze finden!

Als das Buch bei uns ankam, war ich überrascht über seine Dicke. Immerhin 130 Seiten gibt es hier zum Vorlesen. Somit war das Ganze nicht an einem Abend erledigt. Die Altersempfehlung ist ab 5 und da würde ich absolut mitgehen. Der 5-Jährige lauschte gebannt den Kapiteln, während der 3-Jährige sein Ding machte und kaum Interesse zeigte.

Das Buch ist zwar farbig illustriert, doch nicht so reich wie gedacht. Es gibt auch immer wieder Seiten, die keine Illustrationen zeigen und das war für den kleinen nicht so spannend. Die vereinzelten Illustrationen zeigen hauptsächlich die Figuren und ab und an mal eine Situation. Diese waren von Illustratorin Anja Grote ansprechend inszeniert und untermalten die Handlung.

Wumpe ist ein freches, abenteuerlustiges Schwein, der eine tiefe Freundschaft zu Paula pflegt und mit ihr eine Einheit bildet. Paula ist die Forscherin der Insel und hat sich einen Roboterarm gebaut. Gemeinsam finden sie einen mysteriösen, blauen Stein mit ungeahnter Wirkung und besuchen während ihrer Schnitzeljagd rund um die Insel einige der Bewohner. Das war definitiv ganz niedlich gemacht und gefiel dem Großen echt gut. Das ist für mich die Hauptsache.

Ich bin während des Vorlesens nur öfters über sperrige Redewendungen gestolpert, die meinen Lesefluss störten. Auch fragte ich mich, wie häufig man das Wort „Vorderfuß“ in ein Kinderbuch einbauen kann. Die Antwortet lautet: oft!

„Käpt’n Wumpe und der geheime Piratenschatz“ von Hannes Blume ist ein abenteuerliches Kinderbuch gegen Langeweile und für Zusammenhalt. Mein 5-Jähriger fand es ganz toll, was für mich die Hauptsache ist. Auch wenn es nicht zu meinen liebsten Vorlesebüchern zählen wird.

4/5

Samstag, 28. Februar 2026

Buchvorstellung | Mein wilder, bunter Garten von Silvia Hardt




Nach dem der ganze Schnee endlich Geschichte ist und die Tage immer sonniger werden, freue ich mich auf die anstehende Gartensaison! Diese Neuerscheinung, die ich über Vorablesen gewann, spielt mir mit unserem Grundstück schon in die Karten. Hier muss nichts wie geleckt, gestutzt und akkurat getrimmt aussehen. Früher sagte man „verwildert“ heute gärtnert man naturnah und I am ready for it!

„Mein wilder, bunter Garten“ beschreibt den Weg, den Autorin Silvia Hardt, mit ihrem Garten über die Jahre hinweg ging, um Insekten, Vögeln und Wildtieren einen Lebensraum zu bieten, in dem die Pflanzenwelt divers bleibt und in unserem Klima heimisch ist. So finden gerade Insekten genug Nahrung. Tatsächlich war dies bei mir nie so auf dem Schirm, wenn ich mir neue Elemente für meinen Garten überlegte oder Pflanzen online bestellte. Daher war das Buch sehr spannend für mich und regte neue Denkweisen an. Wir haben ein altes Haus gekauft zu dem auch der Garten gehört, welcher vor Jahrzehnte angelegt wurde und hier und da Ecken hat, die sehr schattig sind und verwildert ausschauen. Für diese schwierigeren Ecken liefert das Buch tolle Inspirationen, gibt Pflanzentipps für jeden Boden und jede Lichtverhältnisse. Außerdem werden Werkzeuge vorgestellt, die nützlich und nice to have sind.

Außerdem gibt es mehrere beispielhafte Beetpläne, wie sie die Autorin im heimischen Garten umsetzte und erklärt die Auswahl von Materialien und Pflanzen. Das lieferte einigen interessanten Input für mich. Eines der beschriebenen Projekte, welches ich als erstes umsetzen werde, ist eine Blühwiese, die das blanke Erdreich neben unserer Einfahrt schmücken soll. Ohne die Informationen im Buch wäre das Ergebnis höchstwahrscheinlich schief gelaufen, da ich auf die beschriebenen Tipps definitiv nicht gekommen wäre. So fühle ich mich für das Projekt „Blühwiese“ gut vorbereitet und freue mich auf die Umsetzung.

Die Gestaltung des Buches möchte ich auch noch hervorheben. Die Haptik des Buches ist angenehm und macht einen nachhaltigen Eindruck. Die Autorin arbeitete im Inneren mit übersichtlichen Tabellen und veranschaulichenden Übersichten. Gleichzeitig gibt es viele sehr schöne Fotos, die das Leben in ihrem naturnahen Garten in Momentaufnahmen zeigen. Ein richtige Highlight waren für mich auch die naturgetreuen, wunderschönen Illustrationen verschiedenster Pflanzen. Echt toll gemacht!

Ich kann „Mein wilder, bunter Garten“ von Silvia Hardt absolut empfehlen und freue mich nach der Lektüre ein Stück mehr auf die kommende Gartensaison.

5/5  

Donnerstag, 26. Februar 2026

Kinderbuch | Das Zauberwort heißt Nein! von Rebecca Mir

Über Vorablesen zog dieses neue Kinderbuch bei mir ein, welches ich mir mit den Jungs direkt abends zu Gemüte führte. Wenn neue Bücher für sie einziehen, sind sie immer ganz aus dem Häuschen und sie müssen sofort vorgelesen werden.

 



Fiete ist ein süßer, kleiner, roter Kater, der alles für seine Freunde tun würde. Doch diese nutzen Fiete aus und fordern Gefallen von ihm, die den kleinen Kater in ziemliche Schwierigkeiten bringen. Da muss erst eine kleine Heldin auftauchen, die Fiete zeigt, was Freundschaft bedeutet und das es da ein ganz wichtiges Zauberwort gibt: NEIN!

 

Das Cover des Kinderbuchs ist sehr aussagekräftig, zum einen sieht man den niedlichen Kater und ist direkt bezaubert, doch dann entdeckt man, was da eigentlich los ist, in welcher Bredouille er steckt. Das haben auch die Jungs direkt erkannt und waren bestürzt, was da gerade mit Fiete passiert. Ich war echt erstaunt, welche Gefühle das Cover bei den Kids ausgelöst hat und das auf subtilere Art und Weise.
Etwas unglücklich finde ich, dass auf dem Cover mit einem prominent platzierten Störer gearbeitet wurde, um ja darauf aufmerksam zu machen, dass dies das erste Kinderbuch von Rebecca Mir ist. Ich finde sie super, keine Frage, doch wirkt ihr schönes Portraitfoto wie ein Fremdkörper auf dem Cover und würde mich eher vom Kauf abschrecken als diesen anzureizen.

Tatsächlich hat sie das Buch auch nicht allein geschrieben, sondern zusammen mit Ruth Rahlff. Rebecca Mir setzt sich für den Schutz von Kindern vor Missbrauch ein und dahingehend sensibilisiert die Thematik des Buches. Nein ist ein wichtiges Wort und sollte in jedem Kontext akzeptiert werden. Das müssen die Kids früh genug lernen.
Hier begleiten wir also Kater Fiete dabei, wie er gefährliche Aufgaben für andere Katzen erledigen soll, die sich als seine Freunde ausgeben. Er traut sich nicht nein zu sagen. Erst eine kleine Maus hilft ihm den Mut dazu zu finden. Unterlegt wird die Geschichte mit großflächigen, farbigen Illustrationen, die wunderschön anzusehen und sehr niedlich sind. Gleichzeitig transportierten die Figuren über ihre Mimik ganz viel Gefühlsregungen, die meine Jungs sehr wohl zu interpretieren wussten und somit richtig mitfieberten.

 

Das Ende der Geschichte war recht abrupt und die Jungs und ich auch waren ein wenig verwirrt, dass die Story schon auserzählt war. Das hätte gerne runder auserzählt werden können. Dennoch kann ich sagen, dass uns „Das Zauberwort heißt Nein!“ richtig gut gefiel. Die Botschaft des Kinderbuchs ist super wichtig , der Held ist liebenswert und die Illustrationen sind schön und emotional. Daher würde ich es auf jeden Fall weiterempfehlen.

4/5

Dienstag, 24. Februar 2026

Hörbuchrezension | Bite the Bride von Penny Juniper

Auf dieses Buch war ich so gespannt und ließ es dann doch recht lange auf dem Sub schmoren. Als ich sah, dass Band zwei bereits in dieser Woche erscheinen wird, gab ich mir endlich den entscheidenden Ruck und drückte auf Play.



Katherine studiert an einer Universität für magische Wesen, dabei ist sie ein gewöhnlicher, nicht magischer Mensch und erfährt als diese Unterdrückung von so vielen Leuten an der Uni. Kat hat eine rebellische Ader und bricht in die Uni-Bibliothek ein, um ein verbotenes Zauberbuch zu stehlen. Dabei befreit Kat einen gefährlichen Fluch, der von ihr Besitz ergreift. Ihre einzige Rettung ist ein Vampirbiss und das täglich! Das Problem: Vampiren ist es strengstens untersagt, Menschen zu beißen. Einziger Ausweg: Eine Heirat! So gerät Kat an ihren verhassten Retter, Ethan Hawthorne. Seines Zeichens mächtiger Vampir und verstaubter Bibliothekar.

Ich bin so ready für spicy RomComs mit Fabelwesen. Als ich den Klappentext sah, war schnell klar, dass mir die Geschichte mit großer Wahrscheinlichkeit gefallen würde. Diese spielt im Schottland der 1920er Jahre, was ein ungewöhnliches und sehr atmosphärisches Setting war. Die Welt ist im Aufbruch, was Frauen- und Menschenrechte anbelangt. Sie wird allerdings regiert von adligen Fabelwesen, die offen auftreten und die Menschen seit jeher unterjochten. Das war ein interessantes Worldbuilding. Auch die Hierarchien, die vorherrschen sind spannend. So gibt es mehrere Clans von Vampiren, Werwölfen, Fae, die ein Oberhaupt haben und teilweise rivalisierend sind. Mir hat das richtig gut gefallen und so gibt es einiges an Potenzial für die weiteren Bände.

Kat ist eine typische Vertreterin des modernen Frauenbilds aus dieser Zeit. Sie will alles an Möglichkeiten mitnehmen, die sich neu für Frauen auftun. Sie will studieren, arbeiten, aber auch tanzen gehen und all die knappen Kleider tragen, auf die sie Bock hat. Sie führt ein selbstbestimmtes Leben und zeigt während ihrer Arbeit bei der Unizeitung all die Missstände auf, die ihr über den Weg laufen. Damit macht sie sich bei den Männern und magischen Wesen gleichermaßen keine Freunde. Kat ist total mutig, kämpft für sich und ihre Freundinnen. Damit hat sie mir sehr imponiert.

Das letzte was Katherine will, ist sich mit einer Heirat an einen Mann zu binden, schon gar nicht an einem mächtigen Vampir, um ihre Freiheiten aufzugeben. Also gibt sie alles, um heimlich zu tun, wonach ihr der Sinn steht und das treibt Ethan natürlich in den Wahnsinn. Dabei will er Kat nur beschützen, denn es sind einige Leute hinter dem Fluch in ihr her.

Ethan ist ein ziemlich mächtiger Vampir, der sehr auf Vorschriften bedacht ist und über seine Bibliothek nahe zu diktatorisch herrscht. Mit Kat geriet er schon oft aneinander und auch er ist über die Heirat alles andere als happy. Er tut es aus selbstlosen Gründen und die Spannungen zwischen beiden wachsen an. Außerdem taucht er immer dort auf, wo Kat sich gerade mal wieder in Gefahr bringt.

Beide zusammen fand ich echt unterhaltsam, auch wenn mir die Entwicklung nach all dem Hass ein wenig zu schnell vorkam, gerade auch im Hinblick auf das Ende, was Kat für Ethan in Kauf nimmt. Das war mir zu schnell zu viel, um für mich überzeugend zu sein. Auch die Auflösung erfolgte ohne großen Spannungsbogen. Das waren aber die einzigen kleinen Schwachstellen, die die Geschichte in meinen Augen besaß.

Was ich übrigens echt clever gemacht fand: Band zwei findet scheinbar zeitgleich mit den Handlungen dieser Geschichte statt. Wir werden also schon angeteasert, was es mit Kats Freundin Grace und einem Werwolf auf sich haben wird. Somit bin ich super gespannt auf diese Geschichte und möchte sie am liebsten auch als Hörbuch verschlingen.

„Bite the Bride“ wurde nämlich von Yesim Meisheit und Vincent Fallow eingelesen, die beide einen großartigen Job machten. Gerade Vincent Fallow konnte Ethans Blasiertheit sehr gut rüberbringen. Das war wirklich ein tolles Hörerlebnis!

Dies war das erste Buch von Penny Juniper für mich und bestimmt nicht das letzte. Das Worldbuilding ist grandios und die Charaktere super interessant. Ich bin ganz gespannt, wie es nach „Bite the Bride“ weitergehen wird.

4,5/5

Freitag, 20. Februar 2026

Hörbuchrezension | Betreutes Morden von Fergus Craig


Carol Quinn ist Serienkillerin im Ruhestand und als diese zieht sie nun in ihre neue Eigentumswohnung im luxuriösesten Eigenheim Londons ein. Nach 35 Jahren abgesessener Haft scheint ihre Vergangenheit sie einzuholen, als vor ihrem Fenster eine Leiche auftaucht. Schnell wird sie zur Verdächtigen Nummer eins und von den anderen SeniorInnen angefeindet. Doch Carol hätte nicht so eine steile Karriere hingelegt, wenn sie nicht genau wüsste, wie Mord funktioniert und so ist sie dem Täter auf der Spur.

Seit dem Donnerstagsmordclub bin ich ein großer Fan von kuriosen und etwas anderen Ermittlern. Diese Neuerscheinung schlägt auch in diese Richtung ein. Wir sind auch in einem Altenheim und die Insassen sind namhafte Persönlichkeiten. So ist eine ehemalige Innenministerin Carols Nachbarin, aber auch eine Krimiautorin, Pathologin oder ein Ex-Polizeibeamter. Kein gutes Pflaster für einen Täter. Doch Caroll ist aufgrund ihrer bekannten Vergangenheit die Verdächtige Nummer eins. Und das auch zu Recht. Die Geschichte geht auf ihre Morde ein und die hatten es in sich. Carol ist eine Soziopathin, die Leute spontan ermordete, die ihr negativ auffielen, weil sie ihr oder anderen Leid antaten. Das schaffte sie ganz ohne Gewissenbisse. Mittlerweile ist sie etwas reflektierter unterwegs und will eigentlich nur noch einen angenehmen Lebensabend in interessanter Gesellschaft verbringen. Die Mittsiebzigerin war schon echt kurios und auch gruselig, wie sie so von ihren Taten berichtete, als wären sie nichts. Carol spielt auch jetzt mit dem Gedanken ab und zu Leute auszuschalten, es mangelt ihr auch nicht an den Möglichkeiten, doch sie entscheidet sich ganz bewusst dagegen, es zu tun. Carol war schon eine interessante Protagonistin, auch wenn man sich nicht wirklich mit ihr identifizieren kann (ich zumindest nicht) begleitete ich sie trotzdem gerne durch ihre Geschichte.


Der Krimi ist auch gut und unterhaltsam gemacht, der Autor spielt mit verschiedensten Elementen des Genres und referiert ganz bewusst den Donnerstagsmordclub, was irgendwie auch ganz charmant war. Mir fehlten am Ende die Überraschungsmomente, irgendwie war mir lange klar, wer involviert sein würde, sodass die Auflösung für mich nicht so spannend war.

 

Das Hörbuch umfasste 8,5h und wurde von Manon Straché eingelesen, die einen richtig guten Job machte. Man merkt, dass sie Schauspielerin ist und so stimmlich den Figuren ganz viel Leben einhauchen konnte. Das hat mir richtig gut gefallen.

 

Ich bin gespannt, ob es von Fergus Craigs „Betreutem Morden“ noch weitere Teile geben wird. Potenzial hätte die Reihe mit ihrer kuriosen Killer-Seniorin auf jeden Fall. Vielleicht werden die Kriminalfälle dann auch besser.

4/5

Dienstag, 17. Februar 2026

Kinderbuch | Eilig, so unglaublich eilig von Christian Merveille

 Auf Vorablesen gewann ich dieses bezaubernde Kinderbuch, welches mit dem Häschen einigen Ostercharme versprühte, doch das würde der Geschichte wohl nicht gerecht werden.


Der Protagonist ist ein kleiner Hase, der allerdings kaum zu Wort kommt, denn er hat es eilig, so eilig. So rennt er durch die Geschichte, aus seinem Haus heraus, durch die Straßen seiner Stadt und schließlich über Wege zu seinem Ziel. Dabei hat er keinen Blick nach links oder rechts übrig, sondern flitzt, als würde er zu spät kommen. Wo will er hin und warum rennt er so schnell?

Darum geht es in dem Buch. Für mich lag das Hauptaugenmerk auf den wunderschönen Illustrationen. Die Tiere sind von ganz unterschiedlicher Art in vermenschlichter Darstellung. Sie sind bezaubernd niedlich anzuschauen und leben in so einer idyllischen Umgebung. Es ist einfach nur schön und steht in eindeutigem Kontrast zu dem eilig dahin rasenden Häschen. Warum es so schnell flitzen musste? Hm, keine Ahnung. Wir wissen am Ende zwar, wo es hinwollte, doch fehlte mir ein wenig die Pointe.

Die Jungs hatten viel Freude an der Geschichte als ich sie vorlas und liebten es mit mir die Bilder zu erkunden. Man kann ebenso schnell wie das Häschen durch die Geschichte huschen oder sich ganz bewusst Zeit nehmen und die Bilder auf sich wirken lassen, wie wir es getan haben. Man kann das Buch einfach immer wieder zum Vorlesen heranziehen und daher empfehle ich „Eilig, so unglaublich eilig!“ von Christian Merveille und Lorenzo Sangio unbedingt weiter.

5/5

Montag, 16. Februar 2026

Hörbuchrezension | Rebel Witch von Kristen Ciccarelli


Rune ist auf der Flucht. Ihre Identität als Hexe ist preisgegeben und Hexenjäger Gideon setzt alles daran um sie zu finden. Vergessen sind scheinbar all die Gefühle, die zwischen ihnen entstanden sind. Doch beide müssen zusammenarbeiten um einer gemeinsamen Feindin das Handwerk zu legen, denn sonst droht die Welt, wie sie sie kannten zerstört zu werden.

Ich habe Band eins im Sommer gehört und war sehr angetan von der Geschichte. Ich freute mich auf Band zwei, das Finale der Dilogie und war gespannt wie die Geschichte zwischen Hexe und Hexenjäger ausgehen würde.

Die Handlung schloss fast nahtlos an Band eins an. Wir stecken also direkt mitten drin, was es mir schon schwer machte, mich wieder in der Geschichte einzufinden. Es gab nicht viele Atempausen und ich nahm die Handlung als ein wildes Hin-und-Her wahr. Gideon und Rune treffen aufeinander, Rune flieht und reist zu einem komplett anderen Ort, ein paar Seiten später treffen beide wieder wie zufällig aufeinander. Und so ging das wirklich oft, dass die Handlung fast nur aus diesem Muster zu bestehen schien. So richtig gepackt hatte es mich dieses Mal nicht. Auch die Wendungen und Enthüllungen erschienen mir sehr konstruiert. Wow-Momente hatte ich in Band zwei nicht.

Auch die Emotionalität zwischen Gideon und Rune konnte ich nicht mehr so fühlen wie in Band eins, dabei fand ich diesen damals so gut! Was ist für mich nur mit der Geschichte passiert?

Das Hörbuch umfasst fast 14,5h und war aufgrund der sich wiederholenden Handlungsmuster schon eine zähe Angelegenheit für mich. Die SprecherInnen Henriette Schreurs und Moritz Frinberg machten zwar einen guten Job, konnten allerdings nicht dazu beitragen, dass mich die Handlung gepackt hätte. Leider.

Ich hätte mir wirklich gewünscht das „Rebel Witch“ von Kristen Cicarelli die tolle Geschichte um den roten Nachtfalter würdig zu Ende führt, das hat sie für viele auch, doch mich konnte die Geschichte einfach nicht abholen.

3/5

Freitag, 13. Februar 2026

Teil 4 | Ein Herz für den Earl von S.M LaViolette


Annis Bowman steckt in mächtigen Schwierigkeiten. Ihrer Reputation und ihres Geldes beraubt, bleibt ihr nur ein Ausweg: Sie muss sich bestmöglich verheiraten, um sich und ihre Großmutter nicht komplett zu ruinieren. Henry ist gerade aus Indien zurückgekehrt und hat ganz frisch einen Titel geerbt, ihm bleibt nichts anderes übrig als zu heiraten. Um einen unverfälschten Eindruck von der Londoner Gesellschaft zu bekommen, gibt er sich als Diener des Earls aus. Beide lernen sich kennen und sind voneinander hingerissen, doch dann erfahren sie die wahren Motive des jeweils anderen und unglückliche Umstände ketten sie aneinander.

Dies ist Band vier einer Reihe, die schon vor einiger Zeit begann und dann pausierte. Ich bin froh, dass der dp-Verlag sie nun fortsetzte und die restlichen Bände nun auch zeitnah erschienen sind.

Annis war Lehrerin in der Stefani-Academie, doch nach Schließung der Schule kann sie nicht mehr selbst für ihren Unterhalt aufkommen und muss sich in die Hände ihres Onkel begeben, um sich bestmöglich verheiraten zu lassen. Recht schnell ist ein älterer Gentleman gefunden, doch Annis Herz schlägt heimlich für den Diener des Earls of Rotherhithe höher. Annis steckt mächtig in der Klemme und man merkte anhand ihrer Figur sehr gut, wie ausweglos die Situation der Frauen dieser Zeit sein konnten, wenn sie in eine missliche Lage gerieten. Das prägte sie so weit, dass sie sich niemandem anvertrauen konnte. Sie war eine ängstliche Figur, aber ich konnte ihr Handeln in diesem Kontext definitiv nachvollziehen.

Henry hat eine lieblose Kindheit als uneheliches Kind eines Adligen verbracht. Nach einer gemeinen Intrige davongejagt, verbrachte er sein Leben als Geschäftsmann in Indien. Er hält nicht viel von der adligen, englischen Gesellschaft und das kann man auch total nachvollziehen. Er ist im Rachemodus und das konnte ich total nachvollziehen. Er ist total fasziniert von Annis Wesen, doch dann erfährt er ihre Hintergründe und sieht sich in seinem Bild von der Gesellschaft bestätigt.

Nach dem beide so unbeschwert und euphorisch starteten, kommt die Ernüchterung und so dreht sich die Handlung auch darum, dass beide wieder Vertrauen fassen müssen. Die Geschichte hat einige Themen und konnte mich tatsächlich erst nach der ersten Hälfte so richtig packen. Der Beginn war tatsächlich wie schon hunderte Male zuvor gelesen, was ich sehr schade fand und mir tatsächlich überlegte, ob ich die Reihe abbrechen sollte. Dabei freue ich mich immer auf die Romane der Autorin, doch in letzter Zeit konnte mich keines mehr zur Gänze begeistern.

Ich bin gespannt, wie die Geschichte um Miles werden wird und werde dann weitersehen. Bis dahin kann ich „Ein Herz für den Earl“ von S.M. LaViolette schon weiterempfehlen auch wenn die Geschichte nichts neues ist, dennoch ist sie interessant gemacht und gibt authentische Einblicke in die Lebensumstände der Zeit.

4/5   

Montag, 9. Februar 2026

Hörbuchrezension | The Heat is on von Felicia Kingsley


Eigentlich wollte Dwight nach seinem letzten Undercovereinsatz nur in den verdienten Urlaub fliegen, doch sein Boss macht ihm einen Strich durch die Rechnung als er ihn auf das neue italienische Restaurant der Familie Villa ansetzt. Diese sollen in der New Yorker Mafia mitorganisiert sein und nun hochgenommen werden. Um belastende Informationen zu sammeln soll Dwight sich an die Tochter Julia heranmachen, doch die ist ganz immun gegen die Spannungen zwischen ihnen. Blöderweise ist Dwight dies ganz und gar nicht…

„Courting“ von Felicia Kingsley war im letzten Jahr eines meiner absoluten Highlights. Ihren neuen Roman konnte ich da einfach nicht abwarten. Das Setting ist dieses Mal ein ganz anderes, denn wir haben es auch (leider) nicht mehr mit Zeitreisen zu tun. Wir stecken dieses Mal mitten in New York, es ist laut, voll und Sommer. Die Autorin hat es ziemlich gut geschafft, mir das geschäftige Setting der Großstadt rüberzubringen. Die Geschichte war dadurch sehr lebendig.

Dwight ist Agent beim FBI und für den nächsten Undercovereinsatz der beste Mann, denn er spricht italienisch und kann kochen. Also wird er zu Romeo und bewirbt sich um eine Stelle im neuen Restaurant der Zielfamilie. Wir erfahren die Geschichte auch aus seiner Perspektive und ich empfand ihn als sehr angenehmen Protagonisten. Er ist sehr selbstreflektiert und merkt einfach auch sofort, als die Grenzen zwischen Professionalität und privaten Interessen verschwimmen. Er versucht dagegen anzukommen, doch irgendwann steckt Romeo einfach zu tief drin. Er ist für Julia da und zeigt sich auch unter seinen Kollegen von seiner zuvorkommensten Seite. Er leidet zusehends darunter, dass er allen für seinen wahren Job etwas vormacht und sie ans Messer liefern muss. Romeo ist einfach ein Guter!

Julia hat es definitiv nicht leicht und musste einige Ungerechtigkeiten in ihrem Leben erfahren. Sie hat eine Krankheit, wegen der sie einen Stomabeutel tragen muss. Ihr Vater will sie daher am liebsten in Watte packen und traut ihr im Restaurant nur die harmloseren Aufgaben zu. Dabei will Julia nur kochen und in der Küche Meisterwerke zaubern. In Romeo sieht sie einen Konkurrenten. In der Küche ist er nämlich mindestens genauso gut wie sie und das kommt zu einigen Reibungspunkten. Beide Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet. Julia ist sehr tough und lässt uns erst nach und nach hinter ihre harte Schale schauen.

Zwischen beiden ist die Hitze schon am Brodeln, irgendwann, allerdings haben wir es hier mit einem absoluten Slow Burn zu tun. Das Buch hat über 550 Seiten und erst nach über der Hälfte kommen Romeo und Julia sich etwas näher. Die Autorin spannt uns da ganz schön auf die Folter und ich muss sagen, dass in der ersten Hälfte auch einige Längen vorkamen. Dafür war dann das letzte Drittel des Buches umso packender und emotionaler. Ich musste sogar bei einer Szene anfangen zu weinen, die gar nichts mit dem Hauptplot zu tun hatte, aber einfach zeigt, wie doof das Leben manchmal enden kann (Gespräch im Krankenhaus). Zum Ende hin vergeht einiges an erzählter Zeit, was der Figurenentwicklung gut tat. Die Autorin hat es einfach drauf und das hat sie auch hier wieder bewiesen. Wären die Längen in der ersten Hälfte nicht gewesen, wäre „The Heat is on“ ein 5 Sterne Buch gewesen.

Das Hörbuch umfasst 15,5h und wurde von Max Rauch und Sandra Voss eingelesen, die beide einen soliden Job machen, um den Figuren Leben einzuhauchen.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, was als nächstes von der Autorin erscheinen wird, im Sommer sollte es so weit sein und kann bis dahin „The Heat is on“ weiterempfehlen, denn hier hat man sehr komplexe Figuren, die ihre Themen haben und authentisch zusammenwachsen. Das ganze vor einem lebendigen New Yorker Setting und spannender Mafia-/FBI-Thematik.

4/5

Sonntag, 25. Januar 2026

Buchtipp | A Fire in the Sky von Sophie Jordan

 Dank Vorablesen zog dieses Buch bei mir ein, welches ziemlich gut klang und so war ich echt gespannt, was mich erwarten würde.


Tamsyn wächst im königlichen Schloss als eine von vier Prinzessinnen auf. Für sie sind die drei ihre Schwestern, doch Tamsyn ist nur das königliche Prügelmädchen und wird für jede Verfehlung der anderen bestraft. Als der berüchtigte Krieger Fell an den Hof kommt und die Hand einer Prinzessin verlangt, wird Tamsyn dazu gedrängt sich wieder für ihre Schwestern zu opfern. Sie wird Fell heiraten. Aus der Täuschung entsteht Wut und schließlich ein Feuer, welches sie zu verbrennen droht. 

Ich habe vor einigen Jahre eine Reihe von Sophie Jordan gelesen, die mir ganz gut gefiel. Dann war es lange ruhig und nun erschien ihre neue Reihe über Drachen, die erwachsener ist, denn es wird auch mit Spice geworben.

Dieser lässt auch gar nicht so lange auf sich warten, denn schon die dritte Begegnung der Protagonisten ist die Hochzeit, die vollzogen werden muss, damit die Ehe rechtskräftig ist. Die Szene ist ziemlich absurd, denn Tamsyn und Fell sind nicht allein, sondern der halbe Hofstaat ist anwesend, um den Vollzug zu bezeugen. 

Tamsyn ist 21 und war ihr ganzes Leben lang pflichtbewusst für die Königsfamilie tätig, so hadert sie auch nicht wirklich mit der neuen Situation, sondern tut, was ihr aufgetragen wurde. Man merkt, dass sie dies tut, um ihre Schwestern zu beschützen. Tamsyn wurde als Baby im Schloss ausgesetzt und von der Königin großgezogen. Sie sind ihre Familie. 
Das Prügelknabenthema war interessant und mal was anderes. Zum Glück wird Tamsyn von den Strafen nicht so sehr tangiert, sonst wäre es schon härtere Kost gewesen. Ihre Wunden heilen unglaublich schnell und von Anfang an hatte ich eine Vermutung wieso. Ich mochte Tamsyn sehr für ihren Mut und die bedingungslose Zuneigung, die sie gab. Die Luft zwischen ihr und Fell knisterte sofort, was auch kein Wunder ist.

Denn Fell ist ein mutiger Krieger, der gleichzeitig ein gerechter Anführer ist. Einfach ein guter, starker Kerl, den man in diesem Setting unbedingt an seiner Seite haben möchte. So machte er die Hochzeitsnacht für Tamsyn auch nicht zur notwendigen Tortur, sondern zum Vergnügen. Die Wut der Täuschung macht er mit sich allein aus. Ich fand beide großartig zusammen und hatte leichte Schmetterlinge im Bauch.

Wir befinden uns in einer mittelalterlichen Welt, in der die Drachen von den Menschen ausgerottet wurden. Es ist düster und überall lauern Gefahren, denn die Drachen waren nicht die einzige Bedrohung. Mir gefiel der Weltenentwurf richtig gut und ich hatte keine Probleme mich darin zurecht zu finden. 
Die Handlung entwickelt sehr früh einen regelrechten Sog und ich konnte die Geschichte nur schwer aus der Hand legen. Knapp 500 Seiten fühlten sich nicht so an. 

Bis zum letzten Viertel war die Geschichte ein absolutes 5-Sterne Buch für mich. Ich war komplett mitgerissen und liebte die Protagonisten. Was mich jedoch etwas störte, war wie vorhersehbar ich die Geschichte fand. Twists gab es für mich keine. Dafür wird schon auf dem Klappentext viel zu sehr angedeutet, wohin die Reise gehen wird. Das war ein wenig enttäuschend im Vergleich zum super starken Beginn. 

Das Buch endete mit einer Offenbarung, die Teil zwei in eine komplett neue Richtung driften lässt. Ich bin gespannt wie es weitergehen wird und verfluche den Fakt, dass Band zwei erst Ende Oktober erscheinen wird, was soll ich bis dahin machen?

"A Fire in the Sky" von Sophie Jordan ist eine absolut fesselnde Romantasy, die von ihren tollen Figuren lebt und nur schwer aus der Hand zu legen war. Ihre Vorhersehbarkeit ist für mich das einzige Manko.
4/5


Freitag, 23. Januar 2026

Hörbuchrezension | In the shadows we wait von Alessia Gold

 Auf den Spuren ihrer Wurzeln reist Xara nach Europa. Seit sie erfahren hat, dass sie adoptiert wurde, suchen sie Albträume aus einer Vergangenheit heim, die sie gar nicht gelebt haben kann. Als sie in ein kleines rumänisches Dorf kommt, wird sie von deren Bewohnern zwiespältig empfangen. Zwei von ihnen meinen in Xara die Reinkarnation ihrer Geliebten gefunden zu haben: Vampirfürst Dorian und sein Diener Juraj…


Ich war so gespannt auf die Geschichte; denn der Klappentext hatte mich direkt abgeholt und seit dem Film Van Helsing habe ich definitiv eine Faszination auf die Vampirmythen Europas. In diesem Vorbild stellte ich mir auch das Feeling des Buches vor. Tatsächlich war es weniger düster als erwartet.

Es ist Sommer und die Anwohner des kleinen Ortes zelebrieren ihre Dorfidylle, feiern Feste und gehen lebensfroh ihrem Alltag nach. Ab und an werden sie von fremden Vampirclans überfallen, doch daran kann sich später immer niemand mehr erinnern. Dafür sorgen Vampirfürst Dorian und Juraj, die zusammen in der Burg über ihre Dorfbewohner wachen und irgendwie in der Zeit fest stecken.

Beide leben schon seit mehreren 100 Jahren und müssen sich seit jeher verfeindeten Clans erwehren. Sie haben ein enges Verhältnis, doch sind die Hierarchien ganz klar definiert. Ich muss sagen, dass mir beide nicht so ganz näher gebracht wurden. Ich finde sie hätten mehr Tiefe vertragen. Die Geschichte wird aus Perspektive von beiden erzählt und ich hatte trotz unterschiedlicher Sprecher arge Probleme zuzuordnen, wer gerade der Erzähler ist. Das störte mich schon sehr.

Auch Xara blieb als Protagonistin sehr blass. Sie ist eine wissbegierige junge Frau, die keiner Fliege was zu Leide tun könnte.

Erst recht spät in der Handlung treffen sie zum ersten Mal aufeinander. Den Herren ist direkt klar, das ist unsere Frau von früher. Xara erfährt wer, bzw. was sie sind, dass es auch Werwölfe, Gestaltwandler und Hexen gibt, doch das erschüttert ihre Welt nicht wirklich. Sobald die ersten Träume mit Dorian und Juraj in den Hauptrollen auftauchen, ist sie plötzlich auch komplett into it. Und die Jungs wollen sowieso direkt dort anknüpfen, wo sie vor 100 Jahren aufhörten. Das war so unglaubwürdig und konnte mich so gar nicht begeistern. Nach dem ewig nichts passierte, ging es auf einmal ganz schnell und ich fühlte es gar nicht.

Ja, das Setting ist gut ausgearbeitet und der Weltenentwurf interessant. Handlungstechnisch hätte ich mir mehr Spannung gewünscht. So endete das Buch auch nicht gerade auf dem Höhepunkt und machte für mich keine Lust zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht.

„In the shadows we wait“ von Alessia Gold klang so unglaublich gut, dass ich richtig Bock auf die Geschichte hatte, doch so richtig begeistern wollte sie mich leider nicht.

3/5

Dienstag, 20. Januar 2026

Hörbuchrezension | He sees you when you're sleeping von Alta Hensley

Über die Feiertage war es Zeit für ein etwas anderes weihnachtliches Hörbuch. Ich war gespannt auf die Geschichte, weil sie etwas anders war, als das was ich sonst lese.


Er sieht sie jeden Tag durchs Fenster und hinterlässt keine Fußspuren. Chloe nimmt keine Notiz von ihm, weiß nicht, wer er ist. Chloe kennt nur Feuerwehrmann Jack. Den netten Kerl, der ihr immer wieder begegnet und der viel zu lieb für Chloe ist, denn sie sehnt sich nach etwas düsterem.

Ich fand den Titel des Buches super, ein Weihnachtslied auf creepy gemacht und somit perfekt passend für diese Stalkerthematik. Das Cover ist auch sehr ansprechend und nun musste nur noch der Inhalt halten, was das Äußere versprach.

Chloe ist Influencerin für eine große Schmuckmarke und gibt alles, um ihren Auftrag als Markenbotschafterin zu behalten. Daran hängt ihre Existenz in New York und das Haus ihrer Eltern. Nach dem Unfalltod ihrer Eltern lebt sie sehr zurückgezogen und hauptsächlich für ihren Job. Chloe ist so das nette Mädchen von nebenan, welches ein großes Geheimnis hat, welches ihr den Job kosten könnte.

Die Geschichte wird auch aus Jacks Perspektive erzählt, wie er draußen am Fenster steht und Chloe beobachtet, unbedingt für sie da sein will. Er hat eine massive Obsession entwickelt und zum Glück können wir auch seine Gedanken erfahren. Wir hören seinen inneren Zwiespalt, dass er Chloe beschützen will, aber gleichzeitig auch realisiert, dass er dafür zu weit geht. Das macht ihn zu einem sehr vielschichtigen Protagonisten, bei dem ich lange brauchte, um zu entscheiden, ob ich ihn nun gut finden soll oder nicht. Gerade am Anfang hat er es mir nicht so leicht gemacht, doch die Figurenentwicklung machte dann schon Sinn.

*Achtung Spoiler*

Wir erfahren im Laufe der Geschichte ein Geheimnis von Chloe, welches ihrem Charakter gut tat. Sie wurde interessanter und erschien für die Handlung eher gewachsen zu sein. Chloe ist auf einer Website angemeldet, die so eine Art OF ist und kreiert dafür ziemlich expliziten Content. Wir erfahren von ihren dunklen Sehnsüchten und warum sie den netten Feuerwehrmann Jack zwar mag, er aber nicht der Richtige für sie ist.

Mir gefiel gut, wie sich die Grenzen vermischten und beide Charaktere vielschichtig wurden. Das machte das Buch aus, war es trotzdem recht oberflächlich? Auf jeden Fall. Auch die Rahmenhandlung mit Chloes Boss war sehr klischeehaft und die Auflösung des Problems sehr unglaubwürdig. Trotzdem konnte mich die Geschichte gut unterhalten und ich bin gespannt, ob es einen zweiten Teil mit Chloes Freundin geben wird.

Das Hörbuch wurde eingelesen von Lou Willmann und Henning Decker, die einen guten Job machen und den Figuren Leben einhauchten.

„He sees you when you are sleeping“ von Alta Hensley ist eine Stalker Romance, bei der die Grenzen zwischen hell und dunkel stark verschwimmen, das macht die Geschichte trotz kleinerer Mängel aus.

4/5

Montag, 19. Januar 2026

Highlight | Quicksilver von Callie Hart

 Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen als ich eine euphorische Rezension dazu sah, also kaufte ich es und ließ es 9 Monate auf der Fensterbank subben. Was habe ich mir nur dabei gedacht?!


Saeris lebt das Leben einer Diebin in einem kargen Wüstenland. Wasser ist für sie so stark rationiert, dass ein Überleben ohne Diebstahl nicht möglich ist. Als sie erwischt und in den Palast abgeführt wird, sieht sie ihrem Ende entgegen. Bei ihrem finalen Kampf auf Leben und Tod öffnet sie unwissend ein Portal, aus dem ein Fae-Krieger tritt und sie mit nach Yvelia nimmt. Er erkennt in ihr alchemistische Fähigkeiten und so soll sie für ihn Artefakte erzeugen, die die Fae vor einer fürchterlichen Bedrohung schützen soll. Komme, was wolle.

Ich war ein wenig davon abgekommen dieses Buch zu lesen, als ich kritische Stimmen hörte, die meine Lust auf das Buch sinken ließen. Über die Feiertage hatte ich aber so Bock auf die Geschichte, dass ich spontan dazu griff. Tatsächlich muss ich sagen, dass sich die ersten 200 Seiten schon zogen.

Wir lernen Saeris unfaire und harte Lebensumstände kennen. Ihre Welt ist wirklich düster und sandig. Sie ist komplett fein damit zu sterben. Sie opfert sich für ihren Bruder auf, dass er ein besseres Leben haben soll nach ihrem Tod, ist ihr oberstes Ziel. Saeris ist tough, weiß sich zu wehren und hat ein erfrischend loses Mundwerk, was mir richtig gut gefiel. Sie durchläuft eine erstaunliche Entwicklung und ich habe sie total ins Herz geschlossen.

Die Handlung kommt so richtig ins rollen und konnte mich mitreißen, als Kingfisher auf den Plan tritt. Er ist ein adliger Faekrieger, der in seinem Reich keinen guten Stand hat, der König ächtet ihn und an den Grenzen seines Landes lauert eine allmächtige Bedrohung. Doch Fisher hat den Rückhalt seiner Männer. Er ist Fae durch und durch und ringt Saeris einige bindende Versprechen mit Hinterlist ab. Auch er hat ein feuriges Mundwerk und so kommt es zu einigen Schlagabtäuschen mit Saeris. Ich liebt alles daran. Kingfisher ist eine gebrochene Figur, die einiges auf sich nehmen musste. Man merkt, dass er mit einigen Dämonen zu kämpfen hat und einiges auch verbirgt. Ich hätte mir Kapitel auch aus seiner Sicht gewünscht, um mehr hinter seine Fassade schauen zu können. Doch dafür kommen die spannenden Enthüllungen dann am Ende.

Ich liebte die Chemie zwischen beiden. Es knistert und so kommt es zu einigen Szenen, die mein Herz höher schlagen ließen.

Das Worlbuilding ist grandios. Ich war ganz begeistert von der Faewelt, in der auch Kobolde und Vampire zu finden sind. Das Ganze ist mittelalterliche angehaucht und es macht so viel Spaß die Figuren in ihren Abenteuern zu begleiten. In der zweiten Hälfte kommen auch einige Abenteuer hinzu und es wird super spannend. Ich war so gefesselt, dass ich das Buch gar nicht zur Seite legen wollte. Zum Glück hatte ich mir bereits den zweiten Band (mit alternativem Cover, die neuen sind fürchterlich!) besorgt. Blöderweise spoilert der Klappentext direkt im ersten Satz den Cliffhanger des ersten Bandes. Wer hat das denn verzapft? So blieb die große Überraschung zwar für mich aus, aber ich bin trotzdem so gespannt auf Brimstone und freue mich darauf, es zur Hand zu nehmen. So lange wie Band eins wird es definitiv nicht subben müssen.

„Quicksilver“ von Callie Hart ist ein unglaublich gut gemachtes Fantasyepos, dessen Figuren und Handlung mich komplett abgeholt haben. Ich habe alles daran geliebt und bin froh, dass ich mich durch die ersten 200 Seiten gebissen habe. Es lohnte sich zu 1000%!

5/5

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