Dienstag, 14. Juli 2026

Hörbuchrezension | Swept away von Beth O’Leary


Für Lexi und Zeke sollte diese Nacht nur ein One Night Stand auf einem Hausboot sein. Doch als dieses in der Nacht aufs offene Meer hinaustreibt, bekommen beide unfreiwillig eine Verlängerung. Das Hausboot ist in keinem fahrtüchtigen Zustand und so wird aus einem One Night Stand eine Survivalexperience der anderen Art…

Ich bin durch das wunderschöne Cover auf das Buch aufmerksam geworden. Es ist so romantisch und weckte in mir eine sommerliche Urlaubsstimmung. Außerdem fand ich den (originalen) Klappentext des Buches ansprechend, denn der versprach eine spicy RomCom mit ungewöhnlichem Setting. Bekommen sollte ich tatsächlich etwas anderes…

Lexi ist gerade an einem Scheidepunkt in ihrem Leben. Ihre beste Freundin, mit der sie zusammen wohnte und sich gemeinsam mit ihr um deren kleine Tochter kümmerte, hat einen neuen Freund und so muss Lexi ausziehen. Sie denkt das Hausboot ihrer Familie wäre eine gute Übergangslösung. An einem verzweifelten Abend lässt sie sich auf den Fremden in der Bar ein und nimmt ihn mit auf das Boot. Lexi ist Anfang 30 und weiß nicht, wohin der Weg nun für sie führen mag. Wir lernen sie in einem unzufriedenen Punkt in ihrem Leben kennen. Lexi ist ein Charakterkopf, der seine Macken hat. Das hatte sie aber auch sehr nahbar gemacht.

Zeke ist deutlich jünger als Lexi. Mit gerade mal Anfang 20 hatte er schon einige Sexualpartner und erkannte, dass sich etwas ändern musste. Nach Monaten der Abstinenz lässt er sich auf Lexi ein, weil er fasziniert von ihr war. Zeke ist liebenswert vertrottelt und ein starker Kontrast zu Lexi. Beide ergänzten sich sehr gut. Wir lernen sie am Morgen danach kennen. Dort beginnt die Geschichte und das üble Erwachen als beide feststellen, dass sie nicht mehr am Hafen anliegen, sondern im Meer herumtreiben und nicht wissen, wo sie sind.

Ich hatte mich auf eine klassische RomCom eingestellt mit viel Humor und vielen romantischen Momenten. Das war aber nicht der Plan der Autorin. Denn es gibt einige Verwirrungen um den rechtmäßigen Besitzer des Hausboots und Lexis Misstrauen, ob Zeke die Situation provoziert hat und sie nun ermorden möchte. Gleichzeitig erklärt Zeke, dass jegliche sexuelle oder vertraute Handlung nun tabuisiert sind und ich dachte mir beim Hören: „Leute, dafür bin ich nicht hier!“. Der Großteil der Geschichte dreht sich zunächst also um Survivalstrategien und dem Kennenlernen und Instandhalten des Hausboots. Das war für mich wirklich mühsam, denn ich hatte einfach etwas anderes erwartet.

Tatsächlich weiß ich nicht, wie realistisch dieses Szenario tatsächlich war. Beide haben nicht wirklich eine Ahnung von Booten und kennen sich auch mit der Technik nicht aus. Sie finden also nicht heraus, wo sie gerade sind und wie sie sich selbst aus der Situation herausbringen können. Soweit so gut, das hätte mir auch passieren können. Was mich nur wunderte, warum hat sie niemand gefunden? Fällt es keiner Küstenwache oder anderen Booten auf, dass ein Hausboot aus dem Hafen heraustrudelt und einfach nur vor sich hin treibt und kein Ziel zu verfolgen scheint? Die beiden sind zwei Wochen auf See verschollen, sehen kein Land und nur einmal ein Frachtschiff aus der Ferne. Das Hausboot treibt in der Nordsee herum und nicht mitten im Pazifik! Wie glaubwürdig war also dieses Szenario?! Dann stranden beide auf einer verlassenen Bohrinsel. Es wird gefährlich und düster. Irgendwie hat mir das schon den Spaß an der Geschichte genommen, weil Klappentext und Cover einfach etwas anderes versprachen. Das letzte Viertel des Buches konnte mich mehr abholen. Das Zwischenmenschliche rückt wieder mehr in der Vordergrund und versöhnte mich mehr mit dem Buch. Die Geschichte ist definitiv besonders aufgrund der Thematik und ich werde vielleicht auch noch öfter darüber nachdenken, doch eigentlich hatte ich mir etwas anderes versprochen.

Das Hörbuch wurde von Fynn Engelkes und Mona Fischer eingesprochen und läuft über 11h. Beide konnten die Figuren ganz gut zum Leben erwecken. Was mir beim männlichen Sprecher nicht so gut gefiel, er sprach die Nebenfiguren wirklich eigenartig, sodass diese wie lächerliche Karikaturen wirkten und das kann nicht im Sinne der Geschichte gewesen sein.

„Swept Away“ von Beth O’Leary verführte mich mit seinem wunderschönen Cover und versprach eine besondere Geschichte. Besonders war diese wirklich, doch anstatt Humor und Romantik bekam ich Verwirrung und Survival. Echt Schade!

3/5

Donnerstag, 9. Juli 2026

Enttäuschung | A Crown of War and Shadows von J.R. Ward

 Ich hatte das große Glück und konnte seit Langem mal wieder an einer Lovelybooks Leserunde teilnehmen und das auch noch zu einem Titel, den ich mir eh im Buchladen kaufen wollte.



Sorrel ist eine Ausgestoßene in ihrem eigenen Dorf. Jeder braucht ihre heilenden Fähigkeiten doch gemieden wird sie trotzdem für ihre vermummte Erscheinung. Sorrel hat ein großes Geheimnis: mit einem Blick in die Augen der Menschen kann Sorrel deren Tod sehen und spürt ihn auch selbst. Dieses Risiko will sie niemals eingehen. Dann häufen sich Morde in ihrem Dorf, ein Dämon soll sein Unwesen treiben. Sorrel muss gehen bevor die Dorfbewohner sie verdächtigen. Auf ihrer Reise begleitet sie ein Söldner, den Sorrel für seinen Schutz bezahlen muss, aber nicht das nötige Geld dafür hat…

Das Buch ist mir sooft bei Instagram über den Weg gelaufen und wurde so dermaßen gelobt, dass ich echt neugierig war und meine Erwartungen auch demensprechend hoch.

Der Einstieg in das Buch gefiel mir noch richtig gut. Wir lernen Sorrel und ihre lebensunwürdigen Umstände kennen. Sie arbeitet in einem Gasthaus und hilft nebenbei den Kranken und Verletzten des Dorfes. Sie ist total aufopfernd und kümmert sich fürsorglich, ohne etwas zurückzubekommen. Es war schon hart zu sehen, in welche Umständen sie da gerät und wie einsam sie ist. Das Buch beginnt auch sehr traumatisierend und brutal. Das war erstmal nichts für schwächere Nerven. Sorrel bleibt lange ein Mysterium, zu dem sich sehr langsam die ersten Geheimnisse lüften.

Ebenso mysteriös ist auch Merc. Er tauchte plötzlich auf und versprach die Rettung für Sorrel zu sein. Er ist stark, aber man sieht ihm auch ein hartes Leben an. Wir wissen kaum etwas zu seiner Vergangenheit, ahnen aber, dass er ein mächtiges Päckchen zu tragen hat.

Zwischen beiden breitete sich sofort eine sexuelle Spannung auf, die immer wieder mit Blicken und Andeutungen gefüttert wurde. Allerdings erreichte mich diese nicht. Ich habe nicht verstanden, wie die beiden in solch einer Situation daran denken konnten und darüber sprechen konnten, während sie auf der Flucht waren oder von irgendwelchen Wesen Gefahr liefen getötet zu werden. Bis zum Ende ist ihre Verbindung sehr toxisch und einfach nicht nachvollziehbar für mich gewesen. Die Spiceszenen waren strange und entstanden immer wieder (es sind nur 2) aus den falschen Motivationen. Aus Insta Lust wurde Insta Love und das hat mich überhaupt nicht überzeugt.

Das Worldbuilding ist speziell, wir haben eine Fantasywelt mit mittelalterlichem Komfort und Kleidung, dafür aber mit Schusswaffen. Es gibt normale Tiere, aber auch Lebewesen wie Dämonen oder erdachte Geschöpfe, die allerdings kaum beschrieben wurden und einfach nur einen neuen komplizierten Namen bekamen. Ich fragte mich, hätten die beiden der Einfachheit halber nicht von einem Krokodil angegriffen werden können. Darunter hätte man sich wenigstens etwas vorstellen können. So kämpfte der Protagonist in meinem Kopf mit einem körperlosen Wort.

Auch der Schreibstil ist speziell und es gibt immer wieder Redenwendung oder Logikfehler, die den Lesefluss immens störten. War dies der Übersetzung geschuldet? Jedenfalls erkannte ich J.R. War weder im Schreibstil noch in ihren Figuren wieder. Ich habe ihre Black Dagger Reihe lange verfolgt und da liegen einfach Welten dazwischen.

Ich kämpfte mich durch die 620 Seiten. Die Geschichte machte mir einfach keinen Spaß. Ich fühlte die Figuren nicht und mich nervten die ganzen Sidequests, die sich immer mit ganz viel Zufall wie von selbst auflösten. Im letzten Drittel las ich einfach nur noch quer, um das Buch endlich zu beenden. Und mir entging dabei auch nichts wichtiges, wie ich dank der Leserunde nachverfolgen konnte. Das war schon eine herbe Enttäuschung. Das Buch endet dann auch noch mit einer Überraschung, sehr überhastet, doch relativ abgeschlossen. Ich werde daher die Reihe auf keinen Fall weiter verfolgen. Dafür ist mir meine Lesezeit einfach viel zu schade und jetzt freue ich mich auf ein Buch, das mir hoffentlich wieder mehr Spaß machen wird.

„A Crown of War and Shadows“ von J.R. Ward war nach all dem Lob eine unglaubliche Enttäuschung für mich. Ich quälte mich durch eine Geschichte, die mich in vielen Teilen nicht überzeugen konnte. Da hatte ich von der Autorin echt anderes erwartet!

2.5/5

Dienstag, 7. Juli 2026

Hörbuchrezension | Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code von Richard Osman

 


Ein Jahr war es ruhig um den Donnerstagsmordclub. Elisabeth trauert. Joyce plant eine Hochzeit. Ibrahim verschließt die Augen vor den Machenschaften seiner Lieblingspatientin und Ron hat mit familiären Problemen zu tun. Dann erfährt der Club von einem Code für ein Bitcoinkonto hinter dem einige zwielichtige Gestalten her sind. Als dann noch ein Mord passiert, sind die vier wieder voll im Einsatz.

 

Ich hatte meine vier Lieblingsrenter nach dem sehr emotionalen und packenden Band schon vermisst und war froh wieder nach Coopers Chase zu kommen. Es geht ruhig los. Die Hochzeit von Joyce Tochter steht an und Joyce könnte nicht stolzer auf ihren Schwiegersohn sein. Doch dann verschwindet dessen Trauzeuge, nachdem er dem Donnerstagsmordclub offenbarte, dass jemand versucht ihn umzubringen. Als tatsächlich jemand stirbt und die Renter von den Bitcoinmillionen erfahren, steigen sie wieder in ihre Ermittlungen ein. Dabei werden wieder mehrere Handlungsstränge miteinander verknüpft. Zum Glück hatte ich mir wieder die vielen neuen Charaktere notiert, um nicht durcheinander zu kommen. Das ist bei der Reihe immer Gold wert.

 

Unsere Protagonisten hatten alle sehr mit sich selbst zu tun. Es sind auch einige große Probleme, die bei ihnen im Raum standen. So kam das klassische gemeinsame Ermitteln dieses Mal ein wenig kurz. Dafür passierte einiges an Charakterentwicklung und ich denke, wir lernten Figuren kennen, die uns noch weiter durch die Reihe begleiten werden, denn bei einigen von ihnen war mir deren Handlungsstrang nicht auserzählt erschienen.

Der Krimiplot war auch nicht so spannungsgeladen wie erwartet. Als die Auflösung kam, war ich auch nicht sonderlich überrascht auch wenn ich nicht zu vor darauf gekommen war. Es war einfach nur unspektakulär.

Dennoch konnte mich die Geschichte sehr gut unterhalten, weil ich die Protagonisten so liebgewonnen habe und ihre andere Sicht auf das Leben schätze. Ich hoffe, es wird noch lange weitergehen mit dem Donnerstagsmordclub.

 

Das Hörbuch hat 11,5h und wurde wieder von Beate Himmelstoß und Johannes Steck eingelesen. Wenn ich ihre Stimmen höre, bin ich jedes Mal wieder in Coopers Chase angekommen und liebe es. Ganz großes Kino für die Ohren.

 

„Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code“ von Richard Osman ist der langersehnte 5. Band der Reihe. Es geht ruhiger zu. Dafür passierte viel mit den Charakteren und ich freue mich darauf, sie wiederzusehen.

4/5

Sonntag, 28. Juni 2026

Hörbuchrezension | No place to be single von Felicia Kingsley

 Im Juni gab es eine Neuerscheinung, der ich entgegenfieberte. Ein neues Buch von Felicia Kingsley, deren vorherige Bücher mich richtig gut unterhalten konnten. Besonders Courting war ein absolutes Highlight. Ihr neuester Roman ist eine Adaption von Stolz und Vorurteil. Als ich dies erfuhr, war ich sofort all in!



Die Aufregung ist riesengroß als Michael D’Arcy nach Jahren an den Ort seiner Kindheit zurückkehrt und single ist. Sämtliche Mütter und deren unverheiratete Töchter laufen Sturm als Michael auf das Weingut, wo Elisa arbeitet, zurückkehrt. Michael soll den Verkauf des Gutes für seinen Freund auf den Weg bringen. Elisa weiß noch nicht, dass ihr Zuhause verschachert werden soll, um einem Golfplatz zu weichen. Sie freut sich über die Rückkehr ihres Kindheitsfreunds. Doch dann erfährt sie die Wahrheit und Michael punktet nicht gerade mit seiner Arroganz bei ihr. Wird Elisa das Weingut retten können und kann Michael all den heiratswütigen Damen entkommen?

Der erste Satz des Buches hatte mich direkt abgeholt und mitgenommen. Er ist an Stolz und Vorurteil angelehnt und ich war gespannt, wie die Autorin diese Geschichte in die Toskana der Gegenwart bringen würde.

Elisa ist Winzerin und lebt mit ihrer Tochter, Schwester und Mutter auf dem Weingut. Alles daran ist ihr Leben und zumindest Elisa geht voll darin auf. Elisa ist temperamentvoll und weiß was sie will. Sie kümmert sich um das Weingut als wäre es ihr eigenes und ist immer für die Frauen ihrer Familie da. Mit Michael verbindet sie die tollen Sommer ihrer Kindheit. Doch dann kommt er zurück und zeigt sich von seiner nervigsten Seite. Aus Rache für eine Kränkung zwingt sie ihm Dates mit den verzweifelten Singles des Dorfes auf.

Michael ist Partner einer Investmentfirma. Für ihn zählen nur Zahlen und keine Gefühle. Als sein bester Freund das Weingut erbt, reist er mit ihm dorthin um den Verkauf vorzubereiten. Elisa erkennt er gar nicht, als er nach all den Jahren wieder auf sie trifft. Sie reitet ihn in eine mächtige Misere auf die Michael sich einlassen muss. Wir merken schnell, dass sein Gebären Fassade ist und er eigentlich das Herz am rechten Fleck hat. Allerdings schreckt Michael auch nicht vor losen Damenbekanntschaften zurück und so kommt es zu einigen witzigen Verwicklungen in der Geschichte. Zwischen ihm und Elisa gibt es einiges an Feuer. Doch auch die Gefühle kommen nicht zu kurz und es gibt einiges an Drama, wie man es auch aus Stolz und Vorurteil kennen mag. Die Autorin erzählte den Klassiker nicht eins zu eins nach. Auch nicht alle Charaktere tauchen auf, bzw. deren Rollen wurden geändert. Das fand ich sehr interessant gemacht und liebte es, bekannte Handlungsstränge wiederzuentdecken.

Der Ort Belvedere und besonders dessen Bewohner ist so liebenswert, kurios und witzig, dass ich Michaels Spießrutenläufe bei den Dates, in der Apotheke oder auf dem Bauamt einfach liebte. Das war die beste Unterhaltung und ich musste so viel lachen, wie ich es zuvor nicht erwartet hätte. Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil und immer wieder Zitate eingebaut, die mir im Kopf blieben und das passiert mir bei Hörbüchern sonst nicht. Die Geschichte hat den nötigen Tiefgang, gleichzeitig ist sie die perfekte Sommergeschichte und sprüht vor Witz. Ich habe alles daran geliebt.

Ich bin nur nicht wehmütig, dass sie nun zu Ende ist, weil es die Buchverfilmung schon zu Amazon Prime geschafft hat und ich weiß, was ich am Wochenende gucken werde!

Das Hörbuch wurde von Sven Macht und Sandra Voss eingesprochen, die einen grandiosen Job machten. Gerade die Verkörperung des Apothekers hat die Vertonung noch mal auf ein anderes Level gehoben. Es war einfach perfekt.

„No place to be single“ von Felicia Kingsley ist für mich das Sommerbuch des Jahres. Die Autorin hat mal wieder voll abgeliefert und mir mit ihrer Geschichte unterhaltsame Stunden beschert. Ich wünschte, ich könnte ewig bei Elisa und Michael verweilen. Ich bin gespannt, was als nächstes von der Autorin erscheinen wird und hoffe, dass dies einfach nicht so lange dauern wird…

5/5

Samstag, 20. Juni 2026

Hörbuchrezension | My evil Boss von Sarah Stankewitz

 Nach all den spicelosen Geschichten der letzten Wochen wollte ich eine Geschichte hören, die davon reichlich haben sollte. Das Hörbuch subbte schon ein Weilchen bei mir und schien dafür der perfekte Kandidat zu sein.

Als Aurora des nachts in eine verlassene Kirche einsteigt und sich im Beichtstuhl versteckt, erfährt sie die übelsten Geheimnisse eines Fremden. Ihre Begegnung endet verstörend, heiß und brutal. Ein paar Wochen später sitzt Aurora diesem Fremden bei einem Bewerbungsgespräch gegenüber und hofft unerkannt zu bleiben. Ayden ist der Boss des Nachtclubs Red Poison und hat etwas andere Wertevorstellungen und Ansichten, was man seine Angestellten zumuten darf…

Ich habe schon ein paar Bücher von Sarah Stankewitz gelesen und die waren mit wenigen Ausnahmen echt gut. Ich war gespannt auf diesen Ausflug in das Dark Romance Genre, denn das kommt bei mir auch nicht so oft vor. Ich zweifelte tatsächlich auch schon beim ersten Aufeinandertreffen von Ayden und Aurora daran, ob das eine gute Entscheidung war. Für mich war die Szene echt abstoßend und leicht verstörend. Ich gab den beiden dennoch eine Chance und hörte weiter.

Aurora lebt in beschissenen Verhältnissen. Ihre Mutter ist ein Junky und vernachlässigt dazu auch noch ihre beiden Kinder. Aurora kümmert sich um ihren kleinen Bruder und verdient das Geld für ihr Überleben. Auroras Situation hat mich wütend gemacht. Da wunderte es nicht, wie viel sie hinnehmen konnte, ohne schockiert zu sein. Aurora ist tough und schon recht kaputt, wenn man erfährt was sie anmacht und wie hörig sie ihrem Boss wurde.

Ayden ist der klassische Protagonist. Echt fies, gutaussehend, brutal und dauerhart. Nach und nach entpuppt sich, aus welchen Motiven er handelt und die Autorin schaffte es erstaunlicherweise somit seine Taten zu relativieren.

Es gibt eine präsente Handlung, die auch für Spannung sorgte. Die Spiceszenen fügten sich darin ein, ohne die Handlung zu dominieren. Auch wenn alles ein wenig too much war.

Das Hörbuch umfasst nicht ganz 10h und wurde von Larissa List und Sebastian Seidel eingesprochen. Ich denke, beide SprecherInnen waren neu für mich. Teilweise fand ich die Auswahl nicht ganz passend. Auroras Part klang mir zu reif für eine 21-Jährige. Die Stimme hätte auch super für Charaktere in einem Cosycrime Roman aus der Seniorenresidenz gepasst. Auch der Kinderpart klang strange. Das hat mir tatsächlich nicht so gut gefallen.

„My Evil Boss“ von Sarah Stankewitz ist moralisch höchstfragwürdig. Es hat mich trotz der Schwächen abgeholt und recht gut unterhalten. Das Genre wird trotzdem kein Dauerbrenner bei mir werden.

4/5


Freitag, 19. Juni 2026

Teil 2 | Die erste Braut von Julianna Grohe

 Beim Stöbern in der Buchhandlung fiel mir diese Schönheit ins Auge und in die Hände. Mittlerweile 10 Jahre ist es her, dass „Die vierte Braut“ von Julianna Grohe zu einem absoluten Lieblingsbuch wurde. Tatsächlich habe ich nie die weiteren Bücher der Reihe gelesen. Also gab ich mir einen Ruck und nahm die ziemlich teure Schmuckausgabe mit. Da ich Band eins so sehr glorifiziert hatte, tat ich etwas so seltenes und wagte einen Reread. Was soll ich sagen, das Buch hätte heute von mir nur noch 3 Sterne bekommen. Na gut ich kannte den Plottwist natürlich schon, aber ich hatte es dann doch deutlich überragender in Erinnerung und muss auch sagen, dass ich die Beziehung der beiden mit anderen Augen sah. Die Herren der Geschichte sind schon recht toxisch und Mayrin bekam nie ihren Mund auf. Was war da eigentlich los? Ich hatte also ein paar Bedenken als ich mit „die erste Braut“ startete und hoffte, dass es keine Enttäuschung werden würde.


Damit ihre Schwester den Mann heiraten kann, den sie liebt, reist Prinzessin Elaine an deren Stelle zur Brautschau in das benachbarte und verfeindete Königreich. Eine Heirat mit dem Königshaus soll die Wogen glätten und beiden Ländern endlich Frieden bescheren. Blöd nur, dass Elaine in die Brautschau gar nicht erst aufgenommen wird und sich als Magd verkleidet nach Wondringham Castle einschleichen muss. Dort soll sie in den Gärten aushelfen und lernt dabei einen jungen Gärtner kennen, der ihr Herz höher schlagen lässt und dabei ihre Mission absolut gefährdet, denkt sie zumndest...

Dies ist also die Geschichte wie Elaine den Kronprinzen kennenlernte und dies ist keinesfalls ein Spoilern, denn wir wissen sofort wer der Gärtner ist und überhaupt kennen wir den Ausgang ihrer Geschichte ja bereits aus Band eins. Dort präsentiere sich Elaine immer als makellose Kandidatin, die die Brautschau ohne Umschweife durchlief und zur zukünftigen Königin wurde. Dass ihr Weg allerdings ziemlich steinig war, erfahren wir nun hier.

Das tat ihrer Figur auch wirklich gut. Nahm ich Elaine in Band eins als unnahbar wahr, präsentiert sie sich in ihrer Geschichte als liebenswerte, naive junge Frau, für die es alles andere als glatt läuft. Gerade den Beginn der Geschichte fand ich toll, als sie sich von der Prinzessin in eine Bedienstete verwandeln muss und dies ohne zu meckern tut. Elaine ist unglaublich aufopferungsvoll ihrer Schwester gegenüber und könnte niemandem etwas zu Leide tun. Man muss sie einfach mögen!

Die Geschichte wird dieses Mal auch teilweise aus Alexanders Sicht erzählt und das tat ihm gut. Wir lernten ihn damals durch Mayrins Augen kennen und da kam er nicht immer so gut weg. Auf Alexanders Schultern liegt eine große Last. Sein Vater ist schwer krank und somit wird er ganz bald zum neuen König. Er muss bei der Brautschau also die perfekte Frau finden, weil sie die nächste Königin wird. Nach seinem Herzen kann er da nicht gehen. Dann lernt er Elaine als Magd in seinen geliebten Gärten kennen und ahnt, dass sie nicht aus einfachem Hause stammen kann. Dafür ist ihr Auftreten zu geschliffen. Er ermöglicht ihr also die Teilnahme in der Brautschau und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Ich fand beide zusammenwirklich gut und konnte ihre Chemie spüren. Das erste Aufeinandertreffen war zwar nicht optimal, aber die Prinzen sind einfach von Geburt an herrisch. Ich war dann doch überrascht wie sehr mich ihre Lovestory mitreißen konnte und das erleichterte mich nach dem Reread von Band eins sehr.

Handlungstechnisch ist einiges los und ich war doch erstaunt, was alles passierte gerade zum Ende hin, wovon wir in Band eins gar nichts ahnten. Ich glaube, dass dies von der zeitlichen Logik auch nicht ganz passen konnte. Doch mich hat die Geschichte wirklich gut unterhalten und sie gefiel mir im direkten Vergleich auch besser als „Die vierte Braut“.

Ich bin auf den nächsten Teil gespannt. Die Autorin hat einige spannende Andeutungen am Ende einfließen lassen und ich frage mich, was da noch auf uns zukommen mag.

„Die erste Braut“ von Julianna Grohe erzählt Elaines und Alexanders Geschichte, die mich wirklich gut unterhalten konnte und der Brautschau auf Wondringham Castle eine ganz neue Perspektive verlieh. Es gibt ein paar Ungereimtheiten, doch alles in allem war dies wirklich ein starker zweiter Band.

4,5/5



Donnerstag, 18. Juni 2026

Abgebrochen | Dragon Cursed von Elise Kova

 Auf Vorablesen gewann ich dieses Schmuckstück und war ganz gespannt auf den Titel, denn der Inhalt klang spannend und auch die Sonderausstattung des Buches hat mich total neugierig gemacht.



Isola lebt in der letzten Bastion der Menschheit. Der Rest wurde von Drachen zerstört. Und auch Vingard wird immer wieder von Drachenangriffen erschüttert. Isola soll nun am Tribunal teilnehmen, welches alle jungen Leute Vingards zu durchlaufen haben, um herauszufinden ob diese drachenverflucht sind und sich in diese Bestien verwandeln würden. In Isola liegt die Hoffnung, dass sie die Reinkarnation des großen Drachtöters ist, doch insgeheim glaubt sie, dass sie ebenso verflucht ist…

Zuerst möchte ich ein paar Worte zur Ausstattung des Buches verlieren, die sehr vollmundig beworben wurde. Schließlich hat das Buch in der Specialedition mit 28 Euro einen stattlichen Preis, dafür dass es knapp über 400 Seiten hat und mal nicht so ein dicker Schinken ist. Das einzig spezielle in meinen Augen ist die Kartonage, welche als Minischuber für das Buch dienen soll und das Cover des Buches zeigt. Diese ist allerdings von so minderer und weicher Qualität, dass extra ein Warnhinweis auf den Barcode gedruckt werden musste, dass man das Buch ja vorsichtig auspacken sollte. Während des Lesens ließ ich den Schuber gleich komplett ab. Wenn ihr Interesse am Buch habt, kauft die normale gebundene Ausgabe. Diese ist 4 Euro günstiger und hat einen Schutzumschlag. Der Rest ist gleich. Also die angepriesene Optik konnte mich leider nicht vom Hocker hauen.

Tatsächlich machte es mir auch der Inhalt sehr schwer. Wir werden direkt in die Handlung geschmissen, was nicht schlecht ist. Somit hatten wir einen rasanten Einstieg und lernten Isolas Lebensumstände kennen. Was die Autorin nur vergaß, war uns etwas über ihre Welt zu erzählen. Es wurde so gut wie gar nichts erklärt und das frustrierte mich ungemein, weil ich mich nicht zurecht fand und auch die ganzen Begrifflichkeiten wie Geißeln, Sigilien oder Ätherlicht in keinen Kontext einordnen konnte. Das ist als würde man teilweise in einer Sprache lesen, die man gar nicht versteht. Das hat mich so oft aus der Handlung gerissen, dass ich am Stück nie viel lesen konnte und das ist bei meiner begrenzten Lesezeit wirklich fatal. Die Geschichte machte mir keinen Spaß. So dass ich immer wieder mit dem Gedanken spielte, das Buch einfach zur Seite zu legen.

Isola war als Protagonistin recht interessant. Die Leute von Vingard setzen so viele Hoffnungen auf sie, doch Isola weiß schon lange, das etwas mit ihr nicht stimmt und rechnet fest damit, dass sie das Tribunal nicht überleben wird. Dann gibt es da noch Lucan, der sie auf Schritt und Tritt verfolgt und der Sohn eines üblen Mannes ist. Die Liebesgeschichte wurde als Enemies to Lovers beworben, doch als die beiden während ihres ersten Aufeinandertreffens im Tribunal direkt anfingen zu flirten, war ich einfach raus. Ich wusste, das wird nicht meine Geschichte und so brach ich sie nach ca. 30% ab.

„Dragon Cursed“ war mein erstes Buch von Elise Kova und sie hat es mir mit diesem Titel verdammt schwer gemacht, sie zu mögen. Ich konnte der Geschichte kaum was Gutes abgewinnen und beendete sie vorzeitig, da mir meine Lesezeit einfach zu kostbar ist, um sie mit schwachen Büchern zu verschwenden.

2/5

Montag, 8. Juni 2026

Hörbuchrezension | The Sea Spinner von Julie Johnson

 Bei Vorablesen gewann ich das Hörbuch dieses zweiten Teils. Dabei war ich so gar nicht sicher, ob ich die Reihe überhaupt weiterlesen sollte. Ich wusste, Band eins fand ich ganz gut, allerdings war mir dazu nicht so viel im Gedächtnis geblieben. Was bin ich froh, dass ich auf diesem Weg zum Hörbuch kam, denn mein Gott, was hätte ich verpasst!!!



Nach dem großen Angriff in der Fyrenight liegt Caldera in Trümmern. Rhya gibt sich die Schuld. Pen zieht sich vor ihr zurück und versucht alles um die Schutzmauern seines Königreichs wieder hochzuziehen. Rhya existiert nur noch für andere und gibt sich und ihre Fähigkeiten als Windweberin fast auf. Durch einen riesigen Irrtum landet sie im Water Court bei König Soren, dem Wassergebundenen. Dort lernt Rhya ein ganz anderes Leben kennen. Aber vor allem lernt sie dort ihre Fähigkeiten ganz neu kennen und entwickelt schon bald Gefühle, die ihr alles anzweifeln lassen, was sie zu kennen glaubte.

Die Handlung steigt kurz nach den Geschehnissen aus Band eins ein und ich habe mich erstaunlich gut wieder zurecht gefunden. Rhya versucht als Heilerin den Menschen von Caldera zu helfen. Nur Pen, der Feuergebundene, will sich von ihr nicht helfen lassen und ertrinkt in seiner Rache gegen den Magier, der sein Königreich in Schutt und Asche legte. Pen gab mir in diesem Band viel stärkere Toxic-Dude-Vibes und ich hoffte nur, dass Rhya von ihm los kommen würde.

Ich mag Rhya unglaublich gerne, sie hat eine sehr empathische und fürsorgliche Seite, die sie fast bis zur Selbstaufopferung treibt. Die Menschen in Caldera sind zu ihren Freunden geworden. Doch sie verlässt das Reich und gelangt an den Wasserhof. Dort trifft sie Soren wieder, der am Ende des ersten Bands schon einen nachhaltigen Eindruck auf mich hinterlassen hatte. Ich war so froh, dass seine Rolle hier immer größer wurde. Er tut Rhya unglaublich gut, hört ihr zu und hilft ihr beim Beherrschen ihrer Fähigkeiten weiter. Rhya blüht wieder auf und entwickelt sich unglaublich weiter. Soren und sie haben eine unglaubliche Chemie und ich liebte ihr Zusammenspiel. Gleichzeitig verfluche ich die Reihe für ihren übertrieben Slow Burn. Wie oft will man bitte unterbrochen werden???!!!

Aber gut. Dafür konnten mich auch die Nebencharaktere total begeistern. Wir haben super facettenreiche Figuren, die spannenden Spezies angehören und einfach frischen Wind rein bringen. Die Handlung ist grandios, denn im Zusammenspiel mit dem atemberaubenden Setting entstand ein Kino in meinem Kopf, dass mich gefesselt hat wie schon lange kein Buch mehr. Das Worldbuilding ist episch und die Ereignisse sind super spannend. Zum großen Finale hin kam auch noch eine Emotionalität hinzu, die mich zerstört hat. Ich musste mich wirklich schwer zusammenreißen, um im Büro beim Hören nicht in Tränen auszubrechen.

Das Hörbuch umfasst über 17h, die wie im Fluge vergingen. Rebecca Veil macht wieder einen richtig guten Job und ließ mich gebannt lauschen.

Ich bin komplett geflasht von Julie Johnsons „The Sea Spinner“ und habe schon lange keinen so guten zweiten Band mehr gelesen. Dieser katapultiert die Reihe auf eine komplett neue Ebene und gab mir definitiv ACOTAR 2 Vibes. Ich liebe alles daran und bin nach diesem verstörenden Ende desillusioniert, was ich nur machen soll bis nächstes Frühjahr endlich das Finale der Reihe erscheint.

5+++/5

Donnerstag, 28. Mai 2026

Hörbuchrezension | Blue Sparrow Girls von Laura Willud

 Nach dem ich Off-Campus gebingewatched habe, hatte ich tatsächlich Lust auf einen New Adult für die Ohren. Nach dem ich dem Genre eigentlich abgeschworen hatte, war ich gespannt, ob es mich dem Off-Campus Hype nachhängen lassen würde.


Nach dem überraschenden Tod von Olives Mutter macht diese sich auf nach Nashville, um auf den Spuren ihrer Mum, ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Die Suche nach einem WG-Zimmer gestaltet sich verdammt schwierig. Nach mehreren katastrophalen Anläufen landet Olive einen Glückstreffer und bezieht eine wunderschöne Wohnung mit tollen Mitbewohnerinnen. Der Haken: die benachbarte Jungs-WG, mit denen die Mädels eine verbitterte Feindschaft pflegen. Oberste Regel: Lasse dich auf niemanden von ihnen ein! Blöd nur, dass Olive mit Drew eine aufregende Nacht verbrachte und seine Hilfe im Songwriting braucht…

Mich sprach die Musikthematik total an und das Setting in Nashville war erfrischend neu. Der Einstieg in die Geschichte ist von einer leichten Melancholie geprägt. Olive wagt nach ihrem tragischen Verlust einen Neuanfang und denkt sehr oft an ihre Mum. Der Start gestaltet sich allerdings äußerst schwierig. Ich habe Olive als sehr angenehme und liebevolle Protagonistin wahrgenommen, die ihren Traum leben will und das Andenken ihrer Mutter ehren möchte.

Sie lernt Drew vor dem Einzug in die WG in einer Bar kennen. Sie verbringen einen Abend miteinander und Olive denkt oft an ihn. Bis sie ihn schließlich als Nachbar ihrer neuen WG wiedertrifft, der somit zum großen Tabu wurde. Drew ist Musikproduzent, der gerade seinen Job loswurde, da sein Boss mit Drews Freundin schlief und Drew daraufhin seine Beherrschung verlor. Ansonsten ist Drew eine absolute Green Flag, die auf Olives Bedürfnisse eingeht und einfühlsam für sie da ist. Das war echt schön zu verfolgen. Was mir bei beiden ein wenig fehlte, war die Chemie. Wann sie sich ineinander verliebten, habe ich da irgendwie verpasst, bzw. einfach nicht gespürt.

Für mich lebte die Geschichte von den tollen Figuren. Olives Mitbewohnerinnen sind super und immer für sie da. Auch die Jungs aus der Nachbar-WG waren witzig. Die Autorin hatte es richtig gut raus, wie man vielschichtige Charaktere zum Leben erweckt. Sodass ich schon gespannt bin, wie ihre Geschichten sein werden und das obwohl mich dieser Band nicht zu 100% überzeugen konnte.

Das Hörbuch umfasst über 11h und wurde von Tim Gössler und Josephine Hochbruck eingelesen. Ich denke, es war mein erstes Hörbuch mit dieser Sprecherin. Sie hat eine sehr angenehme und schöne Stimme. Was mich leider sehr störte, war, wie sie englische Worte aussprach. Das war mit so einem Übereifer diese super perfekt und authentisch zu betonen, dass mich dies beim Hören wirklich irritierte und aufregte. Es gab einige englische Songtextpassagen und auch Drew wurde ganz oft überbetont, dass es mich echt nervte.

„Blue Sparrow Girls. A Song for you and me“ von Laura Willud lebt von seinen tollen Charakteren, das Setting ist toll und die Songwritingthematik mal etwas anderes. Leider konnte ich keine Chemie zwischen Drew und Olive spüren.

4/5

Dienstag, 19. Mai 2026

Hörbuchrezension | Beth is dead von Katie Bernet

Bei dieser Neuerscheinung sprach mich der Klappentext absolut an und gab mir ein wenig Pretty Little Liars Vibes. Ich war also ganz gespannt, was mich erwarten würde.


Beth ist tot. Die Nachricht erschüttert eine ganze Kleinstadt und vor allem Beth drei Schwestern und deren Mutter. Was ist passiert? Diese Frage beschäftigt schließlich auch ein ganzes Land, denn der Vater der Mädchen veröffentlichte jüngst ein skandalöses Buch über seine Töchter. Was passierte also wirklich mit Beth? Jede der Schwestern hat ein Geheimnis zu verbergen…

Der Start des Buches beginnt direkt mit dem Fund der Leiche. Dann lernen wir nach und nach Joe, Amy und Meg kennen – Beth Schwestern. Die Schwestern sind sehr unterschiedlich, verfolgen aber ehrgeizig ihre Ziele. Joe ist Influencerin und giert auf einen eigenen Buchvertrag. Amy will Künstlerin werden und Meg studiert Medizin. Sie wollen aus dem Schatten ihres berühmten Schriftstellervaters treten und dann stirbt Beth. Nach und nach werden die Geheimnisse der Mädchen aufgedeckt. Jede hätte ein Motiv. Allerdings auch die Menschen in ihrem Umfeld. In diesem Roman laufen parallel also mehrere Handlungsstränge und die Geschichte wird auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, sodass wir auch Beth vor deren Tod kennenlernen. Ich schreibe mir bei einem Hörbuch mittlerweile immer die Namen der Charaktere runter und ihre Funktion in der Geschichte. Bei diesem Buch war dies goldwert, sonst wäre ich total durcheinander gekommen und hätte den Faden verloren. Ich brauchte ein wenig, um in die Geschichte zu kommen, als ich dann einmal drin war, konnte sie mich wirklich gut unterhalten. Die Spannung ist zwar nicht überkochend, aber es gibt eine gewisse Sogwirkung. Da war die Auflösung für mich eher enttäuschend, da es schon so ziemlich das einfachste war, wer in solchen Mordfällen der Täter ist.

Das Hörbuch umfasst über 12h und wurde von vier unterschiedlichen SprecherInnen eingesprochen, die den Schwestern ihre Stimme verliehen und doch recht ähnlich klangen.

„Beth is dead“ von Katie Bernet lebt von seinen interessanten Frauencharakteren und den Geheimnissen, die sie zu verbergen versuchen. Das war interessant zu verfolgen. Doch leider konnte mich das Ende nicht von sich überzeugen.

3,5/5

Mittwoch, 13. Mai 2026

Highlight | The Wolf King von Lauren Palphreyman

Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, weil ich einiges von ihm gehört hatte, was mir in Romantasyliteratur gefällt. Daher zögerte ich nicht lange als ich es im Buchladen liegen sah und nahm es mit nach Hause. Ich sollte es nicht bereut haben.


Am Vorabend ihrer Hochzeit rettet Aurora einem jungen Werwolf das Leben. Das sollte allerdings nicht ohne Folgen bleiben, denn dessen Alpha entführt die Prinzessin und verschleppt sie in das Reich der Wolfclans, wo sie sich für einen Krieg gegen die Menschen vorbereiten. Callum sieht in Aurora das Mittel zum Sieg und will sie skrupellos eintauschen, doch dann kommen die Zweifel und Sehnsüchte…

Aufgrund des Klappentextes hatte ich das Buch tatsächlich nicht so auf dem Schirm, doch die ganzen positiven Stimmen brachten mich dazu, es zu lesen.

Nach meinem vorherigen Buch, welches ich abbrach, war es so erfrischend eine Geschichte zu lesen, die von Anfang an eine unglaubliche Sogwirkung bei mir auslöste. Ich war sofort drin in der Geschichte und bekam schnell ein sehr gutes Gefühl für die Figuren.

Aurora dient als Prinzessin hauptsächlich den Männern in ihrem Leben. Ihr Vater nutzt sie, um politische Ränke zu Schmieden. Und so wird es auch mit Auroras zukünftigem Ehemann laufen, der sich als unbarmherziges Monster entpuppt und brutale Wolfskämpfe ausrichtet. Was ich an Aurora richtig gut fand: Sie ist nicht naiv. Sie weiß von Anfang an um ihre Rolle und durchschaut die Männer in ihrem Leben. Aurora erkennt allerdings auch die Ausweglosigkeit ihrer Lage und ist dementsprechend resigniert und wenig positiv gestimmt. Sie hat einfach nichts mehr zu verlieren und hilft so unwissend den Werwölfen bei ihrer Flucht. Kurzerhand wird sie von einem Alpha verschleppt. Von da an soll sich das Blatt für sie wenden.

Callum ist ein Held des Genres wie er im Buche steht. Am Anfang hat er ein sehr hartes und raues Auftreten, welches im Laufe der Geschichte für Aurora immer mehr aufweicht. Er war definitiv ein Guter und ich mochte die Chemie am Anfang zwischen beiden unglaublich gerne. Ich hielt sie für das Endgame der Reihe. Doch dann trat Blake auf und ehrlicherweise weiß ich nicht mehr, wo die Reise hingehen wird. Diese Figur ist so mysteriös und komplex, dass ich noch nicht weiß, ob wir sie lieben oder hassen werden. Blakes Geheimnisse müssen alle erst noch ans Licht kommen.

Das macht die Reihe auch so spannend, denn Band 1 endet mit einer Offenbarung, die für viel Furore sorgen wird. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie es weitergehen wird.

Ich muss sagen, dass mir das Worldbuilding richtig gut gefiel. Wir sind in einer mittelalterlichen Welt unterwegs, die schottisch inspiriert ist und in der Clans herrschen. Was mich manchmal etwas irritierte war, dass die Autorin moderne Begriffe wie „Laktoseintoleranz“ einfließen ließ.

Ich hatte an „The Wolf King“ von Lauren Palphreyman nichts auszusetzen und wurde wirklich bestens unterhalten. Ich bin so gespannt wie es weitergehen wird!

5/5

Dienstag, 28. April 2026

Abbruch | Weavingshaw von Heba Al Wasity

 Auf Vorablesen entdeckte ich dieses Buch, welches mir dank des tollen Covers sofort auffiel. Dazu klang der Klappentext so grandios, dass ich es einfach lesen musste. Nun von meiner anfänglichen Euphorie blieb schnell nicht mehr viel übrig.


Leena kann Geister sehen und mit ihnen kommunizieren. Um die nötige, teure Medizin für ihren Bruder zu besorgen, verkauft sie dieses Geheimnis an St. Silas, der die Geheimnisse anderer Menschen sammelt. Doch dieser will das Geheimnis für sich nutzen und Leena soll für ihn einen Geist aufspüren. Gemeinsam begeben sie sich nach Weavingshaw, ein verfluchtes Anwesen in den Mooren, wo sich der Gesuchte aufhalten soll.

Tatsächlich bin ich mit den Protagonisten nicht bis nach Weavingshaw gekommen, denn ich brach die Geschichte zuvor ab und das bei ca. 150 Seiten. Bis dahin schaffte es die Autorin leider nicht, mich mit ihrem Buch in den Bann zu ziehen, geschweige denn ein Gefühl für die Charaktere entwickeln zu können.

Sie hat hier eine alternative Welt erschaffen, die dem Europa des frühen 19. Jahrhunderts sehr ähnlich ist. Einzig die verwirrenden Länder- und Sprachennamen gaben für mich den Unterschied. Bei diesem Buch hätte ich mir da auf jeden Fall eine Karte gewünscht, um einen Überblick zu bekommen, doch die gab es nicht. So gab es nur ein Worldbuilding, welches genauso gut mit London anno 1830 gleichgesetzt werden könnte und nur mit alternativen, erdachten Namen getoppt wurde. Das war mir zu wenig für ein Worldbuilding, um mich begeistern zu können.

Leena lebt allein mit ihrem Bruder in ärmlichen Verhältnissen. Sie hat keine andere Möglichkeit als ihr Geheimnis und ihr Wissen an St.Silas zu verkaufen. Für mich blieb Leena sehr blass, sie scheint nur aus ihrer aufopferungsvollen Art zu bestehen und fügte sich in jede Situation. Einzig spannend war ihre Fähigkeit Geister zu sehen und so kam es auch zu gruseligen Begegnungen. Doch dies stagnierte irgendwann und die Figuren drehten sich nur im Kreis. Sie suchten einen Geist in ihren Sitzungen, fanden aber keinen und das war so langweilig. Die Handlung ging nicht vorwärts und da zog ich die Reißleine, weil meine wenige Lesezeit mir zu kostbar ist, um sie mit Büchern zu vergeuden, die mich nicht packen können.

Ich hätte „Weavingshaw“ von Heba Al-Wasity gerne verschlungen und gefeiert. Der Klappentext klang einfach so gut, doch leider stagnierte die Handlung und ich fand keinen Zugang zu den Figuren und dem Worldbuilding.

2/5

Montag, 27. April 2026

Hörbuchrezension | Les Bouttiers von Antonia Wesseling

 Ich hatte im vergangenen Jahr mein erstes Buch von Antonia Wesseling gehört und war echt begeistert. Bei dieser Neuerscheinung hätte mich der Inhalt gar nicht so angesprochen, doch weil es von der Autorin war, wollte ich es unbedingt hören.



Elodie hatte Paris einige Jahre den Rücken gekehrt. Doch ein waschechter Skandal droht das Modehaus ihrer Familie zu ruinieren, also reist sie zurück, um ihre Familie zu unterstützen. Die erste Nacht verbringt sie mit einem Fremden, der sich später als Erbe des Konkurrenzlabels herausstellt. Und auch Elodies Cousin wird für ein mächtiges Gefühlschaos sorgen.

Ich fand es ganz interessant, dass die Geschichte in der Modewelt spielt. Das war mal was anderes und hat Spaß gemacht. Der Einstieg in die Handlung war packend. Wir begeben uns mit Elodie nach Paris und begegnen einen Fremden, bei dem die Chemie sofort stimmt. Beide verbringen eine heiße Nacht. Dann kommen wir bei den Les Bouttiers an und werden mit den alteingesessenen Strukturen konfrontiert. Elodies Großeltern sind die Chefs des Labels und müssen sich gerade heftigen Anschuldigungen erwehren. Wir lernen nach und nach sämtliche Familienmitglieder kennen und versuchen zusammen mit Elodie eine neue Kollektion auf die Beine zu stellen.

Nach dem guten Start, stagnierte die Handlung zur Mitte des Buches hin und blieb für mich ohne spannende Highlights. Am Ende versucht der Cliffhanger noch mal Neugierde auf Band zwei zu schüren, doch ehrlicherweise weiß ich nicht, ob ich da dabei sein werde.

Elodie war eine ganz süße Protagonistin, die aber auch naiv ist und sich schon einiges gefallen lässt. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr für sich einsteht.

Sie steckt in einem gefürchteten Liebesdreieck fest, welches ich nicht gebraucht hätte. Wenn es nach mir ginge, hätte sie sich direkt und ausschließlich auf Adam stürzen können. Dieser hat einen miesen Vater, der seinen Sohn nur für seine Zwecke einsetzt. Doch man merkt, dass Adam trotz all der Intrigen das Herz am rechten Fleck hat. Leider gibt es da noch Gabriel – Elodies Adoptivcousin, wie inflationär oft erwähnt wurde. Dieser ist ziemlich toxisch. Er ist super abweisend gegenüber seiner Cousine und stößt sie umso härter weg, wenn er doch ein wenig Nähe zuließ. Gleichzeitig gönnt er Elodie aber auch keine Vertrautheit zu anderen. Diese Figur hätte es für mich nicht gebraucht und ich hoffe, sie sind im zweiten Teil nicht das Endgame.

Das Hörbuch umfasst 13,5h und wurde von Hannah Schepmann, Markus J. Bachmann und Louis Friedemann Thiele eingesprochen. Ehrlicherweise dachte ich, es gibt nur einen männlichen Sprecher für Gabriel und Adam. Beide klangen so ähnlich, dass es mir schwer fiel die Rollen auseinander zu halten, wenn ich mitten im Kapitel wieder einstieg. Das war natürlich nicht so optimal.

Mit „Les Bouttiers“ hat Antonia Wesseling eine Story abgeliefert, die in der Pariser Modewelt spielt und dadurch interessant wurde. Leider konnten mich die Figuren und ihre Handlungen nicht so sehr begeistern.

3/5

Donnerstag, 23. April 2026

Hörbuchrezension | The Iced Caramel Coffee Agreement von Kyra Groh

Was habe ich dieser Neuerscheinung entgegen gefiebert! Ich fand Band eins im letzten Herbst grandios und war so gespannt, wie es in Lower Whilby mit den liebgewonnenen Charakteren weitergehen würde.



Eleanore wird von allen Bewohnern der Kleinstadt als zuverlässiger und toller Mensch beschrieben. Noch nie sah jemand eine tolle Frau in ihr und so lebt sie seit 26 Jahren ein Leben als Single. In der Zeit hat sie allerdings auch einen ziemlichen Crush auf einen Musiker entwickelt, den sie als Teenie auf dem berühmten Frühlingsfestival von Lower Whilby traf. Dex hat sein Leben überhaupt nicht im Griff. Mit seiner Musikkarriere sieht er sich als gescheitert an und erstickt seine negativen Gefühle in Alkohol und Drogen. Nachdem er in London aus seiner Zwischenbleibe flog, hält er Lower Whilby für das nächste, beste Ziel, denn dort betreibt sein Bruder James ein kleines Café. Dieser Zwischenhalt wird Eleanore in ein mächtiges Gefühlschaos stürzen.

Ich mochte Eleanore in Band eins schon unglaublich gerne und war so auf ihre Geschichte gespannt. Sie war mal eine etwas andere Protagonistin und ich konnte mich sehr gut mit ihrer Gefühlswelt identifizieren. Die Gedanken, die sie im Buch hat, waren sehr nahbar. Sie erzählt von Scham und Gefühlen, die man ihr immer sofort im Gesicht ablesen kann. Und von Gefühlen nicht so zu sein wie die anderen. Das hat Eleanore zu einer sehr realen Figur gemacht, die unglaublich viele Facetten hatte und mich wirklich berührt hat. Eleanore war für mich das große Highlight des Buches.

Dex war da eher das Problemkind der Geschichte. Er ist der Sohn von berühmten Rockstareltern und wollte in riesige Fußspuren treten, womit er kläglich scheiterte. Also betäubt er sich mit Drogen und seine Familie befürchtet, dass er dem Club 27 beitreten wird. Dex scheint das egal zu sein. Einen Sinn sieht er nicht mehr. Ich nahm ihn als labile Figur wahr. Er ist ein guter Mensch, der auf die schiefe Bahn geriet. Er lebt im Moment und treibt damit vor allem seinen Bruder in den Wahnsinn.

Dann trifft er auf Eleanore und sie erkennt in ihm den jungen Musiker vom Festival wieder. Er kann sich natürlich nicht an sie erinnern, verbringt aber unglaublich gerne Zeit mit ihr. Dex hilft Eleanore aus sich herauszukommen und gemeinsam unternehmen sie so einiges. Eleanore wird sein neues High. Langsam nähern sie sich an und daraus entsteht eine ganz zarte Lovestory.

Beim Ende der Geschichte fällt es mir schwer zu glauben, dass Dex nicht wieder rückfällig wird und Eleanore doch enttäuschen wird. Dafür war seine Figur zu labil für mich. Und irgendwie hätte ich mir ein anderes Ende für Eleanore gewünscht. Wir werden von beiden sicher noch in den nachfolgenden Bänden hören und die Autorin wird mich da eines Besseren belehren.

Ich liebe den Schreibstil von Kyra Groh, die mit so viel Situationskomik und Humor erzählt, gleichzeitig aber ihre Figuren nie aus den Augen verliert. So sind James und Jude ein großer Teil der Handlung und auch Judes Schwester nimmt eine Rolle ein, die mich so neugierig auf ihre Geschichte macht. Ich freue mich sehr auf den nächsten Teil.

Das Hörbuch umfasst 14h und wurde von Sandra Voss und Jesse Grimm eingelesen, die mal wieder einen tollen Job machten.

„The Iced Caramel Coffee Agreement“ ist der zweite Teil der Reihe von Kyra Groh, den ich für seine wundervolle Protagonistin liebe. Doch vielleicht hätte ich mir für sie einen etwas anderen Protagonisten gewünscht.

4/5

Donnerstag, 16. April 2026

Buchtipp | Kiss of the Basilisk von Lindsay Straube

Letztes Jahr bin ich über dieses Buch gestolpert, dessen Klappentext mich neugierig machte, weil er einfach komplett nichtssagend war und eine mysteriöse Geschichte versprach. Ich las also in die englische Leseprobe hinein, um abschätzen zu können, ob das Buch etwas für mich sein würde, bevor ich all das Geld für die wunderschöne Ausgabe der Bücherbüchse ausgeben würde.


Ich werde nicht den Klappentext des Verlags copy-n-pasten, sondern umreiße kurz, worum es geht:

Temperance lebt in einem kleinen Dorf, das in stetiger Angst vor den Basilisken lebt. Dabei tut die königliche Familie alles, um seine Untertanen vor den Monstern zu schützen. Zum Dank werden die Damen im gleichen heiratsfähigen Alter, wie der Prinz ins Schloss gebracht, um eine Ausbildung der etwas anderen Art zu erhalten. Der Prinz soll sich am Ende dann für seine Frau entscheiden. Nur übernimmt nicht der Prinz die Ausbildung selbst, sondern die unterjochten Basilisken… Was Temperance nicht ahnen konnte, sie würde eine unwiderstehliche Anziehung zwischen Lehrer und Prinz gleichzeitig entwickeln…

Wir lernen Tem, wie sie meist kurz genannt wird, in ihrem einfachen alltäglichen Leben kennen. Sie lebt mit ihrer Mutter allein und betreibt eine Hühnerfarm. Sie verteilt die Eier im Dorf und erntet dafür auch schon mal Spot. Gerade für ihre Naivität wird sie von Mädchen in ihrem Alter aufgezogen. Sie leidet schon unter ihrer Situation und will einmal etwas gewagtes tun, als sie zu der Auswahl ins Schloss geht. Von da an macht Tem wirklich eine wilde Reise mit, die sie von einem verschüchterten Naivchen zu einem mutigen, sexuellen Wesen.

Die Reise war zwar lang, aber ja wir kommen irgendwann zu einem Punkt, wo es einfach nur wild wird. Die erste Hälfte des Buches war da noch gesitteter. Wir lernen Caspen kennen, der ein Basilisk ist, also sich in eine riesige Schlange verwandeln kann. Er soll Tem alles beibringen, was sie wissen muss, um den Prinzen bestmöglich „bedienen“ zu können. Dabei verlieben sie sich ineinander und das war mir ehrlicherweise zu schnell zu viel. Ich konnte nicht mitfühlen, warum dieses uralte Wesen nach all den anderen Schülerinnen nun ausgerechnet so obsessiv mit Tem war. Caspen ist dabei auch ein streitbarer Charakter, der im Buch einige Red Flags mit sich herumtrug.

Interessant war die Idee der Basilisken, die auch in einer königlichen Hierarchie zusammenleben und hoch sexualisierte Wesen sind, die es wild treiben. Kein Wunder, dass die Kammer des Schreckens so gut versteckt war! Das war einfach mal was anderes.

Für mich war der Prinz der interessantere männliche Protagonist, der seine ganz eigene Geschichte hat, die auch noch nicht auserzählt ist.

Die zweite Hälfte des Buches ist stellenweise absurd und ziemlich trashig. Ich überlegte auch oft, ob ich eigentlich noch weiterlesen wollte, weil die Sexszenen sich einfach nur so anhäuften und die Handlung sich verlor.

Für mich hat der Prinz und sein Handlungsstrang die zweite Hälfte gerettet, sodass ich wohl doch noch weiterlesen möchte. Ich hoffe nur, dass Band zwei nicht so lang sein wird. Denn hier haben wir über 800 Seiten, die es für diese Story aber nicht gebraucht hätte!

„Kiss of the Basilisk“ von Lindsay Straube ist ein wilder Ritt, im wahrsten Sinne des Wortes. Man sollte sich auf einiges gefasst machen und Geduld für das lange Buch mit sich bringen. Ein Charakter hat es für mich herausgerissen, sodass ich Band zwei wohl doch noch lesen werde.

3,5/5

Dienstag, 14. April 2026

Hörbuchrezension | Guilty Pleasure von Linda Schipp

Auf diese Neuerscheinung wurde ich durch Cover und Titel aufmerksam. Dazu klang der Klappentext so gut, dass ich es unbedingt hören musste. So subbte die Geschichte erst gar nicht und ich drückte direkt auf Play.


Das Hotel Guilty Pleasure ist nur offen für die Superreichen. Auf einer abgelegenen Seychelleninsel können sie dort tun, was immer sie wollen, unbeobachtet. Es gibt keine Grenzen. Und so treffen dort Fremde aufeinander, die alle ein schwerwiegendes Geheimnis mit sich herumtragen und nicht wissen, dass sie für eine Realityshow gefilmt werden…

Ich liebe Trash TV und ein Thriller, der in diesem Milieu angesiedelt ist, da bin ich doch gerne dabei! Wusste ich, was mich erwarten würde? Definitiv nicht!

Die Geschichte wird aus der Sicht vielfältigster Charaktere erzählt, die alle eine unterschiedliche Motivation haben. An der Stelle möchte ich nicht so viel verraten, weil es die Story spoilern würde. Am besten man lässt sich auf die Story ganz unvoreingenommen ein, dann hat man den meisten Spaß. Jedenfalls waren die Figuren sehr stark ausgearbeitet und wir stecken auch in ziemlich kranken Köpfen fest. Ich hätte da tatsächlich am Anfang nicht erwartet, wie düster und beklemmend das Buch sein würde. So etwas habe ich tatsächlich schon lange nicht mehr gelesen, bzw. gehört.

Dann war da auch noch ein Kleinkind involviert. Das mitzuverfolgen, was dort mit dem Kind geschieht, die kranken Gedanken zu hören, war für mich schwererträglich. Man assoziiert automatisch mit seinen eigenen Kids. Also checkt unbedingt vorher eure Trigger!

Davon abgesehen war die Geschichte sehr mitreißend und ich wurde richtig hineingesogen und wollte das Hörbuch gar nicht pausieren. Es kommen immer wieder Wendungen hinzu die überraschend waren und man definitiv erstmal verarbeiten musste.

Das Vorwort der Autorin an die „Bookies“ war, dass man es nicht kommen sehen würde. „Versprochen!“ Dann kam das Ende und ich wartete auf den großen Knall, der für mich ausblieb. Die vollmundige Ankündigung der Autorin hat mich einiges durchspielen lassen und ich dachte, wenn ich so ein Vorwort raushaue, würde ich die Geschichte so auflösen. Und so kam es dann auch. Alles fügte sich für mich zu konstruiert zusammen. Die Schockmomente, welche im Laufe der Handlung immer wieder da waren, blieben im großen Finale aus. Das war schon eher enttäuschend.

Das Hörbuch wurde gleich von vier SprecherInnen und der Autorin selbst eingelesen, was ich sehr besonders fand und zum Hörerlebnis positiv beitrug.

„Guilty Pleasure“ ist nichts für schwache Nerven. Es ist mitreißend, spannend, krank und am Ende sehr konstruiert. Dennoch würde ich es weiterempfehlen, wenn man vorher seine Trigger checkt und bin gespannt, ob es eine Fortsetzung geben wird.

4/5

Dienstag, 7. April 2026

Hörbuchrezension | Vergissmeinnicht 3 von Kerstin Gier

Ich liebe die Bücher von Kerstin Gier und Band drei ihrer Vergissmeinnicht-Trilogie subbte mittlerweile so lange bei mir, dass es endlich an der Zeit war ihn zu lesen. Nur griff ich dafür nicht nach meinem Printexemplar, sondern hörte mir das Hörbuch an.


Für Matilda und Quinn steht der große Showdown bevor. Das Sternentor muss geschlossen werden und dafür braucht es Quinn als Auserwählten, um die Welt zu retten. Gleichzeitig zieht Matilda die Aufmerksamkeit mächtiger Feine auf sich und dann ist da auch noch ein Schulball, der organisiert werden soll…

Ich wusste natürlich noch worum es in der Reihe geht, aber an jedes Ereignis konnte ich mich nicht mehr erinnern. Die Handlung ist zusammenhängend und übergreifend für alle drei Titel, daher war ich echt froh, dass es zu Beginn des Buches eine Zusammenfassung gab. Das sollten viel mehr AutorInnen tun! Trotz dessen fiel es mir aber nicht so leicht, mich in die Handlung wieder hineinzufinden.

Die Geschichte ist sehr komplex mit ihrem Worldbuilding zum Saum, der rasanten Handlung und der Vielzahl an Charakteren. Es dauerte also so seine Zeit bis ich wieder in der Handlung steckte. Dann war ich allerdings wieder komplett gepackt und verfolgte die Geschichte unglaublich gerne.

Ich habe auch die Matilda und Quinn sowie deren Familien lieb gewonnen. Die sind einfach so kurios und voller Charakter, dass es Freude macht sie durch die Geschichte zu begleiten. Diese Buchcharaktere werden mir wohl lange in Erinnerung bleiben.

Die erzählte Zeitspanne beläuft sich auf ein paar wenige Tage, die vollgepackt sind mit Ereignissen und man rauscht förmlich so dadurch. Manchmal hatte ich das Gefühl etwas verpasst zu haben und so ging es mir auch am Ende, wo sich alles dann doch recht unspektakulär und einfach fügte. Für mich nicht so ganz finalwürdig war. Ich hatte mir da mehr Spannung und Dramatik erwartet.

Das Hörbuch fasst über 14h und wurde von Timmo Niesner und Jasna Fritzi Bauer eingesprochen, die Matilda und Quinn ihre Stimme verliehen. Beide machen einen tollen Job und die Hörbuchumsetzung somit zu etwas besonderem.

Das Finale der Vergissmeinnicht-Reihe von Kerstin Gier ist wie nach Hause kommen, weil man sich mit den Figuren so wohlfühlt. Der Humor ist super und die Geschichte steckt voller Ideen. Einziges Manko war für mich das schnell auserzählte Finale. Der Showdown hätte ruhig würdiger ausfallen können.

4/5

Mittwoch, 1. April 2026

Abbruch | Der Prinz des Nachtreichs von Sandra Regnier

Dank Vorablesen zog dieses Buch bei mir ein und ich freute mich sehr auf neues von Sandra Regnier, denn ich liebte ihre Lilien-Dilogie. Dieses Mal sollte sie uns ins Reich der Fae und speziell zum Erlkönig entführen. Ich war so gespannt darauf!



Letty steckt im Abschlussjahr in England und will die Zeit mit ihren Freunden genießen. Was keiner von denen weiß, Letty führt ein Doppelleben und ist in der Nacht als Spionin im Reich der Fae unterwegs. Dort versucht sie mit dem Prinzen Verschwörungen gegen seinen Vater, den Erlkönig, aufzudecken. Letty kann sich dort unbehelligt bewegen so lange sie sich nicht in Will verliebt, denn die Wesen der Nacht würde dieses Gefühl aufmerksam auf sie machen.

Ich fand die Ballade vom Erlkönig schon immer super faszinierend und freute mich hier eine Adaption der Geschichte gefunden zu haben. Die Story geht auch gut los, wir erfahren, dass Will und Letty seit dem Kleinkindalter befreundet sind. Er besuchte sie des Nachts, weil Letty sich allein fühlte. Allein mit ihrer Mutter nach England gezogen, sprach sie natürlich die Sprache noch nicht und fühlte sich einsam. Will war seit dem eine Konstante in ihrem Leben und ihr bester Freund. Jahre später erleben wir die beiden, wie sie Abenteuer im Nachtreich bestreiten und wie Letty ihren Schulalltag parallel bewältigt.

So weit klingt alles erstmal ganz gut, doch die Geschichte konnte mich leider überhaupt nicht packen. Mir fehlte der rote Faden in der Handlung und ich wusste nicht, was die Autorin mit ihren Charakteren vorhatte. Sie gingen immer wieder auf irgendwelche Missionen, die aber in keinen größeren Kontext passten. Daher war es sehr müßig für mich das Repetitive zu lesen.

Für mich blieben Letty und Will auch zu blass, als dass ich eine Verbindung mit ihnen hätte aufbauen können. Außerdem wurde so viel Namedropping betrieben, dass ich irgendwann nicht mehr hinterher kam. Dabei wurden die Charaktere nicht in Person eingeführt, sondern benannt und ihre Funktion beschrieben. Das dies nach zwei Seiten bei mir vergessen war, ist auch klar. Mich konnte die Story überhaupt nicht packen und ich hielt mich ewig an wenigen Seiten auf, dass ich schließlich bei der Hälfte die Reißleine zog und abbrach. Das ist auch so schade, denn die Geschichte hatte auf dem Papier alles, um gut zu werden. Überzeugen konnte mich die Autorin nur dieses Mal leider nicht. Vielleicht gehöre ich mittlerweile auch nicht mehr zur passenden Zielgruppe.

Für mich war „der Prinz des Nachtreichs“ von Sandra Regnier leider nichts.

2/5

Hörbuchrezension | Das Signal von Ursula Poznanski

Ich hatte mal wieder Lust auf ein richtig spannendes Hörbuch und da lief mir der Neue von Ursula Poznanski über den Weg. Der Inhalt klang so gut, dass ich total gespannt auf die Story war.


Innenarchitektin Viola verlor bei einem schweren Unfall ihr Bein und ist seit dem ans Haus gefesselt. Ihr Mann stellte ihr eine resolute Pflegerin ab, die sie nie aus den Augen zu lassen scheint. Gleichzeitig hat ihr Mann es alles andere als eilig das Haus barrierefrei umbauen zu lassen. Er scheint etwas vor Viola zu verbergen und als schließlich immer wieder Violas Sachen verschwinden, beginnt sie diese zu tracken und irgendwann auch ihren Mann…

Die Geschichte hatte mich sofort in ihren Bann gezogen, es war wirklich ein Phänomen für sich. Ich war sofort gefesselt und lauschte total gebannt, wollte die Geschichte gar nicht wieder ausmachen. Ich denke, was mich sofort abholte, war die Protagonistin. Ich hatte vor 1,5 Jahren einen Unfall, der im schlimmsten Fall auch so hätte ausgehen können. Ich hatte Glück im Unglück und musste trotzdem die Erfahrung machen 8 Wochen einbeinig mit Krücken unterwegs zu sein und das Laufen wieder neu lernen zu müssen. Ich konnte mich total mit ihr identifizieren und den Gefühlen der Hilflosigkeit, die zwangsweise kommen. Zu dem war Viola aber super tough und ließ sich nicht unterkriegen. Wie wir im Laufe der Story mitkriegen ist sie moralisch nicht unfehlbar. Ich konnte ihre allerdings komplett nachvollziehen. Wird sie in ihrer Geschichte schon mit einigen herausfordernden Charakteren konfrontiert, die ihr Misstrauen wecken.

Dabei entspinnt sich ein super spannender Plot, den Viola aus ihrem Haus heraus verfolgt und nur bedingt eingreifen kann. Sie reimt sich zusammen, was ihr Mann, ihre Pflegerin und die Freundinnen gerade tun. Natürlich gibt es am Ende einige Enthüllungen, die ich so auch nicht habe kommen sehen. Ich fand es so spannend und möchte diese Geschichte nur wärmstens empfehlen. Ich sollte definitiv mehr von der Autorin hören.

Das Hörbuch wurde von Tessa Mittelstaedt eingelesen, die einen tollen Job machte und jeder Figur Leben einhauchen konnte.

„Das Signal“ von Ursula Poznanski war wirklich großes Spannungskino mit einer tollen Protagonistin, die sich zu helfen wusste. Ich habe alles daran geliebt!

5/5

Sonntag, 22. März 2026

Hörbuchrezension | half his age von Jennette McCurdy

 Cover und Titel dieses Buches machten mich neugierig. Der Klappentext klang brisant und ich wollte die Geschichte unbedingt erfahren, obwohl sie außerhalb meiner gewohnten Genres lag.


Waldo ist anders. Kaufsüchtig. Unsicher. Ungeliebt. Waldo ist 17. Schülerin. Clever. Sexpositiv. Waldo ist an ihrem Lehrer dran. Mr. Korgy unterrichtet kreatives Schreiben und Waldo ist seine begabteste Schülerin. Mr. Korgy ist verheiratet. Vater. 40. Nicht mehr so ein Hecht, wie er es früher einmal war. Bis er sich auf Waldo einlässt…

Was habe ich da nur gehört?! Tatsächlich war es eine Mischung aus Genie und Wahnsinn. Der Schreibstil des Romans ist sehr literarisch und steckt voller Metaphern und tiefschürfender Vergleiche, dass ich wirklich beeindruckt war und mich an die Literatur aus Oberstufe und Studium erinnert fühlte. Die Figuren sind unglaublich vielschichtig und doch voller Klischees. Man merkte der Autorin sehr ihr literarisches Können an.

Dann gibt es Szenen, die mich an Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ erinnerten, die Idee dahinter scheint nun nach fast 20 Jahren in die USA übergeschwappt zu sein. Denn Jennette McCurdy möchte schocken und Tabus brechen. Hat keine Angst vor Ekel und Dingen, die besser unausgesprochen blieben. Immer wieder fragte ich mich beim Hören „Was zur Hölle war das gerade?“ Das war wirklich wild.

Die Geschichte erzählt ein kritisches Bild von der Gesellschaft. Waldo wuchs ohne Vater auf, mit einer Mutter, die immer nur für Männer funktionieren wollte, deren all ihre Bemühungen sich darum drehten, Männer zu halten. Ihre Tochter spielt in ihrem Leben nur eine Nebenrolle. Waldo adaptierte dieses Verhalten und scheint ihren eigenen Wert nur über die Anzahl ihrer Geschlechtspartner zu definieren. Das sind tatsächlich auch einige, bis sie eine perfide Faszination für ihren Lehrer entwickelt, die ich nicht unbedingt nachvollziehen konnte. Ich denke, Waldo wollte ihn nicht um seinetwegen, sondern weil er absolut tabu war und sie ihn trotzdem knacken konnte. So nimmt ihre Beziehung dann schließlich ihren sehr realistischen Laufen und dabei gab es für mich inhaltlich ein paar Schwachstellen, die nicht beleuchtet wurden. Auch das Ende fühlte ich an wie das Ende eines Kapitels und nicht des ganzen Romans. Das war ein wenig unrund und ein Ausblick in Waldos Zukunft hätte ihre Geschichte besser auserzählt. Vielleicht ist Waldo aber auch wie ihre Mutter und begeht die selben Fehler immer und immer wieder.

Das Hörbuch umfasst 7,5h und wurde von Paula Hans eingelesen, die eine sehr reif klingende Stimme für eine 17-Jährige hatte. Da Waldo die Erzählerin ist, war das für mich nicht optimal gewählt.

„Half his age“ von Jennette McCurdy erzählt auf schockierende und virtuose Art die tabubehaftete Beziehung von einem Lehrer mit seiner Schülerin. Ich wurde entsetzt und bestens unterhalten.

4/5

Dienstag, 17. März 2026

Hörbuchrezension | Savage Hearts von J.T. Geissinger

Ich finde die Queens & Monsters Reihe grandios. Obwohl ich mit Dark Mafia Romance rein gar nichts anfangen kann, liebe ich den Humor der Figuren und die starken Protagonistinnen. Kurz vorm Erscheinen des letzten Bandes wurde es Zeit für mich endlich Band drei zu hören.


Malek ist einer der gefürchtetsten Killer der russischen Mafia und er hat auf Rache für die Ermordung seines Bruders geschworen. Um den Kopf der irischen Mafia eines auszuwischen, entführt er dessen Schwägerin und hat keine Ahnung wen er sich das aufgehalst hat…

Als ich die Namen der Figuren las, wusste ich zunächst gar nicht, wie ich sie einsortieren sollte. Malek spielte in den vorherigen Bänden keine Rolle und auch unsere Protagonistin ist uns zuvor nicht begegnet. Dabei hat sie mit Sloan eine Schwester, die die Reihe mit ihrer unvergleichlichen Art geprägt und mich begeistert hat. Verdammt große Fußspuren also…

Riley ist Lektorin, liebt Bücher und führt das triste Leben einer grauen Maus. So lernen wir sie zunächst kennen. Sie hat kein sonderlich gutes Verhältnis zu ihrer Schwester und ist ziemlich überrascht als sie von ihr zur Hochzeit eingeladen wird. Riley wusste nicht mal das es jemanden in Sloans Leben gibt. So ist das erste Aufeinandertreffen im Buch nicht gerade herzlich. Riley teilt auch ganz schön gegen ihre Schwester aus und sammelte da bei mir keine Pluspunkte. Schließlich feiere ich Sloan für ihre Art und dann kam Riley und setzte ihr so zu. Nach dem sie so den Karren in den Schlamm gefahren hatte, musste sie einiges an Punkte sammeln, damit ich sie mögen konnte. Dabei hat Riley auch eine sarkastische Ader und ist liebenswert. Allerdings blieb sie im Vergleich zu den vorherigen Protagonistinnen eher blass. Dafür machte sie wohl die größte Entwicklung durch und wurde von einer grauen Maus zu Lara Croft der Mafia.

Malek hatte da schon einen bleibenderen Eindruck hinterlassen. Von allen wird er als der Killer gefürchtet, der jeden irgendwann drankriegt. Er bricht überall unbemerkt ein – selbst in ein Safehouse. Recht schnell entwickelte er eine Obsession mit Riley, obwohl auch er sie als graue Maus abstempelte und ich fragte mich dann, okay wie gesund wird diese Verbindung nun sein. Hinzu kommt, dass er sie entführt und sich nach einer Schussverletzung aufopfernd um sie kümmert. Bei seinen Kapiteln hatte ich stets den „maskulinen Mann“ im Ohr und das war ein mächtiger Abturner. Beide wachsen stockholmsyndromartig zusammen und das war für mich nicht gerade eine Beziehung auf Augenhöhe. Geht es am Ende trotzdem unterhaltsam und mitreißend aus? Auf jeden Fall. Lag das für mich vor allem an den Verwicklungen mit den anderen Mafien und Charakteren? Ja!

Dies war in meinen Augen ein Füllband, der das große Finale einläuten sollte, in dem es um Spider gehen wird, der auch hier schon eine große Rolle spielte. Ich bin ganz gespannt auf die Geschichte.

Das Hörbuch umfasste fasst 12h und wurde sogar von 5 SprecherInnen eingelesen, da jeder der männlichen Protagonisten der Reihe auch noch mal eine Stimme erhielt. Ich würde daher auch nicht empfehlen die Bände unabhängig von einander zu lesen. Dann kann man einfach mit der Haupthandlung und den Verwicklungen aus den vorherigen Bänden einfach nichts anfangen und nimmt sich den Spaß an der Reihe.

„Savage Hearts“ von J.T. Geissinger ist der 3. Und für mich schwächste Band der Queens and Monsters Reihe, da mich die Protagonisten nicht so abholen konnte wie erwartet, dennoch bin ich super gespannt auf das Finale.

3/5

Montag, 16. März 2026

Highlight | Dire Bound von Sable Sorensen

Ich hatte das Glück und konnte diesen mächtigen, neuen Romantasy-Schinken bei Vorablesen gewinnen. Ich hatte den Titel zuvor gar nicht so sehr auf dem Schirm, doch die Leseprobe fixte mich so sehr an, dass ich die Geschichte lesen musste!


Meryn Cooper hasst die Gebundenen. Die Eliteeinheit des Königreichs besteht aus Kriegern, die an mächtige Schattenwölfe gebunden sind. Diese leben in Luxus und Überschwang während das Volk an Armut leidet und Kinder verschleppt werden. Als Meryns kleine Schwester Saela entführt wird, sieht sie nur eine einzige Chance und meldet sich zum Aufstieg an – der Auswahlprozession für Nachwuchsgebundene. Als Meryn es schafft und tatsächlich von einer Wölfin gebunden wird, haben es einige auf sie abgesehen. Doch Meryn kämpft um ihre Schwester zu finden, komme, was wolle!

Die Geschichte wurde als Fourth Wing meets Panem beworben. Das passt schon ganz gut, doch eigentlich ist auch noch eine große Portion Game of Thrones dabei. Einer der Protagonisten heißt Stark Therion und hätte auch gut aus dem Hause Stark kommen können. Dann spielen die Schattenwölfe eine essenzielle Rolle und es geht heiß her. Die Mischung ist also ziemlich spannend.

Dennoch brauchte ich ein wenig, um mich in die Geschichte hineinzufinden und war echt froh, als die Auswahl endlich erledigt war. Zuvor drehte sich die Handlung um Meryns Lebensumstände. Sie wohnt mit ihrer kleinen Schwester und einer geisteskranken Mutter in einem heruntergekommenen Haus. Geld verdient sie sich bei Kämpfen und sackt die Wetteinsätze ein. Da sie von allen stets unterschätzt wird, fallen sie ordentlich zu ihren Gunsten aus. Meryns Lichtblicke sind die romantischen Treffen mit ihrem Freund Lee, der versucht ihr das Leben leichter zu machen.

Ich fand es echt spannend, dass unsere Protagonistin bereits vergeben ist. So haben wir eigentlich gar keine klassische Kennenlernphase in der Geschichte. Als Meryn sich für die Ausbildung zur Gebundenen entscheidet, muss sie allerdings ihre Liebe hinter sich lassen. Der Klappentext verrät zwar nicht richtig viel, allerdings lässt er einen Namen einfließen, der schon für den Fortgang der Geschichte massiv spoilert. Es wird noch ein Prinz eine große Rolle spielen, Meryn ist in Love, doch durch den Namen wissen wir, es wird nicht ihr Endgame sein. Ich hätte dies während des Lesens gerne selbst herausgefunden. So wartete ich nur so darauf, wann und wie alles den Bach heruntergehen wird.

Das fand ich im Nachhinein schon eher ungeschickt. Anders wäre der Überraschungsmoment einfach größer gewesen. Die Handlung hat einige Twists und schockierende, blutige Momente. Als mich die Story endlich gepackt hatte, fiel es mir schwer sie wieder aus der Hand zu legen. Hier und da gab es bei 800 Seiten auch ein paar Längen. Doch alles in allem war dies schon ein sehr packender Einstieg in eine Fantasyreihe, von der ich super gespannt bin, wie es im Sommer weitergehen wird.

Denn hier passt ganz viel zusammen: mit Meryn haben wir eine sehr starke Heldin, die sich in ihrem Bund mit ihrer willensstarken Schattenwölfin erst noch zurecht finden muss. Das Setting im Schloss und die Ausbildungsthematik ist toll, die Charaktere sind vielschichtig und die Handlung mitreißend. Sable Sorensen hat mit „Dire Bound“ viel richtig gemacht und ich bin echt froh, die Geschichte für mich entdeckt zu haben. Band zwei kann kommen!

5/5

Dienstag, 10. März 2026

Hörbuchrezension | Nightreaver von R.M. Gray

Aster lebt mit ihrer Großfamilie auf einem Piratenschiff und gemeinsam verteidigen sie die Menschen vor den Nightweavern. Diese sind gefährliche, mythische Kreaturen, die die Elemente beherrschen und das Blut der Menschen trinken. Sie nahmen das Festland ein und zwangen Asters Familie somit zu einem Leben auf dem Meer. Bei einem verheerenden Angriff stirbt Asters Bruder und der Rest der Familie wird auf ein Anwesen der Nightweaver verschleppt. Womit niemand gerechnet hätte, die Nightweaver sehen aus wie Menschen und begegnen der Familie mit einer Güte, die alle überrascht. Doch dann häufen sich die Ereignisse und Menschen werden auf dem Anwesen ermordet.

Das Cover des Buchs ist definitiv mal was anderes, allerdings muss ich sagen, dass mich das Design nicht so ansprach, dass ich auf die Geschichte aufmerksam geworden wäre. Der Klappentext und der Vergleich mit Fluch der Karibik und Downtown Abbey weckten dann so sehr meine Neugierde, dass ich das Hörbuch unbedingt hören wollte.

Als die Geschichte beginnt ist Aster Oberon gerade mal 16 Jahre alt und ich war schon skeptisch. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt eine Geschichte mit so einer jungen Protagonistin hatte. Mittlerweile bevorzuge ich ganz eindeutig reifere Fantasy. Doch ich wollte der Story dennoch eine Chance geben. In der ersten Hälfte entfaltete sich definitiv eine Sogwirkung. Wir lernen die Charaktere kennen und geraten in eine Seeschlacht hinein, in der es sehr dramatisch zu geht. Dann kommt der Cut und wir befinden uns in einem hochherrschaftlichen Setting, in dem die Familie Oberon als Dienerschaft herzlich aufgenommen wird und ihr Piratendasein an den Nagel hängt. Sie kommen in eine Familie Nightweaver, die recht normal zu sein scheint und nicht wie die Monster, für die sie Aster immer hielt. Ich fand es tatsächlich sehr eigenartig wie wertschätzend mit der Piratenfamilie umgegangen wurde, als würden sie dringend gebraucht werden und die Nightweaver warben regelrecht um sie. Ich hatte da schon den Braten gerochen, wusste aber während des Hörens nicht, ob es tatsächlich einen Braten gab oder ob alle wirklich nur ganz unschuldige Motive verfolgten.

Es gibt eine Vielzahl von Figuren und ich schrieb mir jeden einzelnen Namen auf, sonst hätte ich wohl einige Probleme bekommen, die Figuren ihren Rollen zu zuweisen.

Hinzu kommt ein unglaublich komplexes Worldbuilding, was sehr spannend war, aber auch einiges an Konzentration während des Hörens abverlangte. Tatsächlich verlor mich die Geschichte ab der Hälfte. Die Ereignisse überschlugen sich und ich hatte Probleme hinterher zu kommen, sodass es mich irgendwann nicht mehr kratzte, was mit den Figuren passierte. Das war natürlich sehr schade.

Ich muss auch sagen, dass eine gute Lovestory zu meinem perfekten Fantasyerlebnis hinzugehört. Ich will den Spice, weil es die Geschichte reifer macht und die Charaktere eine weitere Dimension dazu bekommen. Ich bin halt auch keine 16 mehr für mich darf es schon heiß hergehen. „Nightweaver“ besitzt eine zarte Liebesgeschichte, allerdings scheint Aster nicht so richtig zu wissen, was sie will, denn gerade zum Ende hin kommt noch eine weitere Figur hinzu, die mich zweifeln ließ, wer der Loveinterest der Geschichte ist. Die romantischen Verwicklungen hatten mich da nicht wirklich abgeholt.

Ich würde den Roman nicht als Jugendbuch eingliedern, sondern als High Fantasy. Es wird nämlich verdammt blutig und brutal. Es sterben unglaublich viele Leute und die Protagonistin watet nur so durch Blut und Leichen. Das fand ich ziemlich widerlich. Da habe ich es schon lieber, wenn Gliedmaßen in Fantasygeschichten anders präsentiert werden.^^

Das Hörbuch umfasste über 16h, welches von Michaela Gärtner eingelesen wurde. Sie verpasste der schönen, bildgewaltigen Sprache der Autorin eine Stimme und das gefiel mir wirklich gut.

Nightweaver von R.M. Gray lässt mich mit ambivalenten Gefühlen zurück. Die Fantasygeschichte ist aufgrund ihrer Komplexität und Brutalität sehr erwachsen, gleichzeitig ist unsere Protagonistin dies nicht und so konnte mich die Story nicht so recht packen. Ich wüsche mir mittlerweile einfach was anderes für meine perfekte Fantasylektüre.

3/5




Hörbuchrezension | Two can play von Ali Hazelwood


Für Viola wird ein absoluter Traum war, als Chefdesignerin darf sie an der Spieleadaption ihrer Lieblingsbuchreihe arbeiten und könnte nicht glücklicher über diese Chance sein. Allerdings gibt es einen riesigen Haken, dafür muss sie mit Jesse zusammenarbeiten. Er ist ebenso Spieledesigner und übt schon seit Jahren eine Faszination auf Viola aus. Bis zu dem Moment, wo er ihr klarmachte, was er wirklich von ihr hält und seit dem könnte auch Violas Abneigung und Kränkung nicht größer sein. Zu Teambuildingmaßnahmen begeben sich Jesse und Viola mit ihren Kollegen zu einem Skitrip in den Bergen. Je mehr Schnee fällt desto heißer wird es tatsächlich…

Dies war mein erster Roman von Ali Hazelwood und ich war gespannt auf die Story, weil ich bisher immer nur Gutes von der Autorin hörte. Außerdem klang der Inhalt echt ansprechend und ich freute mich drauf.

Die Thematik des Spiele-/Softwareentwickelns gepaart mit verfeindeten Teams, die gezwungen werden zusammen zu arbeiten, war mal etwas anderes.

Viola liebt ihren Job und sie brennt für die Buchreihe, die nun adaptiert werden soll. Man merkt ihr den inneren Zwiespalt sehr an. Zum einen will sie das Projekt zum Erfolg bringen und zum anderen hat sie Angst, dass die Zusammenarbeit mit Jesse dies gefährden wird. Sie versucht sich professionell zu geben und wird mit dem unprofessionellen Verhalten ihrer KollegInnen konfrontiert.

Wir erfahren, wie Jesse und Viola sich zum ersten Mal trafen, wie die Begegnungen danach abliefen und wie es zu dieser Situation kam. Ich verfolgte die Handlung sehr gerne, weil es total kurzweilig war. Ich mochte die Protagonisten und auch die Nebenfiguren.

Als sich die Dinge zwischen Jesse und Viola änderten, ging es tatsächlich auch recht zügig. Ich mochte beide zusammen, sie verstecken sich vor ihren KollegInnen um das Projekt nicht zu gefährden und das Buch endet ein Stück weit im Ungewissen über die Zukunft am Ende des Skitrips.

Ich wusste bereits, dass der Roman nur 250 Seiten umfasst, daher war es keine Überraschung für mich, dass das Hörbuch schon nach 4,5h endete. Das war auch okay. Ich muss nicht immer 15h+ an eine Geschichte gefesselt sein. Doch hier ging die Tiefe und Emotionalität für mich schon verloren. Ich hätte mir für meinen ersten Ali Hazelwood schon mehr versprochen. „Two can play“ war trotzdem unterhaltsam für Zwischendurch, doch nichts, was man verpassen würde.

3/5

Freitag, 6. März 2026

Kinderbuch | Käptn Wumpe und der geheime Piratenschatz von Hannes Blume

 Auf Lovelybooks durfte ich seit Langem mal wieder an einer Leserunde teilnehmen und dies sollte vor allem die Jungs freuen, denn es gab mal wieder neuen Vorlesestoff.



Wumpe ist ein Strandwildschwein und lebt mit seiner Familie auf der tropischen Insel Terralinga. Den ganzen Tag nur faul im Sand herumliegen wird dem kleinen Schwein schnell ziemlich langweilig. Er will ein Pirat sein, auf Abenteuer gehen und Schätze finde. Nur doof, dass allein seine beste Freundin Paula zu seiner Crew dazugehören will. Doch auch zu zweit lassen sich Schätze finden!

Als das Buch bei uns ankam, war ich überrascht über seine Dicke. Immerhin 130 Seiten gibt es hier zum Vorlesen. Somit war das Ganze nicht an einem Abend erledigt. Die Altersempfehlung ist ab 5 und da würde ich absolut mitgehen. Der 5-Jährige lauschte gebannt den Kapiteln, während der 3-Jährige sein Ding machte und kaum Interesse zeigte.

Das Buch ist zwar farbig illustriert, doch nicht so reich wie gedacht. Es gibt auch immer wieder Seiten, die keine Illustrationen zeigen und das war für den kleinen nicht so spannend. Die vereinzelten Illustrationen zeigen hauptsächlich die Figuren und ab und an mal eine Situation. Diese waren von Illustratorin Anja Grote ansprechend inszeniert und untermalten die Handlung.

Wumpe ist ein freches, abenteuerlustiges Schwein, der eine tiefe Freundschaft zu Paula pflegt und mit ihr eine Einheit bildet. Paula ist die Forscherin der Insel und hat sich einen Roboterarm gebaut. Gemeinsam finden sie einen mysteriösen, blauen Stein mit ungeahnter Wirkung und besuchen während ihrer Schnitzeljagd rund um die Insel einige der Bewohner. Das war definitiv ganz niedlich gemacht und gefiel dem Großen echt gut. Das ist für mich die Hauptsache.

Ich bin während des Vorlesens nur öfters über sperrige Redewendungen gestolpert, die meinen Lesefluss störten. Auch fragte ich mich, wie häufig man das Wort „Vorderfuß“ in ein Kinderbuch einbauen kann. Die Antwortet lautet: oft!

„Käpt’n Wumpe und der geheime Piratenschatz“ von Hannes Blume ist ein abenteuerliches Kinderbuch gegen Langeweile und für Zusammenhalt. Mein 5-Jähriger fand es ganz toll, was für mich die Hauptsache ist. Auch wenn es nicht zu meinen liebsten Vorlesebüchern zählen wird.

4/5

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