Letztes Jahr bin ich über dieses Buch gestolpert, dessen Klappentext mich neugierig machte, weil er einfach komplett nichtssagend war und eine mysteriöse Geschichte versprach. Ich las also in die englische Leseprobe hinein, um abschätzen zu können, ob das Buch etwas für mich sein würde, bevor ich all das Geld für die wunderschöne Ausgabe der Bücherbüchse ausgeben würde.
Ich werde nicht den Klappentext des Verlags copy-n-pasten, sondern umreiße kurz, worum es geht:
Temperance lebt in einem kleinen Dorf, das in stetiger Angst vor den Basilisken lebt. Dabei tut die königliche Familie alles, um seine Untertanen vor den Monstern zu schützen. Zum Dank werden die Damen im gleichen heiratsfähigen Alter, wie der Prinz ins Schloss gebracht, um eine Ausbildung der etwas anderen Art zu erhalten. Der Prinz soll sich am Ende dann für seine Frau entscheiden. Nur übernimmt nicht der Prinz die Ausbildung selbst, sondern die unterjochten Basilisken… Was Temperance nicht ahnen konnte, sie würde eine unwiderstehliche Anziehung zwischen Lehrer und Prinz gleichzeitig entwickeln…
Wir lernen Tem, wie sie meist kurz genannt wird, in ihrem einfachen alltäglichen Leben kennen. Sie lebt mit ihrer Mutter allein und betreibt eine Hühnerfarm. Sie verteilt die Eier im Dorf und erntet dafür auch schon mal Spot. Gerade für ihre Naivität wird sie von Mädchen in ihrem Alter aufgezogen. Sie leidet schon unter ihrer Situation und will einmal etwas gewagtes tun, als sie zu der Auswahl ins Schloss geht. Von da an macht Tem wirklich eine wilde Reise mit, die sie von einem verschüchterten Naivchen zu einem mutigen, sexuellen Wesen.
Die Reise war zwar lang, aber ja wir kommen irgendwann zu einem Punkt, wo es einfach nur wild wird. Die erste Hälfte des Buches war da noch gesitteter. Wir lernen Caspen kennen, der ein Basilisk ist, also sich in eine riesige Schlange verwandeln kann. Er soll Tem alles beibringen, was sie wissen muss, um den Prinzen bestmöglich „bedienen“ zu können. Dabei verlieben sie sich ineinander und das war mir ehrlicherweise zu schnell zu viel. Ich konnte nicht mitfühlen, warum dieses uralte Wesen nach all den anderen Schülerinnen nun ausgerechnet so obsessiv mit Tem war. Caspen ist dabei auch ein streitbarer Charakter, der im Buch einige Red Flags mit sich herumtrug.
Interessant war die Idee der Basilisken, die auch in einer königlichen Hierarchie zusammenleben und hoch sexualisierte Wesen sind, die es wild treiben. Kein Wunder, dass die Kammer des Schreckens so gut versteckt war! Das war einfach mal was anderes.
Für mich war der Prinz der interessantere männliche Protagonist, der seine ganz eigene Geschichte hat, die auch noch nicht auserzählt ist.
Die zweite Hälfte des Buches ist stellenweise absurd und ziemlich trashig. Ich überlegte auch oft, ob ich eigentlich noch weiterlesen wollte, weil die Sexszenen sich einfach nur so anhäuften und die Handlung sich verlor.
Für mich hat der Prinz und sein Handlungsstrang die zweite Hälfte gerettet, sodass ich wohl doch noch weiterlesen möchte. Ich hoffe nur, dass Band zwei nicht so lang sein wird. Denn hier haben wir über 800 Seiten, die es für diese Story aber nicht gebraucht hätte!
„Kiss of the Basilisk“ von Lindsay Straube ist ein wilder Ritt, im wahrsten Sinne des Wortes. Man sollte sich auf einiges gefasst machen und Geduld für das lange Buch mit sich bringen. Ein Charakter hat es für mich herausgerissen, sodass ich Band zwei wohl doch noch lesen werde.
3,5/5

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen