Freitag, 20. Februar 2026

Hörbuchrezension | Betreutes Morden von Fergus Craig


Carol Quinn ist Serienkillerin im Ruhestand und als diese zieht sie nun in ihre neue Eigentumswohnung im luxuriösesten Eigenheim Londons ein. Nach 35 Jahren abgesessener Haft scheint ihre Vergangenheit sie einzuholen, als vor ihrem Fenster eine Leiche auftaucht. Schnell wird sie zur Verdächtigen Nummer eins und von den anderen SeniorInnen angefeindet. Doch Carol hätte nicht so eine steile Karriere hingelegt, wenn sie nicht genau wüsste, wie Mord funktioniert und so ist sie dem Täter auf der Spur.

Seit dem Donnerstagsmordclub bin ich ein großer Fan von kuriosen und etwas anderen Ermittlern. Diese Neuerscheinung schlägt auch in diese Richtung ein. Wir sind auch in einem Altenheim und die Insassen sind namhafte Persönlichkeiten. So ist eine ehemalige Innenministerin Carols Nachbarin, aber auch eine Krimiautorin, Pathologin oder ein Ex-Polizeibeamter. Kein gutes Pflaster für einen Täter. Doch Caroll ist aufgrund ihrer bekannten Vergangenheit die Verdächtige Nummer eins. Und das auch zu Recht. Die Geschichte geht auf ihre Morde ein und die hatten es in sich. Carol ist eine Soziopathin, die Leute spontan ermordete, die ihr negativ auffielen, weil sie ihr oder anderen Leid antaten. Das schaffte sie ganz ohne Gewissenbisse. Mittlerweile ist sie etwas reflektierter unterwegs und will eigentlich nur noch einen angenehmen Lebensabend in interessanter Gesellschaft verbringen. Die Mittsiebzigerin war schon echt kurios und auch gruselig, wie sie so von ihren Taten berichtete, als wären sie nichts. Carol spielt auch jetzt mit dem Gedanken ab und zu Leute auszuschalten, es mangelt ihr auch nicht an den Möglichkeiten, doch sie entscheidet sich ganz bewusst dagegen, es zu tun. Carol war schon eine interessante Protagonistin, auch wenn man sich nicht wirklich mit ihr identifizieren kann (ich zumindest nicht) begleitete ich sie trotzdem gerne durch ihre Geschichte.


Der Krimi ist auch gut und unterhaltsam gemacht, der Autor spielt mit verschiedensten Elementen des Genres und referiert ganz bewusst den Donnerstagsmordclub, was irgendwie auch ganz charmant war. Mir fehlten am Ende die Überraschungsmomente, irgendwie war mir lange klar, wer involviert sein würde, sodass die Auflösung für mich nicht so spannend war.

 

Das Hörbuch umfasste 8,5h und wurde von Manon Straché eingelesen, die einen richtig guten Job machte. Man merkt, dass sie Schauspielerin ist und so stimmlich den Figuren ganz viel Leben einhauchen konnte. Das hat mir richtig gut gefallen.

 

Ich bin gespannt, ob es von Fergus Craigs „Betreutem Morden“ noch weitere Teile geben wird. Potenzial hätte die Reihe mit ihrer kuriosen Killer-Seniorin auf jeden Fall. Vielleicht werden die Kriminalfälle dann auch besser.

4/5

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