Dienstag, 1. September 2026

Buchtipp | The Poison Daughter von Sheila Masterson

Über Vorablesen zog dieses Buch bei mir ein und ich war so gespannt auf die Geschichte, weil ich schon richtig viel Gutes dazu hörte. Außerdem klang der Klappentext ganz nach meinem Geschmack und ich freute mich sehr in „The Poison Daughter“ einzutauchen.



Ein Kuss von Harlows Lippen tötet jeden. Ihr erster Ehemann ist schon längst tot, ihr Zukünftiger soll bald folgen. Nachts vergiftet Harlow so jeden Mann, der sich an Frauen und Kindern vergeht. Als ihr neuestes Opfer nach einem Kuss nicht tot umfällt, ist Harlow entsetzt. Ihre giftigen Lippen wirken immer! Als sich das Opfer auch noch als Henry Havenwood entpuppt, ihr Verlobter, ist Harlow ziemlich aufgeschmissen. Doch anstatt Harlows Spiel auffliegen zu lassen, nimmt Henry sie mit in seine Stadt. Er hat ganz eigene Pläne und Harlows Wege, ihn wieder loszuwerden, führen über sein Herz.

Der Beginn der Geschichte ist wirklich packend. Die Autorin nimmt uns direkt mit auf Harlows nächtliche Rachezüge. Sie ist eine Auftragskillerin und entledigt Frauen ihrer gewalttätigen Männer. Dem wichtigsten Menschen in ihrem Leben kann sie so nicht helfen. Ihre Schwester bedeutet Harlow alles, doch ausgerechnet sie ist in einer gewaltvollen Ehe gefangen. Harlow hat mehrere Geschwister und alle werden von ihren Eltern für ihre Zwecke eingespannt, um die Machtverhältnisse in Lunameade aufrecht zu erhalten. Die Feste ist von hohen, dicken Mauern umgeben, denn sie muss vor den Blutleeren verteidigt werden. Diese hausen in den Wäldern und greifen alles und jeden an.

Einige Einwohner von Lunameade sind von den Göttern gesegnet. Das heißt, sie haben besondere, magische Fähigkeiten. Harlows Familie zählt dazu. So ist Harlows Fähigkeit das Erzeugen von Giften. Die Welt, die die Autorin erschuf, war wirklich spannend, sehr bildhaft, aber auch leicht nachzuvollziehen. Das fand ich während des Lesens sehr angenehm, weil ich mich komplett auf die Handlung einlassen konnte, ohne Verwirrungen und Hinterfragen, wie etwas gemeint sein könnte. Dennoch haben wir mehrere komplexe Bedrohungsszenarien, auf die wir uns einstellen müssen.

An unserer Seite ist dabei eine sehr starke Protagonistin, die schon früh erkennen musste, dass sie sich nur auf ihre Schwester verlassen kann und ihre Eltern kein sicherer Hafen sind. Harlow arrangiert sich mit allem und stimmte auch nur in die neue Verheiratung ein, in dem Wissen, dass ihr Kuss die Ehe schnell wieder beenden wird. Danach sollte sie von ihren Eltern endlich frei sein und Lunameade mit ihrer Schwester verlassen können. Leider hatte sie da die Rechnung ohne Henry gemacht. Zwischen den beiden knistert es sehr schnell, denn auch aus Hass entsteht Leidenschaft. Henry hat seine ganz eigene Rechnung mit Harlows Familie offen. Die Geschichte wird aus der Perspektive von beiden erzählt. Wir stecken also immer in ihren Köpfen und wissen was los ist. Daher gab es kaum Geheimnisse, die mich hätten überraschen können. Beide zusammen sind unglaublich unterhaltsam. Harlow ist extrem witzig und Henry unterliegt einfach ihrem Charisma. Die Schlagabtäusche sind goldwert. Es knistert heftig zwischen beiden. So richtig, richtig spicy wird es aber erst nach 400 Seiten, die extrem kurzweilig waren. Danach kommen mehr Spice-Szenen vor, die sehr verdorben waren. Die Autorin traute sich hier über einige Hürden zu springen und das gefiel mir gut. Es ist düster, weil die Welt und Harlow auch sehr düster sind. Gleichzeitig haben wir mit Henry einen Protagonisten, der trotz seiner Intensionen ein Guter ist und Harlow sein lässt, wie sie ist. Beide zusammen machten für mich das Highlight des Buches aus.

Die Handlung war für mich nämlich nicht so episch, wie ich es erwartet hatte. Die Geschichte ist ein Standalone, was wirklich erfrischend ist. Es endet also nicht mit einem Cliffhanger und wir werden auf 900 Seiten mit allem versorgt. Inhaltlich hätte die Geschichte aber auch auf 600 Seiten auserzählt sein können. Für mich hatte die Autorin kaum überraschende Enthüllungen im Gepäck. Das Buch endete wie erwartet und die Bedrohungen, welche von Anfang an präsent waren, wurden am Ende ohne großen Spannungsbogen beseitigt bzw. offenbahrt. Da habe ich schon Romantasy mit weniger Umfang gelesen, in der mehr passiert ist. Trotzdem wurde ich danke Harlow und Henry gut unterhalten, doch während des Lesens erwartete ich mehr Spannung, die einfach ausblieb.

Die Geschichte hat ein paar wenige interessante Figuren, wie Harlows Bruder Kellan und auch ihre Schwester, die ein ganz eigenes Buch hätten füllen können. Ich frage mich also, ob die Autorin vielleicht in einem Spin-Off erneut in die Welt zurückkehren wird.

Was mich während des Lesens wirklich ärgerte, war die Fülle an Satzbaufehlern. Da waren Wörter zu finden, die definitiv nicht in den Satz gehörten und das häufte sich immer mehr. Wurde die Übersetzung überhaupt korrigiert?

Sheila Mastersons „The Poison Daughter“ wird mir aufgrund ihrer Figuren noch lange im Gedächtnis sein. Sie zu begleiten hat schon Spaß gemacht, allerdings hatte ich mir von der Handlung schon mehr versprochen!

4/5

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