Donnerstag, 16. Juni 2016

4 von 5 für "Tage ohne Wiederkehr" von Shannon McKenna

Seit dem letzten Jahr liegt der letzte Teil der McLoud und Freunde-Reihe von Shannon McKenna nun schon in meinem Regal. Irgendwie konnte ich mich nicht dazu durchringen ihn zu lesen. Aus Angst Abschied zu nehmen und aus Angst, wie "Tage ohne Wiederkehr" mir gefallen würde. Die vergangenen drei Bände konnten für mich nicht mehr an die Geschichten von Connor, Sean oder Nick heranreichen.
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Svetis Vergangenheit ist eine bewegte von Organpiraten gefangen genommen und fast getötet, beginnt sie nach der Befreiung durch die McLouds ein ganz neues Leben. Sveti ist erwachsen geworden und hat sich mittlerweile einen Namen als eine Art Menschenrechtlerin gemacht und ein paar Feinde damit hinzugewonnen. Aufgrund der Vergangenheit ihrer verstorbenen Eltern schwebt sie immer noch in Gefahr. Ausgerechnet Ex-Polizist Sam scheint der einzig geeignete Kandidat zu sein, Sveti vor ihren Dämonen zu beschützen.

Die Paarung rund um Sveti und Sam deutete sich ja bereits seit 2 Bänden an, was ich sehr spannend und prickelnd fand. Ich hoffte also, dass sich diese Chemie auch in ihrer Geschichte ausbreiten würde. Allerdings ist dies Shannon McKenna nur halb geglückt.
Da sich beide ja bereits kennen, fehlte der Tanz des Kennenlernens, das Herantasten, welches seinen ganz eigenen Reiz besitzt. So geht es zwischen beiden doch recht flott. Auch wenn der erste gemeinsame Akt, etwas anders ablief, als wir es in den Vorgängerbänden kennen. Die Sexszenen sind zwar gehäuft in der ersten Buchhälte, allerdings sind wir dies von der Reihe ja wirklich gewohnt. Was mir hier ein wenig fehlte, war das Gefühl.

Eigentlich mochte ich Sveti seit sie in "Spiel ohne Regeln" erstmals auftrat und eine tragende Rolle einnahm. Wer konnte die herzensgute, schwer gebeutelte Sveti nicht mögen, die es sogar schaffte die knallharte Tam zu erweichen. Was ich in den Vorgängerbänden allerdings nicht ahnte, war, wie zickig und launisch Sveti auch sein konnte. Das fand ich sehr schade und unnötig. Ihr Verhalten Sam gegenüber war einfach nicht gerechtfertigt und nachvollziehbar. Schade, dass sie hier ein paar Sympathien verspielen musste, so habe ich es zumindest empfunden. Was mich auch sehr störte, war ihr Mangel an Menschenverständins und die haarsträubende Naivität. Ich weiß nicht, wie ich gehandelt hätte, vllt genauso wie sie, allerdings klingeln bei mir als Leserin sämtliche Alarmglocken, wenn ich folgende Situationen geschildert bekomme. So weiß Sveti, dass sie verfolgt wird, doch sie plappert trotzdem munter ihre Flug- oder Hotelzimmernummer aus und das an Personen, die sie nicht wirklich kennt. Sie streicht Sams Warnungen in den Wind und muss dafür einige Male die Quittung erhalten. Ich hatte eher erwartet, dass Sveti nach ihrer Vergangenheit niemandem trauen würde und viel misstrauischer wäre. Das war für mich leider nicht stimmig und wurde nicht der Sveti gerecht, wie wir sie in den bisherigen Geschichten erlebten.

Auch Sam ist ein alter Bekannter, der bisher nie so ganz in die McLoud-Bande passte und von den anderen wegen seiner Verknalltheit in Sveti schief angeschaut wurde. Ich fand Sam von Anfang an klasse. Hier erfahren wir etwas mehr von seiner Person. Ich war erstaunt, wie verletzlich und unsicher er in Bezug auf Sveti doch war. Dies war mal etwas anderes im Vergleich zu den anderen stahlharten Protagonisten. Seinen Background mit der steinreichen Familie und dem eigenen dicken Bankkonto fand ich unnötig. Es wäre authentischer gewesen, wenn er einfach nur der suspendierte Cop gewesen wäre, der nun mit seiner Zukunft hadert. Aber so sind sie eben die Freunde der McLouds. Alle zur Elite gehörig...

Für mich war der Krimianteil nicht allzu stark ausgearbeitet, wie in anderen Teilen. Das fand ich allerdings nicht allzu störend. Ein ganz großes, spannendes Finale wäre der Reihe allerdings würdig gewesen.

Was mich wieder sehr begeistern konnte, war das Wiedersehen mit allen bisherigen Protagonisten. Das ist einfach toll und wie Heimkehren. Auch den Prolog fand ich klasse und er lässt mich dann doch wehmütig zurück, denn eine Buchreihe mit wundervollen und einzigartigen Helden geht zuende. Vielleicht ein wenig zu spät, da die letzten Bände nicht mehr an die tollen Anfänge anknüpfen konnten. Doch ist Shannon McKenna mit ihrer Bande eine tolle Familie im Romantic Suspense Genre geglückt. Ich werde sie vermissen.

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