Ich hatte das Glück dieses Buch im Rahmen einer Lovelybooks Leserunde lesen zu dürfen. Tatsächlich stand es auch auf meiner Wunschliste und so war die Vorfreude ganz besonders groß! Doch leider war die Geschichte dann nicht so wie erhofft.
In Grimmwood Creek öffnen sich an Halloween die Tore zur Hölle. Dämonen treten heraus und machen Jagd auf die Menschen. Parker verlor vor einigen Jahren ihre Mutter bei diesen Überfällen. Seit dem sinnt sie auf Rache und sucht den Dämon, der ihrer Mutter das Leben nahm. Dieses Halloween wähnt sie ihre Chance, geht einen Pakt mit einem Dämon ein und lässt sich von ihm in die Unterwelt führen. Um wieder zurück zu können, muss sie das Ritual der sieben Todsünden bestehen. Doch je länger Parker in der Unterwelt bleibt, desto mehr verschwimmen die Grenzen von Monster und Mensch. Außerdem soll Parker herausfinden, dass sie absolut niemandem in der Unterwelt vertrauen darf…
Wir lernen Parker an Halloween in einer sehr düsteren und trostlosen Umgebung kennen. Sie hat niemanden mehr, keine Familie, keine Freunde. Im Gegenteil, sie muss ständig auf der Hut vor ihren Mitmenschen sein. Wenn Parker nicht durch einen Dämon stirbt, dann wohl durch menschlicher Hand. Ihre Situation ist also aussichtslos und so fühlt es sich fast schon logisch an, dass sie mit Dämon Azael in die Unterwelt geht. Verlieren kann sie nicht viel. Sie erhofft sich davon die Erkenntnis, wer ihre Mutter vor all den Jahren tötete. Parker ist unglaublich mutig und verlor auch unter all den Dämonen nie ihre Menschlichkeit.
Azael genießt in der Hölle kein sehr hohes Ansehen. Ihm wurde aufgrund eines Vergehens eines seiner Hörner abgeschlagen. Alle schauen auf ihn herab, dabei ist er ein sehr mächtiger Dämon. Er tarnt Parker mit einem Illusionszauber und so erscheint sie für alle anderen als Dämon. Er hilft ihr bezüglich der Prüfungen für die 7 Todsünden und eigentlich erscheint Azael als ein Charakter, der Parker nichts böses will, doch wie sehr können wir ihm vertrauen und welche sind seine wahren Beweggründe?
Mir gefiel das Setting ausgesprochen gut. Ja, es ist die Hölle und diese ist düster und grausam. Doch es war einfach mal etwas anderes und die Autorin konnte dies sehr atmosphärisch verpacken. Ich war am Anfang auch sehr gefesselt von der Story, weil auch die Dämonen sehr spannend gestaltet waren und ich mir alles sehr bildhaft vorstellen konnte. Wir sehen alles durch Parkers Augen und versuchen uns zusammen mit ihr dort zurecht zu finden.
Tja, dann begann der sehr lange, sehr schleppende Mittelteil, in dem mich die Autorin tatsächlich verlor. Die Handlung stagniert einfach komplett und es gibt keinen Spannungsbogen. Parker streift durch die Unterwelt, hat den immer gleichen Alltag, ohne Erkenntnisse zu gewinnen. Das Ritual der sieben Todsünden klingt auch spektakulärer als es war. Sie soll die Todsünden begehen, um das Ritual zu erfüllen. Dafür muss sie sich nicht mal sonderlich anstrengen, sondern es passiert meist nebenbei, ohne dass sie es eigentlich mitbekommt. Das fand ich als Rahmenhandlung super lahm. Die meiste Zeit hat mich das Buch wirklich gelangweilt und so brauchte ich auch verdammt lange dafür. Ich las auch mal 2 Wochen nicht und überlegte es abzubrechen. Tat es nur nicht, weil ich bei der Leserunde teilnahm. Das war wirklich frustrierend!
Die Verbindung von Parker und Azael konnte mich auch nicht wirklich bei der Stange halten, weil beide nicht sehr viel miteinander interagieren. Azael hält sich sehr lange im Hintergrund und Parker ist hauptsächlich auf sich allein gestellt. Wie sich da überhaupt etwas zwischen beiden entwickeln konnte, ist mir komplett schleierhaft.
Die letzten 100 Seiten konnten mich etwas fesseln. Die Story kam endlich zu ihrem Ziel. Spannung gab es trotzdem keine! Ich würde auch nicht sagen, dass ich über die Enthüllungen überrascht gewesen wäre. Eigentlich war klar, dass es darauf hinauslaufen würde. Ich muss auch sagen, dass die Dilogie mit diesem Band für mich abgeschlossen ist, da es mich nicht interessiert wie es weitergehen wird. Das ist wirklich schade, denn meine Hoffnungen an die Geschichte waren einfach andere.
„Symphony of the Sinner“ von Becca S. Hale begann echt stark, um dann viel stärker nachzulassen. Mir gefiel das Worldbuilding richtig gut, doch die Handlung trat nur auf der Stelle. Das war kein vergnügliches Leseerlebnis.
3/5

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