Donnerstag, 28. April 2016

4 von 5 für "Zurück nach Hollyhill" von Alexandra Pilz

Cover by Heyne fliegt
Ich weiß nicht, wie es dazu kam, dass mir in den letzten Jahren dieses Buch bzw. diese Reihe durch die Lappen gegangen ist. Zufällig bin ich auf Amazon und Youtube auf das zeitreisende Dorf Hollyhill aufmerksam geworden und ich witterte alte romantisch-schmachtende, fantastische Jugendbuchzeiten.
Mal ehrlich, bei diesem wunderschönen, abstrakten und knalligen Cover ist es eine Schande, dass mir die Buchreihe nicht bereits zuvor ins Auge gesprungen ist. Doch was hat es mit Hollyhill eigentlich auf sich?

Emily hat gerade in München ihr Abi in der Tasche als sie von ihrer Oma einen Brief und ein Armband überreicht bekommt. Beides stammt von ihrer verstorbenen Mutter. Emily soll in ihren Heimatort Hollyhill im englischen Dartmoor reisen und ihre Wurzeln erkunden. Emily ist neugierig und macht sich auf die Reise, schließlich sucht sie eine Verbindung zu ihren Eltern, die bereits 13Jahre verstorben sind. Vor ihrer Reise träumt Emily von einem Jungen, der ihr tatsächlich im Dartmoor begegnet und den Weg nach Hollyhill weist. Doch das Dorf ist irgendwie eigenartig...

Ich habe einen Faible für mysteriöse Geschichten, die in England spielen. Ein wenig Zeitreise und Romantik ist nie verkehrt, also war ich begeistert am lesen und hoffte, die Autorin konnte einhalten, was die Geschichte versprach. Nachdem ich den ersten Teil heute morgen beendet habe, kann ich behaupten, dass mich die Autorin nicht enttäuscht hat, allerdings hat sie sich auch noch Luft nach oben gelassen.

Die Geschichte ist toll und einzigartig. Hollyhill ist ein Dörfchen mit ganz viel Charme und kuriosen Einwohnern. Es reist in der Zeit umher und landet immer wieder auf dem gleichen Fleck, nur in anderen Jahrzehnten. Es wird von Menschen gefunden, die Hilfe benötigen und so landet auch Emily in Hollyhill und trifft unverhofft alte Freunde und Verwandte ihrer Mutter wieder. Die Einwohner von Hollyhill sind ein Völkchen mit Charakter, allesamt Zeitreisende, die eine bestimmte Gabe haben. Autorin Alexandra Pilz hat sich da etwas spannendes und einzigartiges ausgedacht. Ihre Figuren und das Seeting rund um Hollyhill haben mich total überzeugt und abgeholt. Auch konnte ich mich total mit Emily identifizieren. Sie ist eine sympathische und bodenständige Figur gewesen, welche einigermaßen vernünftig handelt und deren Beweggründe nachvollziehbar sind - Fakten, die im Jugendbuchgenre nicht immer gegeben sind.

Die Lovestory mit Matt ist recht zart und beginnt erst spät im Buch. Für mich war sie nicht komplett überzeugend, doch ich hoffe, dass die ganz großen Gefühle im Laufe der Trilogie noch überschwappen werden.

Was mir negativ auffiel waren ein bis zwei Logikschnitzer, die mit der Zeitreise einhergehen. Entweder habe ich es falsch gelesen und mir folglich falsche Schlussfolgerungen gezogen oder die Autorin war hier und da nicht ganz konsequent. Was mir auch auffiel war, dass Prinzessin Diana, deren Hochzeitstag wir in den 80gern am Rande miterleben, als zukünfige Königin bezeichnet wird, was nicht korrekt ist. Diana hätte ebenso wenig Königin werden können, wie Camilla oder Kate. Der Titel König oder Königin bekommt in England tatsächlich nur der jeweilige Trohnfolger/in zugesprochen. Die Ehepartner sind "nur" Prinz oder Prinzessin (Siehe den 95-jährigen Prinz Phillipp). Dies als kleine Klugscheißerei am Rande.

Der Schreibstil der Autorin ist relativ flüssig mit hier und da einer Prise Humor. Allerdings gab es auch ein paar Längen im Buch, bei denen meine Gedanken etwas abdrifteten. Daher kommt auch mein Punktabzug zustande. Doch der Epilog ist wirklich gemein, da er einen neuen Handlungsstrang einführt, welcher wahnsinnig viel Spannung für die folgenden zwei Bände verspricht.
Dies stellt mir übrigens vor ein Dilemma. Ich habe mir den ersten Teil als Taschenbuch zugelegt und würde am liebsten sofort weiterlesen, allerdings sind die beiden anderen Bände nur als Hardcover bisher erhältlich. Wie soll das denn bitte in meinem Buchregal aussehen?...

Montag, 25. April 2016

3 von 5 für "Passion 2. Leidenschaftlich verführt" von S. Quinn

Seraphina genießt ihre freien Tage mit Patrick. Der Schützling des Kindermädchens ist mit seiner Mutter verreist, also hat Seraphina viel Zeit mit Patrick die Natur und Wälder rund um Mansfield Castle zu erkunden, dabei entdeckt das Kindermädchen allerdings auch einige Abgründe der Familie und wird schließlich auch von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt.
Cover by Goldmann

Dies ist der zweite Teil der "Passion"-Trilogie. Nachdem mich der erste Teil sehr überraschen konnte, war ich gespannt wie es mit Seraphina, ihrem Schützling Bertie und ihrer Liebe zu Patrick weitergehen würde.

Dabei werden in den knapp 300 Seiten "starken" Buch einige neue Handlungsstränge eingeführt. Man merkt stark, dass dies der zweite Teil einer Trilogie ist, die noch viel für das große Finale offen lässt.

Mir haben vorallem wieder die beiden Protagonisten mit ihrer etwas eigenwilligen Art gefallen. Seraphina ist leicht verschroben, allerdings auch stark und mutig. Besonders gut hat mir die Passage mit dem geretteten Fuchs gefallen.
Patrick ist das gewohnte Alphatier. Zwischen beiden sprühen die Funken. Das Buch trägt erneut das Siegel "erotischer Roman", was es allerdings nicht ist. Wer darauf aus ist, wird enttäuscht werden. Da passiert in manch Thrillern oder Fantasyromanen Expliziteres.

Im Vordergrund steht die Handlung und das aufkommende Familiendrama. Patricks Schwester trägt eine gewichtige Rolle und auch bei Seraphinas Geschwistern ist nicht alles im Lot, doch dies wird noch Stoff des großen Finales darstellen. Ich bin gespannt auf den dritten Teil und hoffe auf ein gutes Finale.

Der zweite Teil hat mir nicht so sehr gefallen, wie der erste, daher bekommt er eine schwächere Wertung, da man ihm stark anmerkt, dass er nur ein "Zwischenroman" vor dem großen Finale ist.

Danke an den Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Samstag, 23. April 2016

2 von 5 für "The Club. Flirt" von Lauren Rowe

Bildquelle   
Im Rahmen einer Lovelybooks-Leserunde habe ich den ersten Teil der The Club-Trilogie von Lauren Rowe gewonnen und gelesen. Eine Leserunde war eine ganz neue und spannende Erfahrung für mich. Ich fand es toll meine Gedanken zu den verschiedensten Abschnitten mit den anderen Leserinnen zu teilen. Dabei sind einige amüsante Beiträge zustande gekommen. Das war tatsächlich das Beste dieser Leseerfahrung. Mich macht es immer ein wenig misstrauisch, wenn ein Verlag so ein starkes Marketing für einen Titel auffährt, oftmals verheißt das für mich nichts gutes. Das sollte sich auch hier wieder bestätigen.
Doch worum geht es in "The Club. Flirt" eigentlich?

Jonas ist ein erfolgreicher Geschäftsmann mit seinen gerade mal 30 Jahren. Sein Hobby spielt sich größtenteils in der Horizontalen und zwischen den Beinen immer neuer Frauen ab. Selbstverständlich, dass Jonas 250 000 Dollar in die Hand nimmt, um sich in einen Club einzukaufen, der ihm immer neue, unkomplizierte, sexuelle Kontakte verschaffen soll. Seine Aufnahme überprüft Jurastudentin Sarah, die von Jonas Selbstvertrauen abgestoßen und angezogen wird. Sein Ziel ist es jede Sexualpartnerin zum Höhepunkt zu bringen. Sarahs Problem: Sie hatte nie einen. Das perfekte Match ist geboren...

Donnerstag, 21. April 2016

4 von 5 für "Jogginghosenhenry" von Hannes Finkbeiner

Tagsüber arbeitet Henry im Supermarkt, nachts haust er im Keller seines Vaters. Henrys Leidenschaft gilt neben den Jogginghosen vorallem dem Heavy Metall. Ein Selbstverständnis, dass er jedes Jahr mit seinen Kumpels Felix, Enrico und Grabriel (kein Schreibfehler!) in seinem alten 1er Golf zum Heartbeat-Festival fährt. Im ersten Jahr trifft er dort auf die heiße Janka und setzt in den Tagen des Festivals alles daran sie in seine Jogginghose zu bekommen. Während er es jedes Jahr zur Festivalzeit aufs neue versucht, lernt Henry so einiges über Freundschaft, Liebe, den Tod und mittelalterliche Badehäuser.
Zugegeben: Das Buch entspricht nicht meinem herkömmlichen Lesegeschmack, doch das ist ok, ab und an will ich mich auch einmal selbst herausfordern. Ich bin auf das Buch wegen seines coolen Covers mit dem VW Golf und seines außergewöhnlichen Titels aufmerksam geworden. Der Klappentext schrie nach tollen Charakteren, viel Humor und irgendwie auch nach Klassenfahrtfeeling. (Mit Festivalerfahrung kann ich nämlich nicht dienen.)

Tatsächlich ging es mir mit den Charakteren wie mit alten Freunden. Ganz oft musste ich auch an meine Schulzeit zurückdenken. Denn den Mist, den die Jungs während des Festivals so verzapften, kam mir irgendwie bekannt vor, bzw. löste so ganz eigene Erinnerungen aus.
Autor Hannes Finkbeiner machte es mir auch nicht schwer sofort einen Zugang zu seinen Figuren zu finden. Henry, Felix, Enrico und Grabriel, der im Bestattungsunternehmen seines Vaters arbeitet, sind so skuril und vielschichtig, dass sie schon wieder echt sein könnten. Irgendwie kennt doch jeder einen Felix oder Henry.

Das wahre Leseerlebnis macht für mich allerdings der Schreibstil des Autors aus. Neben den Sinn für seine Charaktere hat Hannes Finkbeiner auch noch ganz viel Gefühl für Sprache und so erzählt er die verschiedensten Anekdoten unterhaltsam und perfekt verwoben im Festivalgeschehen. Ein Highlight waren da für mich die Streitgespräche von Henry mit Gott oder seine Früchteteevernichtungsmission im Ferienlager. (Welch Verschwendung! Ich will hier wirklich mal eine Lanze für den Früchtetee brechen. Es sei denn er kommt aus Beuteln, dann go, Henry. Go!)
Hier kommt der persönlich Humor des Autors aus jeder Seite hervor, was das Ganze zu einem einzigartigen Erlebnis macht. Dabei ist die Festivalatmosphäre so klar und dicht erzählt, als würde man selbst leicht berauscht im Schlamm hocken.

Ich kann hier nur Meckern auf hohem Niveau und der Abzug kommt nur zustande, weil das Buch für mich in der ersten Hälfte einige Längen hatte und ich es sogar weglag um etwas anderes zu lesen. Doch gerade in der letzten Hälfte hatte mich der Autor absolut abgeholt und perfekt unterhalten.

Wer kein Geld für Wacken oder Rock am Ring hat, der kann getrost 12,99Euro für ein Ticket zum Heartbeat lösen und Jogginghosenhenry beim Erwachsenwerden beobachten.


Vielen Dank an den Heyne-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Montag, 18. April 2016

5 von 5 für "Beautiful Secret" von Christina Lauren

Über die Plattform Blogg dein Buch hatte ich das Glück "Beautiful Secret" von Christina Lauren aus dem Mira-Taschenbuch-Verlag lesen zu dürfen. Es ist das zweite Buch, welches ich für die Plattform rezensiere und nach "Taking Chances" von Molly McAdams (hier geht es zur Rezension) eine wirkliche Wohltat und Leseüberraschung.
Doch worum geht es?

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