Samstag, 23. April 2016

2 von 5 für "The Club. Flirt" von Lauren Rowe

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Im Rahmen einer Lovelybooks-Leserunde habe ich den ersten Teil der The Club-Trilogie von Lauren Rowe gewonnen und gelesen. Eine Leserunde war eine ganz neue und spannende Erfahrung für mich. Ich fand es toll meine Gedanken zu den verschiedensten Abschnitten mit den anderen Leserinnen zu teilen. Dabei sind einige amüsante Beiträge zustande gekommen. Das war tatsächlich das Beste dieser Leseerfahrung. Mich macht es immer ein wenig misstrauisch, wenn ein Verlag so ein starkes Marketing für einen Titel auffährt, oftmals verheißt das für mich nichts gutes. Das sollte sich auch hier wieder bestätigen.
Doch worum geht es in "The Club. Flirt" eigentlich?

Jonas ist ein erfolgreicher Geschäftsmann mit seinen gerade mal 30 Jahren. Sein Hobby spielt sich größtenteils in der Horizontalen und zwischen den Beinen immer neuer Frauen ab. Selbstverständlich, dass Jonas 250 000 Dollar in die Hand nimmt, um sich in einen Club einzukaufen, der ihm immer neue, unkomplizierte, sexuelle Kontakte verschaffen soll. Seine Aufnahme überprüft Jurastudentin Sarah, die von Jonas Selbstvertrauen abgestoßen und angezogen wird. Sein Ziel ist es jede Sexualpartnerin zum Höhepunkt zu bringen. Sarahs Problem: Sie hatte nie einen. Das perfekte Match ist geboren...

Ein ganz klein wenig konnte man vielleicht meine Abneigung gegenüber der Geschichte herauslesen. Dabei habe ich mich zu dieser Leserunde beworben, weil ich die Idee hinter diesem Club echt spannend fand. Das war tatsächlich mal etwas neues. Nichts neues sind dann allerdings die Klischees und Abgründe, welche sich während des Lesens auftaten.

Das größte Problem des Buches sind die Protagonisten Sarah und Jonas.
Sie sträubt sich zuerst gegen ihn, ist allerdings total fasziniert von seinem Aussehen. Scheinbar dauer angefixt himmelt sie ihn an. Ihre Vorbehalte gegen seinen Lebensstil und die Abneigung gegenüber seiner Entscheidung eine Viertelmillion für ein Jahr lang Sex auszugeben, sind bald dahin, sobald Jonas auch ein Auge auf sie geworfen hat. Dabei entpuppt sich der 30-jährige Geschäftsmann als ein irrer Stalker, der keine Kosten scheut, hinter die Identität seiner "bezaubernden Aufnahmeassistentin" zu kommen. Dabei will er eigentlich nur Sex und keine Beziehung, doch sobald er Sarahs Breitseite spürt, ist dies vergessen. Sie ist plötzlich die verloren geglaubte Traumfrau. Er mutiert zu einem leicht jähzornigen, dauergeilen Teenager, der nur an Sex denkt, Gefühlsschwankungen hat und Worte wie "gottgleich" und "episch" in seinem Zusammenhang gebraucht.
Ganz klar, dass ich voll auf die beiden abfahren würde. Nicht!
Diese beiden Sympathieträger in Kombination schießen den Vogel ab. Es wird geschmachtet, geschleimt, gefummelt bis die Seiten triefen. Ich konnte die "Gefühle" der beiden füreinander überhaupt nicht ernstnehmen. Es geht so schnell und überhastet, dass ich immer nur den Kopf schütteln konnte, aufgrund des hanebüchenen Unsinns! Die Geschichte ist so übertrieben und entbehrt jeglicher Realität und Tiefe, das es kaum auszuhalten war.

Die interessante Grundidee zum Club wird leider nicht viel Zeit geschenkt. Dafür sind Jonas und Sarah viel zu sehr damit beschäftigt ihren Höhepunkt zu erreichen. Auch diese Szenen waren total daneben. Dafür sorgte schon Jonas mit seiner gottgleichen Selbstinszenierungen und Sarahs ewiger Schwärmerei. Es war einfach absurd, auch als Platons Höhlengleichnis im Vergleich mit Sarahs Orgasmusfähigkeit angewandt wurde. Was soll denn das?
Am Ende des Buches kommt dann endlich eine Wendung zum Club, die sicher in den beiden Folgebänden zuende gesponnen wird.

Der einzige Grund, warum dieses Buch nicht die niedrigste Bewertung bekommt, ist weil der Schreibsstil der Autorin es geschafft hat, dass ich nicht zu viel Zeit an dieser schlechten Geschichte verloren habe. Die Seiten flogen zum Glück dahin, doch das heißt nicht, dass ich diesen Roman genossen hätte oder ihn weiterempfehlen würde.

Im Nachwort dankt die Autorin ihren besten Freundinnen und weiblichen Verwandten, die ihr sagten "Yeah, das ist ein Knaller!" Was lernen wir daraus? Frage niemals befangene Personen, was sie von deinem Bockmist halten, du wirst nie eine ehrliche Antwort erhalten. Sicher war eine der Person auch Literaturagentin oder ein hohes Verlagstier. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass so ein schlechtes Buch veröffentlicht wird und dies macht mich auch ein klein wenig wütend.

Fazit: Absurde Charaktere, eine ungesunde Beziehung, Schmalz und Körperflüssigkeiten ohne Ende und eine Geschichte die schon tausendmal dagewesen war. Davon 999 mal besser. The Club ist für mich endgültig geschlossen.


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