Sonntag, 28. Dezember 2025

Teil 5 | Der Marquess meiner Träume von S.M. LaViolette

 Endlich gab es einen neuen Band zu den Bellamy-Geschwistern! Dachte ich zumindest bis ich die Namen der Protagonisten sah und erstmal verwirrt war, mit wem ihr es dieses Mal zu tun haben würden.


Andrew, Marquess of Shelton hätte sich die Festtage deutlich angenehmer gewünscht. Doch sein Cousin, der Duke of Chatham, drängt ihn an der Familienzusammenkunft seiner Frau teilzunehmen und so ist Shelton an Weihnachten gefangen unter einem Dach mit der Frau, die er einst entführen wollte, deren Drachen von Mutter, neugierigen Geschwistern und einer weiteren Frau, die er bisher immer wieder vergaß...

Der Klappentext des Verlags ist irrführend und stellenweise inhaltlich nicht korrekt. Sodass beim Buch Erwartungen geschürt werden, die der Inhalt nicht erfüllen kann.

Shelton entführte einst Selina, um sie zur Heirat zu zwingen. Sie entkam jedoch rechtzeitig. Beide hatten nie ein leidenschaftliches Verhältnis. Die Weihnachtsfeiertage verbringt Shelton mit sämtlichen Bellamy Geschwistern und deren Familien bei Phoebe und Paul. Dort wird auch die Mutter, Lady Addiscombe erwartet und niemand möchte sie mit ihrer herrischen und gemeinen Art bei sich haben. Da ist sie trotzdem. Genauso wie ihre Gesellschafterin Stacia Martin, die Shelton schon einige Male auf den verschiedensten Anlässen traf, doch der sich niemals an die unscheinbare, junge Frau erinnern kann. So sieht sie sich an Weihnachten mit einigen unangenehmen Situationen konfrontiert. Sie soll für ihre Arbeitgeberin deren Kinder ausspionieren und dann ist da auch noch das Aufeinandertreffen, mit dem atemberaubend schönen Shelton, der sich aber immer noch nicht an sie erinnern kann. 

Die Protagonisten waren eine sehr ungleiche Paarung, die ich so habe nicht kommen sehen. Ich weiß auch nicht, ob ich die beiden unbedingt gebraucht hätte. Als mir wieder einfiel, wer Shelton war und was er bisher getan hat, musste der Gute einiges an Sympathien einholen. Dass die Geschichte auch aus seiner Sicht erzählte wurde, kam ihm zu Gute. Er bekam die Wandlung von einem oberflächlichen Schönling zu einem gebeutelten Charakter mit Tiefgang. 

Stacia ist eine graue Maus, die sich vor allem selbst so sieht und glaubt, dass eine Anstellung als Gesellschafterin der einzige mögliche Weg für sie ist. Shelton kränkte sie mehrfach und bestätigte ihre Annahme, dass sie selbst nichts wert sei. 
Zwischen beiden entspinnt sich nur sehr langsam und träge eine Lovestory, die mich so richtig nicht catchen wollte. Ich brauchte so auch wahnsinnig lange für die Geschichte, las wochenlang gar nicht und überlegte auch schon das Buch abzubrechen. Das kannte ich bisher nicht von der Autorin, deren Bücher ein Muss für mich sind, weil ich ihre Geschichten liebe.

Die anderen Bellamy Geschwister bekamen auch ihren Anteil und das holte für mich ein wenig die Eisen aus dem Feuer und so kämpfte ich mich durch. Am Ende steigerte sich das Erzähltempo ein wenig im Vergleich zur ersten Hälfte. Das Buch war auch einfach zu lang, es hat fast 600 Seiten und das war für diesen Inhalt viel zu viel!

"Der Marquess meiner Träume" von S.M. LaViolette hatte es mir dieses Mal nicht leicht gemacht. Ich hätte diese Geschichte in der Reihe nicht gebraucht, bin aber gespannt wie es im nächsten Band mit Kathryn weitergehen wird.

3/5


Buchtipp | Pen Pal von J.T. Geissinger

 Auf Vorablesen entdeckte ich diese Neuerscheinung und wusste, dass ich sie unbedingt haben musste. Schließlich bescherte mir die Autorin mit ihrer Queens and Monsters Reihe bisher einige unterhaltsame Lesestunden. 


Am Tag als Kayla ihren Mann beerdigte, kam ein mysteriöser Brief ins Haus. Er bestand aus einer einzigen Zeile, der Absender: Dante ein Gefängnisinsasse. Kayla kennt ihn nicht und fragt sich, woher Dante sie zu kennen glaubt. In der wohl schwersten Phase ihres Lebens antwortet sie ihm. Gleichzeitig tritt der Handwerker Aidan in ihr Leben, der sich um ihr auseinanderfallendes Haus kümmern soll. Eine intensive Beziehung beginnt.

Ich wollte das Buch hauptsächlich lesen, weil es von der Autorin war. Jemand anderes hätte mich in Kombination mit dem Klappentext wohl nicht dazu verleitet. Es ist auch so ganz anders als ihre Queens and Monsters Reihe
Wir werden zu Beginn mit Kaylas schwieriger Lebenssituation konfrontiert. Sie trauert um ihren Mann, der im angrenzenden Puget Sound ertrank. Er hinterließ ihr das gemeinsame Haus, bei dem das Dach undicht ist und sich immer mehr eigenartige Ereignisse häufen.. In ihrer Verzweiflung engagiert Kayla Aidan, der ihr im Preis entgegenkommt. Kayla versucht bestmöglich mit der Situation klarzukommen. Allerdings leidet sie unter ihrer Trauer und steht Ängste aus. Sie flüchtet sich in Aidans Arme und eine starke Obsession entsteht zwischen beiden.

Aidan ist der stattliche Kerl auf dem Cover.  Er tritt als Retter in strahlender Rüstung auf, der gute Absichten mit Kayla hat. Aidan hatte gerade in der Vergangenheit einige Päckchen zu tragen und will nicht verletzt werden. Kayla hängt verständlicherweise als junge Witwe noch sehr ihrem Mann nach. Er will ihr eigentlich den Raum geben, doch beide können die Finger nicht voneinander lassen. 

Es kommt zu einigen spicy Szenen, die stellenweise etwas drüber waren. Ich fand den Umgang der beiden manchmal wirklich obsessiv und fragte mich, was die Autorin hier gerade fabrizierte. Wo sie mit ihrer Geschichte eigentlich hinwollte. Wie da der Brieffreund aus dem Gefängnis reinpassen sollte, der weniger Raum bekam als erwartet. Es war für mich größtenteils mysteriös und wirr. Ich dachte zur Mitte des Buches, dass ich hier einen Flopp vor mir haben würde. 

Dann kam der angekündigte Twist und die Autorin holte den Karren aus dem Dreck. Halleluja! Ich hatte zuvor schon die Möglichkeit im Kopf durchgespielt und wieder verworfen. Die Handlung drängte sich thematisch in eine bestimmte Richtung, doch es erschien mir nicht möglich. Die Autorin machte es möglich und klärte alles überzeugend auf, sodass der Twist wirklich genial war, definitiv was anderes und bestätigte mich zum Glück in meinem Wunsch jedes Buch von ihr lesen zu wollen. 

"Pen Pal" von J.T. Geissinger ist ein unglaubliches Buch, vergleichbares wird man so schnell nicht wieder lesen. Es endet so ganz anders als erwartet, allerdings muss man sich durch die obsessive erste Hälfte zwingen, die bei mir für einiges an Unverständnis sorgte. Das Ende machte dies zum Glück wieder gut. Versprochen!

4/5


Sonntag, 21. Dezember 2025

Highlight | Heir of Illusions von Madeline Taylor

 Auf Vorablesen entdeckte ich eine Neuerscheinung, die so gut klang, dass ich dafür meine Wunschbuchpunkte einlöste, weil ich sie unbedingt lesen musste! Ich sollte es definitiv nicht bereut haben...


Ivy lebt am Hof eines skrupellosen Königs, für den sie nur das Haustier ist. Schön anzusehen, immer da, wenn man Zuneigung braucht und manchmal durchaus nützlich. Ein Halsreif fesselt Ivy an Baylor und es scheint kein Entkommen zu geben. Dann kommt ein Gesandter aus einem anderen Königreich an ihren Hof und verlangt ausgerechnet nach der einzigen Waffe, die Ivy helfen könnte. Gemeinsam mit Thorne muss sich Ivy auf die Suche nach einem mysteriösen Schwert begeben. Zwischen beiden herrscht eine unleugbare Anziehung, doch diese steht zwischen al den Geheimnissen auf wackeligen Beinen...

Der Klappentext vom dtv-Verlag catchte mich sofort und ist so viel besser als meine knappe Wiedergabe des Inhalts. 
Wir befinden uns hier in einer mittelalterlichen Welt, in der es Sterbliche und Fae gibt. Regiert werden die Königreiche/ Inseln von Göttern, die ursprünglich ernannt wurden. Diese haben eine herausragende Stellung. Doch bei den Göttern herrschen einige Verirrungen, denn diese waren nicht immer treu... Der Weltenentwurf ist super packend und mal was anderes, ich hatte keine Schwierigkeiten mich zurecht zu finden und merkte schon auf den ersten Seiten, dass dies wirklich gut werden würde. 

Ivy ist eine tolle Protagonistin und mit ihren roten Haaren eine Augenweide. Sie hat die Fähigkeit der Illusion, kann sich unsichtbar machen oder eine Doppelgängerin von sich erschaffen. Sie tötet im Auftrag des Königs, sorgt aber auch im Verborgenen für Gerechtigkeit auf ihrer Insel. Ivy war tough, witzig und einfach super cool. Sie hat das Herz am rechten Fleck und eine bewegte Vergangenheit, von der man nicht weiß, was sie alles verbirgt.

Auch Thorne trägt einige Geheimnisse mit sich herum. Als Seelensammler beschwört er Schatten und kann einige beeindruckende Effekte erzielen. Er ist eine Erscheinung und man merkt schon beim ersten Aufeinandertreffen mit Ivy, dass da einiges zwischen beiden ist. 
Es knisterte sofort und ich war gebannt von der Spannung zwischen beiden. Doch diese wird sich so schnell nicht entladen. Man fragt sich die ganze Zeit, was es mit den beiden auf sich hat. Gerade bei Thorne schweben so viele emotionale Zwischentöne mit, die mein Herz berührten und ich so schon länger nicht mehr beim Lesen verspürt habe. 

Das Buch hat 550 Seiten und es passieren immer wieder dramatische und spannende Wendungen, die mich den Atem anhalten ließen. Ich wollte das Buch nie aus der Hand legen. Blöderweise spoilerte ich mich selbst bei der Auflösung, sonst wäre ich am Ende wohl komplett mindblown gewesen. 

Der einzige, wirklich gravierende Kritikpunkt, den ich habe: dies ist Teil eins einer Reihe und ich weiß nicht, wann es weitergehen wird! Die Autorin hat Band zwei noch nicht mal beendet und wie soll ich dies nur aushalten, die Ungewissheit, wann ich Band zwei in den Händen halten kann. Ich befürchte, es wird einiges an Zeit vergehen und dafür bin ich nicht bereit. :(

"Heir of Illusions" von Madeline Taylor ist ein unglaublich gutes Fantasybuch mit grandiosen Protagonisten, einem richtig packenden Weltenentwurf, viel Gefühl und dramatischen Geschehnissen. Ich kann nicht genug davon bekommen.

5/5


Donnerstag, 18. Dezember 2025

Hörbuchrezension | Where the good girls go to die von Holly Renee

 Ich wurde auf das Buch wegen seines schönen Covers und des interessanten Titels aufmerksam. Beides haben bei mir andere Erwartungen geschürt als der Klappentext hergab. Dieser klang für mich nicht nach einer Geschichte, die ich unbedingt noch lesen möchte. Doch dann wurde ich auf Instagram angefixt und hörte mir das Hörbuch auf Spotify an. Nun, ich hätte auf mein ursprüngliches Bauchgefühl vertrauen sollen.


Liv hatte schon immer ein Auge auf den besten Freund ihres Bruders geworfen. Doch vor vier Jahren brach er ihr das Herz und seit dem will sie nicht zurück in ihre Heimat. Nun schlägt sie sich als Stripperin durch und wurde für einen Junggesellenabschied gebucht, auf dem ihr Bruder zu Gast ist, denn der Bräutigam ist sein bester Freund und Liv steckt nun mächtig in der Klemme…

Das Buch ist erfrischenderweise recht kurz und so stecken wir mitten in der Handlung und dem ersten Aufeinandertreffen von Liv und Parker nach vier Jahren. Die Situation ist wild und so wird Liv direkt von ihrem Bruder genötigt, ihren Job zu kündigen und mitzukommen. So nimmt alles seinen Lauf und Liv baut sich ein neues Leben auf und arbeitet in Parkers Tattooshop.

Liv war als Protagonistin ganz okay. Sie ist Anfang 20 und man merkt ihr das auch an. Der moralische Kompass zeigt noch nicht nach Norden und so ist schnell alles vergessen, sobald Parker in ihrer Nähe ist.

Parker ist maximal 24 Jahre alt, ein erfolgreicher Tattooartist mit eigenen Laden und steht kurz vor seiner Hochzeit und das trotz super düsterer Vergangenheit, die ihn vor 4 Jahren eingeholt haben soll. Fand ich das glaubwürdig? Nein. Hätte ich mir gewünscht, für die Protagonisten wäre mehr Zeit vergangen? Definitiv. Das hätte viel zur emotionalen Tiefe und Glaubwürdigkeit der Geschichte beigetragen.

So war die Handlung super oberflächlich und Liv und Parker entpuppen sich einfach nur als dauerpotente, junge Leute. Dabei scheint es ihnen egal zu sein, dass Parker verlobt ist und bald heiraten wird. Die Bedenken und Hürden waren auf jeden Fall nicht groß genug und beide entlarven sich selbst als Red Flags. Ich hatte für die beiden also nicht viele Sympathien übrig…

Die expliziten Szenen waren auch eigenartig und ich dachte mir jedes Mal „alles klar, Parker ist wirklich ein toller Hecht…“

Das Hörbuch umfasste gerade mal 5,5h und wurde von Sabrina Scherer und Arvid Schalle eingelesen. Ich fand der männliche Part klang für das Alter des Protagonisten recht alle. Das hatte in meinen Augen nicht so gut gepasst.

„Where good girls go to die“ von Holly Renee ist einfach nicht mehr meine Art von Geschichte. Wenn sie gut gemacht gewesen, hätte ich ihr sicher etwas abgewinnen können. Doch so konnte sie mich leider gar nicht überzeugen. Das einzig Positive war die Kürze und somit der kurzweilige Start in die Geschichte.

2/5

Freitag, 12. Dezember 2025

Hörbuchrezension | Miss Merkel. Mord unterm Weihnachtsbaum von David Safier

 Angela und Achim mussten den Weihnachtsurlaub mit den liebestrunkenen Obamas auf Hawaii abbrechen. Zuhause in der Uckermark kommt dann das böse Erwachen, als sie im heimischen Kamin steckend einen toten Weihnachtsmann vorfinden. Niemand hätte wohl damit gerechnet, dass es in Klein Freudenstadt eine Gruppe rivalisierender Weihnachtsmänner gibt, von denen einer der Mörder ist.

Die Idee des neuen Miss Merkel Krimis ist wirklich witzig und perfekt passend für die Vorweihnachtszeit. Der Beginn ist auch super ulkig als vom Urlaub mit den sexhungrigen Obamas berichtet wird, bei denen sich Achim und Angela nicht mehr wohlfühlten. Zuhause werden die beiden dann mit dem nächsten Traumpärchen konfrontiert. Kommissar Hannemann und die Pathologin haben sich gefunden und nutzen ausgerechnet die Kosenamen von Angela und Achim. Neue Namen müssen also her… Es ist einfach Comedy was David Safier schreibt und das macht die ganze Reihe immer wieder aufs neue so lustig und lesenswert.

Dieses Mal empfand ich dies auch als nötiger als in den vorherigen Bänden. Denn der Krimiplot war hier nicht ganz so ausgereift und spannend. Die Zahl der Verdächtigen ist stark begrenzt und so war die Auflösung auch keine große Überraschung. Die Handlung spielt auch in ein bis zwei Tagen und so umfasste das Hörbuch gerade mal 4,5h. Das war ganz nett für Zwischendurch allerdings beschlich mich das Gefühl, dass David Safier unbedingt einen Weihnachtskrimi schreiben musste/wollte, ihm dafür aber der zündende Stoff fehlte.

Kurios war es trotzdem auch mit dem Auftauchen eines ganz bestimmten Santas. Es war absurd, es war lustig, es war unterhaltsam. Ein spannender Krimi war es aber nicht.

Dafür scheinen wir aber im nächsten Teil einen toten Pfarrer zu bekommen, so oft, wie dies nun angeteasert wurde. Ich bin auf jeden Fall gespannt und hoffe nicht, dass im nächsten Band ein toter Osterhase im Möhrenbeet liegt…

David Safiers „Miss Merkel. Mord unterm Weihnachtsbaum“ ist Comedy pur, aber kein Krimi. Es war unterhaltsam und ganz nett, aber kein Highlight der Reihe.

3/5

Dienstag, 9. Dezember 2025

Hörbuchrezension | The Penguin Paradox von Greta Milan

 Nach einem klassischen Herbsthörbuch ging es zielgerichtet in den Winter zu einem Titel, der so gut klang, dass ich ihn unbedingt hören wollte.



Emerie kann ihr Glück kaum fassen als sie für eine Expedition in die Antarktis ausgewählt wird. Die Veterinärmedizin arbeitet in ihrer Doktorarbeit an einer bahnbrechenden Hypothese über Pinguine, die sie dort hautnah erforschen kann. Einziger Wehrmutstropfen: Der Leiter der Expedition ist ausgerechnet Beckett, den Emerie so gar nicht ausstehen kann! Auf engem Raum müssen sie miteinander klarkommen und das sprengt so einige Grenzen für Emerie.

Das Cover ist so zuckersüß und gibt einfach alles perfekt wieder, was dieses Buch ausmacht: Schnee, Eis, Pinguine und Winter. Das Buch spielt auch noch in der Vorweihnachtszeit und hat für mich gerade einfach perfekt gepasst.

Wir lernen Emerie als sehr ehrgeizige Forscherin kennen, die für ihren Job lebt und deren Mikrokosmus sich nur darum dreht. Sie gibt nicht viel auf ihr Äußeres. Zu ihren Eltern hat sie kein gutes Verhältnis, da diese auch nur mit ihren eigenen Eheproblemen beschäftigt waren. An die Liebe glaubt Emerie daher nicht und arbeitet für ihre Forschungsarbeit an der Hypothese, dass Pinguine gar nicht so treu sind, wie man das immer von ihnen dachte. Trotz all der Antipathie könnte sie sich trotzdem etwas Körperliches mit Beckett vorstellen, den sie ziemlich heiß findet. Doch Beckett ist so schlecht mit seinen Kolleginnen umgegangen, denkt Emerie, dass dies gar nicht in die Tüte kommt. Emerie empfand ich am Anfang schon etwas verschroben. Im Laufe der Geschichte entfaltet sich das ganze liebenswerte Potenzial ihres Charakters.

Die Geschichte wird auch aus Becketts Sicht erzählt, der sich immer wunderte, warum Emerie ihn so hasst. Er betreute schon einige Forschungsreisen und lässt für seinen Job das Privatleben auf der Strecke. Dieses Jahr soll es anders sein und er muss es unbedingt zu seiner Familie an Weihnachten schaffen. Er ist sehr korrekt und immer darauf bedacht für seine Arbeit das Richtige zu tun. Erst nach und nach räumen sich die ganzen Vorurteile auf, die wir dank Emerie von ihm haben.

Beide Protagonisten waren okay, werden mir aber nicht sonderlich lange im Gedächtnis bleiben. Dafür war ihre Lovestory für mich nicht mitreißend genug. Alles fügte sich und die jahrelangen Bedenken, die Emerie zum Thema Beziehungen hat, waren so schnell weggeblasen. Das konnte mich nicht so gut abholen.

Dafür liebte ich das Setting in der Antarktis mit der Forschungsstation und den Pinguinen. Das war so schön atmosphärisch und einfach mal etwas anderes! Es gibt einige Nebenfiguren, die auch ihren Raum einnehmen und sehr plastisch geschrieben wurden. Das gefiel mir auch gut.

Das Hörbuch umfasst knapp 12h und wurde von Nora Schulte und Alexander Pensel eingelesen, die den Figuren ihren eigenen Charakter einhauchten.

„The Penguin Paradox“ war mein erstes Buch von Greta Milan, das mich mit dem tollen Setting begeistern konnte, aber dessen Liebesgeschichte mich nicht komplett abholen konnte.

4/5

Teil 2 | Bonds of Hercules von Jasmine Mas

 Ich gewann dieses Buch im Rahmen einer Lovelybooks Leserunde und freute mich riesig darauf, weil Band eins in diesem Jahr eines meiner bisherigen Highlights war.



Alexis hat sich den Ruf einer wahren Kriegerin erarbeitet und jeder weiß nun, dass sie unter dem Namen Hercules das Licht der Welt entdeckte. Doch Alexis ist keine klassische Heldin. Als diese verehren sie allerdings ihre Ehemänner, denen sie unbedingt aus dem Weg gehen will, nur blöd, dass sie mit ihnen auf Titanenjagd gehen muss und auch schon bald die Spartan Gladiator Competition ansteht, bei denen sie zur olympischen Unterhaltung brutale Kämpfe bestreiten wird.

Dass ich Band eins verschlungen hatte, war im Sommer, also gar nicht so lange her. Ich wusste auch noch recht viel, dachte ich zumindest, war aber trotzdem froh über den Stammbaum und die kurzen Steckbriefe zu Beginn des Buches.

Band zwei startet mit ein wenig Abstand zum Ende des ersten Teils. Alexis ist auf Distanz gegangen zu ihren Ehemännern, seit ihrer Hochzeit konnte sie den beiden erfolgreich aus dem Weg gehen. Doch das ist nun vorbei, denn die Titanenjagd steht an. Gemeinsam mit Augustus, Kharon, Patro und Achilles bekämpft Alexis die mythologischen Wesen. Sie muss also unfreiwillig wieder Zeit mit ihren ehemaligen Mentoren und Lehrern verbringen. Kharon und Augustus geben ihr Bestes, um wieder ein Teil von ihrem Leben zu sein, doch auch Patro und Achilles haben eine ungesunde Obsession mit Alexis entwickelt, hinter deren Motivation wir erst einmal kommen müssen.

Ich fand es toll wieder in Alexis kuriosem Kopf zu stecken. Ich mochte ihre sarkastische Art unglaublich gerne. Sie ist eine sehr nahbare Figur, die ihre Marotten hat und von außen für die meisten sehr irre erscheinen wird. Sie ist auch mysteriös, weil sie selbst vor uns als Lesende ihre Geheimnisse hat, die erst nach und nach aufgedeckt werden. Das macht die Geschichte so besonders und lesenswert für mich.

Etwas weniger Facetten haben da auf den ersten Blick die Protagonisten der Geschichte, aus deren Sicht die Handlung auch erzählt wird. Sie sind alle gutaussehend und tödlich. Im zweiten Band bekommen Kharon und Augustus viele Facetten hinzu, die deren Charakterentwicklung wirklich gut tat. Im Band eins stand ich ihrem toxischen Gebaren äußerst skeptisch gegenüber. Nun sind sie zwar immer noch toxisch, wir lernen aber auch ihre anderen Seiten kennen. Das gefiel mir echt gut und ich muss sagen, dass Augustus mit seinem waschbärigen Begleiter wirklich einen Platz in meinem Herzen gewonnen hat.

Die tierischen Sidekicks sind auch ein absolutes Highlight für mich. Sie verleihen der Geschichte soviel Lebendigkeit und Witz. Es macht einfach Spaß, sie zu lesen.

Als Kritikpunkt muss ich sagen, dass die Geschichte in der ersten Hälfte ihre Längen hat. Die Titanenjagd fand ich nicht sonderlich spannend. So richtig mitgerissen war ich erst bei den Gladiatorenkämpfen gegen mythologische Monster, die von den Chtoniern zur Unterhaltung der Olympier aufgeführt werden. Das war fesselnd und läutete das Finale ein.

Tatsächlich soll noch ein dritter Band erscheinen, zu dem es leider noch keine genauen Infos gibt. Ich denke, in ihm wird der Fokus mehr auf Patro und Achilles liegen, da Alexis mit Kharon und Augustus auf ein Happy End zugesteuert ist. Ich bin gespannt darauf und hoffe, dass Patro und Achilles dann bei mir noch Pluspunkte sammeln können. Bisher sah es da eher spärlich aus.

„Bonds of Hercules“ von Jasmine Mas ist die von mir heißersehnte Fortsetzung in der Dark Romance Reihe rund um griechische Mythologie in einer dystopischen Welt. Das Buch lebt von seinen Charakteren, die sehr viel rausrissen als die Handlung etwas schwächelte. Die Geschichte ist wirklich besonders und empfehlenswert für alle, die fernab des Einheitsbreis lesen möchten.

4,5/5

Bitte beachte!

Durch das Kommentieren eines Beitrags werden automatisch über Blogger (Google) personenbezogene Daten wie Name, Email und IP-Adresse erhoben. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben.

Beim Senden eines Kommentars werden diese Daten gespeichert. Mit dem Abschicken des Kommentars erkärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Informationen findest Du in der DATENSCHUTZERKLÄRUNG.