Sonntag, 22. August 2021

Buchvorstellung | Der Ravensburger Dinosaurier Atlas

 Auf Vorablesen gewann ich ein ziemlich cooles Sachbuch, welches definitiv nicht nur Kinder begeistern kann.


Ich habe ein Faible für Fossilien und schon einige am Ostseestrand gefunden. Als ich vor ein paar Jahren Kenneths Oppels Jugendbuch "Vom Suchen und Finden" las, in dem sich zwei verfeindete Forscherfamilien auf die Suche nach dem ersten T-Rex-Fossil begaben, bin ich für ein interessantes Buch über Dinosaurier immer zu haben.

Der Ravensburger Verlag hat einen stattlichen Atlas der ausgestorbenen Spezies gewidmet. Die  farbigen  Doppelseiten lassen sich ausklappen und bieten somit viel Platz für Illustrationen und wissenswerte Fakten. Die meisten Dinos hatten keine Schuppen sondern Federn. Fliegen konnten trotzdem die wenigsten. Außerdem waren die wenigsten einfarbig grau, sondern farbenfroh unterwegs. 

Ganz viel mehr gibt es außerdem zu entdecken. Mir gefiel, dass der Atlas in Kontinente unterteilt aufgebaut war, denn natürlich passte sich das Äußere der Dinos ihrem jeweiligen Lebensraum an. Welche Erkenntnisse konnten die Forscher aus den Fossilienfunden und Spuren ziehen? Darüber gibt der Atlas auch einen Einblick. Das war so interessant, dass ich im nächsten Leben sicher Dinoforscherin werde und in den steinigen Wüsten Nordamerikas sitze, um Fossilien aus dem Staub zu heben.

Ganz besonders war für mich der Illustrationsstil. Die Dinos erscheinen teilweise abstrakt durch ihre Farbigkeit und regen damit wirklich die Fantasie an. Vielleicht waren sie wirklich so bunt, wie die Bilder es uns erahnen lassen und nicht so trist grau, wie bisher angenommen. 

Durch teilweise gut versteckte Klappen kann man noch mehr Infos, Fotos und Illustrationen entdecken. Das macht den Atlas auch noch ein Stück interaktiver. Es hat mir auf jeden Fall richtig viel Spaß gemacht, alles zu entdecken und ich werde das Buch definitiv noch öfter in die Hand nehmen, spätestens dann, wenn der Nachwuchs so weit ist, um mit dem Fossilienfieber angesteckt zu werden!

"Der Ravensburger Dinosaurier Atlas" ist eine beeindruckende Sammlung an geballtem Dinowissen. Auf an die 60 Seiten kann man einiges über die Urzeitechsen erfahren und auf den großflächigen, farbigen Bildern entdecken. Die Art der Wissensvermittlung macht das Buch zu etwas Besonderem und eignet sich nicht nur für die kleinen NachwuchsforscherInnen.

5/5

Mittwoch, 18. August 2021

Hörbuchrezension | Das Dorf der toten Seelen von Camilla Sten

Traditionellerweise hören wir auf der Fahrt in den Urlaub (und zurück) jedes Jahr ein Hörbuch. Da das Baby noch zu klein ist um mitzuhören, haben wir uns in diesem Jahr einen ziemlich unheimlichen Titel herausgesucht...


Alice hat ihren Abschluss von der Filmhochschule in der Tasche und will endlich ihren großen Durchbruch mit einem vielversprechenden Projekt starten, zu dem sie auch noch einen familiären Bezug hat. Es geht um den Grubenort Silvertjärn. Vor 60 Jahren verschwanden sämtliche Einwohner des Dorfes unter ungeklärten Umständen. Teile von Alice Familie sind unter ihnen. Als Alice mit ihrem Filmteam dort ankommt, beginnt die Technik verrückt zu spielen, sie fühlen sich beobachtet und bald darauf verschwindet der Erste von ihnen...

Mir war der Roman schon bei Vorablesen aufgefallen, ich war mir aber unsicher, ob ich so eine unheimliche Geschichte wirklich lesen wollte. Besonders abends...^^ Als ich bei Netgalley das Hörbuch entdeckte, gab ich mir einen Ruck und freute mich auf die Geschichte.

Die Geschichte wurde in zwei Erzählsträngen geschrieben. Wir erfahren hautnah, was vor 60 Jahren geschah und erleben die letzten Tage der Bewohner von Silvertjärn mit. Dann erkunden wir nach all der Zeit den verlassenen und heruntergekommenen Ort zusammen mit Alice und ihrem Team.

Von beiden Strängen ging ein unheimliches und unheilvolles Setting aus. 
Die Atmosphäre vor 60 Jahren ist spannungsgeladen. Es liegt etwas in der Luft, was sich schließlich zu einer großen Tragödie entladen sollte. Die Bedrohung spürt man förmlich und wird so langsam von der Autorin darauf zugeführt. Man erfährt ohne Umschweife im Laufe der Handlung, wer dahintersteckt und was schließlich passierte. Das war zwar nicht überraschend, weil es kaum andere Möglichkeiten gab, dennoch hat sie es aufgrund der dichten Atmosphäre sehr gut gemacht.

Nach 60 Jahren beginnt schließlich das eigentliche Katz-und-Maus-Spiel. Denn es ist noch jemand in Silvertjärn, der Alice und ihr Filmteam dort nicht haben möchte und Jagd auf sie macht. 
Wir erkunden zusammen mit dem Team das verfallene Örtchen. Die Natur erobert langsam alles zurück. Die Häuser modern vor sich hin und sind einsturzgefährdet. So kommt es auch zu vielen gefährlichen Situationen für die Crew. Die Autorin hat mir hier viele sehr unheimliche Bilder in den Kopf gesetzt. Das Dorf ist ein Ort, an dem man wirklich nicht sein möchte und der eine perfekte Kulisse für einen Horrorfilm abgeben würde. Durch seine Geisterhaftigkeit fragt man sich immer wieder ob etwas Übernatürliches hinter dem Verschwinden der 1000 Bewohner stecken könnte. Atmosphärisch schreiben kann die Autorin also wirklich.

Zu den Dingen, die sie dagegen in den Sand gehauen hat, komme ich jetzt. Was mir nicht so gut gefiel, war, dass mir die Protagonistin Alice wirklich schon früh auf die Nerven ging. Sie stellte sich ihr Team zusammen, aber bei fast jedem von ihnen gab es zwischenmenschliche Probleme und Plänkeleien mit ihr, die viel Fahrt aus der Geschichte nahmen, aufhielten und mich wirklich nicht interessierten. Das waren einfach unnötige Längen, die ich nicht gebraucht hätte.
Außerdem besaß Alice so eine Hilflosigkeit, die sie in den jeweiligen Situationen einfrieren ließ. Sie handelte so selten aus eigener Kraft heraus, was ich einfach nicht verstand.

Achtung, im nächsten Abschnitt erfolgt ein Spoiler zur Auflösung!

Camilla Sten hat eine eigentlich gute Geschichte mit dem Ende komplett gegen den Baum gefahren, weil sie sämtliche Logik einfach über Bord warf. 
Das Filmteam wird nämlich von einem ehemaligen Bewohner (Geschlecht wird nicht verraten) des Ortes gejagt. Diese Person geht steil auf die 80 zu, hatte aber keine Schwierigkeiten damit mehrere junge, vitale und kräftige Menschen zu überwältigen und zu töten. 
Was aber noch viel unlogischer ist, ist der Fakt, dass diese Person überhaupt noch lebt! Seit 60 Jahren hat sie Silvertjärn nicht verlassen. Dort gibt es weder Strom noch fließend Wasser. Und Schweden ist ja auch für seine milden Temperaturen und frühlingshaften Winter bekannt...
Niemand kommt zu diesem abgelegenen Ort. Es gibt also auch keine Nahrung, außer die wenigen Vorräte der Dorfbewohner, die aber niemals 60 Jahre anhalten und konservieren konnten. Der Ort verfällt zusehends, die Crew ist ständig in einstürzenden Häusern unterwegs und es passierte auch oft ein Unfall, aber dieser Person ist nie etwas lebensbedrohliches passiert. Ist klar... Nicht mal Bear Grylls hätte 60 Jahre dort ausgehalten und schon gar nicht ebenjene Person.

Das ungekürzte Hörbuch wurde von Katja Pilasky eingelesen. Ich mochte ihre Stimmfarbe und ein Vorteil des Hörbuchs ist wirklich, dass man sich die fremden, schwedischen Begriffe super vorlesen lassen kann. Allerdings fand ich einige Betonungen recht seltsam und bin immer wieder über die Stimmen gestolpert, die sie den einzelnen Figuren gab.

"Das Dorf der toten Seelen" von Camilla Sten lebt von seiner unheimlichen, erdrückenden und wirklich unangenehmen Atmosphäre. Die Geschichte ist spannend und mir gefiel ihre besondere Idee. Allerdings haute die Autorin ihrem Roman am Ende den Boden raus und ließ ihn in ein riesiges Logikloch fallen. Wirklich schade, aber das war wenig überzeugend!

3/5

Dienstag, 17. August 2021

Lesemonat Juli | Von melodischen Katzen und unbändigen Eulen

Mein Lesemonat kommt mit etwas Verspätung, denn wir waren zu Beginn des Monats für 2 Wochen auf Rügen und da hatte ich es einfach nicht geschafft den Beitrag fertig zumachen. Die Neuzugänge werden daher komplett ausfallen, bzw. werde ich bei den jeweiligen Titeln dazuschreiben, ob sie im Juli bei mir eingezogen sind.


Mein Lesemonat war ganz gut, aber definitiv nicht so stark wie der Juni.

Montag, 16. August 2021

Unboxing | Bücherbüchse Juli 2021

 Als ich im Urlaub war kam mit etwas Verspätung die Bücherbüchse für den Juli bei mir an. Ich freute mich auf die Buchbox, weil ich ganz genau wusste, welches Buch enthalten sein würde und auf dieses freute ich mich sehr.


Die Juliausgabe stand unter einem nerdigen Motto und somit war ich sehr auf die Items gespannt.

Zuerst musste ich mich um dieses Röhrchen kümmern, denn es lag offen in der Box und drohte noch weiter auszulaufen. Es ist ein Badezusatz, welcher Isaac gewidmet ist, meinem liebsten Protagonisten aus Mona Kastens Again-Reihe. Wenn wir doch jetzt noch ein Wannenbad hätten...

Die obligatorischen Leseproben waren auch dieses Mal dabei. Ich kann ja eher auf sie verzichten...

Ziemlich cool fand ich das Textmarkerset in Pastelltönen mit den Namen von fast allen Hauptcharakteren aus The Big Bang Theory. Bernadette wurde einfach wegrationalisiert... Blöderweise hatte ich mir vor kurzem erst so ein Set für die Arbeit gekauft gehabt, aber die kriege ich auf jeden Fall auch alle!

Das Klemmbrett aus Pappe gibt schon einen guten Hinweis darauf, welches Buch dieses Mal enthalten war. Ob ich aber eine Verwendung dafür haben werde? Ich denke eher nicht...

Ein Print zum Buch war auch wieder in der Box. Ich mag diese ja ganz gerne, weil das Design oft wirklich ansprechend ist. Hier muss ich aber sagen, dass ich das Pärchen ein wenig beliebig finde. Mir fehlt da der Bezug zum Buch, das Nerdhafte. So könnte hier auch irgendein anderes New Adult- Pärchen zu sehen sein. 

Das Buch des Monats ist "Das Avery Shaw Experiment" von Kelly Oram. Ich mag die Bücher der Autorin sehr, weil sie wie unterhaltsame Hollywood Komödien sind. EIn Brief der Autorin war auf der Rückseite des Prints auch abgedruckt.

Richtig cool ist, dass wir hier wieder eine Sonderausgabe mit bedrucktem Buchschnitt haben. Das ist einfach etwas besonderes, was die Bücherbüchse gerade ausmacht. Ein "digital signiertes" Exlibri der Autorin war auch dabei. Um ehrlich zu sein, bräuchte ich das nicht. Man hat da einfach die Unterschrift der Autorin vom Brief ausgeschnitten und auf die Druckvorlagen der Exlibri-Etiketten getan und ausgedruckt. Da fand ich es bei der Trilogie von Brigid Kemmerer cooler, denn dort war die Unterschrift direkt ins Buch gedruckt wurden. Das ist natürlich ein wahnsinniger Aufwand, doch so einen ausgedruckten Signatur-Sticker würde ich mir eher nicht ins Buch kleben...

Mir hat die Juliausgabe der Bücherbüchse vor allem wegen der Sonderausgabe des Buches gefallen. Ich freue mich auf die Geschichte und finde auch die Textmarker mega cool. Die anderen Items sind ein wenig durchwachsen...
 


Sonntag, 15. August 2021

Buchvorstellung | Gute Nacht, kleiner Bär! von Carola Sieverding

 Der Tienemann-Esslinger Verlag ist eine gute Anlaufstelle für tolle Kinderbücher und so zogen im Juli zwei super niedliche Neuerscheinungen bei mir ein, die ich heute vorstellen möchte.


Es wird Abend und die Nachtroutine beginnt auch bei Familie Bär. Doch der kleine Bär hat noch einiges zu erledigen, bevor er sich ins Bett legen kann.

Auch hier hat sich der Verlag eine ziemlich niedliche Mitmachidee einfallen lassen, denn auf den 5 Doppelseiten ist jeweils eine Drehscheibe integriert, die mit einer Schlaufe verbunden ist. Zieht man an dieser, verändert sich das Bild und man hat dem kleinen Bären beim Anziehen oder Zähne putzen etc. geholfen. So etwas ist mir bisher noch bei keinem Kinderbuch begegnet und ich fände es toll, wenn diese Idee noch vervielfältigt werden würde.

Die Illustrationen sind sehr ansprechend, kindgerecht und putzig gestaltet. Der Inhalt lässt sich natürlich auch wunderbar auf die familieneigene Abendroutine ausweiten. Es gibt auch noch einen weiteren Titel, bei dem wir den kleinen Bären bei seiner Morgenroutine begleiten können und diesen werden wir uns sicher irgendwann auch noch zu Gemüte führen. 

Begleitet werden die Doppelseiten mit einem kurzen Text, der beschreibt, was der kleine Bär gerade so vorhat und animiert das Kind dazu, mit dem Ziehen an der Schlaufe, dem Protagonisten zu helfen.

Der Titel ist für Kinder ab 18 Monaten geeignet und ich freue mich schon darauf, wenn ich mit meinem Kleinen in ein paar Monaten die Abendgestaltung des Bären bestimmen darf. 

"Gute Nacht, kleiner Bär!" von Carola Sieverding ist ein bezauberndes interaktives Kinderbuch, welches sich auch bestens zur Begleitung der eigenen Abendroutine einsetzen lässt.

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