Freitag, 12. September 2025

Kinderbuch | Nanami. Schwimm dich mutig. Von Nathalie Pohl

 Jeden Abend wird bei uns ein Kinderbuch vorgelesen. Mittlerweile kaufe ich genauso viele Kinderbücher wie Bücher nur für mich. Ich bin immer froh über etwas Abwechslung, sodass ich nicht 5 mal im Monat das gleiche Buch vorlesen muss. Als ich diese niedliche Neuerscheinung bei Lovelybooks fand und sogar gewann, war die Freude groß.


Nanami lebt mit ihrer Familie auf einer Sandbank ein gemütliches Leben. Nanami schaut von dort aus jeden Tag raus aufs Meer und die kleine Robbe will mehr. Sie will wissen, was da hinterm Horizont kommt. Eines Tages wird ein funkelnder Stein angespült. Ein Reisestein, der Nanami in die sieben Weltmeere bringen wird. Das Abenteuer beginnt.

Das Cover ist unglaublich niedlich. Wir sehen Nanami im Wasser treiben und genau das wird man auf den 32 wunderschön illustrierten Seiten immer wieder vorfinden. Die Bilder stammen von Matthias Derenbach und haben einen ganz putzigen Stil. Was besonders ist, sind die Glitzerfolien, welche dem Meer oder dem Stein ein ganz besonderes Funkeln verpassen. Das findet man auch nicht oft in Kinderbüchern.

Die Geschichte erzählt von der Reise der kleinen Robbe, einen ersten Schritt zu wagen, mutig zu sein und sich in neue Abenteuer zu stürzen. Dabei steht ihr die Möwe Carl als Freund zur Seite. Gemeinsam entdecken sie die Meere dieser Erde mit Hilfe des Reisesteins und sie treffen dabei auch auf die unterschiedlichsten Meeresbewohner. Das war wirklich schön gemacht und meine Jungs haben der Geschichte gerne gelauscht und zusammen haben wir die Bilder entdeckt.

„Nanami. Schwimm dich mutig“ von Nathalie Pohl, die übrigens selbst schon alle Meere bereist hat, ist ein wunderschönes Kinderbuch mit herausragenden Illustrationen und niedlichen Charakteren, die mutig sind und etwas wagen!

5/5

Montag, 8. September 2025

Highlight | Bonded by Thorns von Elizabeth Helen


Rosalina führt ein tristes Leben in dem kleinen Küstenort Orca Cove. Ihr Vater ist als Spinner verschrien, da er an Feen glaubt und nach einem Weg in ihr Reich sucht, um Rosalinas Mutter zu finden. Als ihr Vater schließlich spurlos verschwindet, stürzt sich die 25-Jährige in ein Abenteuer, von dem sie niemals hätte träumen können und das sie in das Schloss von vier Biestern führt…

Auf Instagram wurde ich auf diese Geschichte aufmerksam, tatsächlich hatte ich den ersten Teil einer Reihe noch nie zuvor irgendwo gesehen und wäre aufgrund des Covers im Buchhandel auch direkt daran vorbei gelaufen. Schön ist definitiv was anderes und irgendwie sehen Buchcover doch schon seit 10 Jahren nicht mehr so aus oder? Hier hätte sich Heyne was cooles eigenes ausdenken sollen und mal nicht das englische Cover übernehmen müssen. Auch Titel und Schriftart sind so eigenartig und wenig eingängig, dass die Voraussetzungen, dass ich jemals zu dem Buch gegriffen hätte vielleicht bei 5% lagen. Tja, dann kam Alinalovesreading sprach gut von dem Buch und schon war klar, ich muss es haben und sofort lesen. Gesagt – getan! Und ich bin so froh darüber, denn ich fand es richtig gut.

Der Klappentext ließ vermuten, wir haben hier ein Retelling von die Schöne und das Biest. Und ich fand, das konnte man zu Beginn des Buches auch sehr deutlich spüren, was mir gut gefiel. Die Parallelen zum Original waren gegeben und dann entwickelt sich die Geschichte zu etwas eigenem im Reich der Feen.

Rosalina gefiel mir als Protagonistin wirklich gut. Sie hadert mit ihrem Leben in Orca Cove, ist einsam, leidet unter dem Wahn ihres Vaters, denn dadurch konnte sie nicht aufs College gehen. Sie ist sich der Blicke der Leute bewusst. Sie liebt Bücher und möchte eine eigene kleine Bibliothek eröffnen. Dann gibt es da noch ihren Ex-Freund, der nicht von ihr Ablassen kann und wirklich von der üblen Sorte ist.

Als Rosa dann in das Reich der Feen gelangt, ist das wie ein Befreiungsschlag für sie. Dabei sieht sie sich dort einigen Gefahren gegenüber.

In Casteltree begegnet sie dann vier Feenprinzen, die verflucht sind und sich bei Nacht in Wölfe verwandeln.

Die Vier haben ganz unterschiedliche Charaktere. Sie sind die Prinzen der Jahreszeiten. Ich fand diese Charakteristika sehr gut ausgearbeitet. Sie waren sehr lebendig dargestellt und sie sind definitiv nicht unfehlbar. Das machte es für mich allerdings umso spannender, denn irgendwie wusste man nie so ganz, was gerade in ihnen vorging.

Irgendeine Hintergrundgeschichte läuft da auch mit Rosa, allerdings tappen wir in Band eins noch im Dunkeln. Ich denke, das wird auch einiges mit dem Geheimnis um Rosas Mutter zu tun haben. Ich bin auf jeden Fall total gespannt und hyped auf die Geschichte.

Die Beschreibung der Geschichte geht mit dem Trope Why Choose einher. Dafür hält sich Band eins mit Spice größtenteils zurück, was für mich in Ordnung war. Die Autorinnen bauen eine unglaubliche Spannung auf und ich denke, das wird noch groß werden.

Der Schreibstil gefiel mir richtig gut. Denn die Geschichte entwickelt ihren ganz eigenen Sog und ich konnte es kaum erwarten wieder zum Buch greifen zu können. Band eins endet mit einem Cliffhanger. Zum Glück sind Band zwei und drei auch schon draußen. Ratet mal, wer beide bereits bestellt hat und schon im 2. Teil steckt!

„Bonded by Thorns“ von Elizabeth Helen war eine absolute Überraschung für mich. Aufgrund des Designs hätte ich wohl nie zum Buch gegriffen und ein super spannendes „Die Schöne und das Biest“ Retelling verpasst. Zum Glück gibt es noch einige Bände und ich kann direkt weiterlesen!

5/5

Donnerstag, 28. August 2025

Buchtipp | Blackened Blade von Isla Davon

 Das Buch war zu seinem Erscheinen gefühlt überall zu sehen und ich wurde dadurch total auf die Geschichte angefixt. Also zögerte ich nicht lange als ich das Buch in meiner örtlichen Buchhandlung sah. 




Micai schwört auf Rache. Eigentlich sollte sie tot sein, denn sie kam bei einem Brand im Gefängnis ums Leben, doch Micai erwachte 10 Jahre in der Vergangenheit mit dem Wissen aus der Zukunft und will sich nun jeden vornehmen, der ihr Leid antat, allen voran ihrer Halbschwester…

Es ist mein erstes Buch aus dem neuen Carlsen Imprint Cove. Als ich es in die Hand nahm, war ich überrascht, wie dünn es tatsächlich ist. Dabei hat es trotzdem noch über 400 Seiten (Zum Glück mal kein 600+ Schinken). Die schwarzen Seiten mit der weißen Schrift waren ein echter Hingucker und auch beim Lesen gewöhnte ich mich super schnell daran. Der neueste Clue in der Bücherwelt sind scheinbar Duftsticker, die zum Inhalt des Buches passen sollen. Bei so einer Geschichte frage ich mich, wie soll das dann ausfallen? Blut, Erbrochenes, Schimmel? Beim Rubbeln des Stickers kommen nur ganz zarte blumige Noten auf, die kaum wahrnehmbar sind. Diddl konnte das damals besser! Können wir so etwas in Zukunft bitte weglassen und die Bücher wieder günstiger machen? Das kleine Paperback kostete nämlich 18 Euro…

Aber nun zum Wichtigerem: Wie fand ich den Inhalt? Ich war super schnell in der Handlung drin. Die Autorin hielt sich nicht groß mit einführenden Erklärungen auf. So ging die Handlung schnell voran, was gut ist. Allerdings auch den Nachteil hat, dass man sich im Laufe des Buches fragte, was zur Hölle da eigentlich los ist. Alles ist und bleibt ein großes Mysterium, welches sicher im Laufe der Handlung nach und nach aufgedeckt werden wird. Beim ersten Band war das recht wenig.

Dabei ist der Weltenentwurf eigentlich ganz cool. Wir sind in einer Welt, in der es Wandler, Vampire, Werwölfe gibt, die an einer Academy ausgebildet werden. Eigentlich ist es hauptsächlich ein Internat, in dem es auch Basic-Fächer wie Musik gibt. Ich hatte beim Lesen erwachsenere Wednesday-Vibes oder das Gefühl wieder bei Vampire Academy gelandet zu sein. Das fühlte sich sehr vertraut an, was mir gut gefiel. In der Welt gibt es mehr männliche Wesen als Weibliche und so scharren sich die Herren immer um eine Dame, was sicher im Laufe der Reihe zu einigen horizontalen Verwicklungen führen wird.

Unsere männlichen Protagonisten offenbarten sich erst in der zweiten Hälfte des Buches. Ich habe das Gefühl, sie sind auch keine Normalo-Schüler dort. Mal schauen, was uns dahingehend erwartet. An Romance passiert handlungstechnisch hier noch nicht sehr viel. Dies soll sich dann von Band zu Band steigern.

Micai macht nach ihrer Pein im Gefängnis den nächsten Horror durch: Noch mal Schülerin sein. Dabei war ihre Schulzeit schon genug von Qualen geprägt. Micai war als einzige „Normale“ an einer Schule für Übernatürliche der Sündenbock für alles. Leute quälten sie und am Ende wurde sie von ihrer Halbschwester verraten. Auch jetzt erlebt sie wieder das Mobbing am eigenen Leib. Doch Micai ist nun stärker geworden. Sie lebt mit dem Bewusstsein ihres älteren Ichs. Doch ihr Körper ist nicht trainiert, also tut sie dies, wird stärker und beginnt sich zu wehren. Das geht schon ganz gut los, allerdings hätte ich bei all dem was sie durchstehen musste, noch mehr erwartet. Aber scheinbar ist Micai nicht ganz so voller Wut und Soziopathie wie ich es von ihr in der Situation erwartet hätte. Was sie mit ihren Peinigern tat, war in Band eins dann doch von harmloser Natur, gemessen an ihrer Situation.

„Blackened Blade“ von Isla Davon ist ein vielversprechender Auftakt einer Reihe, die einiges an Potenzial entfallen könnte. In Band eins hält sie sich damit noch zurück. Dennoch werde ich weiterlesen und hoffe, dass es episch werden wird.

4/5

Mittwoch, 27. August 2025

Hörbuchrezension | Loverboy von Antonia Wesseling


Lola ist total happy für ihre Mitbewohnerin, als diese mit Pascal endlich einen super netten, aufmerksamen und gutaussehenden Freund gefunden hat. Doch Vivi scheint recht bald nicht mehr auf Wolke 7 zu schweben. Sie wirkt nervös, lügt, braucht ständig Geld und verschwindet schließlich nach einem Streit mit Lola spurlos. Nach dem die Polizei Lola nicht helfen will, begibt sie sich auf eigene Faust auf die Suche nach ihrer Mitbewohnerin. Dabei hilft ihr Vivis Bruder Elias und beide haben keine Ahnung, wie tief der Sumpf sein würde, in den sie dort geraten.

Dieses wunderschöne, liebliche, mystisch anmutende Cover hätte mich definitiv nicht auf den Inhalt vorbereiten können, denn der hatte es wirklich in sich. Ich hatte im Vorfeld schon Gutes über das Buch gehört und dass es heftig werden könnte. Da es mein erstes Buch von der Autorin war, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Umso schöner war es, wie sehr ich direkt in der Handlung feststeckte und nicht mehr aufhören wollte zu lauschen.

Lola pausiert gerade ihr Studium, um ganz für ihre Familie da sein zu können. Ihre Mutter ist an Demenz erkrankt und ihr Vater hat außerdem mit dem eigenen Buchladen alle Hände voll zu tun. Lola ist sehr aufopferungsvoll und hilfsbereit, deshalb hilft sie Vivi auch finanziell aus, doch als sie mehr Fragen stellt, kommt es zum Streit. Lola lässt sich auch da nicht abwimmeln und beginnt nach einigen Tagen Vivi als vermisst zu melden. Das war wirklich erstaunlich. Beide sind keine besten Freundinnen und wohnen erst seit wenigen Monaten zusammen. Wäre mir dies passiert, hätte ich mir ehrlicherweise so schnell kaum Sorgen gemacht. Sondern meine Mitbewohnerin bei ihrem Freund gewähnt und wenn dieser nicht gut zu ihr ist, muss sie das einfach selbst erkennen. Doch dann passieren noch einige Dinge, die Lola aus gutem Grund alarmieren. Ich möchte an der Stelle nicht spoilern. Das Buch lebt von seiner Spannung und den ungeahnten Wendungen, daher sollte man sich unvoreingenommen darauf einlassen. Man sollte allerdings darauf vorbereitet sein, dass es heftig wird und man hier keine romantische Liebesgeschichte vor sich hat.

Ein kleines bisschen Romance haben wir dann mit Elias und Vivi doch. Denn die beiden kommen sich auf der Such natürlich näher. Ich mochte Elias ganz gerne, er hatte eine lässige Art an sich, ist aber ein unberechenbarer Charakter, wo auch bei mir immer ein paar Zweifel übrig blieben.

Das Hörbuch umfasst über 12h. Leonie Landa übernimmt mit Lola den Mainpart und ich mag ihre Stimme so sehr. Es ist jedes Mal so angenehm ihr zu lauschen. Flemming Stein sprach die Parts von Elias ein und machte da einen soliden Job. Dagmar Bittner bekam die kurzen Parts aus Vivis Sicht. Endlich konnte ich mal wieder etwas von meiner Lieblingssprecherin hören, auch wenn sie für ihre Rolle irgendwie zu nett und unschuldig klang. Der Hörgenuss war definitiv gegeben!

Die Geschichte ist düster, interessant, packend geschrieben und wahrscheinlich erschreckend realistisch. Antonia Wesseling konnte mich mit „Loverboy“ fesseln. Ich litt mit ihren Charakteren und bin definitiv gespannt, was die Autorin als nächstes veröffentlichen wird. Und bei dem Ende ist sowieso niemandem mehr zu helfen…

5/5

Freitag, 22. August 2025

Graphic Novel | Emma von Jane Austen

 Ich habe mich sehr gefreut, als ich entdeckte, dass ein weiterer Jane Austen Klassiker als Graphic Novel herauskommt. Nach dem mich die Umsetzung von „Stolz und Vorurteil“ im letzten Jahr so begeistern konnte, war ich super gespannt, ob „Emma“ auch so ein Highlight werden würde.



Miss Emma Woodhouse hat es sich zur Aufgabe gemacht, die alleinstehenden Menschen in ihrem Umfeld zu verkuppeln und Ehen zu stiften. Sie, selbst unverheiratet und unverliebt, hält sich für eine Expertin in Sachen Liebe. Doch dann gehen die Kuppeleien so mächtig schief und Emma merkt am eigenen Leibe, dass man mit Gefühlen nicht spielen sollte.

Ich habe den Klassiker vor vielen Jahren gelesen und auch vor einiger Zeit die Verfilmungen des Stoffes gesehen, wobei ich die BBC Version mit Romola Garai am Besten fand. Eine kleine Auffrischung des Inhalts dank dieser Graphic Novel war also sehr willkommen.

Ich mag den Illustrationsstil von Tara Spruit total gerne. Alles sieht so wunderschön ästhetisch und ein Stück weit realistisch aus, was mir sehr gut gefällt. Die Epoche wird wunderbar wiedergegeben und die Bilder helfen einfach Jane Austens Welt besser zu verstehen.

Der Inhalt wurde von Claudia Kühn adaptiert. Der Roman ist ein mächtiger Schinken, der komplexe Nebenhandlungen aufweist, gerade was Harriet oder Jane anbelangt. Da rückte Emmas eigene Lovestory ja lange Zeit in den Hintergrund. Für mich konnte die Graphic Novel die Komplexität des Romans nicht einfangen. Ich kannte die Geschichte bereits, weiß aber nicht, wie ich sie gefunden hätte, wenn ich über die Graphic Novel zum ersten Mal Kontakt mit ihr bekommen hätte. So kam bei mir auch kein Baukribbeln auf, wie beispielsweise in „Stolz und Vorurteil“. Das fand ich sehr schade.

Für mich erschien die grafische Darstellung der Emma größtenteils sehr hochnäsig, berechnend und kühl. Sie hätte sehr gut Mr. Bingleys versnobte Schwester darstellen können. Dabei habe ich Emma stets als sehr süßen, naiven und fehlbaren Charakter wahrgenommen.

Dennoch hatte ich viel Freude an der Graphic Novel. Die Seiten fliegen nur so dahin und ich finde es klasse, dass auf diesem Weg die alten Klassiker ein neues Leben bekommen. So auch Jane Austens „Emma“, doch bitte nehmt die Graphic Novel nicht als Maßstab für die Geschichte, denn für mich wurde sie ihr nicht zu 100% gerecht.

4/5

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