Dienstag, 4. März 2014

4/5 für "Die Elite" von Kiera Cass

Die Elite trumpft mit Überraschungen und leichten Ungereimtheiten auf.

Bildquelle
 Prinz Maxon von Illea hat es schon nicht leicht. Als Thronfolger lernt er alles um ein Land zu führen, Aufständische trachten nach seinem Leben und dem der königlichen Familie und er muss in aller Öffentlichkeit in einem Casting die Liebe finden oder eher die zukünftige Königin des Landes. Schwer zu sagen, welche Aufgabe sich für Prinz Maxon als am Schwierigsten gestalten dürfte...

Lang und ungeduldig sehnte ich dem zweiten Teil der Prinzessinnen-Castings-Reihe von Kiera Cass entgegen. "Selection" hatte mich so sehr gefangen genommen, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es nun mit America, ihrem Ex-Freund Aspen und den verblieben fünf Anwärterinnen auf Maxon Herz weitergehen würde.
Nahtlos knüpfen sich die Geschehnisse im Palast an die Handlung des ersten Teils an. America und die anderen Castingteilnehmerinnen werden mit Aufgaben überschüttet, um sich als würdige Prinzessinnen zu erweisen, gleichzeitig buhlen sie um Maxons Aufmerksamkeit. Der Kreis der Favoritinnen wird kleiner und die Handlung nähert sich immer mehr einer "Bachelor-Show" an, was mir besonders zusagte, da ich die Idee dahinter bereits im ersten Teil für sehr innovativ und spannend hielt. America muss erkennen, dass ihre vermeintlich einzigartige Stellung wackelt und Maxon beginnt auch die Vorzüge der anderen Kandidatinnen zu entdecken. Überraschen konnte mich dann besonders die Begebenheit mit Elite-Zicke, Celeste. Doch auch Kriss bekommt ihre tragende Rolle.
Kiera Cass hat es tatsächlich geschafft, dass ich mit America leiden musste. Nach wie vor ist es nicht eindeutig, ob sie mit dem Prinzen in den Sonnenuntergang reitet (auch wenn es ein paar dramatische Wendungen im Buch gibt, die dagegen sprechen dürften) oder ob sie zu Aspen zurückkehrt.

Die Kritik am Buch, dass es ein Lückenfüller sei, in dem nicht viel passiert, kann ich nicht bestätigen. Viele Wendungen waren überraschender und traten gehäufter auf, als noch im ersten Band, aber ich möchte nicht zu viel verraten. Außerdem entdeckt America ein paar dunkle Geheimnisse zur Entstehung des Landes und vorallem Prinz Maxon gewinnt an charakterliche Tiefe und die Elite gewinnt an Profil hinzu.  

Meine kleinen Kritikpunkte am Roman beschrenken sich auf das etwas leidliche, emotionale Hin und Her zwischen America und ihren beiden Liebeskandidaten Maxon und Aspen. Die Gute ist in ihren Entscheidungen ziemlich sprunghaft, dadurch verödete für mich die romantische Ader des Buches. Nach wie vor sind die Rebellen eine unbekannte Größe in der Handlung, von der nur wenig bekannt ist und dadurch für mich nicht wirklich greifbar wurde. Ich fand es auch nicht unbedingt überzeugend, dass die Zivilisten so oft und verheerend in den Palast eindringen konnten. Unweigerlich musste ich mich da fragen, ob die Palastmauern aus Papier waren und von Lego-Rittern bewacht wurden.

"Die Elite" ist ein durchaus gelungener zweiter Teil, der zu keiner Zeit langweilt und ein paar Überraschungen parat hat. Es bleiben zwar mehr Fragen offen, als geklärt wurden, doch dafür steigt die Spannung auf "The One" und macht das Warten mal wieder unerträglich.

Samstag, 22. Februar 2014

4/5 für "Die Geliebte des Paschas" von Daria Charon

Kleine Schönheitsfehler und große Gefühle.

Bildquelle
 Lady Serena ist nicht gerade ausgelastet in der Londoner Gesellschaft und mit ihren stetig wechselnden Liebhabern, um ihre Freundin Kate vor einem traurigen Schicksal zu bewahren, geht sie an ihrer Stelle mit dem Pascha Karim auf Reisen durch Europa und in exotische, erotische Sphären.

"Die Geliebte des Paschas" von Daria Charon beginnt mit dem letzten Kapitel aus "Flucht aus dem Harem". Dabei handelt es sich hier nicht um eine klassische Fortsetzung mit Justin und Kate, sondern um die Geschichte von Serena und der Suche nach dem neuen Sinn ihres Lebens, nachdem ihre große Liebe starb. Zumindest Kate hat einen kurzen Gastauftritt, der sie jedoch in keinem wirklich guten Licht dastehen lässt, außerdem findet auch die Comtess de Rossac Erwähnung, wer Daria Charons Frankreich-Reihe gelesen hat, weiß wer gemeint ist.

Ich bin eine Anhängerin der Autorin, die mich, abgesehen von der Kurzgeschichtensammlung "Venuskuss", immer begeistern konnte. Auch hier schafft sie es wieder die Eigenschaften eines Liebesromans mit viel Erotik und einer Prise Drama gekonnt zu vereinen. Wer auf eintönige, erotische Unterhaltung gehofft hat, bei der eine Stellung nach der nächsten durchgeturnt wird, darf enttäuscht sein. Das war Daria Charon nie und das wird sie auch nie sein. Zum Glück! Für mich leben ihre Romane vor allem durch deren Charaktere. Auch hier sprühen erneut die Funken zwischen Karim und Serena, es wird dramatisch, intensiv und leidenschaftlich. Damit fesselt die Autorin wie keine zweite.

Ein paar kleinere Abstriche muss ich dieses Mal leider vornehmen. Ich hatte mich eigentlich zum Beginn des Buches darauf gefreut, dass Serena mit Karim in die exotische Welt des Orients vordringen würde und dort die Kultur und erotischen Gepflogenheiten kennenlernt. Dies geschieht leider nicht, die Reise beginnt in England geht nach Paris und endet dann erneut in England, was nicht weiter tragisch ist, da die Autorin dies spannend umsetzen konnte, doch hatte ich auf etwas anderes gehofft.
Schade fand ich außerdem, dass das Ende so abrupt kam. Ich hätte mir gerne eine versöhnlichere Szene mit Kate gewünscht und auch einen Epilog, da am Ende nicht klar ist, was die Zukunft für Karim und Serena bringen wird. Dafür stattet die Autorin ihr Buch mit einem informativen Nachwort aus, welches für mich jedoch keine neuen Erkenntnisse liefern konnte, aber für andere Leserinnen vielleicht neue Einblicke liefert.

Eine Schande ist es, dass sich der Bastei Lübbe Verlag nicht mehr den Romanen der Autorin angenommen hat. (Habe gleich mal seine fb-Seite entliked, darüber wollte ich eigentlich nur erfahren, wann der nächste Daria Charon erscheint.) Die Autorin publiziert nun über Amazon. Leider merkt man ein mangelhaftes Lektorat dem Buch sehr stark an. Zum Ende hin häufen sich die doppelten oder fehlenden Pronomen und Präpositionen stark, sodass der Lesefluss erheblich gestört wird.

Insgesamt vergebe ich dem Buch sehr gute vier Sterne. Die Autorin hat gekonnt an "Flucht aus dem Harem" anknüpfen können, und Serenas Geschichte mit bravour erzählt. Fans der Autorin sollten auf jeden Fall hier wieder zu greifen. Alle anderen, die mal wieder einen leidenschaftlichen Liebesroman lesen wollen, dann tut es hiermit!

Donnerstag, 13. Februar 2014

4/5 für "Ein Earl kommt selten allein" von Lynsay Sands

Die Geschichte vom guten und vom bösen Zwilling.


Dieses war mein erstes Buch von Lynsay Sands. Nachdem ihre Vampirreihe hier so gut ankam, ich aber eher nicht auf Reißzähne aus war, wollte ich einem ihrer Historicals mal eine Chance geben.

Von Anfang an sprach mich die Handlung der Geschichte an: Christiana ist unglücklich verheiratet, daher ist ihr Kummer nicht groß als sie ihren Ehemann Dicky eines Morgens tot im Arbeitszimmer vorfindet. Um einen Skandal zu vertuschen und ihren beiden Schwestern Chancen auf dem Heiratsmarkt zu gewährleisten, beschließen die drei Damen, Dicky ersteinmal aufs Eis zu legen. Als eben jener dann am gleichen Abend auf einem Ball auftaucht, will so keine so recht an eine Totenauferstehung glauben...

Bildquelle
Von der ersten Seite an hat mich Lynsay Sands mit ihrer Figurenkonstellation packen können. Die unglückliche Christiana, die für ihre beiden Schwestern das Kämpfen nicht aufgeben will und ihrem Ehemann versucht zu trotzen. Der tote Dicky (was für ein blöder Name) mit dem "Immer wieder Ärger mit Bernie" nachgespielt wird und sein für tot gehaltener Zwillingsbruder Richard.
Die kleinen Irrungen und Wirrungen sowie das leicht makabere Rumhantieren mit der Leiche, haben einen skurrilen Humor in die Geschichte gebracht und die teilweise düsteren Themen (Spielsucht, Betrug, Kidnapping und Gewalt in der Ehe) leicht erscheinen lassen. Der Roman bleibt also auf einer humoristischen Ebene und stürzt zu keiner Zeit ins Dramatische ab.

Dies ist auch mein Kritikpunkt an "Ein Earl kommt selten allein" - es fehlt ihm an Tiefe. Die Figuren können nach einem gelungen Einstieg nicht mehr an Substanz gewinnen und bleiben im Laufe der Handlung eher blass. Mir stellt sich die Frage, ob wirklich einige Figuren von Nöten gewesen wären. So hätten es auch eine Schwester und ein Freund für Richard durchaus getan, denn sie tragen soviel nicht zur Handlung bei. Wobei ich nicht weiß, ob ihnen noch zwei Folgebände gewidmet werden...
Ab der Mitte des Buches beginnt die Handlung nach dem rasanten Einstieg auf der Stelle zu treten und es kommen einige Längen dazu. Die große Auflösung um den Tod des Bruders und der Suche nach dem Erpresser ist er semispannend und von ein paar Ungereimtheiten geprägt.

"Ein Earl kommt selten allein" besitzt für mich zwei Gesichter - einmal den guten Zwilling, der mit einem rasanten, humorvollen und skurrilen Start punktet und dann ist da noch der böse Zwillinge, welcher mich am Ende eher langweilte und nicht mehr 100%ig überzeugen konnte. Alles in allem möchte ich für die Idee dahinter doch noch 4 Sterne geben.

Dienstag, 4. Februar 2014

1/5 "Seelenkuss" von Lynn Raven

Es tut mir in der Seele weh!



Darejan aus dem Volk der Korun ist die Schwester der Königin und besitzt so einige Privilegien. So lernt sie einen Fremden aus einem weit entfernten Reich kennen und lieben. Als sie eines Tages feststellt, dass etwas mit ihrer Schwester nicht stimmt, ist alles bereits zu spät und Darejan verliert ihre Erinnerung und Liebe...
Bildquelle
Vorab, ich bin ein großer Fan der Autorin und habe jeden ihrer Romane mit Freude gelesen, doch "Seelenkuss" ist seit langem eines der schlechtesten Bücher, welches ich lesen musste. Das zu schreiben, tut mir wirklich in der Seele weh. Doch woran liegt es?

Erst einmal war der Einstieg in die Handlung schon unglücklich gewählt wurden. Einige Kapitel werden aus der Sicht Refens erzählt, sodass ich urtümlich davon ausging, dass er der Protagonist neben Darejan sein würde. Refen besaß auch die typischen Eigenschaften eines klassischen Lynn-Raven-Helden. Meine Sympathien hatte er also, doch verschwand er schon wieder nach den ersten 100 Seiten, nur um erst in den letzten 10 (!) Seiten wieder ausgekramt zu werden.
Darejan an sich war okay - eine Umschreibung, die ich bei Charakteren sonst nie wählen würde, aber mir fallen zu ihr keine prägnanten Eigenschaften ein. Der eigentliche Held der Geschichte, dessen Name erst sehr spät genannt werden durfte, hat die Rolle des Schwachsinnigen auferlegt bekommen. So sieht Darejan ihn zumindest und redet die meiste Zeit über sehr abfällig von ihm. Der Verrückte, Dunanor, Jarhal... die Liste ist lang. Die Liste seiner Charakterzüge hingegen nicht.
In dieser Hinsicht nehmen sich Darejan und ihr Auserwählter nicht viel. Gerade weil ich von der Autorin etwas anderes gewöhnt bin - sprich vielschichtige Persönlichkeiten, gerne mit Badboyeinschlag, und gütige Frauen, zwischen den die Funken nur so explodieren - war die Enttäuschung unglaublich herb.

Was die Charaktere verbockt haben, konnte auch die Handlung nicht herausreißen. Von vornherein existiert für mich das Problem, dass beide Protagonisten unter einer magischen Amnesie stehen und ich erst gar nicht wusste, wohin die Reise uns führt, aber auch woher der Wind wehte. Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass wir die Kennenlerngeschichte der beiden live miterleben und nicht in kurzen Traumsequenzen erst am Ende erfahren. Dafür hätte sich die Autorin die elendig lange Reise und Flucht übers Meer, durch Wälder, Wüsten, Ebenen, Städte oder Gebirge sparen können. Es wollte einfach nicht enden und die ganzen Katastrophen, Gegner und Kreaturen, die die Wege kreuzten, waren lästig und seitenfüllend, wie schon lang nicht mehr!
Ein wenig entsetzt war ich über die Kaltschnäuzigkeit der Protagonistin, welche am abrupten Ende, das ich mir nach der fast 600-seitigen Langeweile herbeisehnte, über zwei Menschenleben mal eben so entschied. Außergewöhnlich viele sinnlose und grausame Tode sind in "Seelenkuss" zu beklagen, welche für so junge Fantasy eigentlich nicht tragbar ist. Ich schätze "Game of Thrones" hat der Autorin als Inspiration gedient, wenn sie auch nur ansatzweise diese Spannung hätte übertragen können, wäre das Buch ein Reißer geworden.

Der Grund für meine selten vergebene Niedrigstwertung ist der Schreibstil, wenn dieser mir nicht zusagt, ist schon das halbe Buch dem Untergang geweiht.
Eigentlich liebe ich Lynn Ravens Art zu schreiben, die Gefühle, die sie damit unvergleichlich transportieren kann oder Situationen entstehen lässt. Doch hier hat sie eindeutig übertrieben! Ich als Leserin brauche einfach keine drei unterschiedlichen Begriffe für ein und das Selbe Gebiet oder Volk.  Und warum, muss ein seltsames fabelartiges Reittier mit exotischem Namen her, wenn es auch ein Pferd tun würde. Schon klar, dies ist nun mal Highfantasyliteratur, doch muss ich mir darunter doch auch etwas Vorstellen können, damit das ganze Konzept funktioniert. Das ging nur hier eben nicht, weil die Reittiere, deren komplizierter Namen mir entfiel, des Reitervolks, dessen komplizierter Name mir auch entfiel, einfach nicht beschrieben wurden. Diese Dinge häuften sich einfach, es wurden fantasievolle Worte eingeworfen, deren Bedeutung nicht erklärt wurde oder ich mir irgendwie herleiten konnte. Das macht für mich in etwa so viel Sinn, wie das Lesen von „Krieg und Frieden“, bei dem man jedoch 10% der Worte aus dem Russischen unübersetzt ließ…

Mir fällt beim besten Willen kein positiver Aspekt des Buches ein. Traurig aber wahr. Ein Indiz dafür ist, dass ich „Seelenkuss“ sechs Wochen neben meinem Bett liegen hatte, parallel ein anderes Buch beendete und eigentlich nur lustlos zu diesem Roman griff. Zum Vergleich: Ich habe „Blutbraut“ mit 150 Seiten mehr an einem einzigen Wochenende durchgelesen.
Wenn der nächste Roman von Lynn Raven ansteht, warte ich erst einmal ein paar Kritiken ab, bevor ich wieder blind zu schlage. So eine Quälerei will ich kein zweites Mal erleben. 

Wertung: 1/5

Freitag, 17. Januar 2014

"Flammen der Rache" von Shannon McKenna

Futuristisch - fatal - frostig - Bruno und Lily



Mir fällt es ein wenig schwerer als sonst ein Buch aus der McCloud und Freunde - Reihe von Shannon McKenna zu besprechen. Ich liebe ihre Serie sehr, sie ist eigentlich auch die einzige Kriminalliteratur, auf die ich mich wirklich stürze, eben weil sie es schafft spannende Handlungen mit heißen Liebesgeschichten perfekt zu verweben. Doch die "Flammen der Rache" brannten nicht allzu hell, wie bei den Vorgängern...

Bildquelle
Bruno Ranieri fühlt sich allein gelassen seit sein Zieh-/Adoptiv-/was-auch-immer-Bruder Kev zusammen mit seiner Zukünftigen auf Weltreise ging und Tante Rosa Anschluss beim McCloud-Clan fand. Völlig überfordert schmeißt er eine Nachtschicht nach der nächsten im Familiendiner, als ein Lichtblick in Form einer Femme Fatale das Diner betritt und Bruno beginnt nur noch mit dem kleinen Ranieri denken zu wollen.
Lily Parr hat kein leichtes Los gezogen, ihr Vater verbringt sein Dasein in einer psychiatrischen Anstalt, da sein Drang zu sterben jedem Funken Leben in ihm den Kampf ansagte. Die horrenden Rechnungen für diese Einrichtung bestreitet sie mit dem schreiben von Studien- und Doktorarbeiten für leistungsschwache Akademiker, die es sich leisten können. Während eines unleidlichen Besuches in der Psychiatrie gibt ihr Vater kryptisches Zeug von sich, Lily wird der Klinik verwiesen, ihr Vater stirbt unter mysteriösen Umständen und Lily findet sich auf der Flucht vor brandgefährlichen Killern wieder.

Soviel zu den ersten 50 Seiten des Buches, da es ganze 700 umfasst, habe ich nicht zu viel verraten. Gewohnt rasant und spektakulär beginnt die mittlerweile achte Geschichte der Saga. Für Lily und Bruno ist es natürlich auch vor dem ersten gewechselten Wort klar, ich muss in sein/ihr Bett. Was danach abläuft schien für Shannon McKennas Protagonisten schon vorgeschrieben zu sein: ein heißer, schweißtreibender Marathon der Leidenschaften.
Doch halt, wer sich zu früh darauf freute, dürfte unter Umständen enttäuscht werden. Ich hatte das Gefühl, dass während des Schreibens eine Lektorin hinter der Autorin stand und kopfschüttelnd meinte: "Shannon, muss denn der ganze Sex immer sein?"
Nun ja, vielleicht nicht unbedingt, aber er darf schon expliziter, leidenschaftlicher und ausdauernder sein, als es hier der Fall war. Wenn ich von der Autorin nicht "kapitelweise Bettsport" gewohnt gewesen wäre, mir wäre es nicht aufgefallen, aber zwischen Lily und Bruno empfand ich die Chemie eher als "achja wir müssen mal wieder ran, um das Mindestmaß zu erfüllen."
Die beiden konnten mich auch emotional nicht so sehr abholen wie die meisten ihrer Vorgänger. Natürlich schleppen auch beide eine gehörige Hypothek mit sich herum, doch im Vergleich zu den anderen Protagonisten erscheint sie mehr als harmlos.
Bruno büßte für mich so einiges an Charme und Humor aus dem Vorgängerband ein. Mit Lily wurde ich leider auch nicht allzu sehr warm, ihre Stimmungsschwankungen sind nichts für ausgeglichene Leser!

Nach dem mich die Liebesgeschichte nicht so sehr bei Laune halten konnte, war ich dafür umso mehr von der Thrillerhandlung beeindruckt. Shannon McKenna schafft es immer wieder futuristische Szenarien in der Gegenwart anzusiedeln, von denen ich mich beängstigt fragen muss, ist das wirklich möglich?
So führt in diesem Teil das fabelhaft böse Genie, King, die Regie über eine Armee von Killern, die er selbst heranzüchtete, ihre Gehirne so manipulierte, dass nur, die für ihn erstrebenswerten, brutalen Eigenschaften hervortreten. Emotionen sind verpönt. Die Autorin erschuf hier ein Bild von programmierten Menschen, welches wirklich beängstigend und zeitgleich genial ist. Die Verbindung zu Brunos Mutter und seiner restlichen, entfernten Mafiafamilie ist gut erarbeitet und spannend zu verfolgen.

Ein weiterer Pluspunkt waren für mich mal wieder die Aufeinandertreffen der gesamten Brüder und deren Freunde, Tante Rosa passt perfekt hinein, verhätschelt die Kinder und nervt sämtliche Erwachsene mit ihren Nachwuchserwartungen. Das war amüsant zu lesen. Auch die kleine Rachel ist aus sich herausgekommen und darf in Kürze ein Geschwisterchen erwarten. Was einigen an Familienzusammenführung im vergangenen Band zu kurz kam, wird hier noch einmal aufgearbeitet, denn zwischen den McClouds, Kev und Bruno herrschen Spannungen und Eifersüchtelein.

Ich hoffe, dass mich der mürrische Alex wieder mehr in seinen Bann ziehen kann, wenn er und Lilys Freundin, Nina, im nächsten Band zusammen finden werden.

Abschließend muss ich sagen, dass die Liebesgeschichte aus "Flammen der Rache" eine der schwächeren dieser Reihe ist.  Dafür konnte die Autorin mich mit ihrem futuristischen Thrillerplot überzeugen. Fans der Reihe kommen aber auch hier nicht an dem temperamentvollen Italiener mit Mafiawurzeln und seiner noch viel temperamentvolleren Studienarbeitsfälscherin vorbei. Also viel Spaß beim Lesen!

Wertung: 4/5

Reihenfolge der McCloud Serie:
1.Die Nacht hat viele Augen (Seth MacKey + Raine Cameron)
2.In den Schatten lauert der Tod (Connor McCloud + Erin Riggs)
3.Blick in den Abgrund (Davy McCloud + Margot Vetter)
4.Sünden der Vergangenheit (Sean McCloud + Olivia Endicott)
5.Spiel ohne Regeln ( Nick Ward + Becca Cantrell)
6.Stunde der Vergeltung (Val Janos + Tamara Steele)
7.Die Macht der Angst (Kev Larsen + Edie Parrish)
8.Flammen der Rache (Bruno Ranieri + Lily Parr)Januar 2014
9.An der Schwelle des Todes (Nina Christie + Alex Aaro)Juli 2014
10.Fatal Strike (Miles + Lara Kirk) September 2013
11. Momentan schreibt die Autorin an Svetis und Sams Geschichte.

Bitte beachte!

Durch das Kommentieren eines Beitrags werden automatisch über Blogger (Google) personenbezogene Daten wie Name, Email und IP-Adresse erhoben. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben.

Beim Senden eines Kommentars werden diese Daten gespeichert. Mit dem Abschicken des Kommentars erkärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Informationen findest Du in der DATENSCHUTZERKLÄRUNG.