Freitag, 16. Februar 2024

Buchtipp | Froststern. Erinnere dich von Anna Fleck

 Ich war ganz aus dem Häuschen als ich zufällig darüber stolperte, dass Anna Fleck nach ihrer Atlantis-Reihe einfach etwas neues veröffentlicht. Damit ich das Buch in der wundervollen Ausstattung auch bekomme, hatte ich es vorbestellt. Die Schrift im Inneren ist einfach mal blau! Endlich war ich dazu gekommen, es zu lesen und war so gespannt, denn mit ihrer ersten Trilogie hatte mich die Autorin so sehr begeistern können.

Ein Jahr ist es nun her, dass Elvys bester Freund unter mysteriösen Umständen verschwand. Seit dem träumt Elvy von ihm. Sehr real und noch viel geheimnisvoller, denn das was sie da sieht, zeigt ihren besten Freund gefangen in einem Eispalast. Elvy forscht in alten Familiengeschichten und bricht schließlich auf in den hohen Norden.

Dieses Mal entführt uns Anna Fleck nach Schweden und das frostige Thema passte so gut in die Jahreszeit, daher freute ich mich so auf die Geschichte. Wir lernen Elvy kennen, die als Außenseiterin an der Schule immer nur Erik hatte. Seit seinem Verschwinden kämpft sie sich durch ihren Alltag und vermisst ihn umso mehr. Doch Elvy ist tough, lässt sich nicht unterkriegen und setzt alles daran Erik zu finden. Ich mochte sie, weil sie die Dinge einfach in die Hand nimmt und macht. Das hat mir gut gefallen. Elvy ist eine starke Protagonistin.

Mir gefiel das schwedische Setting, welches uns aus der Hauptstadt in den hohen Norden katapultierte und eisige Momente bescherte. Dort treffen wir auch auf Kreaturen, die nicht ganz aus dieser Welt zu sein scheinen.

Gerade Tomte Teda mit ihrer Kaffeesucht hat mein Herz erobert. Überhaupt wimmelt das Buch von starken Frauenfiguren und das gefiel mir richtig gut. Besonders toll fand ich, dass Elvy nicht nur eine wahre Freundin auf ihrem Weg findet.

Die Geschichte ist eine Adaption der Schneekönigin und diese thront im Norden und droht die Welt zu überrennen mit ihrem Eis. Wir lernen sie erst ganz spät kennen und können ein wenig das Ausmaß ihrer Macht erahnen. Ich muss sagen, dass sich die Geschichte mit Spannung bis kurz vorm Schluss schon zurückhielt. Da hatte ich mir mehr packende Momente erhofft, die mich an die Geschichte hätten fesseln sollen.

Ich hatte tatsächlich auch Probleme mit den nordischen Begrifflichkeiten. Sie erschienen mir so fremd, weil ich in dieser Richtung auch noch nicht viel las, dass ich einfach Probleme hatte, mir zu merken, was oder wer mit alle den Namen und Begriffen gemeint war. Das störte schon meinen Lesefluss.

Ansonsten gefielen mir gerade die Charaktere und das Setting richtig gut. Der erste Band lässt großes Potenzial für die Reihe erahnen und ich freue mich drauf, wie es weitergehen wird, denn enttäuscht hat Anna Fleck mich noch nie.

4/5

Hörbuchrezension | The darkest Gold. Die Kämpferin von Raven Kennedy

Ich konnte es kaum abwarten, so gespannt war ich, wie es mit der Geschichte um Auren weitergehen würde! Der mittlerweile 4. und vorletzte Band versprach nach dem Ende des vorherigen Buches einiges.

Der Schock sitzt tief nachdem Auren das volle Potenzial ihrer Macht entfaltete und einen kompletten Saal samt Menschen wie im Rausch vergoldete. Nun ist sie auf der Flucht mit Slate und seinem Gefolge, denn die anderen Herrschenden haben es auf sie abgesehen. Soll doch Auren Midas Macht gestohlen haben. Ihr wahres Geheimnis kennen sie nicht. Doch Auren hadert mit dem, was sie tat und gleichzeitig formieren sich neue Mächte, die das Königreich überrennen wollen.

Die Handlung schließt nahtlos an Band 3 an und ich hatte keine Probleme wieder in die Geschichte hineinzufinden. Wir brechen gemeinsam zu dem geheimnisvollen Ort Todbrunnen auf, der für Slate so wichtig ist. In diesem Buch erfahren wir so viel über seine Figur, in Rückblicken aus seiner Kindheit. Wir erfahren wo er herkam und zu dem Mann wurde, der er ist. Ich muss sagen, dass ich solche Rückblenden nicht so gerne mag, weil gerade bei so starken Figuren ist meist immer eine Grausamkeit in der Vergangenheit passiert und so war es auch hier. Ansonsten wird die Geschichte in der ersten Hälfte des Buches nicht so stark vorangetrieben. Auren leidet und hadert mit ihrer Macht. Gemeinsam mit Slate versucht sie, diese unter Kontrolle zu bringen.

Die Hörfassung des Romans wurde wieder auf zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil hätte so von mir dieses Mal nur 4 Sterne bekommen, da einfach nicht so viel spannendes passierte, was die Reihe bisher halt einfach ausmachte. Doch dafür hatte es der zweite Teil der Geschichte wieder in sich. Die Bedrohung im und außerhalb des Königreichs wird realer. Alles spitzt sich zu, ohne dass wir wissen, was das alles für Ausmaße haben könnte. Es passieren Dinge, die mir dem Atem raubten und gerade am Ende so sehr an die Geschichte fesselten. Ich bin so gespannt, wie es weitergehen wird und bin traurig, dass es nur noch der eine Band ist. Gleichzeitig hoffe ich auf ein Spin-Off, weil die Welt einfach so viel Potenzial hat und die Autorin das so gut transportieren kann. Ich bin so angetan von einer kompletten Reihe, wie schon sehr lange nicht mehr!

Eine Sache muss ich zu Slate und Auren aber auch noch loswerden, die mir ein bisschen aufstieß. Auren hatte kein Glück mit den Männern in ihrem Leben. Slate erschien da, wieder Held in strahlender Rüstung. Doch in diesem Teil zeigte er, dass er das nicht immer ist im Umgang mit Auren. Ich bin froh, dass sie dies auch irgendwann selbst erkannte und frage mich, wie die Geschichte der beiden am Ende auserzählt werden wird. Vielleicht getrennt voneinander? Ich bin so gespannt und habe bis April zum Glück nicht mehr so viel Zeit zu überbrücken.

Die beiden Hörbücher zu Band 4 umfassen insgesamt deutlich über 20h. Dieses Mal sind so viele SprecherInnen dabei wie noch nie! Das hat mir echt gut gefallen, auch, dass Nissa und Osric ihren eigenen Part abbekamen, da bahnt sich brisantes an! Weniger glücklich bin ich dafür tatsächlich mit Slates Vertonung. Für meinen Geschmack klingt die Stimme einfach zu halt und es wirkt albern, wenn sie weibliche Parts spricht. Das ist echt Schade.

Ansonsten möchte ich nicht weiter meckern und spreche trotzdem meine volle Empfehlung aus, weil „The darkest Gold“ von Raven Kennedy einfach so überraschend, spannend und mitreißend ist. Ich liebe alles daran!

5/5

Freitag, 26. Januar 2024

Hörbuchrezension | Ever. Wann immer du mich berührst von Nikola Hotel

 Dieses Hörbuch trieb sich schon lange auf meinem Handy herum. Ich hatte einfach nicht die Muse mich ihm zu widmen. Nach der schwereren Kost des letzten Hörbuchs, schien mir nun der perfekte Zeitpunkt für diese Geschichte gekommen zu sein.

Abby steckt nach einem Autounfall in der Reha. Die Fortschritte mit ihren Beinen gehen nur sehr schleppend voran. Als ihre Physiotherapeutin vor Abbys Schmerzangst kapituliert, wird ihr David zugeteilt. Er hat Geduld und schafft es Abby während der Therapie von den Schmerzen abzulenken. Abby macht endlich Fortschritte. Doch eigentlich will David nur eines: seine Patientin unbedingt wieder abgeben, denn er hasst ihren Vater bis aufs Blut.

Ich hatte noch kein Buch der Autorin gelesen, daher war ich gespannt, wie es mir gefallen würde. Ich hatte keine Probleme in die Story hineinzufinden. Nikola Hotels Schreibstil hatte mich direkt abgeholt. Die Geschichte wird aus Abbys und Davids Perspektive erzählt. Da blieb kein Raum für Geheimnisse offen. Wir wissen also von Anfang an, was Davids „Problem“ mit Abbys Vater hat. Dieser kandidiert gerade für den Gouverneursposten des Bundesstaates. Abby kommt also aus einer sehr wohlhabenden, versnoppten Familie, für die eine positive Außenwirkung alles ist. Nach Abbys Unfall scheint sie da nicht mehr hineinzupassen. Das Verhältnis zu ihrem Vater ist sehr eng, nur der Erwartungsdruck ihrer Mutter macht ihr zu schaffen.

Abby ist eine sehr sanftmütige Protagonistin. Sie ist liebenswürdig und weiß was sie will. Was mich an ihr störte, war ihre unglaublich passive Art. Sie traut sich nicht für sich oder andere ihr nahestehende Menschen einzustehen. Da war diese eine Szene mit einem Arzt, in der sie mich total aufregte.

David ist aufopferungsvoll, komplett selbstlos und geht darin auf, anderen Menschen zu helfen. Er musste schon früh lernen Verantwortung zu übernehmen. Seine Schwester Jane ist ihm als einzige in der Familie geblieben und nach ihrer Krebserkrankung hat er immer ein Auge auf sie. Jane war zwischen den beiden recht ernsten Hauptfiguren eine freche und lockere Abwechslung. Ihr ist der nächste Band der Reihe gewidmet. Die Nebenfiguren sind übrigens ProtagonistInnen aus den anderen Reihen der Autorin. Es wurden immer wieder interessante Andeutungen gemacht, die schon meine Neugier auf die anderen Geschichten lenkte.

Das Hörbuch wurde von Oliver Kube und Dagmar Bittner eingelesen. Meine absolute Lieblingshörbuchsprecherin, wenn sie dabei ist, wird es immer gut. Da kann auch die Geschichte ihre Schwächen haben, mit Dagmar Bittner wird es erträglich.

Dies war hier aber nicht der Fall! „Ever, wann immer du mich berührst“ war eine sehr unterhaltsame Lovestory mit einer gewichtigen Rahmenhandlung und wichtigen Thematiken.

4/5

Freitag, 19. Januar 2024

Hörbuchrezension | Das Geheimnis der Dior Kleider von Natasha Lester

 



Skye und Nicholas waren Kinder in Cornwall als sie sich zum letzten Mal sahen. Jahre später begegnen sie sich in der britischen Armee wieder, mitten im zweiten Weltkrieg. Skye ist als Pilotin in Versorgungseinsätze verwickelt und Nicholas leitet eine Truppe von Spionen. In dieser unmöglichen Zeit kommen vergessene Gefühle auf.

Cornwall 2012, Kat findet im zurückgelassenen Haus ihrer Großmutter einen riesigen Fundus Diorkleider - aus jedem Jahrgang eines. Kat beginnt zu recherchieren und stößt dabei auf ein unglaubliches Familiengeheimnis.

Tatsächlich stammt dieses Hörbuch sogar nicht aus meinen bevorzugten Genres. Um historische Romane mit Kriegssetting mache ich einen Bogen. Der Klappentext hat mich so sehr gepackt, dass ich es einfach hören musste. Der Verweis, dass es sich hierbei um die wahre Geschichte von Catherine Dior handelte, trug definitiv dazu bei. Ich war einfach neugierig.

Skye und Libertie sind zwei ungleiche Schwestern, die bei ihrer alleinerziehenden Mutter aufwachsen. Früh lernt Skye das fliegen und ist da ganz in ihrem Element. Nicolas wohnt nebenan und die beiden werden schnell unzertrennlich und entdecken gemeinsam geheime Orte. Ihre Wege trennen sich jedoch, als Nicholas zurück in die USA geschickt wird. Jahre später begegnen sie sich in der britischen Armee und Nicholas ist tatsächlich mit der atemberaubenden Margot verlobt. Skye sieht nach vorne und will sich so nützlich wie möglich machen…

Ich mochte Skyes Figur sehr. Sie ist unglaublich mutig und selbstbestimmt für ihre Zeit. Sie ist tapfer und lässt sich nicht unterkriegen, dabei hat sie das Herz am rechten Fleck und achtet auf ihre Mitmenschen. Im Laufe der Geschichte entstehen unglaublich starke Freundschaften zwischen Frauen und das ist, bei dem was sie durchstehen mussten nicht verwunderlich.

Tatsächlich hatte ich zu Beginn des Buches keine Ahnung, wo die Reise hingehen würde, wenn ich gewusst hätte, dass auch Szenen in einem Konzentrationslager spielen würden, hätte ich wohl doch einen Bogen um das Buch gemacht. Ich war dann allerdings so in der Geschichte drinnen, dass ich mich dadurch zwang. Ich wollte am Ende wissen, was es mit den Kleidern und der Identität von Kats Großmutter auf sich haben würde. Kats Handlungsstrang im Jahre 2012, in dem sie einen Erfolgsautor kennenlernt und der sie zu ihrer Großmutter interviewen will, ist recht oberflächlich gehalten. Trotzdem bringt es am Ende alle Stricke zusammen und macht die Handlung rund.

Die Schwester von Christian Dior, Catherine, lernen wir im Laufe der Handlung als Nebenfigur kennen. Ihr Schicksal steht exemplarisch für die Protagonistinnen dieses Buches. Mir wird die Geschichte lange im Gedächtnis bleiben. Gleichzeitig war sie recht harter Tobak und ich konnte das Hörbuch definitiv nicht in einem Rutsch konsumieren. Es zog sich sogar recht lange, dabei macht die Sprecherin Elke Appelt einen sehr guten Job.

„Das Geheimnis der Dior Kleider“ von Natascha Lester ist ein Roman, der nachhallt, der wichtig ist und der nicht einfach zu ertragen ist. Deswegen möchte ich ihn unbedingt empfehlen.

4/5

Dienstag, 16. Januar 2024

Mehr erwartet | One of Six. Verrat von Kim Nina Ocker

 Ich hatte schon lange keinen Titel mehr im LYX-Programm ausgemacht, den ich wirklich lesen wollte. Dann begegnete mir das neue Buch von Kim Nina Ocker, dessen Klappentext mich sofort packte und den ich schließlich auch vorbestellte.


Luca kann ihr Glück kaum fassen als sie zum Eignungstest für den Job als Social Media Managerin in einem Luxus Skiressort eingeladen wird. Als eine von Sechs BewerberInnen darf sie ein paar Tage lang in dem Hotel ihr Können unter Beweis stellen. Die anderen Teilnehmenden sind eine hart Konkurrenz und als Luca Devan sieht, wird ihr ganz schnell klar, wer er ist. Bald schon häufen sich unerklärliche Ereignisse und Luca wird klar, irgendjemand hat es auf die Gruppe abgesehen.

Luca ist Studentin und möchte den Job aus finanziellen Gründen unbedingt ergattern. Sie macht einen bodenständigen und kompetenten Eindruck. Ansonsten kam sie ohne viele Ecken und Kanten aus, was man an meiner Beschreibung vielleicht auch merkt. Sie ist recht schwierig zu beschreiben, weil sie einfach nicht so viele Eigenschaften aufwies.

Devan hat sich durch Streamings auf Social Media schon einen Namen gemacht. Er möchte den Job, um Erfahrung in seinem Lebenslauf nachweisen zu können. Er tritt sehr selbstsicher auf und ist sich des Jobs eigentlich schon recht sicher. Tatsächlich hat er keine Ahnung, dass er und Luca sich schon einmal begegnet sind.

Trotzdem herrscht zwischen beiden direkt eine gewisse Anziehung, die ich während des Lesens nicht unbedingt nachvollziehen konnte. Beide sind Konkurrenten für den selben Job, wer würde da miteinander in die Kiste springen und riskieren, diesen nicht zu bekommen? Vor allem weil beide diesen auch unbedingt haben wollen und es keine magische Liebe auf den ersten Blick zwischen ihnen war.

Die Perspektiven wechseln ab und an zwischen den Beiden , was ich zugegebenermaßen nicht immer mitbekam und während des Lesens dann verwirrt war. Das müsste mein mittlerweile 4. Buch von der Autorin gewesen sein. Vom Stil her war es für mich nicht ihr stärkstes!

Das Setting empfand ich als sehr gelungen. Aufgrund von Umbauarbeiten ist das Skiressort für normale Besucher geschlossen, sodass die Sechs in luxuriöse Chalets einziehen. Allerdings hält die Freude nicht so lang an, denn ein Schneesturm zieht auf und legt alles lahm, was die Gruppe vor einige Herausforderungen stellt.

Das Buch hat fast 480 Seiten, die es einfach nicht gebraucht hätte. Es gibt viele Längen und die Handlung kann diese Seitenanzahl einfach nicht füllen. Ich hätte die Geschichte vielleicht für spannender empfunden, wenn sie locker 100 Seiten kürzer gewesen wäre.

Eine Sache ist mir noch negativ aufgefallen. Nun folgt ein Minispoiler: Die Gruppe findet einen Toten. Doch die Reaktionen darauf waren alles andere als glaubwürdig: gefühlskalt, wenig später wird gescherzt und gelacht. Die ganze Sache ist einfach abgehakt. Das empfand ich überhaupt nicht authentisch. Als ich einmal einen fremden Mann tot auffand, lag tagelang ein Gefühl der Bedrückung auf mir. Das kann man nicht nach 10 Minuten einfach so abschütteln.

Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut und musste leider feststellen, dass meine Erwartungen weit untertroffen wurden, was doppelt schade ist, denn bei meiner begrenzten Lesezeit sind mir Titel einfach lieber, die mich komplett abholen können. Die Geschichte passte vom Setting her perfekt in die Jahreszeit und ich wollte wirklich wissen, wer dahintersteckt und wie alles ausgeht, doch das wird erst im zweiten und finalen Band geklärt werden. Ob ich diesen noch lesen werde? Keine Ahnung, dafür war mir „One of six. Verrat“ einfach zu wenig.

3/5

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