Dienstag, 19. August 2025

Buchtipp | The Love that lies within von Mia Sheridan


Clara ist neu in New Orleans als sie von der Wunschmauer der Windisles Plantage erfährt. Jeder dort geäußerte Wunsch kann in Erfüllung gehen, wenn der Geist von Angelina einem wohl gesonnen ist. Also besucht Clara diese Mauer und wünscht sich etwas für ihren schwerkranken Vater. Was sie an der Mauer findet ist allerdings keine Erlösung, sondern ein Fremder mit einer faszinierenden Stimme, den sie von da an besuchen kommt.

Das Buch subbte schon unglaublich lange bei mir und ehrlicherweise hatte es auch keine sonderlich hohe Priorität, bis ich mich bei Instagram dazu beeinflussen ließ, endlich dazu zu greifen. Zu Beginn lernen wir Clara sehr gut kennen. Sie ist eine Ballerina und neu im Ensemble von New Orleans. Sie muss sich in der Stadt erst einmal zurecht finden und sucht Anschluss. Gleichzeitig hängt sie auch an ihrer alten Heimat, denn dort ist ihr alzheimerkranker Vater, der immer mehr verschwindet. Clara ist also in einer melancholischen Verfassung als sie zum ersten Mal an die Wunschmauer kommt. Sie ist fasziniert von dem alten Anwesen und würde gerne einen Blick ins Innere wagen. Da nimmt sie einen Menschen hinter der Mauer war.

Jonah versteckt sich seit Jahren in seinem Anwesen. Ein Anschlag, an dem er sich selbst die Schuld gibt, hat ihn entstellt. Kein Fremder soll ihn mehr zu Gesicht bekommen. Doch da spricht auf einmal eine junge Frau mit ihm und er lässt sich auf diesen Dialog ein.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Clara und Jonah erzählt, daher wissen wir von Anfang an, was dem erfolgreichen Anwalt passierte. An dieser Stelle gibt es keine Geheimnisse und wir können mitverfolgen, wie Jonah so langsam auftaut und beginnt sich mehr ins Leben außerhalb seiner Mauern zu wagen. Manchmal hatte das leicht unheimliche Stalkervibes, doch Jonah ist geläutert. Als Anwalt war er nicht immer auf der „Guten Seite“. Doch mittlerweile ist er ein guter Kerl, der aufgrund seiner Optik viele Unsicherheiten in sich trägt.

Die Liebesgeschichte der beiden klang erst einmal sehr schön, doch hatte mich die Umsetzung nicht emotional mitreißen können. Mir erschien es zu oberflächlich herausgearbeitet, warum zwischen ihnen nun so eine Anziehung besteht, die Jonah all seine Bedenken vergessen lässt. Mir ging das an der Stelle zu abrupt, sodass ich zuerst den Eindruck hatte, dass sich bei Jonah eine ungesunde Obsession entwickelt hätte.

Dann gibt es da noch den zweiten Handlungsstrang, der in der Vergangenheit spielte und die Geschichte des Sklavenmädchens Angelina erzählt, die die uneheliche Tochter des Herren von Windisle vor 150 Jahren war und sich in den angehenden Schwiegersohn des Hauses verliebt, deren Beziehung ein sehr tragisches Ende nahm. Ich fand dies etwas packender, allerdings konnte mich dieser Part auch nicht so ganz begeistern, weil die Autorin nicht genug in die Tiefe ging, um mich den Schmerz der Figuren spüren zu lassen.

Das war für mich das größte Manko der Geschichte und auch ein paar Kleinigkeiten waren für mich nicht stimmig. So spricht Clara mit einer Bibliothekarin, die um die 100 Jahre alt sein muss, aber immer noch arbeitet. Außerdem bekam Claras Arbeitskollege so viel Raum und man erwartet ihn als Bösewicht der Geschichte, doch sein Part blieb am Ende komplett aus. Das fand ich schon irritierend.

Ich hatte mir von Mia Sheridans „The Love that lies within” mehr erwartet, als ich am Ende bekam und das war wirklich schade, denn die Idee der Geschichte war wirklich besonders.

3/5

Mittwoch, 13. August 2025

Buchtipp | Cat People von Lea Melcher

 Auf Lovelybooks entdeckte ich einen vielversprechenden neuen Titel, der mich total neugierig machte und von dem ich das Glück hatte, ihn zu gewinnen. 


Mias Nebenjob ist es Katzensitterin zu sein. So verspricht sie sich gute Einnahmen und einen Nachtzuschlag als sie an Silvester auf die beiden niedlichen Kater einer älteren Dame aufpassen soll. Als sie es sich mit den Tieren gemütlich gemacht hat, steht auf einmal Alfie in der Tür, der auch für den Job angeheuert wurde. Keiner will auf den Lohn verzichten und so verbringen sie gemeinsam den Silvesterabend, an dem eine verrückte Geschichte ihren Lauf nimmt.

Dies ist eine Graphic Novel, die als kleines Hardcover und vollfarbig illustriert einen sehr guten ersten Eindruck macht. Die Illustrationen sind wunderschön und drücken ganz viel Gemütlichkeit aus. Katzenmenschen werden auch die typischen Eigenarten der Vierbeiner in dieser Geschichte wiedererkennen. Das hat mir gut gefallen. 

Mia ist vielleicht gerade 18 und versucht ihren Weg im Leben zu finden, sie hat gerade eine schmerzhafte Trennung hinter sich, von der wir allerdings nichts weiter erfahren. Diese Andeutung, die allerdings im Sand verläuft, hat mich etwas verwirrt zurückgelassen. Warum zeige ich es, wenn es gar keine Rolle für die Handlung spielt? Ansonsten blieb Mia etwas blass und ihre Charakterentwicklung am Ende, war erstaunlich, jedoch nicht im positiven Sinne. 

Die Graphic Novel nimmt inhaltlich eine etwas andere Wendung, die ein Cosy-Katzen-"Comic" nicht nötig gehabt hätte. Ich will an der Stelle nicht spoilern, muss aber sagen, dass ich das Ende echt doof fand. 

Daran hat unser Protagonist Alfie großen Anteil. Wir bemerken recht schnell, dass er ein paar Geheimnisse hat, erfahren aber erst am Ende, was es damit auf sich hat. Er ist recht kopflos unterwegs und nicht ehrlich zu Mia. Große Gefühle kommen da nicht auf. 

Lea Melcher hat die Graphic Novel "Cat People" selbst illustriert und geschrieben. Sie ist wirklich schön anzusehen, doch leider konnte mich der Inhalt nicht komplett begeistern. 

3/5

Sonntag, 3. August 2025

Hörbuchrezension | Fae Isles. Der Henker der Königin von Lisette Marshall



Ich weiß nicht, was es ist, ich stecke aktuell mitten im spicy Fae-Romantasy-Modus fest und könnte da eine Geschichte nach der nächsten lesen bzw. hören, ohne müde zu werden. Und so war ich echt froh, dass dieser neuer Titel schon bereit stand.

Emelin besitzt geheime, magische Kräfte, die sie unbedingt verbergen muss. In einem unbedachten Moment erwischt sie allerdings der skrupellose Henker der Faekönigin beim Wirken ihrer Magie. Anstatt sie zu töten, verschleppt er sie an den Hof der Fae. Was Emelin noch nicht wusste, ihre Magie ist von der Faekönigin ungebunden, was bedeutet, dass sie sie gegen die Königin einsetzen kann. Somit wird sie zur perfekten Waffe für Creon, der die Fae Isles endlich von der grausamen Herrscherin befreien kann.

Emelin wird nicht gerade in einem liebevollen Elternhaus groß. Ihre Eltern verbieten ihr alles was Spaß macht. Sie machen auch den Eindruck, dass Emelin ihnen unangenehm ist und bald wissen wir auch wieso. Emelin lässt sich allerdings nicht unterkriegen und neigt zu kopflosen Handlungen. Was mir bei Emelin total auffiel, war dass sie alles zerdenkt und sich mit ihren Gedanken immer wieder im Kreis drehte. Das fand ich ein wenig anstrengend.

Creon ist der Henker der Faekönigin und für seinen skrupellosen Ruf bekannt. Er führt ihre Aufträge aus. Was kaum einer weiß, er ist ihr Sohn und durch seine Magie an sie gebunden. Doch er will sie loswerden, dafür braucht er Emelin, die zunächst Angst vor ihm hat, aber nach und nach erkennt, dass Creon nicht mit dem gefährlichen Fae zusammenpasst, von dem sie immer hörte. Creon ist stumm und kann sie zunächst nur schreibend mit Emelin verständigen. Sie bringt ihm allerdings die Zeichensprache bei. Ich mochte beide zusammen und fand ihre Chemie sehr stark. Die Spannungen waren zum Greifen nah und in dieser Intensität hatte ich dies auch schon länger nicht mehr in einem Buch angetroffen. Das war definitiv ein großer Pluspunkt der Geschichte.

Das Worldbuilding hat mir auch richtig gut gefallen. Es gibt neben Fae auch Dämonen und die Thematik mit der Magie finde ich auch sehr spannend. Die Faekönigin ist eine epische Bösewichtin mit einer gut ausgearbeiteten Backgroundstory. Die Nebencharaktere waren spannend und die Geschichte hat mich wirklich mitgerissen. An ein paar Stellen hätte ich mir allerdings gewünscht, dass die Auflösung epischer ausfallen würde. Da hatte die Autorin sich ein wenig mit ihren Ideen zurückgehalten. Ich bin allerdings gespannt, was da noch kommen mag, denn es sind noch drei weitere Bände angekündigt, von denen ich hoffe, dass sie auch als Hörbuch erscheinen werden.

Der erste Teil umfasst über 14h und wurde von Corinna Dorenkamp eingelesen, die ich bereits aus vielen anderen Produktionen kenne. Ihre Interpretation der Faekönigin war super nervig, aber auch super passend zu deren Charakter.

„Fae Isles. Der Henker der Königin“ von Lisette Marshall ist der erste Band einer epischen Reihe, die von der Spannung zwischen den ProtagonistInnen lebte. Die Geschichte wurde packend erzählt, ich denke, es gibt aber noch Luft nach oben, was das Überraschungspotenzial anbelangt.

4/5

Donnerstag, 31. Juli 2025

Hörbuchrezension | Never trust your fake husband von Ally Carter

 


Es schneit in Paris als eine junge Frau auf den Straßen der französischen Hauptstadt erwacht und mitten in eine Verfolgungsjagd gerät. Das ist schon problematisch, noch schlimmer ist allerdings, dass sie sich an nichts erinnern kann. Nicht mal an ihren Namen. Dann taucht ein Geheimagent zu ihrer Rettung auf. Um ihr Leben zu retten, zu entkommen und die Tarnung zu wahren, geben sich beide als frisch verheiratetes Pärchen in den Flitterwochen aus. Doch das kann nur so lange funktionieren, wie ihre vergessene Identität nicht ans Licht kommt.

Ich hatte einige positive Stimmen zum Buch gehört und wurde daher total neugierig auf den Titel. Von Cover und Klappentext her, hätte ich vielleicht nicht zum Buch gegriffen und dann hätte ich definitiv eine Menge verpasst.


Das Buch beginnt super spannend, denn wir stecken direkt in einer rasanten Actionszene, es ist kalt, super gefährlich und wir sind genauso ahnungslos wie unsere Protagonistin, aus deren Perspektive (neben der des Protagonisten) die Geschichte erzählt wird. Sie kann sich an absolut gar nichts erinnern und wir wissen auch nicht wieso. Geheimagent Sawyer meint in ihr zuerst seine Kollegin Alex gefunden zu haben, deren Geschichten über eine Zwillingsschwester er immer für fake hielt.

Sawyer ist ein sehr tougher Protagonist, der als Geheimagent einige unkonventionelle Wege weiß, Leute auszuschalten. Wir wissen auch nicht so richtig, ob wir ihm trauen können, denn wir kennen am Anfang seine Gedanken über Alex. Wir wissen auf jeden Fall, dass ihn seine Vergangenheit plagt und er Thematiken hat, über die er mit seiner Fake-Ehefrau nicht sprechen möchte. Und das sollte auch nicht weiter verwunderlich sein, denn sie ist schließlich eine Fremde für ihn. Ich fand allerdings verwunderlich, wie er nach drei Tagen über sie dachte. Das ging super schnell für jemanden, der berufsbedingt wohl niemandem trauen kann. Das war allerdings der einzige Moment, wo ich über das Buch die Stirn runzeln musste. Ansonsten hat es mich unglaublich unterhalten.


Unsere Protagonistin ist so witzig und diesen ganz besonderen Charme verliert sie in keiner Situation! Man merkt auch recht schnell, dass sie ein Buchmensch sein muss, da sie von Tropes spricht und andere Vokabel aus der Bücherwelt nutzt. Sie betrachtet die Handlung, in der sie steckt als Plot und wird immer wieder damit konfrontiert, dass sie mitten drin steckt und nicht weiß, was eigentlich los ist.

Das alles war so witzig, packend und spannend gemacht, dass die Geschichte einfach einen riesigen Spaß bereitet. Ich bin so froh, dass im englischen ein zweiter Teil mit Alex angekündigt wurde und hoffe, dass dieser ganz bald auch auf Deutsch erscheinen wird.


Ich habe die Geschichte als Hörbuch genossen. Es umfasst nicht ganz 11h und wurde von Tim Gössler und Johanna Zehendner eingesprochen. Die beiden haben einen so dermaßen guten Job gemacht. Gerade die Sprecherin hat so viel Leben in die Dialoge hineingebracht, dass es einfach noch unterhaltsamer wurde. Ich habe es geliebt!

 

Ich bin ganz begeistert von „Never trust your fake husband“, dass ich die Geschichte so schnell nicht vergessen werde. Ally Carter hat da ganz großes Kino abgeliefert, das definitiv besser ist als eine Action-Komödie auf Netflix!

 

5/5

Mittwoch, 30. Juli 2025

Hörbuchrezension | The Wind Weaver von Julie Johnson

 


Rhyas Leben besteht aus einem ewig wehrenden Versteckspiel. Sie ist ein Halbling und trägt ein Mal auf der Brust, welches niemand zu Gesicht kriegen darf. Dann wird sie gefangen genommen und bevor der gefürchtete General Scythe ihr Todesurteil vollstrecken kann, erblickt er ihr Mal und entführt sie in ein anderes Königreich.

Ich finde die Aufmachung des Buches wirklich schön. Ich hatte es einmal in der Buchhandlung in der Hand. Hätte ich aufgrund des Covers so eine Geschichte vermutet? Nicht wirklich. Ich weiß nach Beendigung des Buches tatsächlich auch nicht, was es mit dem Vogel auf sich hat, der das so omnipräsent erscheint.

Ich hatte eine Romance Geschichte von der Autorin gelesen und fand diese nicht ganz so gelungen. Daher waren meine Erwartungen an das Buch nicht ganz so hoch und ich war dafür umso überraschter, wie gut mir der Einstieg in die Geschichte gefiel. Wir haben nicht viel Vorgeplänkel und befinden uns direkt in der Szene, die im Klappentext beschrieben wurde und das fand ich wirklich erstaunlich. Wir sind direkt in der Geschichte und erfahren trotzdem alles, was wichtig ist.

Rhya wurde bei einem Heiler groß, der ihr alles Wichtige beibrachte und sie behütete. Er wusste um die Bedeutung ihres Mals. Rhya ist halb Mensch und halb Fae, wird somit gejagt. Was sie allerdings noch nicht weiß, ist, dass sie als eine von 4 Fae Elementarmagie wirken kann und über große Kräfte verfügen kann, wenn diese sich vereinen. Rhya ist eine sehr liebenswürdige und aufopferungsvolle Figur. Das machte sie zu einer sehr sanften Protagonistin.

Ich mochte es, ihre Geschichte zu verfolgen, denn gerade am Anfang machte die Autorin in meinen Augen einiges richtig, was die Handlung mit dem männlichen Protagonisten anbelangte. Es gab knistern, allerdings werde ich wohl kein Fan von wahnsinnig „slowen burn“. Es lag so viel Spannung im Laufe der Geschichte in der Luft doch bis zum Ende passiert kaum etwas und das war ein wenig frustrierend.

Dafür hatte mich die restliche Handlung mit den Königreichen und der Elementarmagie sehr gut unterhalten und bei der Stange halten können. Das ganze Worldbuilding gefiel mir richtig gut und ich hatte eine beständiges Kopfkino während des Hörens.

Was mich ein wenig störte, war, dass die Geschichte bis kurz vor Schluss recht seicht erzählt wurde, auf den letzten wenigen Seiten wurde der Spannungsbogen dann richtig überspannt, so dass ich kaum hinterher kam. Das hätte für mich gerne ein wenig ausgewogener sein dürfen. Es endet auf jeden Fall spannend und mit meinem Zweifel, ob Rhya und der Protagonist tatsächlich Endgame sein werden.

Das Hörbuch umfasst über 16h und wurde von Rebecca Veil eingelesen, der ich sehr gerne lauschte. Ich hoffe, die beiden weiteren Teil werden auch als Hörbuch erscheinen.

„The Wind Weaver“ von Julie Johnson hat mich zu großen Teilen sehr gut unterhalten. Das Worldbuilding ist toll und es herrscht viel Knistern in der Luft. Allerdings war es für mich nicht rundum perfekt, daher bekommt die Geschichte nicht die volle Wertung von mir.

4,5/5

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