Sonntag, 27. Mai 2018

Buchtipp | Wie man die Zeit anhält von Matt Haig

Auf Vorablesen habe ich mal wieder ein Buch für mich entdeckt, dessen Klappentext mich so neugierig machte, dass ich es unbedingt haben musste!


Tom Hazard sieht aus wie 40, doch fühlen tut er sich wie 440, denn das ist sein wahres Alter. Tom hat einen Gendefekt und altert viel langsamer als die anderen Menschen. Das macht sein Leben ziemlich einsam, denn mit dem Verlieben geht auch die ständige Angst einher für immer zu verlieren. Als Tom seine Lehrerkollegin Camille kennenlernt, schwankt sein Entschluss für immer allein mit seinem Geheimnis zu leben...

Ich hatte bisher noch kein Buch von Matt Haig gelesen. Da ich allerdings wahnsinnig gerne Romane lese, in denen mit der Zeit gespielt wird, musste ich es auf einen Versuch ankommen lassen. Denn die Geschichte klang einfach nach allem, was ich liebe. Ich freute mich darauf zu erfahren, was hinter Toms Alter steckt, welche Ereignisse er in seinem langen Leben schon erlebt haben muss und ich wünschte mir eine epische Liebesgeschichte herbei.

Schon auf den ersten Seiten ist mir aufgefallen, was für einen schönen, leicht philosophischen Schreibstil Matt Haig hat. Jede Pointe saß und so entstanden ein paar große und wichtige Aussagen.

Tom ist ein Protagonist, dessen Besonderheit gleichzeitig wie ein Fluch ist, denn er kann nie lange Zeit mit Menschen zusammenleben, schon gar nicht sich öffnen. Aufgewachsen zur Zeit der Hexenverfolgung, wurde diese Toms Mutter zum Verhängnis. Getrieben von der Angst wieder für den Tod eines geliebten Menschen verantwortlich zu sein, zieht Tom umher. Bis er seiner ersten großen Liebe Rose begegnet.

400 Jahre später denkt Tom oft an diese Zeit zurück und das erleben wir mit. Die Perspektiven springen von der Londoner Gegenwart zu den unterschiedlichen Zeiten umher. Mir fiel es schwer, mich da ganz auf die Geschichte einzulassen, denn kaum waren wir erzählerisch in einer Zeit angekommen, sprangen wir auch schon wieder zurück in eine andere.

 Hauptsächlich halten wir uns in Toms ersten Jahren auf, wo er auch Shakespeare kennenlernte. Das fand ich ziemlich cool, auch wenn ich erwartet hatte, dass viel häufiger Anekdoten von Ereignissen und Persönlichkeiten einfließen würden. Doch den Wunsch erfüllte mir der Autor leider nicht.
Dafür erfand er eine Gesellschaft, die aus anderen Menschen besteht, die wie Tom sind und einander aufspüren. Damit hatte ich nicht gerechnet, da ich nach dem Klappentext davon ausging, dass Tom ein Einzelfall sei.

So nahm der Handlungsstrang um die Gesellschaft einen sehr großen Anteil, was leider auf Kosten der Liebesgeschichte ging. Hier hatte ich mehr erwartet, Camilles Stellenwert für die Geschichte ist verschwindend gering und ihre Liebesgeschichte kaum existent gewesen. Der Klappentext hat bei mir die falschen Erwartungen diesbezüglich geweckt. Eigentlich ist Tom im Laufe des Buches auf der Suche nach einer anderen Art von Liebe aus seiner Vergangenheit. Doch an der Stelle möchte ich nicht mehr verraten, weil es eine der wenigen Überraschungen des Buches war, welche aber auch recht früh in der Handlung enthüllt wird.

Die Idee hinter "Wie man die Zeit anhält" und Matt Haigs Schreibstil machen das Buch zu etwas besonderem. Allerdings war es leider nicht so überzeugend und episch, wie ich das von ihm erwartet hatte.

4/5

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