Sonntag, 20. Juni 2021

Buchtipp | Durch die Nacht und alle Zeiten von Eva Völler

 Ich hatte mich riesig gefreut, als ich sah, dass es etwas neues im Jugendbuchbereich von Eva Völler gibt, denn das bedeutete höchstwahrscheinlich: Zeitreisen. Und sie sollte mich nicht enttäuschen...


Loreley nimmt mit ihren Eltern und Schwester Mia einmal an einem Wochenende im Jahr an Reenactments teil. Ihr Vater liebt es die alte Schlacht England/Preußen gegen Napoleon nachzustellen. An so einem Wochenende begegnet ihr ein englischer, junger Mann in Militäruniform im Wald. Nicht wirklich ungewöhnlich zu so einem Schauspiel, doch Thomas behauptet felsenfest, dass er tatsächlich aus dem Jahr 1813 ist und nicht nur da um zu spielen. 

Das Cover ist wirklich ein romantischer Hingucker und hatte schon meine volle Aufmerksamkeit, bevor ich damals wusste, dass die Geschichte von Eva Völler ist.

Die Geschichte startet mit dem Beginn des Reenactments in der Nähe des berühmten Loreleyfelsens. Unsere Protagonistin hat daher auch ihren Namen, denn ihre Eltern lernten sich damals dort kennen. Von allen wird sie allerdings meistens Lori genannt. Auf jeden Fall ein ungewöhnlicher Name, der sich in dem ganzen immer gleichen Einheitsbrei gut abzusetzen wusste. Lori ist so ein bisschen die typische Eva Völler Protagonistin und erinnerte mich oft an Anna aus der Zeitenzauberreihe. Ich mochte sie, weil sie mutig, clever und emotional war.

Thomas ist als Leutnant der englischen Armee schon schlachtenerfahren, so kämpfte er bei Leipzig gegen die französischen Truppen. Jetzt soll er bei einer Verschwörung gegen Napoleon helfen. Jedoch gerät er zusammen mit ein paar französische Soldaten in Loreleys Gegenwart und läuft ihr prompt im Wald über den Weg. Lori glaubt ihm natürlich kein Wort und glaubt er sei ein Spinner. Einige unglückliche Umstände mit den verfeindeten, französischen Soldaten überzeugen sie allerdings vom Gegenteil.

Die Thematik fand ich sehr spannend, denn es hatte dieses Mal nichts romantisches, sondern war brenzlig und gefährlich. Die napoleonischen Feldzüge erschüttern Europa und so ist Thomas ein sehr ernster Protagonist, der keine Flausen im Kopf hat und immer auf der Hut ist. Ich mochte ihn ganz gerne, fand allerdings, dass er ruhig mehr Raum hätte bekommen können, da er ein wenig blass blieb.

Die Handlung ist durchaus spannend und ich flog nur so durch sie hindurch. Das war ein großer Pluspunkt und auch mein zeitreiseliebendes Herz fand seine Erfüllung. Ich fand es auch interessant, dass sich Eva Völler mit der Frage befasste, ob und wie die Ereignisse der Vergangenheit die Gegenwart beeinflussen können.

Was ich nicht ganz so gut durchdacht fand, war der Umstand, wie die Figuren durch die Zeit reisen konnten und was es dabei mit Loreleys eigenartiger Gabe auf sich hatte. Das wurde nie geklärt und war daher eher unglaubwürdig für mich geblieben.

Dennoch gefiel mir "Durch die Nacht und alle Zeiten" richtig gut. Endlich gab es neues von Eva Völler im Jugendbuchbereich. Interessante, spannende und romantische Jugendbücher sind einfach ihre Stärke und so war auch dieses mit ein paar Abzügen ein Lesegenuss.

4/5

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Bitte beachte!

Durch das Kommentieren eines Beitrags werden automatisch über Blogger (Google) personenbezogene Daten wie Name, Email und IP-Adresse erhoben. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben.

Beim Senden eines Kommentars werden diese Daten gespeichert. Mit dem Abschicken des Kommentars erkärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Informationen findest Du in der DATENSCHUTZERKLÄRUNG.