Donnerstag, 8. Februar 2018

Gescheitert | Wonder Woman. Kriegerin der Amazonen von Leigh Bardugo

Ich bin ja immer Feuer und Flamme, wenn es auf Vorablesen coole neue Jugendbücher gibt. So stand schnell fest, dass ich meine Wunschbuchpunkte für den ersten Teil der DC-Icons-Reihe einlösen würde. Dabei bin ich gar kein Comic- bzw. SuperheldInnen-Fan. Daher sei mir auch Supergirl auf meinem Foto verziehen. ;) Doch die Kombination aus der Autorin und einer sehr starken Protagonistin war einfach unwiderstehlich. Warum ich meine gesammelten Punkte lieber doch gespart hätte, erfahrt ihr hier...


Diana verbrachte ihr gesamtes Leben auf der abgeschiedenen Amazoneninsel Themyscira. Sie würde gerne die Welt sehen und Abenteuer bestehen, doch alle halten sie dafür noch nicht gereift genug. Als sie eines Tages ein Mädchen von einem Schiffsunglück rettet und sich herausstellt, dass sie damit eine gefährliche Kriegsbringerin vor dem Tod bewahrt hat, beginnt Dianas erste Aufgabe. Gemeinsam mit Alia macht sich Diana auf dem Weg nach New York, um den Kriegsbringerinnen-Bann zu lösen.

Ich bin komplett ohne Vorwissen an das Buch herangegangen. Ich habe weder Comics zu Wonder Woman gelesen, noch den Film gesehen. Zu Beginn des Buches wird ganz kurz umrissen, dass Diana eine Amazone ist, die vor der Menschheit verborgen mit ihren Artgenossinnen auf einer Insel lebt. Diesen Teil der Geschichte fand ich sehr interessant und hätte gerne auch mehr erfahren. Es werden ein paar andere Amazonen eingeführt, ohne jedoch allzu viel von ihnen zu verraten. Dafür geht es mit der Handlung recht schnell voran.
Die 16-jährige Diana rettet die gleichaltrige Alia aus dem Meer und versteckt sie in einer Insel. Die anderen Amazonen dürfen nichts von ihr erfahren, da es Alias Tod und Dianas Verbannung bedeuten würde. Dass Alia eine Kriegsbringerin ist, eine Nachfahrin Helenas von Troja, findet Diana schnell heraus, auch dass sie den Bann in einer griechischen Quelle auflösen können, ist schnell klar. Mich störte, dass schon in den ersten Kapiteln die Rahmenhandlung der ganzen Geschichte klar war. Mir fehlten die Entdeckungen und Überraschungen.

Doch zuerst verschlägt es die beiden nach New York, wo wir die Nebencharaktere kennenlernen. Nim und Theo sind Freunde von Alia und deren Bruder Jason. Die Gruppe bringt frischen Wind in das Geschehen, das war nur bedingt gut. Mir gefiel die Gruppendynamik, doch konnte ich die etwas nervigen Teenieprobleme in den lebensbedrohlichen Situationen nicht nachvollziehen. Die waren einfach nur unpassend und hielten das Geschehen auf.

Ich hatte das Gefühl, dass die Charaktere nicht 100%ig konsequent ausgearbeitet wurden. Diana ist als Amazone fast unbesiegbar, sie funktioniert hauptsächlich und erledigt all ihre Aufgaben, ohne viel zu reflektieren. Mir fehlten an ihr die Emotionen. Sie ist zum ersten Mal in der Zivilisation nimmt aber alles Neue einfach hin und passt sich an. Das war langweilig, Diana war langweilig. Ihr fehlten einfach die Ecken und Kanten.
Ein weiteres Problem hatte ich mit Alias Bruder Jason. Seine Charakterentwicklung war die einzige große Überraschung des Buches. Doch nach dem Schock stellten sich die Ungereimtheiten ein. Was sich die Autorin ausgedacht hatte, war total an den Haaren herbeigezogen und einfach nicht stimmig!

Dies war mein erster Roman von Leigh Bardugo. Sie wird für ihre Jugendbücher ja sehr gefeiert, allerdings glaube ich, dass sie sich mit der Auftragsarbeit zu Wonder Woman keinen gefallen getan hat. Mich konnte sie hier nicht mit ihrem Schreibstil beeindrucken. Viele Beschreibungen waren leidenschaftslos und undurchdacht. Sie schaffte es einfach nicht, in meinem Kopf Landschaften und Szenen entstehen zu lassen. Das fand ich sehr schade. Auch der überhastete Abschluss der Geschichte, hinterließ bei mir den Eindruck, als wäre sie froh gewesen, endlich mit den Charakteren abschließen zu können.

"Wonder Woman. Kriegerin der Amazonen" von Leigh Bardugo ist der erste Teil der DC-Icons-Reihe, die namhafte AutorInnen zusammenbrachte, um die Anfänge von Superhelden neuzuerzählen. Beim Einstieg ist dies leider nur bedingt gut gelungen. Dafür freue ich mich, wenn sich Ende des Jahres Sarah J. Maas an Catwoman versuchen wird.

3/5

Kommentare:

  1. Hey Laura :)

    Bei dem Buch hab ich auch überlegt, ob ich mich bei vorablesen bewerbe (die haben aktuell ja so selten Jugendbücher). Aber ich habs dann doch gelassen.
    Anscheinend habe ich ja (leider) nicht viel verpasst ...

    Ich kenne von der Autorin die Grischa-Trilogie und die fand ich wirklich gut.

    Ich hab eben mal gegoogelt, wer die anderen Geschichten zu den Comic-Helden schreibt ... da tauchen ja einige bekannte Namen auf - Sarah J. Maas, Marie Lu ... vielleicht werden die Geschichte ja besser.
    Die Infos hab ich übrigens von hier

    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Hi Andrea,
      Ja das stimmt, richtig große Jugendbuchtitel sind bei Vorablesen selten. Daher gebe ich für sie gerne mal meine Punkte aus. Leider lohnt sich das nicht immer.
      Die anderen Bücher und Autoren waren auch schon im Buch zu finden. Sarah J. Maas und Catwoman werde ich mir nicht entgehen lassen.

      Liebe Grüße Laura :)

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    2. Ich hab nie genug Punkte, dass ich sie einlösen könnte^^ und ansonsten hab ich bei den Auslosungen meistens kein Glück.

      Ah okay ... ich bin ja nach wie vor etwas skeptisch. Wenn da so große Namen schreiben, hab ich auch entsprechend Erwartungen ...

      LG Andrea

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    3. Ich habe zum Glück immer recht regelmäßig Glück und liebe Vorablesen einfach! <3
      Ich hoffe, Sarah J. Mass hatte mehr Lust auf diese Auftragsarbeit.

      Liebe Grüße
      Laura

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