Montag, 2. März 2020

Flop | Der Bestseller von Nadine Stenglein

Auf Lovelybooks entdeckte ich ein Buch, dessen Idee mich faszinierte. Als ich das Glück hatte für die Leserunde ausgelost zu werden, hatte ich nicht erwartet, dass der Titel leider eine Enttäuschung werden würde.


Audrey verlor ihren Vater bei einem Anschlag. Er war ein gefeierter Bestseller-Autor mit vielen Fans. Jahre später erscheint ein Werk, dass seine Handschrift zu tragen scheint, denn Audrey erkennt so viele Parallelen und Ideen von ihrem Vater wieder. Doch dieser ist doch tot, wer hat dann den neuen Bestseller geschrieben?

Ich lese eigentlich selten Thriller, dennoch habe ich das Gefühl, dass ich in diesem Jahr schon mehr davon las als im kompletten letzten Jahr. Auch hier faszinierte mich der Klappentext und ich hoffte, dass die Idee gut umgesetzt war. Sie ist ungewöhnlich und sprach mich damit direkt an. Die Vorstellung ist einfach auch abgedreht.

Audreys Vater ist ermordet wurden und das war für sie und ihre Mutter ein so gewaltiger Schock, dass sie ihn noch lange nicht verarbeitet haben. Dann erscheint da dieses Buch und Audrey kommt es so vor, als bekäme sie dadurch Botschaften aus dem Jenseits. Der Bestseller wurde unter einem Pseudonym veröffentlicht von em niemand weiß, wer dahinterstecken könnte.

Audrey recherchiert also auf eigene Faust und bekommt dabei Unterstützung von einem Kollegen, der bald mehr für sie werden wird. Was schnell klar wird, ist, dass Audreys Vater nicht nur Fans hatte.

Das Buch hatte alle Voraussetzungen, um ein richtiger spannender Thriller zu werden. In meinem Augen ist die Geschichte leider meilenweit daran vorbeigeschrammt.

Ich hatte von Anfang an große Probleme mit dem Schreibstil der Autorin. Er war einfach nicht ausgereift und erschien in großen Teilen zu aufgesetzt und unauthentisch. So driften die Dialoge und Audreys Gedankengänge zu oft in den unmöglichsten Situationen in romantisiertes Geschwafel ab. Das hat mich beim Lesen des Öfteren rausgebracht.
Ich hätte mir für die Erzählung einfach mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Der große Bösewicht heißt Mister X und das sagt wohl viel über den vorhandenen Ideenreichtum aus...

Audrey und Brian, ihr Kollege, geraten sehr schnell in eine Liebesbeziehung, die ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte und zunächst fehl am Platz erschien. Im Laufe des Buches bekommt alles mehr Sinn. Dennoch waren beide super eigenartig zusammen. Ich dachte mir ganz oft: "So redet und agiert doch niemand" in den jeweiligen Augenblicken.

Leider konnte es die Handlung auch nicht mehr herausreißen. Zu früh ist klar, was eigentlich passiert ist und wer hinter allem steckt. Für einen Thriller ist das natürlich tödlich!

"Der Bestseller" von Nadine Stenglein hat mich mit seiner ungewöhnlichen Idee angelockt und schließlich eiskalt abgeschreckt. Ich hatte mit den unauthentischen Charakteren und einem unausgereiften Schreibstil zu kämpfen. Außerdem möchte ich bei einem Thriller wirklich nicht schon ahnen, was wirklich passiert ist.

2/5

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