Mittwoch, 28. März 2018

Hörbuchrezension | Wenn Martha tanzt von Tom Saller

Dank Vorablesen ist das Hörbuch zu einer wahnsinnig interessanten Geschichte bei mir eingezogen, deren Genre weit ab von meinem Lesegeschmack lag, aber dennoch mein Interesse sofort weckte. Warum, erfahrt ihr hier...


Martha ist jung als sie in den Zwanziger Jahren als eine der ersten StudentInnen am Bauhaus in Weimar zu studieren beginnt. Eine aufregende Zeit voller Künste und beginnenden Gräuel steht ihr bevor.
2001 fliegt ihr Urenkel nach New York um Marthas Tagebuch voller Zeichnungen von Kandinsky, Klee und Feininger versteigern zu lassen. Es ist Millionen wert, doch birgt es nicht das Geheimnis, warum sich Marthas Spur auf der Flucht vor den Nazis verlor...

Das ungekürzte Hörbuch fasst 7h und wurde von Barnaby Metschurat und Anne Ratte-Polle eingelesen. Mir persönlich gefällt es immer sehr gut, wenn mehrere SprecherInnen am Werk sind. Beide haben eine sehr angenehme Stimme, welche unaufdringlich und atmosphärisch die Geschichte erzählte.

Das Buch umfasst zwei Handlungsstränge. Der Erste spielt 2001 in New York als Thomas das Tagebuch seiner Urgroßmutter versteigern lässt. Es wechselt anonym für 45 Millionen Dollar den Besitzer. Am Abend soll er schließlich die Meistbietende kennenlernen.

Den größten Part macht allerdings Marthas Lebensgeschichte aus. Sie wurde 1900 in Pommern geboren. Als Tochter von Musikern hat sie allerdings eine andere Begabung geerbt. Diese findet sie in ihrer aufregenden Zeit am Bauhaus in Weimar. Doch mit dem Aufschwung der Nationalsozialisten nimmt Marthas Leben eine neue Wende.

Meine Schwester studierte am Bauhaus in Weimar, daher kenne ich die Stadt ein wenig. Außerdem interessiere ich mich sehr für Kunst und die Lebensgeschichte von Künstlern. Daher war ich sofort Feuer und Flamme für diese Geschichte.
Der Beginn des Buches mit Marthas Kindheit in Pommern war ein wenig müßig. Dafür liebte ich umso mehr den Abschnitt in Weimar. Was mir daran besonders gut gefiel war, dass Tom Saller historische Persönlichkeiten, die mit dem Bauhaus verbunden sind, natürlich auch in seine Geschichte übertrug. Das war so spannend und clever erzählt, dass es mich sehr faszinierte. Dafür liebe ich diesen Roman. Ich fand es auch sehr gut, dass er zwischen den Kapiteln historische Fakten der Handlungszeit aufführte.

Mit den Figuren wurde ich nicht immer warm, aber das muss ich bei solch einem Roman auch nicht. Ich beobachte einfach, was sie tun. Wie sich die Figuren der Vergangenheit schließlich mit den Geschehnissen 2001 verwoben, fand ich gut. Auch wenn die Konstellationen der Charaktere für mich sehr vorhersehbar war. Das Buch konnte mich jedoch einmal sehr überraschen.

"Wenn Martha tanzt" von Tom Saller ist ein außergewöhnliches und interessantes Debüt, welches von einer unglaublichen Lebensgeschichte erzählt. Das Hörbuch bereitete mir eine Gänsehaut, daher kann ich es nur weiterempfehlen.

4/5

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