Montag, 3. Juni 2013

Jane Eyre

Die BBC macht das Lesen überflüssig?

 Die Waise Jane Eyre wird aufgrund ihres "bösen Blutes" von ihrer Tante in ein gestrenges Internat gesteckt. Dort wurde sie erwachsen und arbeitete als Lehrerin bis sie durch ein Inserat nach Thornfield Hall kam, um dort die Gouvernante des Mr. Rochester zu werden. Bald erkennen beide, dass sie seelenverwandt sind. Doch Rochesters Geheimnis droht alles zu zerstören.

Ich muss gestehen, dass ich die Romanvorlage von Charlotte Bronte noch nicht gelesen habe, doch konnte ich der BBC – Verfilmung problemlos folgen. Schließlich ist die BBC dafür bekannt ihr britisches Literaturgut tadellos umzusetzen. Mich würde jedoch interessieren, ob Charlotte Bronte in ihrem Werk auch so einige freizügige Szenen vorgesehen hatte, oder ob unter anderem die vielen wirklich ansehnlichen Filmküsse dazugedichtet wurden sind.
Auch in "Jane Eyre" ist der BBC wieder ein Meisterstück gelungen, welches durch tolle Kulisse, authentische Kostüme und überragende Schauspieler glänzt.
Allen voran Toby Stephens als Edward Rochester, der den tragischen Helden zum niederknien verkörpert und mit seiner gepeinigten, geheimniskrämerischen Art mein Herz höher schlagen ließ. Sein perfekter Gegenpart ist Ruth Wilson, die als Jane Eyre besetzt wurde. Zwischen den beiden stimmt die Chemie und sie schafften es tatsächlich mich komplett zu fesseln, was nicht gerade leicht ist. Besonders toll fand ich das leichte Geplänkel zwischen ihnen und gerade die vorletzte Szene am Fluss, wo sie sich fast wie ein altes Ehepaar aufführen, ist eines der absoluten Highlights der Verfilmung. Die goldrichtige Besetzung der beiden Schauspieler macht für mich den Film aus und ist meiner Meinung nach auch die attraktivste Paarung der Jane Eyre – Verfilmungen.
Positiv aufgefallen ist auch die Darstellerin der jungen Jane Eyre,Georgie Henley, welche zu Recht zu den englischen Top(kinder)stars zählt und in Filmen, wie die Narnia Trilogie oder "eine verflixte Nanny" bereits zu sehen war.

Ich habe überhaupt gar nichts an dieser Verfilmung auszusetzen und endlich einmal verinnerlicht, wie man Eyre richtig ausspricht, nämlich wie das englische Wort für Luft "air." Diese Miniserie ist einfach so schön dramatisch, romantisch und ein wenig unheimlich, dass ich mir wünschte, die ganze Geschichte hätte sich tatsächlich so zu getragen und ist nicht nur Fiktion.

PS: Mich würde mal interessieren, ob die neue Verfilmung mit Mia Wasikowska und Michael Fassbender es tatsächlich geschafft hat all die Handlung in 90 Minuten unterbringen zu können, wobei ich bezweifele, dass diese Version jemals übertroffen werden kann.
Wertung 5/5

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