Samstag, 1. Juni 2013

"Faunblut" von Nina Blazon

Willkommen in einer anderen Welt!

Jade mit den flussgrünen Augen begegnet Faun, welcher den Geruch von Moos und Schnee an sich trägt, in einer Stadt jenseits vom Hier und Jetzt. Jades Heimatstadt erzittert unter der Herrschaft einer mysteriösen Lady, die ihren Wein bevorzugt mit Asche trinkt. Aufständische Truppen machen sich bereit zum Gegenschlag und ein skrupelloser Jäger nistet sich in Jades Zuhause ein. In seiner Begleitung ist der ebenso seltsame Faun. Schnell fliegen die Fetzen zwischen den beiden so ungleich scheinenden Protagonisten, doch bald müssen sie erkennen, dass in einer Heimat voll Gewalt und Chaos das einzige Heim beieinander zu finden ist. Sie entdecken ihre Geheimnisse, verlieren sich jedoch wieder im Kampf um die sagenumwobenen Echos, denn sie kämpfen nicht auf der gleichen Seite.

Nina Blazon, eine deutsche Autorin, schuf mit "Faunblut" eine Fabelwelt, in der sie beweist, dass sie die große Konkurrenz in Sachen Fantasieliteratur aus den USA nicht scheuen braucht. Sie bedient sich den bildhaftesten Beschreibungen und schafft es phantastische Bilder vor dem inneren Auge des Lesers entstehen zu lassen. Die poetischen Momente sowie die wunderschönen Details durchziehen die dunkle Atmosphäre der Handlung und  macht "Faunblut" zu etwas Zauberhaftem.
Einziger Wehrmutstropfen: Nina Blazon spannt den Spannungsbogen so gekonnt und straff, dass der große Aha- Effekt am Ende des Buches ausbleibt und das letzte Kapitel im Vergleich zu den Vorangegangenen sang- und klanglos untergeht.
Doch wer in andere Sphären eintauchen möchte und auch eine schöne Liebesgeschichte nicht scheut ist mit "Faunblut" gut beraten.

Wertung 4/5

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