
Ohne große Erwartungen bin ich an diese Disney Produktion herangegangen. Es ist eher müßig und sinnlos zu diskutieren, ob diese Produktion an den Filmklassiker Der Zauberer von Oz (Classic Collection) herankommt, da beide unter ganz anderen Umständen und Vorraussetzungen ' eben mit 70 Jahren Unterschied in der Entwicklung der Filmindustrie ' gedreht wurden.
Genau gesagt erzählt Regisseur Sam Raimi nun die Vorgeschichte ebenjenes Zauberers. Ich war überrascht wie viele kleine Details als Anlehnung an den Streifen von 1939 eingefügt wurden. Es beginnt schon damit dass die ersten Minuten des Filmes in Schwarz ' Weiß zu sehen sind. Der Illusionist Oscar (James Franco) befindet sich in Kansas, gibt eine Vorstellung und verärgert einen anderen Darsteller des Wanderzirkus, da er ein kleiner Frauenheld ist. Die Kulisse ähnelt sehr der von 1939 und erscheint bewusst sehr altmodisch und leinwandartig. Oz gerät in einen Tornado und gelangt auf gleiche Art wie Dorothy zuvor in das fabelhafte Reich Oz.
Dann beginnt für den Zuschauer eine grandiose Farbexplosion. Tosende Wasserfälle, riesige Blüten, Städte aus Porzellan und Smaragden, rosafarbene Wolken, Bäume aus Schmetterlingen, düstere Wälder, lebendige Porzellanpüppchen, niedlich Kostüme' die Reihe könnte jetzt ewig so weiterlaufen um zu verdeutlichen, dass die Macher nicht an Fantasie gespart haben, um ein Spektakel für das Auge zu erschaffen.
Dass die Effekte beispielsweise beim livrierten und beflügelten Affen Finly oder den aufgehenden Blüten nicht gerade perfekt sind und auf realitätstreue abzielen, ist meiner Meinung nach bewusst gewählt, um an das 70-jährige Vorbild zu erinnern, bei dem man mit einfachen Mitteln tolle Kostüme und Kulissen erschuf und somit die Zuschauer in ihren Bann zog.
In Anlehnung an den Roman Wicked - Die Hexen von Oz. Die wahre Geschichte der Bösen Hexe des Westens bekommen die drei Schwestern Glinda (Michelle Williams), Evandora (Rachel Weisz) und Theodora (Mila Kunis) einen großen Part der Geschichte und die Zuschauer erfahren, wie aus Theodora die böse, grüne Hexe des Westens wurde. Mila Kunis gibt hier eine solide Leistung ab, die wohl beste der drei Hexen und darf auch mal einen Spiegel zerschlagen, dass kann nicht nur Natalie Portman (Black Swan). Rachel Weisz schafft das Bösesein ganz gut, konzentrierte sich aber meist eher auf eine hübsche Mimik. Etwas unglücklich fand ich die Besetzung von Michelle Williams als gute Hexe. Etwas blutleer war ihre Perfomance und ihr Gesichtsausdruck beim Tanz mit den guten Bürgern von Oz und beim finalen Kampf stets gleich.
James Franco bestimmt ganz klar den Film und man nimmt ihm den verschlagenen, egoistischen Frauenhelden ab, der am Ende doch Verantwortung beweisen muss und mit einer genialen Idee Oz von den Hexen befreit.
Schön war es auch Zack Braff ' den meisten wohl als J.D. aus 'Scrubs' bekannt - einmal wieder zusehen. Er hat in seinem kurzen Erscheinen viele lustige Momente und wird dann vom Affen Finly abgelöst, der von nun an Oz Koffer schleppen darf.
Zwischen ein paar Längen in der Handlung, flackert immer wieder Situationskomik auf, welche den meisten Zuschauern wohl ein Lächeln entlocken darf. Dabei bleibt 'die fantastische Welt von Oz' doch recht harmlos, der Fall der Hexe und die fiesen Paviane, können auch Kinder albtraumfrei mit ansehen.
Es ist also ein Film für die ganze Familie, der nicht unbedingt perfekt ist, aber zwei Stunden lang für eine farbenprächtige Unterhaltung sorgt. 'Die fantastische Welt von Oz' ist eine zauberhafte, kunterbunte Hommage an den Filmklassiker, der auch mal wieder Lust macht Judy Garland mit ihren roten Schuhen durch Oz tanzen zu sehen.
Wertung 4/5
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