Sonntag, 9. Juni 2013

"Unearthly: Dunkle Flammen" von Cynthia Hand

Clara sei Dank keine 0815 Engelsgeschichte.

Durch Zufall bin ich auf eine gute Rezension von "Unearthly" gestoßen und wurde neugierig. Obwohl die ganze Engelthematik eigentlich nichts für mich ist, da ich die Reinheit und das unendlich Gute, welches den Protagonisten solcher Bücher gerne mal anhaftet eher langweilig finde. Negativ vorbelastet war ich schließlich auch, als ich "Engelsnacht" von Lauren Kate las und maßlos enttäuscht wurde.

Doch da hatte ich die Rechnung ohne Clara Gardner gemacht, die von Anfang an der Geschichte unendlich viel Leben einhaucht, ohne ein übertriebener Gutmensch zu sein oder mir mit ihrer Äsotherik auf die Nerven zu fallen. Nein Clara entscheidet so wie sie es für richtig hält und nicht wie von einer "höheren Macht" geleitet. Sie ist einfach unglaublich sympathisch und lässt sich in den verfahrensten Situationen nicht unterkriegen, ob im alltäglichen Highschoolwahnsinn, nach einer öffentlichen Zurückweisung beim Abschlussball oder im großen Showdown, bei dem sie für mich den Satz des Buches rausgehauen hat:
"Ich werde mich wehren, ihn bepinkeln, ankotzen, beißen, kratzen." (S.390)
Natürlich sprang dann mein Kopfkino an...
Was sie mir noch viel sympathischer machte, war, dass sie sich für den Jungen entschied, den auch ich favorisierte. Ich hoffe sie bleibt während der Reihe auch bei ihrer Wahl und springt nicht mehr zwischen Christian und Tucker hin und her.

Christian fand ich an sich eher blass geraten, obwohl sein Geheimnis am Ende mich doch zu überraschen wusste. Er ist dann doch leider der stereotype, mysteriöse, überirdisch gut aussehende Junge, welcher seit Twilight zu langweilen weiß. Tucker ist da das absolute Gegenteil. Zwischen ihm und Clara kommt es zu ganz vielen Herzklopfmomenten, obwohl Cynthia Hand uns durch ihren Schreibstil nicht immer an diesen Augenblicken teilhaben lässt, sondern wir erfahren erst im nachhinein durch Claras Erzählungen davon.
Die Autorin versteht definitiv ihr Handwerk, schließlich ist sie auch Dozentin für kreatives Schreiben und so fliegen durch ihren einmaligen, bildhaften Schreibstil die Seiten dahin.
Ein wenig klischeehaft sind für mich Claras Eltern dargestellt wurden. Der Vater ist niemals da und bezahlt für seine Abwesenheit mit teueren Geschenken, wie Autos zum Geburtstag seiner beiden Kinder, während die Mutter das komplette Gegenteil darstellt. Sie artet in ihrer Überfürsorglichkeit zur Glucke aus, die jeglicher Eigenständigkeit Claras mit Sanktionen den Riegel vorschieben will. Dabei sollte sie es eigentlich besser wissen, schließlich ist auch sie ein Engelblut, welches seit über 100 Jahren auf der Erde weilt. Ob ihr Verhalten mit ihrer geheimnisumwobenen Aufgabe zu tun hat, erfahren wir wohl in den nächsten Bänden. Ich wünsche mir auch für Claras Freunde, dass sie noch einige Wendungen durchmachen und vielleicht ein paar böse Begebenheiten ans Licht kommen.

Was mir an diesem Buch überhaupt nicht gefällt, ist sein Cover. Es soll wohl eine Anlehnung an die Engelsreihe von Lauren Kate darstellen. Dabei verliert es für mich jedoch jegliche Ästhetik und erinnert nur an eine Karikatur. Es sieht eher so aus, als würde Clara mit Vampirteint, zotteliger Aufstehfrisur und in einem viel zu eng geschnürten Gothikkleid (welches noch nicht mal ihrem Stil entspricht) durch den Wald trampeln. Das war leider nichts!

Aber für das deutsche Cover können ja Cynthia Hand und ihre Clara nichts daher gibt es von mir volle 5 Punkt und eine freudige Erwartung auf den nächsten Band "Heiliges Feuer".

Wertung 5/5

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